Freihändig vs. Stativ

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Ber

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Da es heute hier ein wenig klar war, habe ich gleich die Gelegenheit genutzt, mir mal ein FG umzuängen (TS 10x50) und ein wenig draußen rumzustreichen. (Jupiter heute mit 5 Monden? Kann das sein?)

Dabei ist mir aufgefallen, dass man stehend und freihändig mit einem 10x50 weniger sieht als mit einem 7x50. Das ganze liegt definitiv am leichten Verwackeln des Bildes. Beim 7x50 ist mir das nie so negativ aufgefallen. Da ist auch die stehende Beobachtung ein Genuss. Aber mit meinem 10x50 war das heute schon recht schwierig. Wenigstens hat dieses Glas Weitwinkelobjektive, sonst wäre der Unterschied noch größer gewesen.
Also mit einem 10x50 sollte man sich schon irgendwie aufstützen oder noch besser im Liegestuhl liegen, dann dürfte das besser klappen. Vielleicht war heute auch die Kälte schuld, dass ich etwas unruhig beim Beobachten war?

Und dann lese ich hier Berichte, wonach einige Amateure ein 11x80 freihändig benutzen. Also stehend kann ich mir das eigentlich nicht vorstellen. Jedenfalls nicht für längere Zeit (30-60 Min.)

Wie ist eigentlich die Erfahrung mit diesen "Einbein-Stativen"? Sowas wäre doch für die kleine mobile Beobachtungstour bestens geeignet, oder?
 
Hallo Ber,
Mit einem 10x50 kann ich auch nicht gut freihändig beobachten. Das Glas muss an einem festen Punkt aufgelegt werden (Mauerkante, Geländer, Pfahl), damit es ruhig ist und man verwacklungsfrei beobachten kann. Wer mit höher vergrößernden Gläsern beobachtet, wird das ähnlich machen. Im Sommer kann man auch eine Decke auf die Wiese legen und auf dem Rücken liegend das Glas beidhändig halten, wobei beide Ellbogen auf dem Boden sein müssen. Das funktioniert auch gut. Was auch funktioniert ist ein Besenstiel, den man z. B. in einen Bierkasten steckt, so dass der Stiel nach oben ragt. Da kann man das Glas aufstützen, das geht erstaunlich gut. Ich habe auch schon mal einen Teleskopstiel für Farbroller verwendet (die braucht man zum Decken anstreichen über Kopf). Dann kann man die Höhe so einstellen wie man sie braucht.
Es gibt viele Möglichkeiten, das Glas zum Beobachten ruhig zu kriegen. Erst dadurch wird das Beobachten mit 10x50 zum Genuss.

Grüße,

Günther
 
Re: Einbein-Stativ statt "richtiges"

Habe ich mir vor kurzem mal gebaut aus einem ausziehbaren Farbrollerstiel und dem Rollerhalter
(einfach mit 2 Metalllaschen ein kleines Brett auf die Rollerachse geschraubt und das Fernglas mit
Gummiband = Fahrradschlauch festgemacht), war leider für mein 20x60 Tento doch zu wacklig -
natürlich besser als freihändig, aber halt nicht wirklich so ruhig, daß man mit Genuß Jupitermonde
oder Saturnringe anschauen könnte. Dazu brauchts halt dann doch schon ein großes Fotostativ
mit Auszug bis auf 1,90m.
Mit meinem 11x80 schaue ich vor allem nach Sternhaufen und Nebeln, die ich mir dann im Teleskop
genauer ansehe -das geht freihändig mit etwas Training, aber natürlich nicht länger als so 5min
am Stück.
 
Prinzipiell ist jede Optik auf einem Stativ gut aufgehoben - auch ein 8x30. Bei einem kleinen Fernglas mußt Du aber keinen großen Aufwand betreiben. Wichtig ist, daß Du die kleinen Zitterbewegungen rauskriegst, die Deine Muskeln (vielleicht auch durch Kälte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ) verursachen. Das geht schon mit Einbeinstativen. Der Tip mit dem Besenstiel kam ja schon - es muß nicht unbedingt ein teures Modell sein. Ich hab für solche Zwecke mal ein altes Zeltgestänge (Tatonka Arctic) zweckentfremdet.
Der fünfte "Mond" könnte ein ca. 6,3 mag heller Stern gewesen sein, in dessen Nähe Jupiter im Moment steht. War der "Mond" im Vergleich zur Reihe der anderen vier nach Nordwesten versetzt?
 
Aus früheren Zeiten habe ich ja noch ein ganz leichtes Alu-Stativ. Leider nicht allzu hoch. Mal sehe, wie ich das 10x50 da ohne viel Aufwand zu treiben, drangebastelt bekomme.
Mein ganz großes Manfrotto-Stativ mit dem 26x70 aufzubauen möchte ich mir für kleine und kurze Beobachtungstouren verkneifen. Mit Ausleger, Gegengewichten etc. habe ich sowieso meine Probleme diesen Aufbau zu bewegen (so gut er auch ist). Auch habe ich im Moment noch so meine Schwierigkeiten mit diesen ganzen Kurbeln und Feststellschrauben (bei Positionswechsel und Neuausrichten kommt man aus dem Kurbeln gar nicht mehr raus ;-). Ist eben alles noch zu neu.

>War der "Mond" im Vergleich zur Reihe der anderen vier nach Nordwesten versetzt?

Ich glaube ja, drei (echte) Monde standen wie auf einer Perlenschnur aufgereit nach Nordosten. Einer stand nördlich, aber ganz dichte beim Planeten, so dass ich ihn erst nach längerer Beobachtungzeit bemerkte.
Der fünfte stand dann noch ein Stück weiter ab, eben nach Nordosten oder Nordwesten. War wohl ein Stern, wie du schon schreibst. Da fehlt mir leider noch die Erfahrung. (Aber nächstes Jahr habe ich dann bestimmt alle Sterne gelernt und kann gleich sagen, welcher was ist.)
 
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