Gitterrohr Dobson

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Rattle

Mitglied
Hallo,
ich bin jetzt schon des öfteren auf diese unverkleideten Gitterrohr Dobson gestoßen, aber irgendwie verstehe ich diese Dinger nicht.Wie geht man damit um? Wirft man da einfach ein Tuch drüber und das wars?
Da liest man einerseits so einiges über Optimierungen, OAZ und Tubus mit Velours auskleiden, schwarz lackieren, und all sowas; und dann gibt es da so Geräte für mehrere tausend Euro die haben noch nicht mal einen Tubus.
Versteht mich nicht falsch, ich möchte mir kein neues Teleskop anschaffen. Ich bin nur Neugierig und möchte es kapieren.

Tschüß
Ralf
 
Hallo Ralf,
das macht man um auf ein gutes Transportmaß zu kommen.
Grüße Rainer
 
Hallo Ralf,

jau, da kommt ne Socke drüber. Wenn man das als Selbstbauer mit Carbon-Stäben angeht, kann man's sogar leichter hinkriegen als nen Volltubus - aber auch teuerer. Das halt neben dem guten Packmaß. Die richtig großen Teile bekommt man anders gar nicht mehr sinnvoll transportiert, und die kleineren gehen so halt im Flugzeug durch das Raster für Handgepäck.
Und sieh's mal so: Eine gute Socke übers Gestänge gezogen ist schwarz wie Velours...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ralf,

schau dir mal die Großteleskope wie z.B. das VLT an: Das sind letztendlich alles Gitterrohr-Konstruktionen. Der Hauptgrund ist eben die Gewichtsersparnis und das Wegfallen des Tubus-Seeing.

Mit dem Kontrast ist das so eine Sache: Auch bei Gitterrohren hast du ja einen Tubus-Stummel, der in HS-Nähe das Streulicht abfängt. Und wenn du, wie bei Großobservatorien, kein Streulicht von Straßenlaternen etc. hast, brauchst du auch keinen Volltubus zur Kontrasterhöhung.

CS und VG Christian
 
Hallo Ralf,

alles, was Du an Verbesseungen einwirfst, betrifft Newtons bis 10". Hier lohnt sich normalerweise kein Gitterrohr, weil der Tubus in noch jedes Auto paßt. Dafür muß man ihn aber optimieren.

Ein Gitterrohrtubus lohnt erst ab 12", wenn die Größe Probleme beim Transport mit sich bringt. Er ist dann ja auch meist erheblich teurer als ein (preiswerter) Blechtubus.
Und bei allen Teleskopen, die noch größer denn 12" sind, bedeutet es: Volltubus nur bei stationärer Aufstellung, sonst reicht nicht einmal ein Kleinbus à la VW, wenn man das Zubehör mit hinzu nimmt.

Ich kenne aber auch Leute, die einen 20" als Volltubus haben. Die haben ihn aber auf einer eigens gebauten deutschen Montierung stehen, die man auch für sehr viel Geld nicht kaufen könnte. Den, den ich kenne, hat sogar 380V Motore... und als "Sucher" einen 8" f4 Dobson sowie 2 schöne Refraktore dranhängen.

CS
Winfried
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ralf,

soweit ich es weiß können die Gitterrohr-Dobsons auseinander genommen werden. Die Stäbe müssen beim Aufbau einfach wieder zusammengesetzt werden. So kommt das kompaktere Packmaß zustande.

Grüße,
Stefan
 
Hi,
danke für die Antworten.
So ganz verstehe ich es aber noch nicht. Wenn ein Tubus also gar nicht so wichtig ist, warum verzichtet man dann nur bei den großen Teleskopen darauf? Auch für ein kleineres Teleskop wäre die Gewichtsersparnis und die damit gewonnene Mobilität doch ein echter Vorteil. Billiger wäre so ein Gerät ja wohl auch.
Oder ist es so, das zwar ein Nachteil da ist, der aber bei den großen Geräten einfach nicht so sehr ins Gewicht fällt wie bei den kleineren?

Tschüß
Ralf
 
Hallo Ralf,

das gibts bei kleineren Teleskopen auch. Schau mal beim Armin auf die Webseite (deepsky-brothers.de): dort kann man nen 6" f5 Gitterdob sehen.
Gitterrohrkonstruktionen sind meist teurer, deswegen macht man das oft erst, wenns sonst mit dem Transport nicht mehr klappt.
Fotografen verwenden dagegen gerne Volltuben, weil die stabiler sind und sich weniger verwinden. Je nach Kamera ist das wichtig.

CS

Klaus
 
Hi Ralf
Gitterrohr ist nicht billiger. Eine Blechdose kostet fast nichts, die Stangen aus Alu oder Carbon und die jeweiligen Halterungen dagegen kosten einiges.

Da es bei kleinen Geräten weniger ein Transportproblem gibt, wird es daher nicht gemacht oder nur für Reisevarianten und dann mit satten Aufpreis. Klaus hat meinen alten 6" ja in Spiel gebracht. Der kostete neu mehr als ein 8" Volltubus und wenn Du meinen 8" Reisedob betrachtest der liegt im Bereich eines 10" Volltubus Dob aus China.

Vorteile des GD sind das fehlende Tubusseeing, auch deshalb verkleidet man Volltuben. Optisch ist dagegen nur wichtig Störlich vom FS und dem HS fernzuhalten. Mit entsprechenden Spiegelboxen und Hüten ist keine Socke nötig. Die hat dagegen Ihren Vorteil bei Feuchtigkeit ( der FS taut nicht so schnell zu ) und im Winter weil die Körperwärme nicht in den Strahlengang gerät
CS
 
Hallo,

Summa Summarum kann man aber feststellen, daß im Bereich bis 10" Gitterrohrdobsons meist nur deshalb gebaut werden, um diese Geräte flugtauglich zu machen, oder sie, samt Familie und Kindern, trotzdem mit in den Urlaub nehmen zu können, denn bei der Menge an Gepäck wird es dann auch mit einem 8 oder 10" Dobson im Auto schwierig. Alleine die Rockerbox nimmt schon gewaltig Stauraum in Anspruch, auch wenn man meist das Gepäck draufschmeißen kann.

Oft ist filigran eben auch teuer, denn irgendwoher muß Stabilität ja kommen, und da wird das Material schon sehr teuer. Daher findet man Gitterrohrdobsons in kleinen Dimensionen auch recht selten.

CS
Winfried
 
Danke für die Aufklärung, jetzt habe auch ich es begriffen.
Mein Fehler war das ich angenommen hatte das so eine Gitterkonstruktion billiger wäre. So im Nachhinein betrachtet wohl eine dumme Annahme. Nur mit ein paar Verstrebungen trotzdem die nötige Stabilität und Steifigkeit zu erreichen, setzt natürlich hochwertiges(also teures) Material voraus.
Da hätte ich eigentlich selbst drauf kommen müssen.

Tschüß
Ralf
 
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