größere Vergrößerung = weniger Schärfe...

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Ghost25

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Hallo,
ich habe vor einem Jahr das Newton-Teleskop TS-Megastar 1550 von www.Teleskop-Service.de gekauft:
http://www.teleskop-service.de/Astro/Reflektor/reflektor.htm#Megastar1550

Leider komme ich wegen Zeitmangels erst jetzt dazu, das Gerät öfter mal zu nutzen. Das Problem ist, dass es bei zunehmender Vergrößerung unmöglich wird, das Bild scharf zu stellen. Mit meinem 25mm Okular klappt die Sache noch sehr gut, wenn ich eine 2x Barlow Linse draufsetze ist das Bild auch noch scharf. Sobald ich allerdings ein 6,5mm Okular benutze, wird das Bild sehr unscharf. An zu hohem Seeing liegt es sicher nicht, da ich auch Tags über, wenn ich das Gerät auf einen Baum in der Entfernung richte, keine scharfen Bilder bekomme.

Meine Frage: Kann es sein, dass das Okular fehlerhaft ist? Oder schafft das Teleskop so hohe Vergrößerungen nicht? Und wann muss ein Teleskop justiert werden / kann das der Fehler sein?

Vielen dank im Vorraus für die Hilfe - bin leider noch absoluter Anfänger, der was dazu lernen will. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />
 
Hallo Ghost25.
Jedes Teleskop hat seine Vergrößerungsgrenze. Wenn du über diese vergrößerst wird das Bild unscharf und kontrastarm.
Als Faustregel gilt: Öffnung in mm x 1,5 (für Newtons) Bei dir wäre somit die maximal sinnvolle Vergrößerung ca 225x (Bei sehr ruhiger Luft kann es auch mal mehr sein)
Die Vergrößerung errechnest du aus der Division von Teleskopbrennweite zu Okularbrennweite. Also z.B 1400m/6,5 =215.
Eine 2x Barlow Linse verdoppelt dir allerdings deine Brennweite. d.h wenn du dein 6,5er Oku mit der Barlow benutzt haben solltest ergibt sich (2 x 1400)/6,5 = 430.
Solltest du dein 6,5er Oku also mit der Barlow benutzt haben dann bist du hoffnungslos über den sinvollen Vergrößerungsbereich deines Scopes gestoßen und somit würden sich deine Probleme beim Scharfstellen erklären.

Das 6,5er alleine liegt aber noch durchaus im Bereich der sinnvollen Vergrößerung. Somit müsste mit diesem ein scharfes Bild möglich sein.
Meiner Meinung nach ist hier die wahrscheinlichste Fehlerursache folgende: Wie weit war denn der Baum weg? Die Objekte sollten schon einige hundert Meter entfernt sein. Bei Objekten die zu nahe stehen kann man -obwohl man sich noch im sinnvollen Vergrößerungsbereich befindet- nicht scharfstellen. Versuch es mal mit entfernten Objekten (Kirchturm etc).
Sollte dies auch fehlschlagen dann liegt es villeicht an verstaubte Spiegel (sowohl Fangspiegel als auch Hauptspiegel) oder ist das Okular eventuell dreckig?
Auch könnte eine Dejustage die Ursache sein. Hast du die Möglichkeit z.B mit einem Laserkolli dies zu überprüfen?

Grüße, Matze
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ghost25,

quäl mal die Suchefunktion nach Megastar und Big Boss.

Diese baugleichen katadioptischen Teleskope mit Kugelspiegel und brennweiten-
verlängerndem Korrektor im Okularaustzug sind einem Einsteiger nicht zu
empfehlen.

Gründe dafür sind die Justageproblematik sowie das gegenüber einem 6" Parabol-
spiegelnewton geringere Leistungsvermögen der Katadiopter.

Frage: Warum hast du denn dieses Teleskop gekauft? Es gab doch genügend
warnende Hinweise dazu in den Foren und auch uf einigen Webseiten!?

Nun bleibt dir nur noch das beste daraus zu machen und das Teil möglicht gut
zu justieren. Dazu gibt es ebenfall einige gute Hinweise im Netz (Suche!).

MfG,Karsten
 
Hätte ich Astronomie.de damals schon gekannt, hätte ich mir sicherlich ein anderes ausgesucht. Habe mein Grundwissen aus Büchern und nicht aus dem Netz. Ich habe einfach bei Ebay nach einem Teleskop mit gutem Preis/Leistungsverhältnis geholt und von den reinen Werten war das Megastar unschlagbar. Dass die Justage problematisch werden kann, stand in der Auktion natürlich leider nicht.

Naja, ich werde in der nächsten Wolkenfreien Nacht mal ausprobieren, ob das Gerät gut justiert ist, mein Verdacht ist aber eher, dass es durch seine Bauweise für nicht ganz so hohe Vergrößerungen geeignet ist. Sollte das der Fall sein, werde ich mich bei Ebay mal nach einem 9mm Okular umschauen. Wo sollte das eigentlich preislich liegen? Sind 25€, wie in dieser Auktion in Ordnung?
http://cgi.ebay.de/Celestron-Ploessl-4-6...1QQcmdZViewItem
 
Hallo,

wie hier schon geschrieben wurde ist dein katadioptischer Newton sehr anfällig gegen fehlerhafte Justage. Die Sache mit dem sog. Kugelspiegel ist nicht wirklich ein Problem, das kann die Korrektorlinse im Okularauszug gut kompensieren (vorausgesetzt es ist eine Korrektorlinse und nicht einfach nur ne Barlow). Das Problem ist nun, du mußt dieses Teleskop genauestens justieren. Dabei solltest du aber nicht fröhlich drauflosdrehen, ein einmal verstellter Fangspiegel ist bei katadioptischen Newtons nur sehr schwer wieder an die richtige Stelle zu bringen. Am besten wäre es, wenn du jemanden mit Erfahrung auf das Ding loslassen kannst. Allerdings sollte der wirklich schonmal erfolgreich einen katadioptischen Newton kollimiert haben - normale Newtons kann jeder justieren, das ist dagegen ein Kinderspiel.
Ein Laserkollimator wäre ein gutes Hilfsmittel. Allerdings müßte der Laser
1. exakt mittig durch die Korrektorlinse (Okularauszug muß ordentlich sein)
2. an der richtigen Stelle am Fangspiegel reflektiert werden -> Markierung auf dem Fangspiegel unter Berücksichtigung des Offsets notwendig
3. Mittenmarkierung am Hauptspiegel notwendig

Im Augenblick würde ich Dir empfehlen, den Newton entsprechend den Anleitungen im Netz zu justieren, jedoch vorerst ohne! Veränderungen an der Fangspiegelhalterung.
Dann den Newton am Stern justieren. Auch dazu gibts Anleitungen im Netz.

Meiner Meinung nach ist bei Deinem Gerät üblicherweise mit spätestens 150-fach das Ende der nutzbaren Vergrößerung erreicht. Außer bei Planeten braucht man aber auch nicht mehr, eher weniger.

Edit: Plössl-Okulare sind ziemlich gut und Celestron baut anständige Qualität

Gruß

Ingo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Habe mir das 9mm Okular gekauft. Mal schauen, ob damit scharfe Bilder möglich sind. Wie gesagt glaube ich nicht, dass das Gerät schlecht justiert ist - bis 25mm Okular mit 2x Barlow (also 112x Vergrößerung) sehe ich ja alles 100% scharf. Außerdem wurde es bisher kaum bewegt. Wohne in einem Dorf, in dem nachts die Laternen ausgestellt werden (endlich haben Sparmaßnahmen der Kommunen mal gute Auswirkungen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ). Habe also direkt vor der Haustür ideale Bedingungen und muß nicht erst "raus fahren", wodurch das Teleskop dann ja erheblich geschont wird.

Wenn ich mich weiterhin für das Thema Astronomie interessiere und vor allem etwas Zeit finde, wird nächstes Jahr unterm Weihnachtsbaum wohl ohnehin ein 8" Dobson stehen, von daher war dieser Fehlkauf auch keine wirkliche Katastrophe.
Ist aber wirklich zum ausrasten. Jetzt habe ich mal 3 Wochen Freizeit und schon ist der Himmel bedeckt. Die nächsten 10 Tage solls laut Wetter.com auch nicht besser werden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />
 
Jetzt habe ich mal 3 Wochen Freizeit und schon ist der Himmel bedeckt. Die nächsten 10 Tage solls laut Wetter.com auch nicht besser werden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />

DAS sind die wirklichen Probleme <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />

Zur Justage. Das Teleskop hat den weiten Weg von China bis zu Dir zurückgelegt, das ist bestimmt nicht gut justiert. Das es mit kleineren Vergrößerungen scharf ist, ist völlig normal - auch bei schlecht justierten Teleskopen.
Kannst du aber leicht prüfen: sollten irgendwann wieder Sterne zu sehen sein richtest du das Teleskop auf Polaris aus, nimmst das neue 9mm Okular und stellst das Ding erstmal scharf. Ist der Stern ein kleiner runder Punkt ist es schon mal nicht ganz schlecht. jetzt drehst du etwas unscharf, dann siehst du den Schatten deines Fangspiegels in einem runden hellen Fleck. ist der Fangspiegelschatten in der Mitte so ist das gut, ist der nicht in der Mitte ist das Teleskop nicht gut justiert. Der weiße Kreis sollte auch schön rund sein, am besten gleichmäßig ausgeleuchtet, mit möglichst wenig ausgefransten Rändern und nicht oval. Und wenns richtig gut ist sieht das unscharfe Bild fast gleich aus, egal ob du intra- oder extrafokal unscharf stellst - glaube ich aber nicht, das es so ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> .

Gruß

Ingo
 
Hallo,
was Ingo da vorschlägt ist auch gleich der Ansatz für die einzige Justiermöglichkeit, die bei meinem
Kathadiopter nicht in einer Katastrofe endet, wenn man nicht genaus weiß, was man tut.
Polaris bei höchstmöglicher Vergrößerung genau in die Mitte des Gesichtsfeldes und leicht unscharf stellen.
Dann NUR ÜBER DIE JUSTIERSCHRAUBEN AM HAUPTSPIEGEL sehen, dass man den Fangspiegelschatten in
die Mitte des unscharfgen Sterns bekommt und dabei immer wieder den Stern in die Mitte des
Gesichtsfeldes holen.
In kleinen Schritten (Bruchteile von Umdrehungen an den Schrauben) vorgehen und immer aufpassen,
was sich verändert, dabei alle Schrauben benutzen.
CS
*entfernt*
 
Dann heißt's wohl auf den nächsten klaren Himmel warten. Aber danke für die Hilfe, ich bin schon einmal um einiges schlauer.
 
Hallo,
habe hier an meinem 12,5" Dob mit 1524 mm BrW auf Rockerbox ohne Probleme die Plössl Okus der Serie 3000 mit 1,25" im Einsatz (76fach bis 304fach) Habe mir d.J. eine 2fach Barlowlinse gegönnt. Ab 304fach erkenne ich, daß die Kollimation nicht 100%ig ist (Einsatzbereich Veränderliche Sterne). Da hier selten bei dieser Öffnung über 300fach nutzbar ist, stört mich das nicht weiter. Habe mal mit 609fach auf den Saturn geschaut, da hats mich vom Hocker gehauen !!! Fürs Sternegucken ist das nur Spielerei und in der Praxis zumindest für unsere Breiten ohne "150%ige" Kollimation wenig sinnvoll.

Gruß
Günther
(10° 8' ö. L., +52° 1' n. Br.)
 
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