Fragen vor Teleskopwahl

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KarlS

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Hallo, ich bin Karl, ein Neuer im Forum.


Vor einigen Wochen ist in mir ein astronomisches Interesse erwacht und ich bin kurz davor, mir ein Teleskop zu kaufen.
Bevor ich aber eine endgültige Wahl treffen kann müssen noch einige Fragen geklärt werden. Mangels fachkundiger Bekanntschaft wende ich mich daher an euch:


1. Warum wird ein 8" Dobson mir 1,6m Brennweite ausdrücklich als Gerät zur Planetenbeobachtung angeboten? Dies hat doch sicherlich andere Gründe als nur den entstehenden Komfort beim Vergrößern.

2. Hier im Forum habe ich gelesen: "Erst ab 8" Öffnung fängt DeepSky an...". Was bedeutet das konkret? Ist alles darunter ernüchternd oder schlecht zu erkennen?

3. Ganz direkt: Was haltet ihr von den Dobsons von Orion UK?
Die Tuben sollen ja bei den größeren Exemplaren nicht ausreiend stabil sein. Andererseits habe ich kein gutes Gefühl bei den China-Newtons. Ich tendiere zu einer 8"-Variante.

Wenn ihr mir kurz schreiben könntet, wäre mir geholfen.

Karl
 
Hallo Karl,

willkommen im Forum :super:

Bevor ich es vergesse zu schreiben:
Versuche wenn es irgend möglich ist bei einer Volkssternwarte,
einer Beobachtergruppe oder einem Sternfreund in deiner Umgebung
selbst durch verschiedene TEleskope durchzuschauen.

Zu deinen Fragen:
1) Weis ich auch nicht. Ein Dobson hat immer den Nachteil,
daß du ihn in beiden Achsen selbst nachführen must.
Das ist bei Planetenbeobachtungen, die überwiegend im höheren
Vergrößerungsbereich durchgeführt werden, gerade für Anfänger
nicht ganz leicht. Es geht aber, ich beobachte selbst auch
mit einem 8"f/6 ATM Dobson bei bis zu 300x und händischer Nachführung.
Und das mit Okularen die 42 bis 50° Eigengesichtsfeld haben.
Man muß dann dafür sorgen daß der Dobson in beiden Achsen
leicht und ruckelfrei nachführen läßt.

Ein 8"f/8 Newton hat den Vorteil daß der Fangspiegel klein
ausfallen kann. Fangspiegel gibt es ja in verschiedenen Größen.
Bei 8"f/6 von der Stange ist meist ein 50mm Fangspiegel verbaut.
Beim ATM Dobson habe ich 39mm einen Fangspiegel.
Bei einem 8"f/8 wäre sogar ein 33mm Fangspiegel möglich.

Der Hintergrund des Strebens nach einem möglichst kleinen Fangspiegel
ist daß sich dieser im Strahelngang befindet und deshalb
das Beugungsmuster des Teleskopes verändert.
Je größer der Fangspiegel desto mehr Licht word vom zentralen
Beugungsscheibchen in die Beugungsringe verlagert.

Siehe dazu diese hervorragende Webseiten:

http://legault.perso.sfr.fr/obstruction.html

www.telescope-optics.net/diffraction_image.htm

www.telescope-optics.net/obstruction.htm

Aber:
Eine möglichst kleine Obstruktion darf kein Selbstzweck sein.
Es gibt andere Dinge die wichtiger sind:
a) perfekte Collimation.
b) eine gute Optik.

http://legault.perso.sfr.fr/collim.html

Ohne Collimation wirst du einen weit größeren Teil der Leistungsfähigkeit
des Teleskopes weg als durch eine etwas größere Obstruktion.

Ohne eine gute Optik bildet selbst ein obstruktionsfreies Teleskop
nicht gut ab.


2) Die Formulierung habe ich zuerst in einem Katalog eines
süddeutschen Teleskopversenders gelesen. Das klingt etwas übertrieben,
aber es ist ein körnchen Wahrheit daran, weil einige Objekte
wie die Mehrzahl der Kugelsternhaufen unter normalem Landhimmel
etwa 8" Öffnung brauchen um gut in Einzelsterne aufgelöst zu erscheinen.

Aber natürlich kann man Deep Sky BEobachtungen auch mit
weniger Öffnung, ja sogar ohne Hilfsmittel durchführen:
Unter dunklem Himmel sieht man die verschiedensten Objekte
unserer Milchstraße (z.B. Gasnebel wie den Orionnebel,
oder offene Sternhaufen wie Plejaden oder Krippe) mit bloßem Auge.

3) Mit Orion UK Dobsons habe ich leider wenig Eerfashrung.

Ich hoffe dir trotzdem weitergeholfen zu haben.

Gruß, Karsten
 
Hallo Karl,

schön, daß Du zu unserem Hobby gefunden hast. Mal sehem was Du für Fragen hast:

Zitat von KarlS:
1. Warum wird ein 8" Dobson mir 1,6m Brennweite ausdrücklich als Gerät zur Planetenbeobachtung angeboten? Dies hat doch sicherlich andere Gründe als nur den entstehenden Komfort beim Vergrößern.
Es gibt mehrere Gründe. Da ist zum Einen die vergleichsweise geringe Obstruktion, wie schon festgestellt wurde. Es gibt aber noch mehr Argumente: Das System ist relativ justagetolerant, wegen der langen Brennweite aber recht genau zu justieren. Daraus folgt ein sehr geringer Justagefehler. Ebenfalls kann man an einem Instrument mit so kleinem Öffnungsverhältnis einfache Okulare mit wenig Linsen einsetzen, die gerne mal viel Kontrast bieten. Ein gutes Ortho mit 4 oder 5 mm Brennweite ergibt mehr oder minder maximale Vergrößerung bei sehr gutem Kontrast und keiner merklichen Neigung zu Geisterbildern.

Andererseits habe ich kein gutes Gefühl bei den China-Newtons.
Nun ja, im Zweifelsfall denke man daran, daß bei dem Öffnungsverhältnis von 1:8 auch ein Achtzöller eine ordentliche Toleranz gegenüber Herstellungsfehlern wie z.B. einer unzureichenden Parabolisierung aufweist. Das war einer der Gründe, warum ich meinen Skywatcher-Sechszöller mit einem solchen Öffnungsverhältnis gewählt habe.

Viele Grüße

fquadrat
 
Hallo Karl,
der 200/1600 Dobson von Orion-UK hat einen 36mm Fangspiegel verbaut.Der Auszug hat eine min. Höhe von 50mm.Wenn man jetzt noch den Tubusinnendurchmesser wüsste,könnte man das ausgeleuchtete Feld ausrechenen.
Da die Orion-UK immer recht enge Tuben haben,habe ich einfach mal 225mm Tubusdurchmesser Geschaetzt(!)
Dabei komme ich auf ein 100% ausgeleuchtetes Feld von gut 11mm.Das sollte visuell auf für Deep Sky ausreichend sein.

Als Planetenspezialist wird dieser Newton vermutlich Betitelt,weil es nur schwer möglich ist die maximale AP von 6 - 7 mm zu erreichen.Wobei das nicht unmöglich ist - nur die Auswahl der kaufbaren Okulare nimmt bei 50 - 56mm Okularbrennweite eben stark ab ;)

Wie die Stabilitaet,bzw Laufruhe der Orion-UK Dobsons ist kann ich dir leider auch nicht sagen...

Grüße Rainer
 
Hi Karl,

DSO im Teleskop sind erstmal alle gleich: alle Objekte sind leider nur grau und nicht etwa farbig, wie von den Hubblebildern. Es kommt letztlich zu wenig Licht an, um im Auge farbig verarbeitet zu werden. Das heißt aber auch, dass es gerade bei DeepSky auf jedes Zoll Durchmesser ankommt, z.B. um einen Kugelsternhaufen nicht mehr oder weniger grau und verwaschen zu sehen, sondern mit großer Öffnung mehr und mehr in Einzelsterne auflösen zu können.

Da bist du mit 8" als Beginner aber erstmal auf der richtigen Seite. Ich habe 6" und sehe auch alle wichtigen DSO... manchmal könnte ich aber schon ein paar Zentimeter mehr gebrauchen ... ;)


CS

Logi
 
Hallo Karl,

willkommen im Kreis der Hobbyastronomen!

"Planetengerät" bedeutet, wie bereits angeklungen ist, mitnichten, dass man damit nur Planeten gut beobachten kann. Es heißt nur, dass es aus dem Spektrum der astronomischen Objekte die Planeten besonders gut darstellen kann.

Mit f/8 hat das Teleskop noch recht gute Allround-Eigenschaften. Das maximale erreichbare wahre Gesichtsfeld am Himmel ist durch das Öffnungsverhältnis noch etwas geringer als bei dem "Klassiker" 8'' f/6, der zwar auch schon sehr große, aber eben keine maximalen Gesichtsfelder ermöglicht. Das können die "Richfielder" am besten. Doch dies nur nebenbei zur Begriffserläuterung.

Das dürfte neben der AP der Hauptgrund sein, weshalb der f/8 eher zu den "Planeten-Geeigneten" Teleskopen (ich nenne sie jetzt einfach mal so) gezählt wird. Ein hauptsächlicher Deep-Sky-Beobachter würde eher zu einem Gerät mit schnellem Öffnungsverhältnis und damit bestmöglicher Bildhelligkeit und Gesichtsfeld tendieren.

Für Planeten benötigt man prinzipiell kein großes Gesichtsfeld, lediglich zum Aufsuchen, zentrieren und, beim Dobson, zur Nachführung ist das große Gesichtsfeld auch bei Planeten von Vorteil. Planeten sollten immer so dicht wie möglich bei der Bildmitte, und damit auf der optischen Achse, beobachtet werden, da dort die Qualität bestmöglich ist. Hierbei spielt das Gesichtsfeld dann grundsätzlich kaum noch eine Rolle.

Ein weiterer Faktor, der zu beachten ist, ist der, dass die benötigten höheren Vergrößerungen bei f/8 mit etwas längerbrennweitigen Okularen erreicht werden. Gerade bei Okularen mit wenig Linsen, wie sie bei der Planetenbeobachtung von Vorteil sind, hat das einen besseren Beobachtungskomfort und damit längeres ermüdungsfreies Beobachten zur Folge.

CS und VG Christian
 
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