Für Anfänger: Schnelle ED´s oder Maks/SC´s?

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loginov

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Hallo zusammen!

wie in meiner Vorstellung hier im Forum bereits beschrieben, mache ich zurzeit meine ersten Erfahrungen mit einem Lidlskope auf der Astro3-Montierung. Begeistert war ich bereits von Mond und Jupiter und ich möchte dranbleiben. Da ich öfter Alpenurlaub mache, suche ich zusätzlich etwas Reisetaugliches, kann aber auf meiner Terrasse auch einen schönen Ost- bis Südwesthimmel sehen, der ländlich und eher dunkel ist.

So kam ich natürlich auf Maks und SC`s. Nach Studium des Forums bin ich nun aber eher verunsichert, insbesondere die langen Brennweiten und die sehr kleinen Gesichtsfelder machen mir zu schaffen. Mit dem Lidlskope und dem kleinen Sucher gelang es mir bis auf M31 jedenfalls noch nicht, DS-Objekte zu finden. Meine Frau schenkte mir zum Nikolaus nun den Karkoschka (fantastisch, dieses Wesen, denn ich kannte den Karkoschka noch nicht einmal!), sodass ich bei der nächsten Gelegenheit auf die Suche gehen werde.

Bislang war auch noch die Frage offen, warum so viele von euch auf die kleinen, schnellen EDs/Apos stehen. Na klar, keine Farbfehler mehr, okay. Aber die - bezahlbaren - Lichtöffnungen sind doch sehr klein. Nun aber wird mir klar, dass die Teile halt ein viel größeres Gesichtsfeld haben und von daher für DS erste Wahl sind und das Auffinden der Objekte gleichzeitig sehr viel einfacher wird. Das scheint für einen Anfänger sehr wichtig zu sein. Für Mond und Planeten habe ich ja noch meinen FH und im Urlaub sehen die Planeten auch nicht anders aus als zuhause.

Meine Frage an euch lautet nun, ob ich da so im wesentlichen richtig liege? Die kleinen ED´s lassen sich nach meiner Recherche doch auch auf der Astro3 betreiben, oder?

Viele Grüße aus Buchholz in der Nordheide

:huhu: Logi

 
Hallo!
So wie ich das sehe sind die Apos vor allem für die Fotografie sinnvoll. Wenn du DS machen willst dann bruachst du vor allem Öffnung.
Dummerweise bedeutet Öffnung immer gleich unhandlich und schwer, daher gilt es da einen guten Kompromiss zu finden.
Alleine Sichtfeld wird dir wenig nützen, wenn das Lichtsammlungsvermögen zu niedrig ist um wirklich was finden zu können.
Hast du denn schon Vorstellung wie etwas reisetaugliches bei dir aussehen soll? Ich meine wie groß, wie schwer und vor allem wie teuer?
Vielleicht wär ja ein Traveldob was für dich?

Gruß Deadlock
 
Hallo Deadlock,

nun ja, da das Geld nicht reichhaltig vorliegt, wollte ich zunächst mal meine Astro-3 weiter nutzen.

Verreisen tue ich mit Auto, insofern kommt es auf das letzte Gramm Gewicht nicht an, aber einen Newton (war zu Beginn meiner Suche im Fokus) will ich auch zu Hause nicht hin und her wuchten incl. größerer Montierung, die dann fällig ist und richtig ins Geld geht. Insgesamt sollte es (erstmal) handlich bleiben.

Puuh, okay, die Dobsons gibts ja auch noch... Habe ich mich aufgrund der Größe noch nicht mit beschäftigt. Außerdem habe ich den Eindruck, dass der Anfänger mit einer parallaktischen Montierung erstmal ganz gut beraten ist, um die Objekte im Visier zu behalten. Aber klar, ich werde jetzt die Dobson-Ecke auch mal betrachten.

Dennoch wäre ich über Input zu den schnellen ED´s erfreut, weil die ja unter den Spezialisten von euch trotz der kleinen Öffnungen auch sehr beliebt sind.

Vielen Dank und gute Sicht wünscht

Logi
 
Hi!

Ich hab einen ED80 als endgültiges Teleskop, weil ich was möglichst transportables wollte und - ganz wichtig - für mehr Öffnung auf die Geräte der nächsten Sternwarte zurückgreifen kann. Mit dem ED80 und ca. 4° Gesichtsfeld langt mir ein einfacher Leuchtpunktsucher, um eigentlich alle Objekte schnell zu finden, und der Aufbau vom Gerät dauert auch keine fünf Minuten. Das ganze Equipment kann ich in einem Koffer und einer überlangen Stativtasche (damit die Montierung auch noch rein passt) verstauen und auf einmal zum Auto tragen; nur für längere Strecken ist's nichts, da ich nicht gerade auf Leichtbau gesetzt habe.

Ich würde einen ED80 o.ä. allerdings nicht als erstes Gerät empfehlen - da neige ich dazu, zu so viel Öffnung zu raten, wie man noch bezahlen, transportieren und stabil montieren kann. Mit dem ED80 kann ich zwar auch alle M-Objekte abklappern (schon weil ich mit dem Gerät auch mal in die Alpen fahren kann), gerade bei der Vergrößerung geht im aber doch recht schnell die Puste aus. Gerade Dinge wie Kugelsternhaufen wirken im C14 der örtlichen Sternwarte viel besser, auch wenn das Gerät in der Innenstadt steht. Aber wenn man sich mal "sattgesehen" hat und weiß, was einem im Teleskop erwartet, macht so ein Gerät echt Spaß. Außerdem mag ich keine Spikes:-)

80mm Öffnung sind zwar (heute) nicht viel, aber auch nicht so wenig. Mit 150x geht auch am Planet schon was (zumindest für Gelegenheitsgucker).

Gruß,
Alex
 
Hallo,

du besitzt ja bereits ein lidlteleskop, dies hat 70mm Öffnung.
Wenn du mehr sehen willst brauchst du mehr Öffnung.
Ich vermute fast, dass du mit dem Lidlteleskop als Reiseteleskop schon ganz gut bedient bist. Ein Traveldob ist zwar auch sehr kompakt, aber auch entsprechend teuer.
Was die parallaktische Montierung angeht möcht ich dir mal wiedersprechen d:-). Als Anfänger muss man sich schon damit befassen, um zu wissen wie sie richtig eingeordnet und bedient wird, damit man einen tatsächlichen Mehrwert gegenüber einem Dobson hat. Ein dobson is im Grunde einfach nur Schwenk hoch runter und links rechts d:-).
Wieviel wiegt denn dein Teleskop und wird es gut von der Astro 3 getragen?

Gruß Deadlock
 
Danke für den Input, Alex.

So langsam komme ich dahinter: Natürlich am besten beides! :schwitz: Widefield und etwas Längeres fürs stärkere vergrößern.

Ich habe nur die Sorge, dass ich bei den Maks/SCs mit rund 1° Gesichtsfeld ständig nur am Suchen bin. Auf jeden Fall werde ich den Karkoschka mit dem Lidl bei der nächsten Gelegenheit zusammen an den Start bringen, um überhaupt erstmal einige DS-Objekte zu entdecken...

@Deadlock: Mit der Astro3 komme ich schon prima klar. Grob auf Polaris ausrichten und nachführen auf der einen Achse klappt prima.


Logi





 
Zitat von loginov:
insbesondere die langen Brennweiten und die sehr kleinen Gesichtsfelder machen mir zu schaffen. Mit dem Lidlskope und dem kleinen Sucher gelang es mir bis auf M31 jedenfalls noch nicht, DS-Objekte zu finden.

Das glaub ich dir gern, der "Sucher am Lidlskop ist einfach Mist und in die Kategorie Spielzeug einzuordnen. Mit einem guten Leuchtpunktsucher oder einem 8x50 Sucher der ordentlich justiert ist findest du auch mit einem Mak oder SC alles schnell.

Das Gesichtsfeld bei Mak und SC ist zwar kleiner als bei Newtons aber mit langbrennweitigen 2" Okularen merk ich da fast keine Einschränkungen bei der Beobachtung. Die meisten DS-Objekte, Galaxien, Planetarische Nebel, Kugelsternhaufen sind sowieso sehr klein von Planeten gar nicht zu sprechen. Bei den Großflächigen Nebeln seh ich aufgrund der niedrigen Flächenhelligkeit mit 8-Zoll sowieso fast nix, also spielts für mich keine Rolle. Für diese Zwecke ist dann ein 18"Dobson sicher die Bessere Wahl, kommt halt immer drauf an was man konkret beobachten will.

Den ED80 würd ich als Schnellspechtelgerät oder zum Fotografieren nehmen aber weniger für DS. Im Vergleich zum 70mm Lidlskop wirst du bei DS keinen oder nur einen Marginalen Unterschied feststellen können. Besser also mehr Öffnung, zb ein 127 Mak passt evtl. auch noch grenzwertig auf die Astro 3...
 
Hallo Logi,


So langsam komme ich dahinter: Natürlich am besten beides! Widefield und etwas Längeres fürs stärkere vergrößern.

Du wirst lachen, aber das ist die wichtigste Erkenntnis überhaupt wenn man ein zu seinen eigenen Bedürfnissen passendes Teleskop sucht. Wenn ich mir Dein erstes Posting durchlese wäre ein Reisedobson wie Daedlock schon schrieb eine Alternative mit der Du Dich mal auseinander setzen solltest: genügend Öffnung (8" würden dich in den Alpen schlicht umhauen!) , keine schwere (teure) Montierung nötig, je nach Öffnungsverhältnis erreicht man gut über 2° und kann trotzdem sinnvoll bis über 300x vergrößern. Ein Reisedobs als 8"f5 oder f6 kann sehr kompakt sein, wiegt wenig und zeigt für Jahre sehr viel neues. Google mal nach "EQ-Plattform", das ist eine Möglichkeit JEDEM Dobs eine Nachführung zu verpassen, alternativ wäre halt etwas mit Nachführung und Goto wie die entsprechenden Skywatcher Dobsons. Den Traveldob hat Deadlock ja schon ins Spiel gebracht, es gibt noch mehr kleine Hersteller die so etwas anbieten, als Bausatz nur die nötigen Holzteile, fix und fertig mit Spiegeln, je nachdem wie viel man selber bauen kann oder will.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Markus,

genau der Sucher nervt mich ehrlicherweise auch, denn bereits das Justieren ist eine Qual mit den 2x3 Minischrauben. Ich habe also bislang - oh Schande - das Teil so gut wie noch nicht benutzt, sondern bin mit Fernglas und 25mm SP auf die Suche gegangen und das eben nicht besonders erfolgreich.

Also: das nächste, was her muss, ist ein anständiger Sucher. Ich gehe mal erstmal im Forum forschen.

Vielen Dank, ich komme voran...

Gute Sicht

Logi
 
Servus Logi,

ich hab mir vor einem Jahr einen 120/600 für Weitfeld-Beobachten zugelegt. Meine ersten Eindrücke (im Vergleich zum 127er MAK) waren: erheblich bessere Übersicht selbst mit einfachen 1,25" Plössels. Mit 2" Okularen wäre noch mehr drin, aber ich bin zufrieden. Bei 18-fach eher Feldstecher-Feeling. Trotzdem blieben meine ersten Versuche erfolglos, die vielen Gasnebel im Sternbild Schwan damit zu finden. Wenn ich dann eine Übersichtsaufnahme vom Schwan anschaue (auch hier im Forum), dann ist das schon ernüchternd (eventuell war der Mond dran schuld).

Ich würde für visuell keinen kleinen ED kaufen, mit 80mm ist das schon ziemlich nahe am 8*50 Sucher.


Franz



 
Hallo Logi,

Ja ich kenn das Lidlskop, hab es selber mal gehabt. Die Justage des Suchers mit den Plastikschrauben ist nicht einfach und die Öffnung ist einfach zu gering. Einmal ankommen und alles ist wieder dahin. Welchen Sucher du brauchst hängt wieder ein wenig vom Teleskop ab (Stichwort Gerade oder Winkelsucher), die Leuchtpunktsucher kannst du eigentlich überall verwenden. Da würd ich dir aber dringend den RDA Sucher aus Metall empfehlen nicht den billigen Vollplastiksucher weil dann hast du wieder das selbe Problem!

Der 120/600 FH ist auch ein schönes Gerät für Richfield aber für die Astro 3 sicher schon zu schwer. Wenn man schon weiss was man beobachten will tut man sich mit der Teleskopwahl eindeutig leichter, Öffnung hat aber wie schon gesagt noch nie geschadet ;-)
 
Hi Leute,

wow, jetzt wirds ernst. Wenn ihr mir tatsächlich sagt, dass mit einem Dobson für einen "noch-nicht-Himmelskundigen" etwas aufzufinden ist, dann fange ich nochmal ganz von vorn an mit der Auswahl. Ganz am Anfang hätte ich gern einen f5-Newton gehabt, aber wegen der teuren Montierung und Größe des Ganzen hab ich es wieder verworfen. Insofern will ich natürlich grundsätzlich auch soviel Öffnung wie möglich und landete halt bei den Maks und SCs.

Okay, Markus. Ich danke dir, dass mich auf den Boden "der großen Öffnung" zurückgeholt hast. Letztlich will man sich gegenüber dem LIDL ja irgendwie verbessern und dann kann ich für den Anfang wohl doch auf einen fast gleichgroßen ED verzichten. Also erstmal einen besseren Sucher und dann mit dem LIDL auf die Pirsch nach Objekten gehen. Dann sehe ich weiter, wobei ich mir die Dobsons nun auch mal anschauen werde.

Vielleicht noch eine dumme Anfängerfrage: Wie stelle ich mir einen Leuchtpunktsucher vor?? Projiziert das Teil den Punkt etwa in den Himmel?? Oder leuchtet im Visier des Suchers da etwas auf?

Vielen Dank für den reichen Input

Klare Sicht für alle


Logi

 
Hi!

Was die Teleskopgröße angeht, ist http://www.taunus-astronomie.de/art_scopes.html einen Blick wert.
Dazu zum Größenvergleich mein Equipment, wenn's rumliegt:
Link zur Grafik: http://www.kerste.de/A-de-Bilder/ED80-Koffer.jpg
Im 8"-Dobson siehst du für weniger Geld mehr als ich im ED80, wobei ich bei meinem ED80 bis auf Objektiv und Taukappe/Tubus fast alles ausgetauscht habe (neuer Okularauszug, Sucher, Rohrschellen).

Ein Leuchtpunktsucher ist eine Glasplatte, auf die ein roter Punkt gespiegelt wird - und zwar so, dass er unabhängig vom Einblickwinkel in die selbe Richtung wie das Teleskop zeigt. Du siehst also einen roten Punkt zwischen den Sternen hängen, ohne dein Auge ans Okular vom Sucher pressen zu müssen.

Das schaut etwas so aus:
Link zur Grafik: http://www.kerste.de/A-de-Bilder/Telrad.jpg
Rote Zielkreise, auf einen weißen Stern zentriert. Bei einem einfachen Leuchtpunktsucher ist's nur ein einzelner roter Punkt.

Gruß,
Alex
 
Hallo Logi,

es gibt eine ziemlich heftige Möglichkeit, aus so einem miesen 6x25 oder 6c30 Plastiklinsensucher so was wie einen Finder zu machen.
Man haut einfach die Plastiklinsen raus und schaut durch die blanke Röhre. So kann man Sterne in der Nähe des Objekts der Begierde anpeilen.
Alternativ kann man auch eine in die Halterung passende Hartpapier oder Plastikröhre nehmen.

Ein Leuchtpunktsucher (Red Dot) ist zwar besser, aber in der dimmbaren, gut judierbaren Ausführung auch nicht ganz billig. Die Funktionsweise ist denkbar einfach. Ein roter Punkt (Es gibt auch Kreise) wird auf eine Scheibe geworfen und wenn Du den Himmel durch diese Scheibe peilend anschaust und ist das Ding richtig justiert, zeigt der Punkt genau die Stelle auf die Dein Teleskop gerichtet ist.
Das Peilen macht man mit etwas Abstand vom Peiler, beide Augen offen, sodass Du die Scheibe des Peiler mittig in Deinem großen Gesichtsfeld siehst und in deren Mittelpunkt den Zielpunkt oder Kreis.

Es kommt ein wenig drauf an, wie schnell das mit dem nächsten Teleskop klappt.
Sollte es ein Teleskop mit brauchbarem, optischem 8x50 Sucher werden, dann passt ein guter Leuchtpunktsucher bestens als Ergänzung.

Für das nächste Teleskop empfehle ich Leuten, die wie Du noch nicht wirklich spezialisiert sind, die größte bezahlbare und zugleich transportierbare Öffnung mit möglichst wenig Einschränkungen im Bereich von öffnungsbezogener Abbildungsleistung, von AP und Gesichtsfeld.
7 mm AP sollten genau so mit größtmöglichem Feld erreichbar sein wie 0,8 mm AP mit guter Auflösung. Beides sollte auch mit möglichst geringen Einschränkungen bei der Wahl geeigneter Okulare möglich sein.


Gruß
*entfernt*
 
Zitat von loginov:
Ganz am Anfang hätte ich gern einen f5-Newton gehabt, aber wegen der teuren Montierung und Größe des Ganzen hab ich es wieder verworfen. Insofern will ich natürlich grundsätzlich auch soviel Öffnung wie möglich und landete halt bei den Maks und SCs.

Also erstmal einen besseren Sucher und dann mit dem LIDL auf die Pirsch nach Objekten gehen. Dann sehe ich weiter, wobei ich mir die Dobsons nun auch mal anschauen werde.

Vergiss auch nicht die Okulare bei deinen Überlegungen zu berücksichtigen. An f/5 und weniger benötigst du Okulare die den Preis des Teleskops locker überschreiten (vor allem bei langen Brennweiten!). Bei den langsamen Öffnungsverhältnissen bei SCs und Maks hast du dieses Problem nicht, dafür ist eben das Teleskop etwas teuerer. Ein guter Sucher ist aber sicher eine Investition von der du länger etwas hast und wird dir auch sicher am Lidlskop helfen!
 
Hallo Günther,

deine Tipps im letzten Absatz sind ja genau der Punkt. Bei Maks und SCs sind genau die großen Gesichtsfelder mit großen AP eben nicht möglich... bei den bezahlbaren Richfield-Linsen aber kaum große Vergrößerungen.

So wie ich das bisher verstanden habe, sind aber die Mehrzahl der DS-Objekte auch eher klein, so daß große Vergrößerungen erforderlich sind. Mit Maks/SCs werde ich die aber nur schwer auffinden können...

Leute, das sieht mir jetzt alles nach Dobson aus, die wohl beide Welten mit den wenigsten Kompromissen vereinigen. Irgendwie werde ich mich schon mit den Gewichts- und Größen-Nachteilen der Newtons anfreunden können.

Mir würde jetzt noch eure Einschätzungen interessieren, inwieweit man mit Dobsons "freihändig" in der Lage ist, nachzuführen? Mit dem ersten 76er Leih-Newton eines Bekannten auf Wackelgabel-Montierung war das Ganze an Jupiter echt frustierend bis sinnlos :mauer: ; zumindest bei großen Vergrößerungen war das Objekt doch sehr schnell wieder verschwunden und ohne Parallaktik auch nur schwer wieder einzufangen.

Und: Wie gestaltet sich der Einblick in Dobsons? Zusammen mit der Rockerbox ist das Teil doch wesentlich kleiner als ich selbst. Stellt ihr das Ganze noch irgendwo drauf oder muss man sich bücken oder hinhocken?

Klare Sicht

Logi
 
Hallo Logi,

Es ist genau wie du sagst, das ganze Leben ist ein Kompromiss und man kann nicht alles gleichzeitig haben! :super:

Was für dich das Beste ist musst du wahrscheinlich für dich selber rausfinden, ich spreche da aus Erfahrung. Ich hab letztes Jahr auch nen Dobson probiert und sofort wieder verkauft. Ich kann eben nicht ohne Nachführung leben, anderen wieder macht die Schubserei nichts aus. Ausser Gewicht und Größe hat mich auch der Einblick in wechselder Höhe und die ständige Ausbalanciererei extrem gestört. Beim nachgeführten SC kann ich hingegen bequem hinten am Stuhl sitzen und wenns mal nötig ist aufstehen weg gehen und nach 5 Minuten ist das Objekt dann immer noch mittig im Gesichtsfeld, find ich einfach viel komfortabler.

Wenn das Geld knapp ist wäre aber ein Dobson sicher die beste Lösung (evtl 150mm f/6 für billigere Okulare) wenn man mit den o.g. Nachteilen leben kann.



 
Zitat von loginov:
Stellt ihr das Ganze noch irgendwo drauf oder muss man sich bücken oder hinhocken?

Den Dobson stellst du einfach auf den Boden.
Zum Hinsetzen gibts da spezielle Astrostühle die in der Höhe stark verstellbar sind. Billiger sind aber Bügelstühle aus dem Baumarkt, die erfüllen den selben Zweck.
 
Hallo Logi,

Dobson war lange Jahre gleichbedeutend mit viel Öffnung für wenig Geld und das gilt auch heute noch.
Wer allerdings immer noch denkt und verbreitet, ein Dobsonbesitzer muss zwingend auf Nachführung verzichten und ständig an dem Ding rumschubsen, hat viel verpasst.
Dobdrive, EQ-Plattformen, all das gibt es inzwischen, nicht mehr nur im Selbstbau zu verwirklichen und ist auch bezahlbar.

An 6, 8 und 10-Zöllern kann man bequem sitzen, ab 12" kommt der Übergang zu mehrheitlich stehender Beobachtung und natürlich kann man auch immer noch was unterstellen.
Spezielle Astrostühle lassen sich vom Hocksitz auf Grasnarbenhöhe bis zum fast stehenden Sitz einstellen.

Was ich nicht mag, sind Newtons auf parallaktischer Montierung ohne Rotationsschellen, da wandert der Einblick in unmögliche Positionen.

Letztlich gibt es immer und überall was zu meckern, man muss das nur wollen.

Für einen guten und günstigen Allrounder bei möglichst viel Öffnung (6" aufwärts) liegst Du mit einem Newton auf Dobsonmontierung durchaus richtig und das immer passende Öffnungsverhältnis ist beim 6-10" Newton m.E. F/6.
SCs gleicher Öffnung sind schwerer und sollten auch solide montiert sein. Die Kompaktheit des eigentlichen Rohrs und der Heckeinblick sind manchmal die geforderten Merkmale (z.B. in Sternwarten). Ihnen opfert man dann die Erreichbarkeit großer AP bei größtmöglichem Feld.


Den kleineren Fernrohren fehlt für mich Öffnung (gleich Auflösung) für die Allroundereigenschaft, da werden aber dann von der Gesichtsfeld und AP-Seite her manche Refraktoren durchaus interessant (z.B. ED), das sieht auch parallaktisch montiert hübsch und klassisch nach Fernrohr aus, lässt sich leicht motorisieren und mit GoTo und GPS ausstatten.
Weil richtig farbreine APOs immer noch sündteuer sind wird dann gerne mal ein kleiner Mak oder ein SC für die Planetenbeobachtung hinzu genommen. Da haben wir dann schon die Spezialisierungen, welche man natürlich auch mit größeren Öffnungen betreiben kann.

Ob oder ab wann und um welchen Preis solche Spezialisierungen dann auch mehr zeigen, als ein visueller Allrounder, das ist eine häufig heiß und kontrovers debattierte Frage.

Das und noch Manches mehr muss man wissen (dürfen) und wenn man das weiß und tut es trotzdem, dann hat man seine Gründe.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für den reichhaltigen Input; ich habe allein hierdurch viel gelernt.

Gelernt habe ich auch, dass ich offenbar sehr sprunghaft sein kann ;)

Beginnend mit dem Wunsch nach schnellen Newtons (am Anfang meiner halbjährigen Astrolaufbahn) über Maks und SCs (kompakt und an meiner Astro3 zu betreiben) war ich kurz bei den kleinen EDs gelandet (es muss ja neben Planeten auch ein wenig Richfield sein). Dann habt ihr mich in Richtung Dobson bewegt (ist ja auch klar: die meiste Leistung und Allroundeigenschaften für das wenigste Geld) und trotzdem bin ich am Zweifeln wegen der schieren Größe, dem eingeschränkten Beobachtungskomfort und dem okularkritischen Verhalten von schnelleren Newtons. Mist irgendwie, aber ihr kennt das ja alle.

In jedem Fall habe ich (bestenfalls) zwei Drittel meines Daseins auf diesem Planeten schon rum und suche daher eine komfortable Gesamtlösung für das gelegentliche spechteln. Ich werde sicher auch keiner derjenigen sein, die a la Dobson möglichst alle DS-Objekte abklappern wollen, um dann "händisch" rasch die nächsten Nebel anzusteuern.

Daher eier ich momentan zurück in Richtung Maks/SCs. Soweit ich lesen konnte, kriegt man mit 30-40er Okularen doch schon ein wenig Übersicht und zusammen mit Karkoschka muss da doch was gehen (beim C5 mit f10 vielleicht noch ein wenig mehr als bei den ganz langen 127er Maks). GoTo ist momentan allerdings nicht mein Ding, weil ich gern auch den Himmel kennenlernen möchte.

Erstmal werde ich aber auf jeden Fall auf Suchersuche gehen, um mein 6x30 Lidl-Teil zu ersetzen und endlich den Orionnebel zu finden.

Später darf ich mich nochmal vertrauensvoll mit Mak/SC-Fragen an euch wenden?

Ihr seid Klasse
Deep Skies

Logi
 
Leute,
soeben ist über Hamburg und Nordheide ein 1a Sternenhimmel. Wow. Ich habe erstmals M42, den Orionnebel gefunden. Wow. :super:

Mit meinem Lidlskope erscheint er allerdings eher blaß und Strukturen sind mehr beim Vorbeischauen als beim Fixieren wahrzunehmen. Obwohl ich schon soviel gelernt habe, das ich keinerlei Farben und so erwarten kann, gehe ich mal davon aus, dass mehr Öffnung auch mehr Struktur erbringt.

Wow, jetzt bin ich aber auf den Geschmack gekommen...

Ich brauche mehr Öffnung...


Was mich beim Suchen auch echt noch irritiert, ist die seitenverkehrte Sicht aus meinem Zenithprisma. Fressen diese "Komplettverdreher", diese Amiciprismen - z.B. an Maks oder SCs - eigentlich mehr Licht als Zenithprismen?

Clear Sky!

Logi
 
Hi!

Die Technik heißt indirektes Sehen - wenn du am Ziel vorbeischaust, fällt das Licht auf die Bereiche der Netzhaut, die lichtempfindlicher sind. Funktioniert auch bei großen Geräten und schwächeren Objekten:-)

Das Problem bei Amiciprismen ist weniger ein dunkles Bild, als vielmehr die schlechtere Bildqualität bei hohen Vergrößerungen, da eine Kante vom Prisma direkt durch's Bild geht. Damit das auch bei hohen Vergrößerungen funktioniert, ist eine sehr hohe Qualität nötig. Daher ist im Teleskop ein Spiegel oder einfaches Prisma besser geeignet, die sind in guter Qualität billiger herzustellen. Die Orientierung ist dann Übungssache, oder du druckst dir die Sternkarten gleich entsprechend orientiert aus.

Es gibt aber Sucher mit aufrechtem Bildfeld, und beim Leuchtpunktsucher/Telrad siehst du den Himmel eh mit bloßem Auge.

Gruß,
Alex
 
Hi!

Zitat von loginov:
Fressen diese "Komplettverdreher", diese Amiciprismen - z.B. an Maks oder SCs - eigentlich mehr Licht als Zenithprismen?
Eigentlich nicht, sie liefern aber oft ein schlechteres Bild, da sie schwieriger in guter Qualität zu fertigen sind. Die Dachkante ist zwar nicht sichtbar, wirkt sich allerdings ebenfalls auf die Qualität aus.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Alex, hallo fquadrat,

danke für den Amici-Input. Es kommt also hierbei besonders auf Qualität an.

Ich werde für das Lidl aber noch nicht auf die Suche danach gehen, weil wahrscheinlich ein Mak oder SC beschafft werden soll. Diese haben - soweit ich recherchieren konnte - ohnehin einen anderen Anschluß (keinen 1 1/4") oder Amicis sind manchmal schon dabei.

Gruß

Leute in Norddeutschland: Geht raus! Clear Sky! :biggrin:

Logi
 
Hallo Uwe,

okay. Ich hatte mich auch schon gefragt, wiese denn nicht "alle immer" ein Amici einsetzen. Für einen Anfänger ist das Umdenken schon etwas schwer, aber mit dem Zenithprisma hab ich es ja wenigstens richtig herum.

Aus Spaß hatte ich mal mein Lidl mal ohne Prisma eingesetzt; damit komme ich noch nicht wirklich klar beim Aufsuchen (und ehrlich gesagt nervt dann auch der extrem weit ausgefahrene Auszug...)

Danke

Logi
 
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