Hallo, rauvladimir,
also Galaxien und Nebel sind zwei sehr verschiedene paar Schuhe. Der Reihe nach:
Für Galaxien braucht man keine Filter; Filter lassen im kontinuierlichen Spektrum, in dem Galaxien leuchten, zu wenig oder gar nichts durch. Allenfalls Spezialisten mit sehr großen Instrumenten verwenden Nebelfilter, um in nahe gelegenen und sehr großen Galaxien (M 31, M 33, M 82)Emissionsnebel zu beobachten. Eine Mindestvergrößerung bei Galaxien gibt es im Grunde auch nicht, es hängt einfach davon ab, wie groß das Objekt ist. M 31 passt in seiner ganzen Größe z. B. schon gar nicht mehr in das Gesichtsfeld deiner Okulare. Zum Aufsuchen sind 30 bis 40 -fach sinnvoll, und dann hilft nur Ausprobieren, was am besten passt. Wirkliche Details werden auch nicht viele Galaxien visuell zeigen, meistens ist es nur ein mehr oder weniger ovaler Fleck mit einem hellen, kleinen Kern und irgend welchen Helligkeitsabstufungen dazwischen. Abgesehen von einigen besonderen Fällen (M 31, M33, M101, M81/82) sind Vergrößerungen von etwa 150 fach meist eine sinnvolle Obergrenze für dein Instrument. Was dazwischen am besten passt, muss von Fall zu Fall ausprobiert werden.
Galaxien beobachten ist ein hartes Brot. Oft geht es nur darum, überhaupt etwas zu sehen - und den thrill zu genießen, Millionen von Lichtjahren weit durch Raum und Zeit zu blicken.
Nebel (ich nehme an, es sollen diffuse Gasnebel sein) können vom Filtereinsatz profitieren. Für Emissionsnebel wie den Orionnebel helfen UHC-Filter sehr. Bei planetarischen Nebeln gilt im Grunde das gleiche, wobei ein O III - Filter mitunter noch mehr heraus holt. H -beta ist für 8" wahrscheinlich schon etwas zu eng und hat auch nur noch ein sehr begrenztes Einsatzgebiet. Für den Anfang sollte UHC völlig ausreichen.
Vergrößerungen hängen wiederum vom Objekt ab; am besten von Fall zu Fall ausprobieren. Planetarische Nebel verlangen oft schon deshalb mehr Vergrößerung, weil es eher kleine Objekte sind. Es wird schließlich auch darauf ankommen, was du genau beobachten willst. Der Orionnebel M 42 beispielsweise lässt dir die Wahl: Eine Gesamtansicht mit allen schwachen Ausläufern, Fetzen von Reflexionsnebeln und benachbarten Sternansammlungen hat bei knapp 40-fach durchaus seine Reize. Einzelne Nebelfilamente kann man mit höherer Vergrößerung um die 80 fach verfolgen. Der zentrale "Trapezstern" Theta 1 Ori zeigt sich dann auch schön in seine Hauptkomponenten A bis D aufgelöst. Wenn du die zwei schwächeren Komponenten E und F sehen willst, wirst du noch eine ganze Menge Vergrößerung drauflegen müssen.
Auch hier gilt also: ausprobieren, was jeweils am besten passt. Mit einem einzigen Okular wirst du auf die dauer sowieso nicht auskommen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Grüße,
astroklaus