Gibt es Erfahrungen mit Bushnell H2O 12 x 25?

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Bogen_FITA

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Hallo,

hat jemand Erfahrungen mit dem Bushnell H2O 12x25 Dachkant?

Meine Anforderungen waren:
- Witterungsbeständig, also Regen- bzw. Wasserdicht
- eventuell einhändiges Händling
- Beobachtung eines ca. 2m großen Zieles/Blickfeldes auf 70m
- Gummiertes Gehäuse
- möglichst klein und leicht, geeignet für den Transport am Gürtel

Ich möchte es speziell für's Bogenschießen im Freien einsetzen. Zur Zeit kostet es ca. 89€. Ich weiß, man sollte zu teurerem Gerät greifen, hoffe aber es genügt den Anforderungen.

Ich bin darauf gekommen, weil ich am Wochenende ein älteres Steiner, ich glaube 12x26 Dachkant probieren konnte und begeistert war. Na ja, bis auf deren Preis...

Also, hat jemand damit Erfahrungen, bzw. mal was entsprechendes gehört? Oder gibt es vielleicht allgemein Erfahrungen über Produkte der Firma Bushnell?

Gruß
Holger
 
... Hut ab, ein 12x25 einhändig anwenden zu wollen!

-Einblickergonomie
-Gewicht
-Vergrösserung

ich habe mit diesem Glas konkret keine Erfahrungen, vermute aber, dass das sehr sehr wackelig und anstrengend wird.

Grüsse
 
Re: Hier nun der Erfahrungen: Bushnell H2O 12 x 25

Nun habe ich also eines vor mir zu liegen, ein Bushnell H2O 12x25. Es ist in den meisten Onlineshops für ca. 90€ zu haben, gekauft habe ich es für 74€. Eines, über das ich den nun folgenden Erfahrungsbericht schreibe.

Ich bin absolut kein Experte auf dem Gebiet der Optik bzw. Ferngläser, daher ist alles sehr subjektiv, eben ein Erfahrungsbericht, dafür aber recht ausführlich.

Wie im ersten Posting zu lesen, sollte das Gerät auch nicht für Naturbeobachtungen oder Astrologie verwendet werden. Es soll mir lediglich das Trefferfeld beim Bogenschießen auf einem zwischen 30 bis 90m liegendem Ziel anzeigen. Und da Wettkämpfe oft auch bei schlechtem Wetter stattfinden, sollte es auch Witterungsbeständig sein. Zusätzlich war noch einhändiges Halten aufgestützt auf meinem Bogen und auf jeden Fall mehr Vergrößerung als 8x gefragt. Und wegem den Tragen am Gürtelköcher sollte es möglichst kompakt sein.

So, und nun musste das Bushnell H2O 12x25 beweisen, was es kann.

Nachteil:
  • - Sehr geringes Blickfeld, eigentlich sogar ein Tunnelblick, jedoch für meinen Zweck absolut OK, für Naturbeobachtungen eher ungeeignet. In der Fotogallerie seht ihr mal ein ungünstig fotografierter Versuch, das darzustellen.
    - Sehr geringer Augenabstand von 9mm, dadurch verschmieren die Wimpern des Öfteren das Okular.
    - Sehr kurze, nur ca. 3mm hoch stehende Augenmuscheln, dadurch kann es zu seitlichen Lichteinfall ans Okular bzw. Streulicht kommen.
    - Die sind zwar umstülpbar bzw. hochklappbar, jedoch funktioniert das nicht dauerhaft, da der ca. 3mm Rand gleich wieder zurückklappt. Daher für Natur beobachtende Brillenträger eigentlich nicht geeignet. Die Gummi-Augenmuscheln lassen sich auch nicht abnehmen. Jedoch für mich als Brillenträger nun doch wieder geeignet, da ich ja lediglich nur die Zielscheibe mit meinem Trefferbild erkennen möchte.
    - Schlecht platzierter Mitteltriebsantrieb, unergonomisch erreichbar. Die Verstellung sitzt sehr tief eingelassen in der Brücke. Wenn man den jedoch selten bedient – wie in meinem Fall z.B. ständig auf 70m das selbe Ziel anpeilt – ist das sogar wieder vorteilhaft, da man den dann auch nicht versehentlich verstellt.
    - Keine Skala an Mitteltriebsantrieb. Und die Skala am rechts befindlichen Dioptrienausgleich ist viel zu grob.
    - Nahbereich von 6m stimmt definitiv nicht. 15 bis 18m erscheinen mir realistischer.
    - Einhändiges Halten und das Ziel dabei ruhig sehen kann ich gleich vergessen, das klappt konstruktionsbedingt nicht.
    - Und natürlich ist die Lichtausbeute nicht allzu hoch. Irgendwie wirkt das Bild minimal milchig. Jedoch für meine Anwendung gerade noch OK.
Vorteile:
  • - Mit seiner Länge von 103mm und der Breite (bsp. auf meinen Augenabstand angewendet ) von ca. 100mm ist es äußerst kompakt, entspricht in etwa der Größe eines Bierdeckels.
    - Dadurch passt es tatsächlich in die kleine obere Tasche eines durchschnittlich großen Köchers oder für Naturbeobachter in so ziemlich jede Jackentasche.
    - Durch das Gewicht von ca. 370g liegt es gut in der Hand, ist absolut keine schwere Belastung und kann überall mit hingenommen werden.
    - Es ist komplett gummiert, vorn am Objektiv sogar recht großzügig. Sollte es mal runterfallen, ist das bestimmt sehr vorteilhaft.
    - Laut Herstellerangabe soll es wohl vollvergütet und wasserdicht mit Stickstofffüllung sein.
    - Außeinanderklappen und Dioptrienausgleich geht wunderbar angenehm schwergängig, einmal eingestellt, bleibt das dann auch so.
    - Spielfreie Mechanik des Mitteltriebs und des rechts befindlichen Dioptrienausgleichs.
    - Es ist eng zusammenklappbar, dadurch kann es kompakt verstaut werden.
Verarbeitungsqualität:
  • - Insgesamt vom äußeren Erscheinungsbild ist es wohl eher eine schlechte Verarbeitungsqualität, oder zweite Wahl?
    - Bei dem mir vorliegenden Glas erscheint mir das Okular schief eingesetzt zu sehen ist. Und dann sind da noch irgendwelche Spuren. Als ob da jemand während der Produktion mal versucht hat, die Sache noch zu richten.
    - Der Mitteltrieb wurde unsauber auf seiner Rändelschraube eingesetzt, wie man auch auf den Fotos sehen kann.
    - Und ab und an sind Klebespuren zu erkennen, wie z.B. unter der Brücke zu sehen ist.
    - Na wenigstens macht die Austrittspupille einen kreisförmigen Eindruck.
    - Beim Reingucken in das Glas sind absolut keine Auffälligkeiten zu erkennen, auch keine Staubpartikel oder Ungleichmäßigkeiten.
    - Auch scheinen die Achsen gut ausgerichtet zu sein, jedenfalls habe ich beim Probegucken auf einen Stern diesen relativ klar und deckungsgleich sehen können(soweit man das bei dem Glas überhaupt beurteilen kann).
Laut Herstellerangaben die technischen inneren Werte:
  • - vollvergütet, mit BaK-4 Prismenglas
    - wasserdicht und Beschlagfrei, mit o-Ringen abgedichtet und Stickstoff-gefüllt
    - Sichtweise auf 100mm: 85m, Austrittspupille: 2,1mm
    - volle Mehrfachvergütung
    - Vollgummiertes Gehäuse
Anfangs dachte ich: "Ups, irgendwie ist das Bild beim Durchsehen etwas milchig, auf jeden Fall Lichtschwächer.", wird wohl aber eher an der Bauweise 12x25 kompaktes Dachkant liegen.
- In der Fotogalerie seht ihr Bilder der Vergütung vom Okular und vom Objektiv.
- Trotz 12x Vergrößerung bekomme ich ein recht ruhiges Bild hin, jedoch nur durch Verwendung des Bogens quasi als Stativ. Dabei kommt mir das recht schwergängige Aufklappen des Glases zugute, so dass es oben aufgestützt am Wurfarm wunderbar klemmt.
- Die Achsen scheinen richtig justiert zu sein, denn das Bild ist relativ deckungsgleich, das habe ich auch abends mal durch Anpeilen eines Sterns getestet.
- Randunschärfe kann ich nicht beurteilen. Dafür ist wohl der Tunnelblick zu eng.
- Rechts ist der Dioptrienausgleich durch das drehbare Okular eingebaut, zwar schwergängig, jedoch soll der sich ja auch nicht ständig verstellen, daher OK.
- Es besitzt in dem gummierten Gehäuse eingelassene Riffelungen im Außenbereich. Wer sein Glas nicht mit geschlossener Hand sondern nur zwischen Daumen und den Fingern hält, für den heißt es tatsächlich "rutschfestes Halten".
- Ansonsten war noch eine gepolsterte Kunstledertasche bei, in der das Glas jedoch nur eng zusammengeklappt reinpasst. Irgendwie ist die Tasche jedoch zu knapp bemessen, jedenfalls lässt sich das Glas nur mit Mühe dort verstauen bzw. Herausnehmen. Ach ja, und dann ist noch eine ausgesprochen billig wirkende Umhängeschlaufe beigelegt.

Da ich das Glas beim Sport ausschließlich einhändig bediene, habe ich eine aufrollbare Schnur dran befestigt. Die ist gerade lang genug um es zum Gesicht zu führen, und dass es beim Herunterfallen nicht auf den Boden aufschlägt.

Trotz Mangel des schief eingesetzten Okulars konnte ich keine Bildverschlechterung erkennen, nicht beim Sport und auch nicht am Sternenhimmel. Bleibt nur diese leichte Unzufriedenheit eines subjektiven Mangels am neuen Produkt. Dafür war allerdings die Onlineberatung beim Kauf ausgesprochen gut. Über einen minimalen Preisnachlass des Mangels wegen hätte ich mich gefreut... Na ja, wenn da noch was kommt, gibt's hier einen Nachtrag.

Fazit: Besser Gefallen hat mir das ältere Steiner 12x28 (im Fotoalbum dazu mal ein Größenvergleich), das akt. Steiner Wildlife 10.5x28 und das Optolyth Sporting 10x28 BGA. Sie bieten ein deutlich besseres Sehfeld und subjektiv bessere Lichtausbeute. Nuuur, die kosten mit knapp 300€ mehr als das dreifache des Bushnells und sind mit ca. 130mm zu lang für meine Köchertasche. Aber möglich wäre es schon, wie in der Gallerie beim Steiner zu sehen ist. Durch das Benutzen mit meinem Quasi-Stativ genügt es jedoch meinen Anforderungen bei Tageslicht recht gut. Beidhändiges Halten für Naturbeobachtungen geht zwar, das Bild wirkt jedoch dann konstruktionsbedingt minimal zittrig. Für so manch Bogenschützen würde das bedeuten, dass er seine Pfeile nun doch nicht so ganz deutlich sehen kann. Da könnte man alternativ auch zum Bushnell H2O 10x25 gleicher Abmessung und Gewicht greifen. Man muss halt Kompromisse eingehen...

Wer nun was über ähnliche Ferngläser schreiben kann, die die obigen Anforderungen erfüllen, immer her damit ;-)
 
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