Ursus corpulentus
Aktives Mitglied
Liebe Sternenreisende,
nach einem langen und intensiven Ausflug in die Welt des Historik- und Klassikboards dieses Forums bin ich heute Abend seit Langem wieder einmal eine Weile draußen auf meinem Carport gesessen, das olle Glasauge am Himmel. Denn der war seit Wochen wieder einmal wolkenlos.
Und außerdem wollte ich mein neues kleines Selbstbau-Röhrchen mit Zeiss-Kontaktlinse ausprobieren. Denn für meinen anstehenden Urlaub hatte ich mir überlegt, ein kleines Reiseteleskop mit geteiltem Tubus zu bauen. Harald Richter hat es dann schlußendlich für mich umgesetzt und ich bin richtig glücklich, was rausgekommen ist: ein kleiner Refraktor C50/540 mit guter Optik, in der Mitte mittels eines Kunststoffgewindes teilbar und mit einem simplen aber gut verarbeiteten Helikalauszug aus eloxiertem Aluminium für 1,25'' Okulare versehen. Gesamtgewicht unter 1000 Gramm, Transportlänge der Tubus-Hälften etwas über 20 Zentimeter. Sicher verpackt in einem handgepäckkompatiblen Kunststoffkoffer.
Heute Abend fiel mein Blick das erste Mal durch ein Objektiv von Zeiss, und es war das erste Mal, dass der kleine Refraktor seine Nase in den Nachthimmel gereckt hat. Um dem Ganzen die nötige Bedeutungsschwere angedeihen zu lassen, wollte ich mir mal diesen Kometen ansehen, von dem gerade alle Welt redet*.
Es hat natürlich nicht funktioniert.
Wahrscheinlich wäre der Durchmesser des Objektivs sowieso an der absoluten Untergrenze gewesen, ebenso, wie die maximal erzielbare Vergrößerung. Aber daran lag es gar nicht; das Ding stand gefühlt exakt über mir und ich kam mit dem Fotostativ einfach nicht so weit in die Senkrechte, wie notwendig gewesen wäre.
Also ein rascher Blick auf Mars und Jupiter (kurz vor seinem Abgang im Westen), eine Stippvisite bei Aldebaran und Sirius, dabei auf die Dopplestern-Idee gekommen und der Deichsel des Wagens und Solaris einen kurzen Besuch abgestattet, bevor ich mich dann am Orion-Nebel endgülitg festfuhr.
Das kleine Instrument funktioniert prächtig im Rahmen seiner Fähigkeiten. Das alte 32er Erfle japanischer Bauart harmoniert sehr gut mit dem Rest, die Abbildung ist wirklich gut, recht randscharf mit sehr angenehmen Augenabstand. Nach längerem Probieren mit vielen einzelnen alten japanischen Okularen in vielen Brennweiten fiel mir mein Seben 8-24 mm Zoom wieder ein. Das habe ich heute Abend ausgiebig ausprobiert und mich entschlossen, das künftig bei diesem Set zu belassen. Denn es hat wirklich gut zum Rest gepasst: Die PLaneten schienen wie alte Bekannte, Doppelsterne "abschiessen" damit war ein Genuß.
Klar, ein Zoom ist immer ein bisschen "fummelig", doch die Abdeckung zwischen 8 und 24 Millimeter Brennweite wäre sonst nur mit einem halben Duntzend einzelner Okulare möglich (so fühlte es sich zumindest für mich an). Und sooo lausig ist die Qualität des Seben-Zoom gar nicht - wie einige andere Kollegen immer wieder bestätigen. Wobei es immer besser geht, wenn man es drauf anlegt, das ist auch klar.
Fazit: Für mich passt diese Mischung aus Old-School-Konzept/leichtes Gepäck/passable Optik/Luftverladbar verpackt wirklich gut und ich habe richtig Spaß damit.
Der Urlaub kann kommen. Und sie können auf dem Hinflug sogar meinen Koffer verlieren - weil dieses Baby mit ins Hangepäck geht!
Was will man mehr?
Glückliche Grüße,
Ursus
*- nachdem dieser Asteroid letzte Woche unseren Laden nur knapp verfehlt hat; möglicherweise klappt es ja das nächsten Mal ...
nach einem langen und intensiven Ausflug in die Welt des Historik- und Klassikboards dieses Forums bin ich heute Abend seit Langem wieder einmal eine Weile draußen auf meinem Carport gesessen, das olle Glasauge am Himmel. Denn der war seit Wochen wieder einmal wolkenlos.
Und außerdem wollte ich mein neues kleines Selbstbau-Röhrchen mit Zeiss-Kontaktlinse ausprobieren. Denn für meinen anstehenden Urlaub hatte ich mir überlegt, ein kleines Reiseteleskop mit geteiltem Tubus zu bauen. Harald Richter hat es dann schlußendlich für mich umgesetzt und ich bin richtig glücklich, was rausgekommen ist: ein kleiner Refraktor C50/540 mit guter Optik, in der Mitte mittels eines Kunststoffgewindes teilbar und mit einem simplen aber gut verarbeiteten Helikalauszug aus eloxiertem Aluminium für 1,25'' Okulare versehen. Gesamtgewicht unter 1000 Gramm, Transportlänge der Tubus-Hälften etwas über 20 Zentimeter. Sicher verpackt in einem handgepäckkompatiblen Kunststoffkoffer.
Heute Abend fiel mein Blick das erste Mal durch ein Objektiv von Zeiss, und es war das erste Mal, dass der kleine Refraktor seine Nase in den Nachthimmel gereckt hat. Um dem Ganzen die nötige Bedeutungsschwere angedeihen zu lassen, wollte ich mir mal diesen Kometen ansehen, von dem gerade alle Welt redet*.
Es hat natürlich nicht funktioniert.
Wahrscheinlich wäre der Durchmesser des Objektivs sowieso an der absoluten Untergrenze gewesen, ebenso, wie die maximal erzielbare Vergrößerung. Aber daran lag es gar nicht; das Ding stand gefühlt exakt über mir und ich kam mit dem Fotostativ einfach nicht so weit in die Senkrechte, wie notwendig gewesen wäre.
Also ein rascher Blick auf Mars und Jupiter (kurz vor seinem Abgang im Westen), eine Stippvisite bei Aldebaran und Sirius, dabei auf die Dopplestern-Idee gekommen und der Deichsel des Wagens und Solaris einen kurzen Besuch abgestattet, bevor ich mich dann am Orion-Nebel endgülitg festfuhr.
Das kleine Instrument funktioniert prächtig im Rahmen seiner Fähigkeiten. Das alte 32er Erfle japanischer Bauart harmoniert sehr gut mit dem Rest, die Abbildung ist wirklich gut, recht randscharf mit sehr angenehmen Augenabstand. Nach längerem Probieren mit vielen einzelnen alten japanischen Okularen in vielen Brennweiten fiel mir mein Seben 8-24 mm Zoom wieder ein. Das habe ich heute Abend ausgiebig ausprobiert und mich entschlossen, das künftig bei diesem Set zu belassen. Denn es hat wirklich gut zum Rest gepasst: Die PLaneten schienen wie alte Bekannte, Doppelsterne "abschiessen" damit war ein Genuß.
Klar, ein Zoom ist immer ein bisschen "fummelig", doch die Abdeckung zwischen 8 und 24 Millimeter Brennweite wäre sonst nur mit einem halben Duntzend einzelner Okulare möglich (so fühlte es sich zumindest für mich an). Und sooo lausig ist die Qualität des Seben-Zoom gar nicht - wie einige andere Kollegen immer wieder bestätigen. Wobei es immer besser geht, wenn man es drauf anlegt, das ist auch klar.
Fazit: Für mich passt diese Mischung aus Old-School-Konzept/leichtes Gepäck/passable Optik/Luftverladbar verpackt wirklich gut und ich habe richtig Spaß damit.
Der Urlaub kann kommen. Und sie können auf dem Hinflug sogar meinen Koffer verlieren - weil dieses Baby mit ins Hangepäck geht!
Was will man mehr?
Glückliche Grüße,
Ursus
*- nachdem dieser Asteroid letzte Woche unseren Laden nur knapp verfehlt hat; möglicherweise klappt es ja das nächsten Mal ...