GP Schneckenlager

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

LoganRuns

Aktives Mitglied
Liebe Astrogemeinde,

ich besitze eine GP2 und eine GP-D2. Bei beiden Montierungen bestehen die Schneckenlager aus recht einfachen Gleitlagern. Bei mit äußert sich das daran, dass das Spiel der Schneckenlager (damit meine ich nicht das Spiel zwischen Schnecke und Schneckenrad) durch Einstellungen nur sehr schlecht reduzierbar ist. Schnell hat man dem richtigen Punkt überschritten und die Schnecke läuft zu schwergängig für ein SW-Goto-Motorset. Im übrigen handelt es ich trotz der oft zitierten GP-Qualität doch um eine recht preiswerte Konstruktion mit nicht zu genauen Passungen.

In der Praxis macht das unvermeidliche Spiel in der RA-Achse nichts aus, da der Motor beim Nachführen immer auf Zug arbeiten sollte. In der DE-Achse kann es bei mir manchmal zu Störungen führen, da bei DE-Korrekturen des Autoguiders die Monti aufgrund der "wackelnden" Schnecke erst mal ein kleines Stück in die falsche Richtung fährt. Bei optimaler Justage sind die Fehler unter 2", aber so ganz sauber ist es nicht.

Ich habe mit daher ein neues Schneckenlager gebaut. Da ich hierzu keine Informationen oder Ideen im Netz finden konnte, dachte ich, es könnte hier von Interesse sein. Kriterien waren für mich:

1. Es sollte jederzeit ein vollständiger Rückbau auf den Originalzustand möglich sein. Damit kamen Veränderungen an den Originalteilen nicht in Frage.

2. Das Schneckenlager sollte ohne spürbares Spiel laufen.

Damit kam für mich nur eine Gleitlagerung mit neuem Lagergehäuse zur Umsetzung. Die Lagerschalen habe ich aus Rotguss gedreht und in eine geriebene Bohrung in das Gehäuse eingesetzt. Das Gehäuse habe ich nach den Originalmassen aus dem Vollen gefräst.

Eben habe ich den Anbau vorgenommen. Den Test, ob die Monti immer noch "erst mal in die falsche Richtung" läuft, werde ich hoffentlich im Laufe des Wochenendes vornehmen. Dazu brauche ich keinen Sternenhimmel. Ich erwarte hier aber keine Überraschung mehr, da das System tatsächlich (nahezu) spielfrei läuft. Interessant ist das Gefühl beim Justieren. Hatte ich vorher das Gefühl im Dunkeln zu schrauben und irgendwo immer was am "schlabbern" zu haben, habe ich jetzt klare Indizien, welches Spiel ich justiere, bzw. wenn ich den Punkt gefunden habe. Das System ist "direkter" einstellbar geworden.

Gruss,
Kai

 

Anhänge

  • DSC_1171 - Kopie.JPG
    DSC_1171 - Kopie.JPG
    95,6 KB · Aufrufe: 534
  • DSC_1157 - Kopie.JPG
    DSC_1157 - Kopie.JPG
    85,4 KB · Aufrufe: 563
  • DSC_1165 - Kopie.jpg
    DSC_1165 - Kopie.jpg
    82 KB · Aufrufe: 524
Hallo Kai,

sehr saubere Arbeit, wirklich Klasse.
Auch axial einstellbar über die eine Lagerbuchse, sehe ich das richtig?

Gruß
Hans
 
Hallo Hans,

ja richtig gesehen. Das axiale Spiel ist auf einer Seite einstellbar. Mit 6 M2.5 Schrauben ist das zwar ein kleines Schraubengrab, aber eine bessere Lösung ist mir nicht eingefallen.

Gruss,
Kai
 
Hallo Hans,

ich möchte mich auch gern anschließen. Tolle Arbeit!

Ich suche schon seit längerem nach genau so einer Möglichkeit, dem Deklinationsspiel Herr zu werden. Würdest Du Deinen Bauplan teilen bzw. im Auftrag so ein Schneckenlager fertigen?

Viele Grüße und klare Nächte
Stephan
 
Hallo Stefan,

da müsstes Du Kai fragen, ich denke Du hast die Namen verwechselt. Ich hätte in meiner Werkstatt auch die Möglichkeit sowas herzustellen, aber auf absehbare Zeit keine Zeit.

@ Kai,

wieso Schraubengrab?. Das ist absolute Feinmechanik und es muss ja vor allem funktionieren.

Grüße und viel Spaß mit dem Teil.
Hans
 
Hallo Hans, hallo Kai!

Entschuldigt bitte, da habe ich in der Aufregung glatt Eure Namen verwechselt!

VG
Stephan
 
Hallo Stephan,

selbstverständlich kannst Du den Bauplan haben. Auftragsfertigung kann ich leider nicht leisten. Zum Einen bin ich hat doch nur blutiger Amateuer (das heißt soviel wie: klappt nicht immer beim ersten Mal und manchmal ist auch Ausschuss dabei), zum Anderen habe ich die Zeit nicht: ich kriege ja nicht mal meine eigenen Bauvorhaben durch.

Ich kann dir gerne die Skizzen schicken. Sende mir einfach eine PM dazu. Falls Du noch 1-2 Wochen warten kannst, dann würde ich die Skizzen nochmal überarbeiten. Dann wären auch die Erkenntnisse drin, die ich während des Baus gesammelt habe.

Übrigens, ein Tip vorweg: das mit dem Durchmesser der Schneckenwellen ist so eine Sache die Lagerflächen sollen ja nominell bei 6.1mm liegen. Bei meiner GP2 kommt das so ungefähr hin, bei meiner GP-D2 sind es nur 6.04mm. Ich vermute mal mit einem einfach nach Zeichnung fertigen kommt man nicht hin. Da hilft nur messen bzw. auf Maß fertigen.

Vielleicht findet sich jemand der mutiger als ich ist, die Wellen auf 6.0mm h7 abdreht und zwei Indurdtriekugellager verwendet. Das wäre vielleicht die beste Lösung. Nur Rückbau ist dann nicht möglich.

Gruss,
Kai
 
Hallo Hans,

danke für Deine Anmerkungen. Es freut mich wenn es einem "Unabhägigen" gefällt. Ich bin ja voreingenommem...

Naja es sind schon eine Menge Schrauben drin, aber ich sehe das auch so, dass es auf die Funktion ankommt. Ich kenne das so einige Kollegen (Maschinenbauer, aber nix mit Amateurastronomie zu tun), die würde das als Schraubengrab bezeichnen.

Die Funktion ist übrigens wirklich gut geworden. Das "Zurückspringen" bei DE-Korrekturen ist zwar noch da, aber im Fadenkreuzokular in der Größenordnung der Fadendicke. Damit habe ich eine dramtische Reduktion des Effektes erreicht.

Viel Grüße und besseres Wetter!
Kai
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben