Spechtelengel
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
Ich wollte schon länger eine Frage an die Experten loswerden.
Da nun heute mindestens zwei (Walter E. Schön und Herbert alias Hausmeister) mit dabei sind, nutze ich die Gelegenheit und stelle meine Frage.
Von Walter E. Schön habe ich gelernt, dass man das subjektive Gesichtsfeld eines Fernglases nicht einfach als Multiplikation des tatsächlichen Sehfeldes in Grad mit der Vergrößerung errechnen kann, man muss vielmehr das Gesichtsfeld in m auf 1000m nehmen, dieses mit der Vergrößerung des Fernglases multiplizieren und anschließend das Ergebnis wieder mit der bekannten Tangens-Formel in Grad umrechnen.
Um das deutlich zu machen, bringe ich hier ein Beispiel.
Die Nikon SE Serie hat laut Herstellerangaben (Daten aus dem Katalog bzw. aus dem Internet) bei allen Modellen 60° subjektives Sehfeld. Nehmen wir nun die Daten aus dem Katalog:
<pre><font class="small">code:</font><hr> Modell Vergr. tats. Sehfeld subj. Sehfeld
m/1000m Grad m/1000m Grad
8x32 8 131 7,5 1048 55,3
10x42 10 105 6 1050 55,4
12x50 12 87 5 1044 55,1
</pre><hr>
Ich komme also durchweg auf 55 Grad und nicht auf 60 Grad subjektives Sehfeld wie in allen Katalogen angegeben. Ähnliches ergibt sich bei den Nikon Spektiv-Okularen, die in allen offiziellen Unterlagen von Nikon mit 72° Eigengesichtsfeld angegeben werden, aber wenn ich nach obiger Methode rechne (in den Prospekten von Nikon sind auch die Gesichtsfeld-Angaben in Meter bei den verschiedenen Vergrößerungen angegeben) komme ich auf Werte zwischen 62 und 65 Grad subjektives Sehfeld, also keineswegs 72°. Hier die Ergebnissen für die Nikon-Okulare in einer Tabelle:
<pre><font class="small">code:</font><hr> Brennweite Vergr. tats. Sehfeld subj. Sehfeld
Okular Spektiv m/1000m Grad m/1000m Grad
6,7mm 400 60 21 1,2 1260 64,4
10mm 400 40 31 1,8 1240 63,6
13,3mm 400 30 42 2,4 1260 64,4
16,7mm 400 24 52 3 1248 63,9
6,7mm 500 75 17 0,97 1275 65
10mm 500 50 24 1,375 1200 61,9
13,3mm 500 38 33 1,9 1254 64,2
16,7mm 500 30 42 2,4 1260 64,4
</pre><hr>
Nun rechnen sämtliche mir bekannten Hersteller (z. B. Nikon, Canon, Pentax, Vixen) nach der - vermeintlich falschen - Methode und kommen auf bessere Ergebnisse bei der Ausrechnung des subjektiven Gesichtsfeldes. Aber auch auf sämtlichen Homepages die ich kenne auch von privaten Leuten wird durchweg die "falsche" Methode (Gesichtsfeld in Grad mal Vergrößerung) verwendet. Hier im Forum wird ebenfalls ausschließlich diese Methode benutzt um die Gesichtsfelder zu berechnen. Was ist nun richtig?
Können sich denn alle irren?
Ich habe selbst auch etwas nachgedacht. Was bedeutet eigentlich eine Vergrößerung von 10x ? Ein Objekt von z. B. 100 m in 1000m Entfernung erscheint uns 10x größer als es ist. Also sehen wir das Objekt durch das Fernglas so groß, als hätte es - in der selben Entfernung - 1000m Länge. Habe ich hier einen Denkfehler gemacht?
Wenn nicht, dann müsste man die von Walter vorgeschlagene Methode verwenden und dann stellte sich heraus dass sich 99 % der Leute einschließlich aller Hersteller irren.
Vor allem bei den Angaben über die Eigen-Gesichtsfelder von Teleskop-Okularen müsste man dann alles neu rechnen (deshalb habe ich das Beispiel Nikon-Okulare gebracht, die von Markus Ludes mit einem passenden 1,25"-Ring versehen für den Gebrauch an Teleskopen angeboten werden).
Das sind dann sämtlich Okulare mit weniger als 65° und nicht mit 72° Gesichtsfeld, und streng genommen gar keine Weitwinkelokulare mehr.
Es würde sich dann vielleicht herausstellen, dass die Nagler-Okulare gar nicht 84° Gesichtsfeld haben sondern "nur noch" ca. 72°?
Kann mich jemand in der Wahrheitsfindung weiterhelfen?
Vielen Dank,
Gabriel
Ich wollte schon länger eine Frage an die Experten loswerden.
Da nun heute mindestens zwei (Walter E. Schön und Herbert alias Hausmeister) mit dabei sind, nutze ich die Gelegenheit und stelle meine Frage.
Von Walter E. Schön habe ich gelernt, dass man das subjektive Gesichtsfeld eines Fernglases nicht einfach als Multiplikation des tatsächlichen Sehfeldes in Grad mit der Vergrößerung errechnen kann, man muss vielmehr das Gesichtsfeld in m auf 1000m nehmen, dieses mit der Vergrößerung des Fernglases multiplizieren und anschließend das Ergebnis wieder mit der bekannten Tangens-Formel in Grad umrechnen.
Um das deutlich zu machen, bringe ich hier ein Beispiel.
Die Nikon SE Serie hat laut Herstellerangaben (Daten aus dem Katalog bzw. aus dem Internet) bei allen Modellen 60° subjektives Sehfeld. Nehmen wir nun die Daten aus dem Katalog:
<pre><font class="small">code:</font><hr> Modell Vergr. tats. Sehfeld subj. Sehfeld
m/1000m Grad m/1000m Grad
8x32 8 131 7,5 1048 55,3
10x42 10 105 6 1050 55,4
12x50 12 87 5 1044 55,1
</pre><hr>
Ich komme also durchweg auf 55 Grad und nicht auf 60 Grad subjektives Sehfeld wie in allen Katalogen angegeben. Ähnliches ergibt sich bei den Nikon Spektiv-Okularen, die in allen offiziellen Unterlagen von Nikon mit 72° Eigengesichtsfeld angegeben werden, aber wenn ich nach obiger Methode rechne (in den Prospekten von Nikon sind auch die Gesichtsfeld-Angaben in Meter bei den verschiedenen Vergrößerungen angegeben) komme ich auf Werte zwischen 62 und 65 Grad subjektives Sehfeld, also keineswegs 72°. Hier die Ergebnissen für die Nikon-Okulare in einer Tabelle:
<pre><font class="small">code:</font><hr> Brennweite Vergr. tats. Sehfeld subj. Sehfeld
Okular Spektiv m/1000m Grad m/1000m Grad
6,7mm 400 60 21 1,2 1260 64,4
10mm 400 40 31 1,8 1240 63,6
13,3mm 400 30 42 2,4 1260 64,4
16,7mm 400 24 52 3 1248 63,9
6,7mm 500 75 17 0,97 1275 65
10mm 500 50 24 1,375 1200 61,9
13,3mm 500 38 33 1,9 1254 64,2
16,7mm 500 30 42 2,4 1260 64,4
</pre><hr>
Nun rechnen sämtliche mir bekannten Hersteller (z. B. Nikon, Canon, Pentax, Vixen) nach der - vermeintlich falschen - Methode und kommen auf bessere Ergebnisse bei der Ausrechnung des subjektiven Gesichtsfeldes. Aber auch auf sämtlichen Homepages die ich kenne auch von privaten Leuten wird durchweg die "falsche" Methode (Gesichtsfeld in Grad mal Vergrößerung) verwendet. Hier im Forum wird ebenfalls ausschließlich diese Methode benutzt um die Gesichtsfelder zu berechnen. Was ist nun richtig?
Können sich denn alle irren?
Ich habe selbst auch etwas nachgedacht. Was bedeutet eigentlich eine Vergrößerung von 10x ? Ein Objekt von z. B. 100 m in 1000m Entfernung erscheint uns 10x größer als es ist. Also sehen wir das Objekt durch das Fernglas so groß, als hätte es - in der selben Entfernung - 1000m Länge. Habe ich hier einen Denkfehler gemacht?
Wenn nicht, dann müsste man die von Walter vorgeschlagene Methode verwenden und dann stellte sich heraus dass sich 99 % der Leute einschließlich aller Hersteller irren.
Vor allem bei den Angaben über die Eigen-Gesichtsfelder von Teleskop-Okularen müsste man dann alles neu rechnen (deshalb habe ich das Beispiel Nikon-Okulare gebracht, die von Markus Ludes mit einem passenden 1,25"-Ring versehen für den Gebrauch an Teleskopen angeboten werden).
Das sind dann sämtlich Okulare mit weniger als 65° und nicht mit 72° Gesichtsfeld, und streng genommen gar keine Weitwinkelokulare mehr.
Es würde sich dann vielleicht herausstellen, dass die Nagler-Okulare gar nicht 84° Gesichtsfeld haben sondern "nur noch" ca. 72°?
Kann mich jemand in der Wahrheitsfindung weiterhelfen?
Vielen Dank,
Gabriel