Grenzbeobachtungen im Steinbruch Klein St. Paul

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Christianzechner

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Liebe Hobbyastronomen !

In den letzen beiden Wochen haben sich wieder mehrere Möglichkeiten geboten, um tolle Beobachtungen durchzuführen.
Konkret war dies vergangenen Sonntag, den 28.3.04 und montag vor zwei wochen.

Zunächst möchte ich natürlich auch unsere Deutschen Astrokollegen Grüßen lassen, die uns immer wieder mit Ihren
Beobachtungsberichten ins Staunen versetzen.

Also trafen sich letzten Sonntag, Michael, Johannes, Otto und meine Wenigkeit in unserem Beobachtungssteinbruch in Klein St. Paul im schönen Kärntnerland.
Wir waren mit zwei 8 zoll Newton, einem 8 zoll SC und einem
6 zoll Fraunhofer Refraktor von Michael , der später noch zu
besonderen Ehren gelangen wird, ausgerüstet.

Wir bauten also unsere geräte gegen 21h30 auf, und der himmel versprach schon einiges.

Mein erster Blick führte mich mit meinem 8zoll Eigenbaudobson mit Plattform und Kühlung sowie BW-Optik Bino bei 205facher Vergrößerung und Lumicon DeepSkyfilter (Keiner will in Haben!)auf den Mond. Woooooooooooooooooooooooooooooooow!!! kann ich da nur lauthals schreien!! Ein so ein Mondseeing hatte ich zuvor in meiner mittlerweile 2jährigen aktiven Beobachtungspraxis nicht erlebt. Der Mond stand wie eine EINS, ohne auch nur den geringsten wackler, und die Schärfe, die Detailvielfalt einfach grandios!!
Wir mußten deshalb natürlich unsere Experimentierfreudigkeit bei so tollem seeing weiter ausbauen. Alleine beim schwenk über den Terminator konnten wir eine vielzahl von interessanten Kratern, Wallebenen und Schattenwürfen in Form von Obelisken und Geisterschlößern erkennen, und sogar Fred Feuerstein war mit seinem Automobil sichtbar.
Als nächstes wurde die Triesnecker und Hygensrillen bei unterschiedlichsten Vergößerungen betrachtet. Das Seeing war so gut, daß wir mit den Vergrößerungen immer höher gingen. Michael schoß dann allerdings mit seinem 6" Refraktor den Vogel ab. Mit einem 4mm Okular und 4fach Barlow steigerte er die Vergrößerung auf sagenhafte 1200fache Vergrößerung und landete formatfüllend im Hygenskrater. Ein Wahnsinn!!! Natürlich war hierbei das Scharfstellen und die Identifikation der einzelnen Gebiete eine Herausforderung, aber wir setzten und über alle Gesetze der Physik hinweg.
Als nächste Test suchten wir nach der Rille im Alpenthal, und siehe da, die Kante der Rille war bei 310facher Binobetrachtung deutlich "zu erahnen" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Wir konnten uns am Anblick dieses Mondes einfach nicht sattsehen, wollten aber trotzdem etwas abwechslung ins Spiel der Himmelsgestirne bringen.
Michael hielt mit seinem Kontrastbooster auf Venus, die schon eine schöne Sichelform beschreibt. Für Oberflächendetails, war scheinbar das Venuswetter leider etwas zu schlecht und hitzig, naja man kann ja nicht alles haben.

Saturn bot noch einen schönen Anblick, wenngleich unsere verwöhnten Augen schon besseres von Ihm gesehen hatten.

Johannes war indessen schon damit beschäftigt sich dem großen blassen Fleck auf Jupiter zu widmen, und siehe da
er war wirklich schon sichtbar.
Ich bildete mir ein, das der GRF an Kontrast und Farbe deutlich gegenüber den beiden letzten Jahren zugelegt hat, was auch Otto und Michael bestätigten.
Beim GRF Transit um ca. 23h30 jagte uns bei 310facher Binobetrachtung ein Zyklop Angst ein. Die Detailfülle, die unzähligen Bänder, Verwirbelungen und Knoten konnten wohl nur noch von Hubble oder Sondenaufnahmen überboten werden.
Der große rote Fleck war jetzt so deutlich zu sehen, daß mir ein seltsamer Einfall kam.
Mit welcher Minimalvergrößerung ist dieser noch gerade sichtbar?
Ich konnte den GRF selbst bei 65facher Binobeobachtung nach längerem, konzentriertem astronomieschen Sehen direkt erkennen! Wer schafft es mit einem 80/400er und 60facher Vergrößerung? Die Wette gilt!!

Am Montag vor zwei Wochen, war die Durchsicht für Deep Sky Beobachtungen einfach genial.
Michael und ich betrachteten mit seinem 6zoll Refraktor noch nie visuell gesehene Wasserwirbelstrudel in M51, sowie Strukturen in den Antennengalaxien sowie die Neuentdeckung vom Seemövennebel, den wir dank meines O3Filters und einem tollen Sternatlas von Michael genießen konnten. Selbst Kugelsternhaufen, die sich gerade erst über den Horizont schoben, waren schon klar und deutlich aufgelöst, einfach eine herrliche Beobachtungsnacht mit bleibender Erinnerung.


Zum Abschluß unserer Mond und Planetensession richtete Michael nochmals sein Teleskop auf den Mond, allerdings mit geringer Vergrößerung und seinem Dunkelblaufilter für Venus und Mondbeobachtungen. Das Blau des Mondes war gespenstisch und faszinierend zugleich, und das Bild blieb mir während der gesamten Heimreise noch im Kopf.

Zuhause im Bett lag ich dann mit einem Grinsen auf dem Gesicht, es hat sich mal wieder gelohnt am nächsten Tag unausgeschlafen zur Arbeit zu gehen, und die herrlichen
Beobachtungseindücke ließ ich nochmals Revue passieren, bis mich dann der Cassini Krater sanft enschlummerte.

Christian Zechner für die Astronomische Vereinigung Kärnten

 
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