Gartensternwarte

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AstroFreund1996

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Hallo Liebe Astrofreunde.

Ich spiele mit dem Gedanken mir eine Gartensternwarte anzulegen. Wobei das heißt, dass ich unbedingt eine haben muss. Wegen des Gewichtes des Meade LX200 12" und meinen 16 3/4 Jahren ist es sehr umständlich jedesmal meinen Vater holen zu müssen, um das Teleskop aufbauen zu können, weil ich alleine die Optik nicht tragen kann. Fest steht, dass ich einen festen Beobachtungsstandort zum Spechteln brauche, da es einfach sehr viel angenehmer, zeitsparender und ungefährlicher ist (weil mir irgendwas beim Transport runterfallen könnte). Mein Vater ist handwerklich ziemlich begabt. Er hat beim Hausbau so ziemlich alles, was er kann allein bzw. mit meiner Hilfe, wenn ich helfen konnte, gemacht z.B: Dach decken oder Mauern etc...
Auch hat er schon beim Gartenhausaufbau eines Freundes mitgeholfen. Er hat auch schon eine Vorstellung wie das Projekt Gartensternwarte aussehen soll. Jetzt wollte ich euch fragen, was die Preisgünstigste Variante ist:

- ein Gartenhaus kaufen oder
- ein Gartenhaus selber bauen

Dazu muss ich sagen, dass unser hießiger Baumarkt schließt, jedoch bei 40% Preisnachlass schon alles leergeräumt wurde. Gegen Februar kommt dann ein neuer Baumarkt, der dann wieder ein paar Prozente Preisnachlass bei der Eröffnung geben wird, sodass wir beim holzkauf einiges einsparen würden.

Mein Vater sagte mir, dass ein Gartenhausbau für ihn kein Problem sei. Ein Problem wäre dann nur das verschiebbare Dach. Wir dachten an eine solche Konstruktion: http://www.michael-unibonn.de/astro/sternwarte/Sternwarte6.jpg oder so: http://www.reisen-im-licht-der-sterne.de/?page_id=318

Ganz schlicht und einfach, weil es auch nicht so viel kosten darf. Meine Frage dazu ist: Wie sollte man die Dachkonstruktion am Besten bauen, sodass auch ich alleine das Dach verschieben kann, um freie Sicht auf den Himmel zu haben.

Meine letzte Frage bezieht sich auf die Astrosäule, die benötigt wird. Ich habe in einigen Berichten und Foren davon gelesen, dass man zuerst das Fundament anlegen sollte und dann erst die Säule. Stimmt das ? Weil ich fände es stabiler, wenn das Rohr mit im Fundament drin stecken würde. http://www.astronomie-und-wirbellose.de/Betonsaeule_01_Bild.htm

Ich habe leider nicht so viel Ahnung von irgendwelchen handwerklichen Dingen. Ein IKEA Regal o.ä bekomm ich hin aber bei einer solchen Konstruktion fehlt es mir an Erfahrung. Zum Glück will mir mein Vater helfen, aber ich wollte diese Fragen geklärt haben, damit alles reibungslos läuft.

Wie gesagt habe ich mir schon sehr viele Berichte und Foren durchgelesen, aber einige Fragen blieben noch offen. Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Vielen dank, dass ihr euch meine Fragen durchgelesen habt. Ich hoffe auf Antworten.

Gruß Patrick
 
Hallo Patrick,
ich habe mir vor 1,5 Jahren auch eine Gartensternwarte gebaut. Mir stellte sich damals die selbe Frage: Gartenhaus kaufen und umbauen? Ein kompletter Neubau? Schiebedach oder Klappdach? Ich habe mich für einen Neubau mit Klappdach (benötigt weniger Fläche im Garten ist aber auch schwerer zu öffnen) entschieden, weil die Kosten für ein fertiges Gartenhaus einfach zu hoch sind. Wenn Du möchtest, mache ich Dir mal ein paar Fotos von der Konstruktion.

Die Montierungssäule habe ich bei mir so gelöst und bin sehr zufrieden damit. Ich habe erst das Fundament gegossen wo ich die Bolzen (Gewindestange M16) mit einbetoniert habe und anschliessend das Stahlrohr aufgeschraubt und dieses ebenfalls mit Beton ausgegossen. Alternativ könnte man es auch mit Sand füllen. Später habe ich dann die Sternwarte drumherum gebaut.

Die Kosten für die Sternwarte würde ich mal auf ca. 400€ - 500€ beziffern.
 
Hi Patrick,

es gibt einige gute Beispiele von umgebauten Gartenhütten aus dem Baumarkt. Ich oder besser wir haben uns für den Eigenbau entschieden. Vorteil hier, Du kannst alles so bauen wie Du es benötigst.

Wichtig beim Eigenbau ist es genug Platz zu schaffen. In meiner Sternwarte hat der Beobachtungsraum eine Größe von 3x3 m innen gemessen. Du musst ja auch um Dein Gerät herumlaufen können. Weiters ist die Höhe der Wände zu bedenken, wenn Du einmal fotografisch unterwegs sein willst musst Du auch eine gewisse Horizontlage erreichen können und auch das Dach sollte beim öffnen nicht Dein Gerät ruinieren. Für die Horizontlage habe ich bei meiner Sternwarte ein klappbares Wandsegment in Richtung Süden eingebaut.
Nicht zu vergessen sind die Rollen und die Schienen für das bewegliche Dach. Ich habe Rollen mit einer Tragkraft von rund 700 Kg/Rolle verwendet. Da es ja noch Schnee gibt, musst Du auch zusätzliches Gewicht einplanen damit Du das Dach leicht bewegen kannst.
Das Dach haben wir mit Bitumenschindeln gedeckt und der Rest wurde mit Blech verkleidet.

Ich habe bei meiner Säule zuerst das Fundament gegossen (rund 2m3 Beton) und dann wurde die Säule mittels Schlagankern in den Beton gedübelt, die Säule wurde dann noch mit Quarzsand gefüllt.

Die gesamte Sternwarte steht auf sechs Punkfundamenten mit einer Tiefe von rund 90 cm und einem Durchmesser von rund 40 cm.

Fotos vom Bau meiner Sternwarte findest du hier:
http://forum.astronomie.de/phpapps/...639/Bau_zweier_Sternwarten_Bildber#Post897639
http://forum.astronomie.de/phpapps/...640/Bau_zweier_Sternwarten_Bildber#Post897640
http://forum.astronomie.de/phpapps/...641/Bau_zweier_Sternwarten_Bildber#Post897641
http://forum.astronomie.de/phpapps/...643/Bau_zweier_Sternwarten_Bildber#Post897643

Fotos von meiner Säule im Garten findest Du hier:
http://forum.astronomie.de/phpapps/...35999/Re_Demontierbare_Saule_Ideen#Post935999

Rollen und Schienen findest Du hier:
http://www.muehlberger.co.at/shop/02b82c9ff50ba2719/bodenlaufschienenfuerschiebetore/index.php
http://www.muehlberger.co.at/shop/02b82c9ff50ba2719/torrollenmitorillefuerschiebetore/index.php

Solltest Du noch Fragen haben, ein mail genügt....

Beste Grüße

Wolfgang
 
Hallo Patrick

Bevor du mit der Planung anfängst, solltest du aber wissen wie groß der umbaute Raum sein darf, sonst bekommst du Schwierigkeiten mit dem Baurechtsamt deiner Gemeinde.
Bei meiner Aussensternwarte waren es 20qm umbauter Raum.

Gruß Daniel
 
Hallo Patrick,

wir haben bei unserer Sternwarte das Instrumentenfundament auch getrennt von der Säule angelegt und die Stahlsäule dann mit Betonankern (M16) auf dem Sockel angeschraubt.

Der Grund ist der, daß man dann bei einem möglichen neuen Teleskop die alte gegossene Betonsäule nicht umständlich entfernen oder kürzen muß - man weiß nie, welches Teleskop als Nächstes kommen mag. Von der Stabilität ist dies kein Problem, wir haben ein 14" Meade/Wirth RCX mit Leitfernrohr und eine Gemini/Millenium Montierung darauf, da wackelt und vibriert nichts.

Was aber wichtig ist, daß das Instrumentenfundament mechanisch vom Gebäudefundament oder -boden mit einem Luftspalt isoliert ist. Das verhindert die Übertragung von Trittschwingungen der Beobachter auf das Fundament. Wir haben als erstes die Instrumentensäule gegossen, knapp 2 Meter tief im Boden und oben nur so weit herausragend, daß sie ca. 30cm aus dem Sternwartenboden ragt. Nach dem Trocknen haben wir dann die Säule mit dicken Styroporplatten umkleidet und dann erst das Hausfundament (Platte) gegossen. Nach dem Trocknen und Entfernen der Styroporplatten hatten wir den erforderlichen Luftspalt zwischen Boden und Säule.

Der obere Teil des Instrumentensockels wurde später mit einer Holzverkleidung versehen und dient nun als Zubehörablage und Aufnahme für die Stecker/Kabel der Motoren, Handsteuerbox, USB-Anschlüsse, Strom etc. Die eigentliche Elektronik und die Computer befinden sich im Kontrollraum in einem 19" Schrank.

Hier einige Bilder dazu:


http://www.coyote-point-observatory.de/NET_IMAGES/FORUM/CPO_Construction/Set_1/Bild_1.jpg
http://www.coyote-point-observatory.de/NET_IMAGES/FORUM/CPO_Construction/Set_1/Bild_8.jpg
http://www.coyote-point-observatory.de/NET_IMAGES/FORUM/CPO_Construction/Set_1/Bild_15.jpg


Grüße und guten Rutsch,

Coyote
 
Danke für eure Tipps. Ich denke es ist wirklich am Besten, wenn ich eine Gartensterwarte selber baue. So kann ich alles nach meiner Vorstellung hin gestalten.

PS: Wolfgang deine Tipps waren sehr hilfreich und deine Website gefällt mir gut.
 
Hi Patrick,

na dann viel Spaß beim bauen!

.....der Daniel hat recht, ich habs vergessen zu erwähnen, beim Bauamt anfragen!
Wir haben 1 1/2 Jahre auf die Baugenehmigung für die beiden Sternwarten auf der Alm gewartet.......wenn der Amtsschimmel wiehert!

Alles Gute!

Wolfgang
 
hi Patrick,

Wo in Hessen wohnst Du denn?
Kannst mir ja auch gerne ne PM schreiben,wenns nicht öffentlich sein soll.

Ein Frohes neues noch.
P.S. habe auch ein Meade 12" LX200

Clear Sky
Robert
 
Hallo Robert,

ich wohne in Fulda. In der nahe so ca. 20km entfernt liegt die Rhön, wo auch ein Projekt für Sternen Freunde in die Wege geleitet wurde. Es wurde geschafft, dass unnötige Beleuchtung durch Straßenlaternen, großen Gebäuden etc... abgestellt wurde, um die Luftverschmutzung zu reduzieren.

Gruß Patrick und nochmals danke für die tollen Tipps und Hinweise.
 
Hallo,
ich wollte auch eine Gartensterwarte bauen, hatte zum Schluss die besten Angebote aus dem Gartenbausektor ( jaja, NL), zwei klappbare Dachhaelften auf dem Boden, Lichtschutz mit lichtundurchlaessigem Vorhangstoff. Kuehlt auch schnell aus. Habe mich dann aber fuer die optisch unguenstigere aber weitsichtigere ( Schiphol wird durchs Haus abgedeckt) Dachvariante entschieden.
Also guck mal bein den grossen Gewaechshaeusern, in der momentanen Lage wird da viel guenstig verkauft.

Gruesse aus NL,
Conny
 
Hallo,
zur Saeule:
In der Uni hatten wir eine aus Holz ( Antik!!), mit guten Werten, einige Metallsaeulen waren im Nachteil. Meine naechste lass ich probeweise aus Holz machen ( guten Tischler fragen, muss speziell behandelt/gelagerte Sorte sein.)

Ist wie bein Plattenspielern, manchmal muss man eben auf die andere Seite sehen, das funtiniert auch.....

Gruesse,
Conny
 
Hallo Patrick,
schau mal bei dem Mietglied Jogom nach. Er hat seine Hütte aus einem fertigen Gartenhaus gebaut. Der Vorteil hierbei, Du brauchst keine Baugenehmigung, weil der umbaute Raum zu klein ist. Dabei hat die Hütte ein Maß von 2,45m Kantenlänge im Quadrat. Jörn hilft Dir sicherlich sehr gerne, hat er bei mir auch gemacht. Alles genau bebildert und beschrieben.Ich habe meine Hütte mit seiner Hilfe übers Netz gebaut.
Ich selber habe eine 30 cm Säule drin, darauf eine EQ& und einen 5" Refraktor auf Doppelschiene und einen kleinen Megrez.
Ausreichend Platz ist auf jeden Fall vorhanden.
Grüße
Sven
 
... Du brauchst keine Baugenehmigung, weil ...

Hallo Patrick,

ich möchte an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass "keine Baugenehmigung" nicht bedeutet, dass man irgendwas und irgendwo bauen kann, wie man will. Der Bau muss trotzdem der Bauordnung entsprechen, für deinen Fall wäre das die Hessische Bauordnung (HBO).

Konkret heißt das:
- die Hütte darf nicht irgendwo auf das Grundstück gestellt werden, ggf. sind Abstände zur Grenze zu beachten
- die Gemeinde kann Satzungen zur Bebau- / Überbaubarkeit erlassen haben
- falls das Grundstück in einem Bebauungsplan liegt, können hier auch Forderungen zu Baugrenzen oder Baulinien enthalten sein
- usw..

Wirklich klären, ob das Projekt möglich ist, können nur die Gemeinde (meist Bauamt im Rathaus) oder die untere Baubehörde (meist im Landratsamt des Landkreises). Ich würde dir daher hochgradig empfehlen, sich vor Beginn sich bei diesen Behörden zu informieren. (Kostet im Regelfall nichts)


Grüße,
Stefan
 
Hallo Patrick,
ein Baugenehmigungs freies Vorhaben schliesst nicht aus das du die Planung mit entsprechenden Formularen beim Bauam vorlegen musst.
D.h. hör auf Stefan und schliesse das Bauamt bei deinem Vohaben mit ein.
Am Ende des Verfahrens bestätigt dir das Bauamt nach geltendem Baurecht gehandelt zu haben.
Das wiederum macht es eventuellen neuen Nachbarn so gut wie unmöglich gegen solche Aufbauten rechtlich vorzugehen.
Und selbst wenn das so sein sollte befasst sich der Nachbar dann mit dem Bauamt und nicht mit dir. Soll heissen das Bauamt steht rechtlich für dieses Vorhaben gerade.
 
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