Galaxien Ende Februar

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klawipo

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Hallo,

vorletzte Woche war ich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag noch recht spät auf Galaxienjagd. Gut machte sich das Leo Triplet. M66 mit deutlicher Knolle, M65 symmetrisch oval. In NGC 3628 konnte ich das Staubband erahnen, und die breiten Ausläufer noch ganz gut sehen. In der Helligkeit blieben die beiden Messierobjekte aber deutlich hinter meiner bislang besten Beobachtung zurück, als diese als fast weiße Wattebäuschchen erschienen.

M96 und M105 wie meistens recht unspektakulär, beide als annähernd runde nach außen schnell abfallende Helligkeitsgradienten zu sehen. Messier 53 fuhr ich in irrtümlicher Erwartung einer Galaxie an, merkte aber schnell dass diese ungewöhnlich starke Körnigkeit nur zu einem Globular passen konnte. Dennoch hatte ich sowas wie Arme ausgemacht, der Haufen hat keine ganz langweilige Sternverteilung.

Das schwarze Auge der Black eye Galaxy wollte sich partout nicht zeigen, allzu lang verweilte ich hier aber nicht, denn meine Kälteresistenz war schon fast aufgebraucht. Und einen Blick wollte ich doch noch der bereits zenitnahen Whirlpool-Galaxie widmen. Die hervorstechendste H II-Region (oder was der helle Punkt abseits des Hauptkernes sonst sein mag) war bereits im Übersichtsokular dauerhaft gut sichtbar, was keinesfalls selbstverständlich ist und für gutes Seeing spricht. Die Beobachtung mit 125fach zeigte sehr deutlich changierende Helligkeit in den Spiralarmen. Oft trickst einen hier das Seeing und das müde Auge aus und die Verteilung dunklerer und brillanterer Strukturen mag nicht recht zur Ruhe kommen, diesmal aber ein sehr harmonischer und ruhiger Anblick. Unerwartet schwach dagegen erschien Messier 101. In den folgenden Mondnächten konnte man sehr gut durchziehende dünne Wolkenfelder beobachten. Der etwas uneinheitliche Beobachtungserfolg (M66 Gruppe gut, M96 Gruppe schwach, M51 gut, M101 schwach) ist vermutlich auch durch solche Wolken zu erklären.

Genug gefroren, der Frühling mit warmen Nachttemperaturen von gelegentlich über 0 Grad darf gerne kommen.

VG
Klaus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Klaus,

sehr schöner Bericht! Galaxien sind meiner Meinung die interessantesten Beobachtungsobjekte die der Deep Sky zu bieten hat. Zwei Fragen noch: Welches Equipment hast du verwendet und wie war die Grenzhelligkeit etwa?
Übrigens, gerade bei M101 sind mir sehr unterschiedliche Sichtbarkeiten aufgefallen. Einmal konnte ich sie bei etwa 5,7 mag. Grenzgröße fast gar nicht sehen und an einem anderen Tag (und anderer Standort) bei 6,3 mag. ließen sich Ansätze der Spiralarme in meinem 6-Zoll Teleskop ausmachen. Soviel dunkler war der Himmel ja nicht... Könnte es sein das M101 einfach sehr Bedingungsanfällig ist?

Gruß
Kalle
 
Hallo Kalle,

wie fast immer war das der 12 Zoll Dobson mit Gitterrohren, entspeichter Fahrradfelge als Hut und Spiegel aus Meade Lightbridge. Fst kann ich nicht so genau sagen, würde schätzen etwa 5,5, 5,7 könnte auch passen. Fällt mir schwer zu schätzen, weil ich ohne Brille mehr Sterne sehe als mit, dann kann ich sie aber nicht längere Zeit scharf stellen ...

VG
Klaus
 
Hallo Kalle
Zitat von Emmisionsnebel:
... Einmal konnte ich sie bei etwa 5,7 mag. Grenzgröße fast gar nicht sehen und an einem anderen Tag (und anderer Standort) bei 6,3 mag. ließen sich Ansätze der Spiralarme in meinem 6-Zoll Teleskop ausmachen. Soviel dunkler war der Himmel ja nicht...

...doch, das war er! Und das ist neben guter Himmelstransparenz entscheidend für eine gute Galaxiendatailsichtbarkeit.
Gruß und klaren Himmel
Andreas
 
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