scientist
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Hallo Sternfreunde,
Hier mein Bericht von meinem ersten Aufenthalt auf dem Großglockner:
Die Anfahrt war sehr durchwachsen - eine Stunde Stau am Aichelberg und dann noch ca. 30km Baustelle auf der A8 vor München. Danach kam ich erst um 21.30h an der Mautstelle an und musste leider ohne bezahlte Gebühr passieren. Die nächtliche Fahrt auf der Hochalpenstraße war ruhig, jedoch gab es teils starken Nebel mit Sichtweiten unter 20m. Als ich jedoch den Hochtortunnel durchquert hatte und am Wallackhaus angekommen war offenbarte sich mir eine Milchstraße wie ich sie sonst nur von Fotos kannte, diese war allerdings nur im Süden zu bewundern da der Norden Richtung Edelweißspitze Wolkenverhangen war. Extrem hell wuchs sie aus dem Gebirge, ähnlich einem Baum mit vielen Verästelungen und einzelnen hellen Flecken die sich zum Beispiel als M 8, M 24 oder Collinder 399 offenbarten.
Bei meiner Ankunft um 22.30 waren auch schon andere Sternfreunde aus der Nähe von Wien und Hannover zugegen welche allerdings nur Teile ihrer Ausrüstung aufgebaut hatten da die Witterung sehr unbeständig schien.
Da ich von den 500km Fahrt recht müde war und ich meinen Dobson erst komplett hätte durchjustieren müssen entschied ich mich mit dem 10x40 Fernglas die Milchstraße im Schützen und Umgebung abzugrasen. Die hellen Nebel und Haufen welche im Karkoschka verzeichnet sind waren auch alle Problemlos zu beobachten und bereiteten selbst bei dieser kleinen Optik viel Freude.
Später als sich im Osten eine Wolkenlücke auftat beobachteten wir M 31 und den kompletten Cirruskomplex in einem 20x100 Bino. Außerdem hatten wir M 16 und M 17 im Gesichtsfeld eines 4“ Newtons.
Jedoch der Hammer des Abends war der Schwanennebel im 16“ Dobson der Wiener Sternfreunde. Dieser Anblick entschädigt für jeden gefahrenen Kilometer, eine echte Offenbarung! Der Nebel zerfiel in Filamente die Federn glichen und seinem Namen alle Ehre machten. Dann kam noch die Lagune an die Reihe welche den dunklen Teil in der Mitte wie zerrissen wirkte, und durch den kleinen jungen Sternhaufen mit dem wohlklingenden Namen NGC 6530 veredelt wurde. Der Adlernebel kam dagegen leicht schwächlich rüber, allerdings zeigte er eine schöne Form welche an einen Pilz erinnerte. Natürlich hielt ich auch nach den Säulen der Schöpfung Ausschau, jedoch wusste ich nicht genau in welcher Ecke des Nebels ich genau nach ihnen zu Suchen hatte und so blieb dieses Objekt leider mal wieder unbeobachtet.
Dann kurz nach 12 erschien mir der Himmel leicht diesig zu werden und ich entschied mich deshalb schlafen zu gehen.
Link zur Grafik: http://img172.imageshack.us/img172/4668/cimg2174ns1.jpg
Am Freitagnachmittag fuhr ich auf die Nordseite um mir die Edelweißspitze anzusehen welche einen wunderbaren Ausblick auf die Berge und leider auch auf Wolken bot. Was man allerdings nicht unterschätzen sollte ist extrem steile sowie enge Stichstraße mit den engen Kehren. Als ich dort hochfuhr war ich an meinem Automatikgetriebe mehr als nur froh!
Link zur Grafik: http://img395.imageshack.us/img395/2568/cimg2182fk1.jpg
Nach einem leckeren Schnitzel zum Abendessen blickten wir erst auf einen wolkigen Himmel, bauten aber trotzdem unsere Instrumente auf und bis es richtig dunkel war waren glücklicherweise alle Wolken verschwunden und wir blickten auf einen einmaligen Himmel, so etwas hatte ich noch nie gesehen….
Zuerst klapperte ich die Standards im Schützen ab und fertigte dabei noch eine Zeichnung vom Trifidnebel und vom Schwanennebel an.
Link zur Grafik: http://img229.imageshack.us/img229/7205/m20wo5.jpg
M 20 - Trifidnebel
Link zur Grafik: http://img45.imageshack.us/img45/4308/m17qe2.jpg
M 17 - Schwanennebel
Danach wendete ich mich anspruchsvolleren Dingen zu. NGC 6822 Barnard’s Galaxie war sehr schwach und fiel kaum auf. Daneben liegt gleich der kleine planetarische Nebel NGC 6618 welcher mir mit einem grünlich leuchtenden Scheibchen erstmals richtige Farbe bei Deep Sky Objekten zeigte und somit eine ganz besondere Beobachtung war. Danach gings weiter zu M 31 welche einen Anblick bot der mir wohl nie aus dem Kopf gehen wird. 2 Staubbänder mit leichten Strukturen zu verfolgen. Die Sternwolke NGC 206 war ohne Probleme auszumachen, und die gesamte Galaxie füllte mindestens 3-4 Gesichtsfelder – der absolute Wahnsinn. Dank einer sehr schönen Detailkarte von M 31 konnte ich sogar noch die Kugelsternhaufen G 76, G 78 und G 250 ausmachen.
Der Dreiecksnebel M 33 war ebenfalls genial zu beobachten. Es zeigten sich 2 Spiralarme und im einen konnte man das eingebettete H-II-Gebiet NGC 604 auch ohne UHC-Filter gut ausmachen.
Weiter westlich in dieser Region steht die Galaxie NGC 7331 welche vor allem durch ihre vielen kleinen Begleiter und die Nähe zu Stephan’s Quintett bekannt ist. Sie zeigte sich länglich oval mit einer helleren Kern-Region, allerdings konnte ich leider keine der Begleiter ausmachen allerdings aber Stephan’s Quintett, welches einer sehr schwachen Perlenschnur mit 4 Perlen glich.
Nach diesen Galaxien schwenkte ich in den Wassermann um den Kugelhaufen M 72 zu beobachten welcher recht lichtschwach, jedoch mit einem hellen Zentrum zu erkennen war. Direkt in der Nachbarschaft von M 72 ist ein weiteres Messier-Objekt – der Asterismus M 73 welcher aus 4 Sternen besteht.
Da NGC 7009, besser bekannt als der Saturnnebel auch gleich um die Ecke war schaute ich mir diesen ebenfalls an. Er zeigte sich als kleines grünblaues Scheibchen bei dem mit indirektem sehen auch schon Ansätze des Saturnringes erkennbar waren.
Ein weiterer Kugelhaufen im Wassermann ist M 2 welcher einen „…morz Kern…“ besitzt welcher körnig erscheint und aufgelöste Außenbereiche zeigt.
Nun zu einem der größten Planetarischen Nebel am Himmel, dem Helixnebel, welcher seinem Namen alle Ehre macht. Er zeigt einen recht großen und hellen Rauchring wobei bemerkt sei das der Anblick mit dem UHC-Filter besser war als mit dem OIII.
Da der UHC sowieso schon eingeschraubt war und jemand über den Platz rief das der Californien-Nebel im Feldstecher sichtbar sei, schwenkte ich vom Wassermann in der Perseus wo sich mir ein riesiges schwaches Nebelfeld ohne genau auszumachende Strukturen zeigt.
Der Cirrus zeigte sich sowohl im 16“er als auch in meinem 10“er prachtvoll und die y-Cygni_Region war ebenfalls Nebelverhangen.
Auf dem Weg den Hals des Schwanes entlang bleibe ich Bei NGC 6888 hängen, dem Sichelnebel. Bei diesem ist unter diesen guten Bedingungen sogar die schwache Südteil problemlos sichtbar.
IC 405 im Fuhrmann ist leider wie gewohnt nur sehr schwach zu sehen, beim benachbarten IC 410 kann man den Nebel und den eingebetteten Sternhaufen deutlich besser ausmachen.
Danach geht’s ab in die Cassiopeia um ein Experiment zu wagen, nämlich den Bubble-Nebel visuell zu beobachten. Los geht’s bei M 52 der mit vielen schwachen Sternen sehr schön im Raum schwebt, gleich daneben ist ein nebliges Gebiet auszumachen welches ich auf einzelne Kreisegmente untersuche und meine sogar manchmal welche erblickt zu haben.
Danach gönnten wir uns den Pacman im 16“er welcher ohne Filter seine unverwechselbare Form zeigt.
Es wurde schon langsam etwas spät und der Stier stieg in gut beobachtbare Höhen und deshalb nahm ich mir M 1 vor, welcher mit/ohne Filter spektakulär mit einigen helleren Bereichen im Nebel zu betrachten war.
Im Süden waren jetzt ein paar Objekte am kulminieren welche ich von Zuhause aus nie hätte sinnvoll Beobachten können. Es ging los mit einer sehr schwachen Galaxie Namens NGC 247 im Sternbild des Walfisches. Diese Galaxie ist sehr lichtschwach und erscheint 1:4 elongiert ohne Aufhellung im Kern.
Dann kam der sehr schöne Kugelsternhaufen NGC 288 dran welcher keinen eindeutigen Zentralbereich zeigte sondern auf der gesamten Fläche feine schwache Sterne offenbarte.
Nun die Sculptorgalaxie welche bei 135x bereits Gesichtsfeldfüllend war und leichte Strukturen zeigte. In der Galaxie waren kleine hellere und dunklere Bereiche zu erkennen welche jedoch schwer zu halten waren. Außerdem meinte ich leichten Horizontdunst bemerkt zu haben.
Danach gabs wieder nen Kracher mit den Plejaden die wunderbar mit ihren Reflexionsnebeln zu sehen waren.
Jetzt noch M 42 welcher unglaublich strukturiert war und die beiden Schwingen schlossen sich sogar ohne Filter zu einem Ring.
Nun zum letzten Objekt des Abends und dem absoluten Highlight. Den UHC noch vom Orionnebel drin wurde ich übermütig und habe gedacht, wenn der Pferdekopf unter diesen Bedingungen nicht geht, dann isses mit 10“ einfach unmöglich. Also halte ich so auf die Region unterhalb von Alnitak und starre da so ne Weile ins nichts und dann auf einmal wird IC 434 ganz schwach sichtbar und da der dunkle Einschnitt. Ich konnte es nicht glauben. Ich hatte den Gaul erlegt.
Voller Freude bemerkte ich beim Abbauen das Zodiakallicht welches im Osten wie ein weiterer schwacher Milchstraßenast gen Zenit wuchs. Außerdem sei gesagt, das in dieser Nacht rund 30 Sternschnuppen sichtbar waren von denen manche locker an Jupiter in der Helligkeit versägt hatten.
Link zur Grafik: http://img258.imageshack.us/img258/3650/cimg2186in5.jpg
Am Samstagnachmittag hab ich dann was mit meiner Mutter unternommen welche sich in Zell am See einquartiert hatte und sich an diesem Wochenende Wellness gönnte. Den ganzen Tag über war spitzen Wetter und abends war es immer noch sehr klar und wir starteten in eine Windstille Nacht welche jedoch sehr viel Feuchtigkeit mit sich brachte.
Los gings mit NGC 6503 wo 4:1 elongiert erscheint und einen recht hellen leicht gemottelten Kernbereich aufweist.
Der Planetarische Nebel NGC 6543 der sich ebenfalls wie die gerade eben angefahrene Galaxie im Drachen befindet, ist als kleine türkise Scheibe mit einem leichten Halo zu beobachten.
Nun mal was flaches, und ich ziele mit dem Dobson Richtung NGC 5907. Sie erscheint extrem platt und lang und der Zentralbereich ist heller als die Ausläufer.
Nun zu M 102 welche aussieht wie ein kleines Ufo von der Seite.
Es geht ab in den Süden zu M 55 der wirklich leicht aufzufinden ist, nicht so wie im Karkoschka geschrieben wird. Er ist recht hell und zeigt ein paar Sterne, ist aber eher körnig und zeigt keine wirkliche Zentrale Verdichtung.
Kleiner als M 55 erscheint M 30 im Steinbock welches übrigens ein sehr schönes Sternbild ist! Dafür zeigt er im Kernbereich 3 markante Sternketten Richtung Nord.
Das war leider auch schon das letzte Objekt dieser Nacht da um punkt 12 meine Spiegel begonnen hatte zu kräftig Tau anzusetzen. Allerdings blieb ich noch draußen und schaute mit meinen Feldstechern spazieren bis um kurz vor 2 eine Wolke aus dem Tal kamen und wir uns mitten in ihr aufhielten. Da abuten dann auch die anderen ab und dann setzten wir uns noch an einen Biertisch auf der Terasse und tranken einen Gute Nacht Schnaps.
Am Sonntagmorgen gings dann ab Richtung Heimat , was nicht wirklich schlimm war denn ich hatte eine schöne Zeit erlebt und war durch und durch zufrieden.
Ich kann es jedem nur raten mal einen Abstecher dort hoch zu machen. Es lohnt sich echt!
CS
Moritz
Hier mein Bericht von meinem ersten Aufenthalt auf dem Großglockner:
Die Anfahrt war sehr durchwachsen - eine Stunde Stau am Aichelberg und dann noch ca. 30km Baustelle auf der A8 vor München. Danach kam ich erst um 21.30h an der Mautstelle an und musste leider ohne bezahlte Gebühr passieren. Die nächtliche Fahrt auf der Hochalpenstraße war ruhig, jedoch gab es teils starken Nebel mit Sichtweiten unter 20m. Als ich jedoch den Hochtortunnel durchquert hatte und am Wallackhaus angekommen war offenbarte sich mir eine Milchstraße wie ich sie sonst nur von Fotos kannte, diese war allerdings nur im Süden zu bewundern da der Norden Richtung Edelweißspitze Wolkenverhangen war. Extrem hell wuchs sie aus dem Gebirge, ähnlich einem Baum mit vielen Verästelungen und einzelnen hellen Flecken die sich zum Beispiel als M 8, M 24 oder Collinder 399 offenbarten.
Bei meiner Ankunft um 22.30 waren auch schon andere Sternfreunde aus der Nähe von Wien und Hannover zugegen welche allerdings nur Teile ihrer Ausrüstung aufgebaut hatten da die Witterung sehr unbeständig schien.
Da ich von den 500km Fahrt recht müde war und ich meinen Dobson erst komplett hätte durchjustieren müssen entschied ich mich mit dem 10x40 Fernglas die Milchstraße im Schützen und Umgebung abzugrasen. Die hellen Nebel und Haufen welche im Karkoschka verzeichnet sind waren auch alle Problemlos zu beobachten und bereiteten selbst bei dieser kleinen Optik viel Freude.
Später als sich im Osten eine Wolkenlücke auftat beobachteten wir M 31 und den kompletten Cirruskomplex in einem 20x100 Bino. Außerdem hatten wir M 16 und M 17 im Gesichtsfeld eines 4“ Newtons.
Jedoch der Hammer des Abends war der Schwanennebel im 16“ Dobson der Wiener Sternfreunde. Dieser Anblick entschädigt für jeden gefahrenen Kilometer, eine echte Offenbarung! Der Nebel zerfiel in Filamente die Federn glichen und seinem Namen alle Ehre machten. Dann kam noch die Lagune an die Reihe welche den dunklen Teil in der Mitte wie zerrissen wirkte, und durch den kleinen jungen Sternhaufen mit dem wohlklingenden Namen NGC 6530 veredelt wurde. Der Adlernebel kam dagegen leicht schwächlich rüber, allerdings zeigte er eine schöne Form welche an einen Pilz erinnerte. Natürlich hielt ich auch nach den Säulen der Schöpfung Ausschau, jedoch wusste ich nicht genau in welcher Ecke des Nebels ich genau nach ihnen zu Suchen hatte und so blieb dieses Objekt leider mal wieder unbeobachtet.
Dann kurz nach 12 erschien mir der Himmel leicht diesig zu werden und ich entschied mich deshalb schlafen zu gehen.
Link zur Grafik: http://img172.imageshack.us/img172/4668/cimg2174ns1.jpg
Am Freitagnachmittag fuhr ich auf die Nordseite um mir die Edelweißspitze anzusehen welche einen wunderbaren Ausblick auf die Berge und leider auch auf Wolken bot. Was man allerdings nicht unterschätzen sollte ist extrem steile sowie enge Stichstraße mit den engen Kehren. Als ich dort hochfuhr war ich an meinem Automatikgetriebe mehr als nur froh!
Link zur Grafik: http://img395.imageshack.us/img395/2568/cimg2182fk1.jpg
Nach einem leckeren Schnitzel zum Abendessen blickten wir erst auf einen wolkigen Himmel, bauten aber trotzdem unsere Instrumente auf und bis es richtig dunkel war waren glücklicherweise alle Wolken verschwunden und wir blickten auf einen einmaligen Himmel, so etwas hatte ich noch nie gesehen….
Zuerst klapperte ich die Standards im Schützen ab und fertigte dabei noch eine Zeichnung vom Trifidnebel und vom Schwanennebel an.
Link zur Grafik: http://img229.imageshack.us/img229/7205/m20wo5.jpg
M 20 - Trifidnebel
Link zur Grafik: http://img45.imageshack.us/img45/4308/m17qe2.jpg
M 17 - Schwanennebel
Danach wendete ich mich anspruchsvolleren Dingen zu. NGC 6822 Barnard’s Galaxie war sehr schwach und fiel kaum auf. Daneben liegt gleich der kleine planetarische Nebel NGC 6618 welcher mir mit einem grünlich leuchtenden Scheibchen erstmals richtige Farbe bei Deep Sky Objekten zeigte und somit eine ganz besondere Beobachtung war. Danach gings weiter zu M 31 welche einen Anblick bot der mir wohl nie aus dem Kopf gehen wird. 2 Staubbänder mit leichten Strukturen zu verfolgen. Die Sternwolke NGC 206 war ohne Probleme auszumachen, und die gesamte Galaxie füllte mindestens 3-4 Gesichtsfelder – der absolute Wahnsinn. Dank einer sehr schönen Detailkarte von M 31 konnte ich sogar noch die Kugelsternhaufen G 76, G 78 und G 250 ausmachen.
Der Dreiecksnebel M 33 war ebenfalls genial zu beobachten. Es zeigten sich 2 Spiralarme und im einen konnte man das eingebettete H-II-Gebiet NGC 604 auch ohne UHC-Filter gut ausmachen.
Weiter westlich in dieser Region steht die Galaxie NGC 7331 welche vor allem durch ihre vielen kleinen Begleiter und die Nähe zu Stephan’s Quintett bekannt ist. Sie zeigte sich länglich oval mit einer helleren Kern-Region, allerdings konnte ich leider keine der Begleiter ausmachen allerdings aber Stephan’s Quintett, welches einer sehr schwachen Perlenschnur mit 4 Perlen glich.
Nach diesen Galaxien schwenkte ich in den Wassermann um den Kugelhaufen M 72 zu beobachten welcher recht lichtschwach, jedoch mit einem hellen Zentrum zu erkennen war. Direkt in der Nachbarschaft von M 72 ist ein weiteres Messier-Objekt – der Asterismus M 73 welcher aus 4 Sternen besteht.
Da NGC 7009, besser bekannt als der Saturnnebel auch gleich um die Ecke war schaute ich mir diesen ebenfalls an. Er zeigte sich als kleines grünblaues Scheibchen bei dem mit indirektem sehen auch schon Ansätze des Saturnringes erkennbar waren.
Ein weiterer Kugelhaufen im Wassermann ist M 2 welcher einen „…morz Kern…“ besitzt welcher körnig erscheint und aufgelöste Außenbereiche zeigt.
Nun zu einem der größten Planetarischen Nebel am Himmel, dem Helixnebel, welcher seinem Namen alle Ehre macht. Er zeigt einen recht großen und hellen Rauchring wobei bemerkt sei das der Anblick mit dem UHC-Filter besser war als mit dem OIII.
Da der UHC sowieso schon eingeschraubt war und jemand über den Platz rief das der Californien-Nebel im Feldstecher sichtbar sei, schwenkte ich vom Wassermann in der Perseus wo sich mir ein riesiges schwaches Nebelfeld ohne genau auszumachende Strukturen zeigt.
Der Cirrus zeigte sich sowohl im 16“er als auch in meinem 10“er prachtvoll und die y-Cygni_Region war ebenfalls Nebelverhangen.
Auf dem Weg den Hals des Schwanes entlang bleibe ich Bei NGC 6888 hängen, dem Sichelnebel. Bei diesem ist unter diesen guten Bedingungen sogar die schwache Südteil problemlos sichtbar.
IC 405 im Fuhrmann ist leider wie gewohnt nur sehr schwach zu sehen, beim benachbarten IC 410 kann man den Nebel und den eingebetteten Sternhaufen deutlich besser ausmachen.
Danach geht’s ab in die Cassiopeia um ein Experiment zu wagen, nämlich den Bubble-Nebel visuell zu beobachten. Los geht’s bei M 52 der mit vielen schwachen Sternen sehr schön im Raum schwebt, gleich daneben ist ein nebliges Gebiet auszumachen welches ich auf einzelne Kreisegmente untersuche und meine sogar manchmal welche erblickt zu haben.
Danach gönnten wir uns den Pacman im 16“er welcher ohne Filter seine unverwechselbare Form zeigt.
Es wurde schon langsam etwas spät und der Stier stieg in gut beobachtbare Höhen und deshalb nahm ich mir M 1 vor, welcher mit/ohne Filter spektakulär mit einigen helleren Bereichen im Nebel zu betrachten war.
Im Süden waren jetzt ein paar Objekte am kulminieren welche ich von Zuhause aus nie hätte sinnvoll Beobachten können. Es ging los mit einer sehr schwachen Galaxie Namens NGC 247 im Sternbild des Walfisches. Diese Galaxie ist sehr lichtschwach und erscheint 1:4 elongiert ohne Aufhellung im Kern.
Dann kam der sehr schöne Kugelsternhaufen NGC 288 dran welcher keinen eindeutigen Zentralbereich zeigte sondern auf der gesamten Fläche feine schwache Sterne offenbarte.
Nun die Sculptorgalaxie welche bei 135x bereits Gesichtsfeldfüllend war und leichte Strukturen zeigte. In der Galaxie waren kleine hellere und dunklere Bereiche zu erkennen welche jedoch schwer zu halten waren. Außerdem meinte ich leichten Horizontdunst bemerkt zu haben.
Danach gabs wieder nen Kracher mit den Plejaden die wunderbar mit ihren Reflexionsnebeln zu sehen waren.
Jetzt noch M 42 welcher unglaublich strukturiert war und die beiden Schwingen schlossen sich sogar ohne Filter zu einem Ring.
Nun zum letzten Objekt des Abends und dem absoluten Highlight. Den UHC noch vom Orionnebel drin wurde ich übermütig und habe gedacht, wenn der Pferdekopf unter diesen Bedingungen nicht geht, dann isses mit 10“ einfach unmöglich. Also halte ich so auf die Region unterhalb von Alnitak und starre da so ne Weile ins nichts und dann auf einmal wird IC 434 ganz schwach sichtbar und da der dunkle Einschnitt. Ich konnte es nicht glauben. Ich hatte den Gaul erlegt.
Voller Freude bemerkte ich beim Abbauen das Zodiakallicht welches im Osten wie ein weiterer schwacher Milchstraßenast gen Zenit wuchs. Außerdem sei gesagt, das in dieser Nacht rund 30 Sternschnuppen sichtbar waren von denen manche locker an Jupiter in der Helligkeit versägt hatten.
Link zur Grafik: http://img258.imageshack.us/img258/3650/cimg2186in5.jpg
Am Samstagnachmittag hab ich dann was mit meiner Mutter unternommen welche sich in Zell am See einquartiert hatte und sich an diesem Wochenende Wellness gönnte. Den ganzen Tag über war spitzen Wetter und abends war es immer noch sehr klar und wir starteten in eine Windstille Nacht welche jedoch sehr viel Feuchtigkeit mit sich brachte.
Los gings mit NGC 6503 wo 4:1 elongiert erscheint und einen recht hellen leicht gemottelten Kernbereich aufweist.
Der Planetarische Nebel NGC 6543 der sich ebenfalls wie die gerade eben angefahrene Galaxie im Drachen befindet, ist als kleine türkise Scheibe mit einem leichten Halo zu beobachten.
Nun mal was flaches, und ich ziele mit dem Dobson Richtung NGC 5907. Sie erscheint extrem platt und lang und der Zentralbereich ist heller als die Ausläufer.
Nun zu M 102 welche aussieht wie ein kleines Ufo von der Seite.
Es geht ab in den Süden zu M 55 der wirklich leicht aufzufinden ist, nicht so wie im Karkoschka geschrieben wird. Er ist recht hell und zeigt ein paar Sterne, ist aber eher körnig und zeigt keine wirkliche Zentrale Verdichtung.
Kleiner als M 55 erscheint M 30 im Steinbock welches übrigens ein sehr schönes Sternbild ist! Dafür zeigt er im Kernbereich 3 markante Sternketten Richtung Nord.
Das war leider auch schon das letzte Objekt dieser Nacht da um punkt 12 meine Spiegel begonnen hatte zu kräftig Tau anzusetzen. Allerdings blieb ich noch draußen und schaute mit meinen Feldstechern spazieren bis um kurz vor 2 eine Wolke aus dem Tal kamen und wir uns mitten in ihr aufhielten. Da abuten dann auch die anderen ab und dann setzten wir uns noch an einen Biertisch auf der Terasse und tranken einen Gute Nacht Schnaps.
Am Sonntagmorgen gings dann ab Richtung Heimat , was nicht wirklich schlimm war denn ich hatte eine schöne Zeit erlebt und war durch und durch zufrieden.
Ich kann es jedem nur raten mal einen Abstecher dort hoch zu machen. Es lohnt sich echt!
CS
Moritz