Grenzen eines 114/900 Reflektors

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Alex_D

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Hallo zusammen,

gestern war ich wieder auf dem Posten und habe mir eine handvoll Ziele gesetzt die ich finden und beobachten wollte.

Auf die Suche bin ich mit Hilfe von "Stellarium" gegangen.

Angefangen mit der "Sombrero-Galaxy" M104 und laut Stellarium mit einer scheinbaren Helligkeit von 8,00

Nach langer suche und "Starhopping" bin ich letztendlich ins Ziel gelangt: Doch nüscht: Die rot markierten Sterne direkt neben der Galaxy konnte ich einwandfrei identifizieren. Doch die direkt daneben liegende Galaxy war nichts als ein schwarzer Hintergrund. Nun frag ich mich ob ich mit einem 4,5"er schon an dessen grenzen gestossen bin was seine darstellung angeht?

Etwas gefrustet ging ich dann weiter auf die Suche nach M53, einem Sternenhaufen mit einer sch. Helligkeit von 7,70. Auch recht erfolglos, denn selbst mit grösster vergrösserung blieb es fast wie ein ganz schwacher Nebel.

Auch neblig wirkte der nicht weit entfernte Sternenhaufen M3, ich konnte nichts auflösen, jedoch war er heller (angegeben mit 6,40).

Nun vollends gefrustet suchte ich mir M44 mit 3,10 Helligkeit und Saturn und zum Schluss noch Mond nachdem er sich am Horizont zeigte.

Kann man mit diversen Filtern oder andern Okularen mehr erreichen oder ist bei diesen Objekten sprichwörtlich Ende im Gelände?

Gruss Alex
 
Hi Alex,
nur Geduld, die Bedingungen waren gestern hier zumindest recht schlecht. Hatte zu fällig auch einen 114er am Auge um ihn zu begutachten.
Sombrero war grade so erahnbar mit Augen verbiegen, M3 war zwar strukturiert aber ohne Einzelsterne. Seeing war gut aber die Transparenz war lausig.
Vllt hattest Du auch so viel Dunst/Hochnebel.
Unter gescheiten Bedingungen zeigen 114 mm mehr
CS
 
Moin Alex!

Tja, alle die genannten Objekte sind mit 114 mm zu sehen, aber was erwartest Du denn? Ansichten wie im Hubble-Teleskop? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Schau Dir mal diese Beobachtungslisten an, sie wurden mittels Beobachtung mit TAL-1M (N-110/800 mm) erstellt: http://www.himmel-und-er.de/liste.htm

Zu M104 steht darin folgendes:
"groß, sehr hell, oval, diffus, 32x und 54x: länglicher, heller Streifen
entlang der Achse von ovalem, etwas dunkleren Halo umgeben. Südteil
erscheint scharf begrenzt, nach Norden hin ist der Halo ausgeprägter
als nach Süden. 100x: spitz zulaufende Enden des hellsten Bereiches,
Staubband bei indirektem Sehen schwach sichtbar, es durchtrennt den
südlichen Außenbereich der Gx."
 
Die rot markierten Sterne direkt neben der Galaxy konnte ich einwandfrei identifizieren. Doch die direkt daneben liegende Galaxy war nichts als ein schwarzer Hintergrund.

Moin Alex!

Tja, alle die genannten Objekte sind mit 114 mm zu sehen, aber was erwartest Du denn? Ansichten wie im Hubble-Teleskop? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Natürlich nicht, ausser das Hubble hat 114mm Öffnung.
Es wunderte mich nur das ich anliegende Sterne scharf, gut und ohne Beeinträchtigungen betrachten konnte doch direkt daneben diese "helle, grosse, diffuse Galaxy" nicht einmal andeutungsweise hab sehen können.

Und da ich noch nicht so lange in der Materie steck, kam mir der Gedanke die Grenze des möglichen am 114er rausgefunden zu haben (was natürlich schade und etwas enttäuschend wär da ich noch keine Galaxy hab sehen können).
Vielleicht wirds ja heute Nacht was...


Gruss und CS

Alex
 
Moin Alex!

> Die rot markierten Sterne direkt neben der Galaxy konnte ich einwandfrei identifizieren.

...garantiert nicht! Dieses Foto ist sicher nicht mit 114 mm gemacht worden, sondern mit einem Großteleskop und langer Belichtungszeit. Ich hab' das dumpfe Gefühl, daß Du an der falschen Stelle geguckt hast. Tip: Besorge Dir den Karkoschka "Atlas für Himmelsbeobachter". Damit wird weniger schiefgehen, wenn man noch wenig Erfahrung am Himmel hat.
 
Hallo Alex,

Es wunderte mich nur das ich anliegende Sterne scharf, gut und ohne Beeinträchtigungen betrachten konnte doch direkt daneben diese "helle, grosse, diffuse Galaxy" nicht einmal andeutungsweise hab sehen können.

So verwunderlich ist das nicht unbedingt, denn Sterne sind Punktquellen, die ihre Helligkeit nicht auf eine Fläche verteilen, diffuse Objekte haben ja eine sog. Flächenhelligkeit, deshalb darf man ja auch bei einer Grenzgrößenrechnung wie es sie bei den Deepskybrothers gibt ( hier ), die erreichbare Grenzgröße nicht auf Nebel beziehen, sondern nur auf Sterne.

Langer Rede kurzer Sinn, wenn die Bedingungen bescheiden sind, dann werden Galaxien auch mal eben "unsichtbar" auch wenn die Sterne drumherum keine Probleme bereiten, vorgestern war es bei uns sehr diesig und ich hatte mit ordentlich Streulicht zu kämpfen, das Leo Triplett hatte selbst mit 8" keine Chance...

Grüße Benny
 
Moin Alex!

> Die rot markierten Sterne direkt neben der Galaxy konnte ich einwandfrei identifizieren.

...garantiert nicht! Dieses Foto ist sicher nicht mit 114 mm gemacht worden, sondern mit einem Großteleskop und langer Belichtungszeit. Ich hab' das dumpfe Gefühl, daß Du an der falschen Stelle geguckt hast. Tip: Besorge Dir den Karkoschka "Atlas für Himmelsbeobachter". Damit wird weniger schiefgehen, wenn man noch wenig Erfahrung am Himmel hat.

Okay, lassen wir die Diskussion, denn ich frage mich wie oft wohl genau diese Stellung der "markierten" Sterne in diesem Gebiet vorkommt als das ich hätte mich vertun können.
Und da isses doch vollkommen irrelevant mit was die Fotos gemacht worden sind wenn sie dasselbe abbilden.
Vielleicht ist meine Art und Weise mich am Himmel zurecht zu finden eines Karkoschkas nicht würdig, dennoch helfen mir meine imaginären Linien zwischen Sternen mich zu orientieren. Und dieses auf dem Rücken liegende "L" mit einem leichten Knick in der längen Achse hab ich eindeutig wiedererkannt (wobei wir nun letztendlich beim Thema wären: Hab ich gesehen, hab ich nicht gesehen und mich auf den Beitrag bezogen nicht weiterbringt).

Ich werds einfach wieder probieren und damit jut.

Greetz

Mein imaginäres L
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin!

Ich hab's mal gecheckt: Die markierten Sterne auf Deinem Bild(außer dem hellen Stern links unten) dürften etwa 14. bis 16. Helligkeit haben, wenn nicht noch weniger. Unmöglich, die mit 114 mm zu erkennen.

Anbei noch ein Vergleichsbild, aufgenommen vom HST, Kantenlänge des Bildes: 30 Bogenminuten (0,5°, also etwa Monddurchmesser).

Link zur Grafik: http://www.ki.tng.de/~winnie/ablage/m104.jpg
 
Moin!

> (außer dem hellen Stern links unten)

...rechts unten... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Hallo Alex,
Du hast nichts über Deine Beobachtungsbedingungen geschrieben!
M 33 kann man in Berlin im 20 mal 80 Ferglas nur selten sehen, dagegen auf La Palma in 2000 Meter Höhe schon mit dem bloßen Auge.
Das liegt nicht daran, dass ich 2 Km dichter dran bin.

Nicht aufgeben.
Versuche zum Anfang es mal mit Doppelsterne und Mond.

Gruß

Jörg M.
http://freenet-homepage.de/DeepSkyMeyer/index.html
 
denn ich frage mich wie oft wohl genau diese Stellung der "markierten" Sterne in diesem Gebiet vorkommt als das ich hätte mich vertun können.

Oft genug, wenn man an der falschen Stelle sucht. Die von dir markierten Sterne haben um die 16mag, die kannst du nie und nimmer mit 114mm gesehen haben. Das ist schon physikalisch überhaupt nicht möglich. Von daher warst du schlicht und ergreifend an der falschen Stelle. Probiers einfach nochmal, irgendwann klappts bestimmt.

Mit 11cm sieht man von M104 schon mehr. Das Staubband konnte ich zwar noch nicht erkennen, wohl aber, dass die Galaxie an einer Seite recht abrupt aufhört.

Christian
 
Hi,

ich denke, da hast Du den 114/900er noch LANGE (!) NICHT ausgereizt!

Gerade Galaxien brauchen einen verdammt guten Himmel. Ein Stern hat per se eine extrem hohe Flächenhelligkeit und damit ein hohes KOntrastverhältnis zum Himmelshintergrund. Die - ich sag mal vielleicht 10mag eines schwachen Sterns projizieren sich zu einem großen Teil (75%) in der Airy disk, einem Scheibchen mit vielleicht 1 bis 2 Quadratbogensekunden. Das ist ne ordentliche Flächenhelligkeit.

Eine Glaxie mit leidglich 12mag/Quadratbogensekunde kommt da net mit.

Lies mal auf meiner Seite in der Beobachtungsrubrik, wie i8ch mit dem 70mm LIDL-Refraktor und meinem 114/900er Newton Galaxien beobachtet habe.

Grad M104 steht sehr weit südlich und verschwindet gerne in DUnstglocken und künstl. Himmelsaufhellung.

Gruß

Markus


____________________________________________________

Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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DANUBIA - [COLOR="1070FF"]OBSERVATORIUM[/color]

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Starfinderseite: starfinder.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory (at) freenet.de
 
Guten Abend,

am Ostersonntag war eine Sichtung der Galaxie dann erfolgreich. Sie war äusserst schwach und nur passiv zu erkennen. Doch den Fehler mit den daneben liegenden Sternen gesteh ich ein, denn diese waren wahrlich nicht zu sehen.

Ich betrachte demnach mal die sch. Helligkeit von um die 8,00 als das Maximum für den 114er, wobei ich andere Okulare noch wenig getestet habe.

Danke für euer Feedback.

Gruss und clear Skies,

Alex
 
Ich betrachte demnach mal die sch. Helligkeit von um die 8,00 als das Maximum für den 114er ...
Hallo Alex,

na, da komme ich aber mit 50mm Öffnung tiefer, einigermaßen dunkler Himmel und Geduld vorausgesetzt. Mit indirektem Sehen habe ich mit meinem 10x50-Fernglas schon mal 10,0mag-Sterne erwischt.

Gruß - Nico
 
Hi Alex

Ich betrachte demnach mal die sch. Helligkeit von um die 8,00 als das Maximum für den 114er, wobei ich andere Okulare noch wenig getestet habe.

Also, 8,0 ist sicher noch lange kein Ende für einen 114er. Es wurde schon mal gefragt, welche Bedingungen Du auf Deinem Beobachtungsplatz hast, worauf Du leider keine Antwort gabst.

Beispiel: Letztens bin ich 2 Nächte mit meinem 102mm Refraktor im Löwen unterwegs gewesen und habe dabei knapp über 40 Galaxien beobachten können (unter sehr gutem Landhimmel). Bei dieser Gelegenheit konnte ich Sterne bis ca. 13,5mag beobachten. Unter denselben Bedingungen muss Dein Fernrohr annähernd dieselbe Leistung erbringen. Beobachtest Du allerdings mitten aus einer Stadt heraus, so kann es wohl vorkommen, dass M104 im hellen Hintergrund absäuft.

Grüße aus Innsbruck
Tom
 
Moin zusammen!

> 8,0 ist sicher noch lange kein Ende für einen 114er.

Das sehe ich genauso. Ich denke, man sollte nach ein, zwei verkorxten Nächten mit schlechter Transparenz solche Schlußfolgerungen ziehen. Wenn man sich z.B. M104 unter mondlosem Landhimmel und nahe der Kulmination anschaut, wird man da zu anderen Ergebnissen kommen.

Einige grobe Faustregeln: Die max. Sternen-Grenzgröße erreicht man mit 1 mm AP, bei lichtschwachen DSO liefern 3 mm gute Ergebnisse. Das entspricht beim 114/900 Vergrößerungen von 114x (8 mm Oku) bzw. 38x (24 mm). Wenn man sich in dem Bereich bewegt, ist man auf der sicheren Seite. Mit meinem Grenzgrößenrechner komme ich bei Sternen auch auf +13 m, bei DSO ist das natürlich sehr stark von der Flächenhelligkeit der Objekte abhängig.

Wenn man beim 114er Newton FS-Abschattung und Reflexionsverlust berücksichtigt, dann ist er nur etwas hinter einem 4"-Refraktor zurück, was die erreichbaren Helligkeiten angeht.

(Ich hatte 4 Jahre lang einen TAL-1 im Einsatz, parallel dazu 6 Jahre einen 4"-FH aus China - jetzt umgestiegen auf Vixen 102M.)
 
Hallo zusammen,

also an diesem Abend war das Seeing wahrlich relativ schlecht. Ich betrachte unter Landhimmel ohne starke Beeinflussung von Stadtlicht. Am Zenit war der Himmel klar, am Horizont hingegen war knapp unterhalb der Höhe von M104 Dunst zu erkennen, weshalb ich mich auf die Suche dort machte.
Als etwa 1,5h später der Mond sich langsam am Horizont bemerkbar machte und ich diesen dann letztendlich ins Okular nahm, erkannte ich daran wie sehr die Luft doch "waberte".

40 Galaxien??? Das schafft Hoffnung ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" />


Gruss Alex
 
Hallo Alex,
ich kann mich meinen zahlreichen Vorrednern nur anschließen...!
Was aber noch nicht gesagt wurde: auch Erfahrung ist sehr wichtig! Unter dem Himmel von Tom wird ein Anfänger nie oder kaum 40 Galaxien im Leo mit 102mm Öffnung sehen können. Dazu ist einiges an Beobachtungserfahrung notwendig! Und die bekommt man nur beim gucken, also weiter beobachten!

Gruß
Martin
 
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