Großfernglas für Publikumsbetrieb

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albusmw

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Hallo!

Da ich in der nächsten Zeit verstärkt "öffentlich" beobachten will fehlt mir aktuell noch eine Idee welches Großfernglas dazu geeignet wäre.

- Es sollte für Brillenträger geeignet sein (damit man nicht immer rumfokusieren muß)
- Betrieb mit einem Stativ wie "Orion Monster Parallelogramm Montierung" (zum entspannten Beobachten)
- Wechselokular wäre schön

Gibt es da Empfehlungen / Tips / "kauf blos das nicht"?

Viele Grüße

Martin.
 
Hallo Martin,

wegen des unterschiedlichen Interpupillarabstands ist binokularer Publikumsbetrieb problematisch.
 
Hallo Dietmar,

danke für die Info - du meinst damit daß der Augenabstand bei allen verschieden ist?
Aber dafür gibt es doch Lösungen (sprich verstellbaren Augenabstand) oder? Und bei den großen Binos ist das doch recht leichtgängig und robust ausgelegt dachte ich ...

Grüße vom Bino-Anfänger Martin.
 
Natürlich lässt sich der Abstand verstellen, aber zunächst tasten sich die unerfahrenen Beobachter an das Gerät heran,

müssen den Einblick erst noch finden ("ich seh nichts...") und sind sich meist gar nicht bewusst, dass beidäugiges Sehen angesagt ist.

Ein Briefing im Hellen würde das vermeiden, aber wenn die Beobachter unbedarft an das Gerät kommen wird es schwierig.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ein ähnliches Gerät habe ich auch, Std Okulare sind ein großer Vorteil.

Wichtig ist die Montage auf einem stabilen Stativ mit verstellbarer Mittelsäule (geo-Fennel FS 50-M).
 
Hi Martin

ist erst mal Frage des Budgets, denn bis zum 150-iger Fujinon ist alles möglich. Ich kenne eine Sternwarte die dieses tatsächlich für die Öffentlichkeit nutzt.

Aus meiner Erfahrung mit "Bürgersteigastronomie" und Ferngläsern würde ich dazu raten ein Glas zu nehmen das möglichst einfach zu bedienen ist. Für manche ist schon die Kombination aus Einzelfokussierung und Änderung des Pupillenabstands schwer händelbar.

Wechselokulare, wenn sie vor allen nicht parfokal sind, führen dann zu noch mehr - m.E. zu zu viel - Einstellungsbedarf ehe es losgeht mit der Beobachtung.

Daher würde ich über die gängigen 25x100 oder die 110er mal nachdenken.

Montierungsmäßig bist Du mit einer großen Parallelogrammmontierung m.E. gut aufgestellt. Das ist nach meiner Erfahrung einfach das Praktischste für Menschengruppen.

Das angeführte SemiApo: Ich habs verglichen und letztlich das ED gekauft. Der Laie wird wahrscheinlich beeindruckt sein, der Kundige wird den Farbfehler sehen und nach seiner Einstellung bewerten. Mir wars zu viel weswegen ich den ED gekauft habe.
CS
 
Hallo!

Meine Erfahrung beim Publikumsbetrieb mit (teuren) Ferngläsern ist vor allem, dass es aufs Stativ ankommt. Es muss sehr schnell und einfach zu verstellen sein, denn mit dem Fernglas will man ja mehr als nur ein Objekt sehen, und trotzdem so stabil, dass man es nicht dauernd mit einer Hand davor schützen muss, im Dunklen umgerempelt zu werden. Bei Teleskopen halten die Besucher normalerweise einen respektablen Abstand, mit Ferngläsern gehen sie eher auf Tuchfühlung.

Ansonsten habe ich die Erfahrung gemacht, dass Besucher zum Einfachen tendieren. Wenn wir zu irgenwelchen Ereignissen mehrere Geräte aufbauen, dann greift die Mehrheit der Besucher zu einem kleinen Fernglas bevor sie sich das Stativ eines großen einstellen. Und wenn dann noch jemand ein bildstabilisiertes Fernglas dabei hat, dann will ohnehin niemand mehr woanders durchschauen... Geht mir selbst auch so.

Grüße
Maximilian
 
Hallo Martin,
ich würde Dir eines der APM ED 70/82/100mm 90° Binos empfehlen. Alternativ die Achromaten mit gleichen Daten (das 70 und 82er soll ja noch kommen). Letztere gibt es auch von TS. n90°, weil man bei größeren Höhen keine Mittelsäule braucht, sondern nur den Sitz niedriger stellen muss.
Wenn Du die auf eine Berlebach Spica - Montierung mit einem UNI 18 Stativ setzt, ist das eine absolut stabile und leicht handhabare Sache. Von Wellenform optimiert, kannst Du auch mal höher vergrößern; das heißt eben auch an Mond und Planeten soweit gehen zu können, dass man schon etliches Detail sieht. Mit Baader-Sonnenfiltern vorne drauf, geht auch Sonne im Weißlicht sehr gut (habe ich heute Vormittag gemacht).
Das wäre also eine sehr variable Kombination.
Den Augenabstand muss man sowieso an jedem Fernglas individuell einstellen, die Drehfokussierer versteht wohl jeder.
Viele Erfold Michael
 
Hallo Martin,
ich würde Dir eines der APM ED 70/82/100mm 90° Binos empfehlen. Alternativ die Achromaten mit gleichen Daten (das 70er und 82er sollen ja noch kommen). Letztere gibt es auch von TS. 90°, weil man bei größeren Höhen keine Mittelsäule braucht, sondern nur den Sitz niedriger stellen muss; und sich nicht den Hals verrenken muss ;-).
Wenn Du die auf eine Berlebach Spica - Montierung mit einem UNI 18 Stativ setzt, ist das eine absolut stabile und leicht handhabare Sache. Von Wellenform optimiert, kannst Du auch mal höher vergrößern; das heißt eben auch an Mond und Planeten soweit gehen zu können, dass man schon etliches Detail sieht. Mit Baader-Sonnenfiltern vorne drauf, geht auch Sonne im Weißlicht sehr gut (habe ich heute Vormittag gemacht).
Das wäre also eine sehr variable Kombination.
Den Augenabstand muss man sowieso an jedem Fernglas individuell einstellen, die Drehfokussierer versteht wohl jeder.
Viele Erfolg Michael
 
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Hi!

Wir haben im Verein für den Zweck die 10Micron Leonardo und ein 100mm-Omegon-Bino – in der Praxis wird statt des Binos aber meist ein ED80/600 verwendet. Da muss kein Pupillenabstand eingestellt werden, und jeder kommt mit klar. Den Blickfang macht die Montierung.
Link zur Grafik: http://kerste.de/wp-content/uploads/2014/06/Leonardo-Kinder-Kinder.jpg
Das Großfernglas wird mittlerweile vor allem im Verein genutzt, weniger für die Öffentlichkeitsarbeit. Ist genau wie mit einem Bino-Ansatz: Klasse Sache, aber nur für sehr kleine Gruppen nutzbar. Du glaubst gar nicht, wie viele Leute mit binokularem Sehen überfordert sind.

Wichtig für's Großbino: Eine Möglichkeit, es mit Prismenschiene statt Schraube zu befestigen. Die Chancen sind gut, dass das China-Bino mit der kleinen Schraube nicht ausbalanciert ist, und dann brauchst du zwei Leute, um es aufzubauen. Sonst verkippt/verkeilt es.

Daher mein Tip: Parallelogramm-Montierung plus ED-Refraktor und Okulare mit gutmütigem Einblick wie Hyperion oder Morpheus.

Mehr Montierungsbilder im Blog unter http://kerste.de/?p=784

Beste Grüße,
Alex
 
Hab ich das richtig gesehen: 2250 Euro für diese Leonardo-Montierung (ohne Stativ)? Oder gibt es die in unterschiedlichen Größen?
 
10Micron - gut und dafür zahlt man halt ... Ich geb meine GM2000 nicht mehr her ...
 
Hallo.

Bino für die Öffentlichkeit ist so eine Sache, da gebe ich Alex Recht. Latentes Schielen, eine sog. Heterophorie kommt bei den meisten Menschen vor, etwa drei Viertel aller Leute sind betroffen. Bei 1x Vergrößerung im Alltag, oder mit normalen Handferngläsern wird das aber meist von der Augenmuskulatur aktiv korrigiert und bleibt daher unbemerkt - bzw. tritt nur bei Übermüdung etc. in Erscheinung.

Blickt man jedoch durch ein Teleskop mit Binoansatz oder ein fest justiertes Großfernglas bzw. einen fix justierten Doppelrefraktor, kann mit zunehmender Vergrößerung eine latente Fehlstellung immer problematischer werden, wenn der Regelkreis für die nötige Korrektur dafür irgendwann nicht mehr fein, bzw. schnell genug reagiert. Bleiben die häufigeren Korrekturversuche mit kleinen Überschwingern bis zu einer bestimmten Vergrößerung noch unterschwellig, kann das Beobachten dennoch irritierend empfunden werden und Kopfschmerzen machen. Früher oder später kann die Regelung auch komplett instabil werden, und gerät dann ins Oszillieren: ich seh aber nix mehr... Daher müssten dann die optischen Achsen individuell schräg zueinander verstellt werden können, nicht bloss parallelverschoben. So etwas lässt sich bei mechanisch höchstwerigen Doppelrefraktoren individuell zwar machen. Das aber im schnell wechselnden Publikumsverkehr für jeden individuell zu versuchen, noch dazu mit unerfahrenen Leuten, dürfte so gut wie unmöglich sein.

Fazit: so toll die Binobeobachtung für viele ist, bei öffentlichem Beobachten mit viel Publikumsverkehr scheint mir Mono deutlich effektiver. Wenn doch Bino, dann allenfalls mit niedrigsten Vergrößerungen, würde ich denken. Aber überleg's Dir, probieren geht vielleicht über studieren. Und vielleicht berichtest Du mal über Deine Erfahrungen?

CS Nevi
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Da die Fujinon Großbinos in der Überzahl von Profis (= "Berufsbeobachtern" bei Grenzschutz, Küstenwache, Marine und Fischfang (kein Witz...) mit stetig wechselndem Personenkreis benutzt werden, sind die schon auch für eine größere Zahl an Nutzern geeignet. Robust genug wären sie auch, der Rest ist halt eine Kostenfragen.

Stefan Korth
 
Hi!

Ja, es gibt nur eine Größe – Gegengewicht(e) und Prismenklemme kommen noch dazu, im Lieferumfang ist nur ein kleines Gewicht enthalten, das vielleicht für ein leichtes 12x70-Glas langt. Aber dafür ist es stabil, und wenn man davor steht, weiß man, wo das Geld steckt. Die Montierung tut nur einmal weh – beim bezahlen – danach gibt's nichts mehr zu meckern :) (Außer der Tragetasche, die ist etwas voluminös geraten)

Schönes Teil und ein echter Blickfang in der Fußgängerzone. Prinzipiell trägt sie sogar ein C8, aber dann nicht mehr bei wirklich hoher Vergrößerung – durch den Hebel schwingt es doch irgendwann. Wobei ich nicht wissen will, wie sich die angedachte Orion Monster mit 7kg Zuladung bei einem 100mm-Großfernglas schlägt, das die Zuladung ausreizt... Die doppelten Streben der Leonardo bei angegebenen 13kg Zuladung sollten schon mehr Stabilität bringen.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo!

Zitat von Kerste:

Schade... selber habe ich nur ein Myauchi mit 60mm Öffnung, da wäre diese Montierung dann doch ein wenig überdimensioniert. Wenn ich es mal wieder zur Sternwarte mitnehme, spätestens zur Mondfinsternis im Juli, muss ich halt wie gewohnt mein Stativ festhalten. Ansonsten bin ich in all den Jahren aber auch zu der Überzeugung gelangt, dass eine Montierung mindestens so viel kosten muß wie die Optik, die sie tragen soll.

Viele Grüße
Maximilian
 
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