Grundlagen der Montierungswahl?

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juristicus

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Hallo zusammen!

Aufgrund eines tragischen und spektakulären Defektes meines Statives, habe ich mich mal eingehender mit einer Montierungsneuanschaffung beschäftigt (nachdem ich gesehen habe, dass ein einzelnes Stativ so teuer kommt wie z.B. eine EQ3, außer ich nehme wieder das alte Glump-Stativ für 20 €). Mir geht es jetzt weniger um eine konkrete Empfehlung, sondern viel mehr um ein besseres Verständnis der Materie (am Ende nehm ich eh wieder das günstigste Angebot, ich kenn mich doch ;) ). Bisher habe ich mit meinem 4" Mak eine EQ2 benutzt und war soweit ganz zufrieden (für die Zukunft ist noch ein 4" Richfielder angedacht). In die engere Wahl habe ich jetzt eine EQ3, die CG4, KSON Eklipse Eksplorer und ein NoName Billigprodukt genommen. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass die Tragfähigkeit bei allen besser sein wird, als bei meiner EQ2.

Beim Billigprodukt hat sich bei mir dann noch eine Frage aufgeworfen: Angegeben ist die Tragfähigkeit mit 9kg <hüstel>, dabei ist ein Gegengewicht mit 4,2kg. Bei der EQ3 ist nach meinem Kenntnisstand nur ein Gegengewicht mit 1,8kg im Paket bei angegebener Tragfähigkeit von 5kg. Physik war jetzt nie so mein Ding, aber kann man in etwa berechnen, wieviel Gegengewicht benötigt wird und wie weit man das rausschieben muss wegen des Hebels? Und hat es negative Auswirkungen, wenn das Gegengewicht bis auf Anschlag nach außen geschoben wird? Das sollte zwar mit meinem Mäkchen kein Problem machen, der bringt ja gerade mal 2kg auf die Waage, aber interessieren würde es mich schon.

Ein weiteres Kriterium ist für mich auch noch, wie weit ich das Stativ ausziehen kann. Ich bin knapp 1,90 groß und beim kurzen Mak ändert sich die Einblickhöhe nicht sehr stark. Beim alten Stativ ging es etwa 1,30 in die Höhe, es hätte auch gern etwas mehr sein dürfen. D.h. für mich, dass das Billigprodukt an dieser Stelle bereits klar raus ist. Nach den Händlerangaben wären die CG4 und die KSON klare Sieger in dieser Kategorie, zumal es so aussieht, als wäre an der EQ3 das Stativ verbaut, das bei mir so jämmerlich sein Leben ausgehaucht hat (Plastik an den Ststivklemmen gebrochen). Hab ich beim Punkt Stativ etwas übersehen? Ist an der EQ3 doch ein stabileres dran und das Bild täuscht?

Zum Schluss ist für mich die Transportabilität ein wichtiger Punkt, ich will mich also nicht totschleppen. Bei diesem Punkt schneidet die CG4 am "schlechtesten" ab, da sie laut "Prospekt" am schwersten ist. Bei der KSON muss ich mich zudem noch um die Energieversorgung kümmern und diesen Krempel auch mitziehen, wenn ich mal nicht auf dem Balkon beobachten möchte (ein Batteriepack ist auch nicht dabei, soweit ich gesehen habe, so dass da auch nochmal Zusatzkosten aufgeschlagen werden müssen). Um auf meine "Gegengewichtsfrage" zurück zu kommen: bei meinem Equipment würde ja u.U. das kleine Gegengewicht an der CG4 genügen, was dann in der Summe 3kg Gepäck spart, oder?

Summa summarum würde ich mich im Augenblick für die CG4 entscheiden. Das fußt allerdings jetzt auf meinen Gedankengängen, die ohne großen Fachwissenshintergrund gemacht wurden. Von praktischen Erfahrungen will ich gar nicht erst reden... Wäre an der EQ3 ein stabileres Stativ verbaut als an meiner EQ2, wäre der Preisvorteil für mich das Argument (zumal ich die erheblich günstiger aus Ungarn beziehen könnte).

Habe ich etwas übersehen? Kann man meinen Gedankengang in etwa so stehen lassen? Gibt es eventuelle Dinge speziell zu den Montierungen, von denen ich nicht wissen kann (z.B. erst verwendbar, wenn bestimmte Schrauben ausgetauscht werden, oder etwas in der Art)? Oder kennt jemand eine andere Montierung, die auch in mein Raster passt?

Ich hoffe, jemand von euch kann mir hierbei etwas helfen, indem mir meine Gedanken bestätigt oder korrigiert. Vielen Dank dafür!

Viele Grüße
Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus,
für mich ist nichts schlimmer bei einer parallaktischen Montierung als wackeln und zittern - von daher würde ich Dir zu der stabilsten raten, die Du in Deinem Preisrahmen bekommst.
Die paar Gramm mehr würde ich dafür gern in Kauf nehmen.

Für die rein visuelle Beobachtung ist die manuelle Nachführung vollkommen ausreichend. Willst Du am Okular zeichnen, wäre eine Nachführung zumindest in RA ratsam.

Je näher das GG (und das Teleskop) am Montierungskreuz sitzt, um so stabiler und unanfälliger für Schwingungen ist das ganze. Also eher das größere GG nehmen.

Ein Stativ würde ich nie komplett ausziehen, sondern mich eher mit einem Stuhl bequem dahinter setzen.

Als sehr gute Alternative zur CG4 in meinen Augen wäre ein Gebrauchtkauf einer Vixen GP oder GP-E auf einem Holzstativ zu sehen. Der Preisrahmen sollte passen.
Auch eine Celestron ADM könnte passen.
 
Hallo Markus,

hm... hmhm... Also meine >>Meinung<< dazu - na also das erkläre ich mal. Ich finde eine Montierung hat auch mehr mit individuellen Gegebenheiten zu tun, als man selbst mit etwas Erfahrung auf dem Buckel denkt. Daher kommen jetzt mal ein paar Aspekte die für mich relevant sind.

Ich habe vom Werdegang her mit einer AZ-Garnichts unter einem 60/800 Refri losgewackelt, dann eine AZ-Schonwiedernix unter einem 75/750 Newton gehabt und danach tatsächlich eine EQ-1 unter dem 114/1000 Cat-Newton.
Danach erst habe ich eine Montierung angeschafft. Die Wartezeit auf meine Gm-8 habe ich mit einer GP überbrückt (darauf 8" f/4 und 90/1000 Refraktor).
Die Gm-8 nutze ich noch heute und überlade sie mit einem 12" f/4 Leichtbau. Mit fokussiermotor geht's - ich will aus dem großen aber schon seit 2 Jahren einen Dobson nach Maß machen lassen. Vor bald 2 Jahren konnte ich aber günstig "aus der Familie"=Stammtisch eine GP nebst Motoren bekommen. Ich hatte für eine 2. Montierung bedarf, weil ich meinen Richfield-ED nicht adäquat parallel zum 12" betreiben konnte.

Und nach diesen ganzen Erfahrungen (ein paar Montierungen als oder von Testgerät(en) sind auch noch mit drin) würde ich auch für kleinere Geräte als Minimum eine Montierung aus der GP-Klasse anschaffen. Und von den Chinadingern würde ich gebraucht auch nicht jede Variante nehmen, weil ich da auch schon Bruch und Spiel zu Genüge erlebt habe (es gibt auch gute Exemplare).
Jedenfalls eine EQ-1 ist ja schön leicht, aber eben auch nicht so stabil. Unterhalb einer EQ-3 ist für mich alles ohnehin EQ-1 mit anderem Lack. Die EQ-3 ist nun aber auch nicht mehr soviel leichter als eine GP und vom Platzbedarf her eigentlich gleichzusetzen. Darum also Nägel mit Köpfen und gleich eine GP und fertig für Jahre. Das Mehrgewicht trage ich - mich stört mehr die Anzahl der nötigen Gänge zum Auto als das Gewicht bei den einzelnen Fuhren.

Du betonst nun das Gewicht - und ich stelle die Frage: Geht's wirklich um Übergepäck, oder ist eventuell auch bei Dir die Frage, wie anstrengend die Packerei ist? Eventuell hilft Dir (wie mir) eine Kunststoff-Stapelbox mit bequemen (runden, entgrateten) Eingriffen. Stativ kommt natürlich extra. Kann aber auch mal eine Nacht im Wagen bleiben.

Sind so meine Gedanken. Ich denke in einigen Punkten eben anders als Deine Aspekte.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ralf,

danke für deine Antwort. Beim Wackeln habe ich eben keinerlei Praxiserfahrung bei den zur Auswahl stehenden Teilen, auch wenn ich denke, dass es in jedem Fall besser als die EQ2 sein wird. Die wackelt zwar wie [zensiert], kommt aber sehr schnell zur Ruhe. Eine Vixen GP(-E?) war kürzlich im Bieteboard im Angebot, war mir aber für ein gebrauchtes Teil zu teuer. Wie ist denn der Verschleiß bei den Dingern? Wenn ich bedenke, wie viel Wasser an meiner runterläuft, wenn ich wieder rein gehe, dann würde ich eigentlich schon eine neue Montierung bevorzugen.

Die Motorisierung wäre ganz nett, brauche ich aber eigentlich wirklich nicht. Die KSON habe ich mal mit aufgenommen, weil sie von Preis/Tragfähigkeit her ins Raster passen würde.

Ich benutze ohnehin einen Bügelstuhl, das ist schon sehr bequem. Nur eben das verlinkte Billigprodukt läßt sich angeblich nur bis knapp 1,10m ausziehen, das ist mir dann doch viel zu wenig.

Viele Grüße
Markus
 
Hallo Sven,

da haben wir ja fast gleichzeitig abgedrückt. Danke auch für deine Antwort. Auf dem Gewicht reite ich jetzt rum, weil ich an meine Außenbeobachtungsorte meist nicht mit dem Auto rankomme. Oft bin ich auf dem Balkom (streulichttechnischer SuperGAU mit eingeschränktem Blick), vorm Haus (aus dem 4. Stock runter und ums Eck) oder in Nachbars Schrebergärtchen, das mir der netterweise des Nachts zur Verfügung stellt. Aufgepackt bin ich mit Fototasche (Mak und Okulare), Rucksack (Gegengewicht, Ablageplatte, Karten), Montierung und Bügelstuhl. Balkon ist ja kein Thema, aber das ganze Gerümpel (auf einmal! Würde nur ungern einen Teil alleine stehen lassen) vors Haus zu schleppen, gestaltet sich schon schwieriger/unbequemer. Ebenso ist es beim Schrebergarten, da muss ich noch ewig vom Auto weg durch die Reihen stapfen. Mit ein paar Leuten von der Regensburger Volkssternwarte habe ich jetzt auch einmal beobachtet, war eine schöne Stelle, und da käme ich auch mit dem Auto direkt hin (ist aber auch weiter zu fahren). Aus diesen Gründen wäre mir leichter lieber. Ich muss aber auch sagen, dass ich (noch) nicht so gebrechlich bin, dass ich auf jedes Gramm Gewicht achten müßte, sofern es sich im Rahmen hält.

Im Großen und Ganzen ist der Preis für mich derzeit auch ein wichtiger Punkt, der den Rahmen von 250 € nicht übersteigen soll.

Viele Grüße
Markus
 
Hallo Markus,

ich denke ich habe die GP viel zu billig bekommen und das habe ich demjenigen auch gesagt, aber er meinte er habe die auch schon viel zu billig bekommen... Jedenfalls sind die 250 Euro keine ernsthafte Hürde bei einer gebrauchten GP. Kaufe sie in dem Falle so, dass Du die Montierung betrachten kannst. Ist sie gepflegt ist alles in Ordnung. Krumm darf eben nichts sein, Kabelbruch bei der ollen DD-1 ist auch blöd. Ansonsten können die Dinger ganz gemütlich alt werden. Das Gehäuse ist aus Alu-Guß, Getriebe aus Messing, die Schrauben sind auch ordentlich - ich sehe da keine Probleme. Und soviel Drehzahl wird den Montierungen über die Jahre auch nicht abverlangt.
Ich find jetzt per Google kein Getriebefoto - hm.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

weil du schreibst, dass Kabelbruch blöd ist: ist die GP generell motorisiert? Ich dachte, dass der Motor da nur ein optionales Teil ist... Im Prinzip reicht mir ja schon eine manuelle Nachführung. Die motorisierte Nachführung würde ich ja glatt in Kauf nehmen (da soll mir nichts schlimmeres passieren), aber brauch ich dann noch eine extra Stromversorgung?

Hm, jetzt ist nur die Frage, wie lange ich auf ein passendes Angebot warten will/kann, der Leidensdruck ist momentan hoch. Zwei der Stativbeine klemme ich momentan mit Schraubzwingen aus dem Baumarkt (was ich ziemlich peinlich und lästig finde). Dann wäre es eventuell eine Option, das Stativ mit dem selben Glumpmodell für 20€ zu ersetzen und auf was passendes zu warten. Das macht die Sache jetzt auch nicht leichter. Vielleicht gewinne ich ja am Wochenende im Lotto (ich spiele zwar nicht, aber die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen ist ja auch nur unwesentlich höher, wenn man spielt ;) ).

Viele Grüße
Markus
 
Hi Markus,
Du hast schon recht, die GP ist nur optional motorisiert.
Setz doch einfach mal ne Suche rein - hat mir schon manchmal geholfen...
 
Hallo,

richtig, und die Stromversorgung geht über DD1, und Batteriepack 8 x 1,5 Mono, oder Netzteil 12 Volt. Die manuelle Nachführung geht aber auch gut, ohne hakeln, sehr gleichmäßig.

Gruß
Wilfried
 
Hallo,

ich werfe noch mal die Vixen SP (Super Polaris) in den Ring, technisch kaum schlechter als die GP. Sie ist jedoch meist preiswerter zu haben und hat auch diesen coolen 80er Jahre, "alles war besser" touch.
Ach und natürlich auch made in JAPAN ;-)
Da geht dann natürlich auch schon Fotografisch einiges, Polsucher und Motoren vorrausgesetzt. Habe aber auch schon per Hand nachgeführt was halbwegs brauchbares hinbekommen. Ist aber eher was für hartgesotten puristen.

Grüße

Jarno
 
Hallo zusammen,

dann schon mal vielen Dank für eure Antworten. Auch wenn es die Sache für mich zunächst nicht einfacher macht. Ich setze dann mal auf ein Gottesurteil und beobachte den Marktplatz, ob entweder ein günstiges Stativ hergeht oder, besser noch, eine der angesprochenen Montierungen. Bis dahin pack ich weiter die Schraubklemmen mit ein...

@Jarno: die SP kommt dann mal mit in die Suchliste. Obwohl der 80er-alles-war-besser-Look mich eher frösteln läßt. Du meine Güte, hast du die modischen Entgleisungen damals nicht noch in Erinnerung?! :D Fotografie ist für mich ohnehin kein Thema, ich seh mir die Bilder zwar gerne an, aber ewig rumbelichten und am PC nachbearbeiten ist nicht so sehr mein Ding.

Viele Grüße
Markus
 
Ich nochmal,

was noch nicht ganz beantwortet wurde: gibts beim Gegengewichtseinsatz irgendwelche Faustregeln? Oben kam ja schon, dass weiter rausgeschoben schlechter ist, da es den Aufbau schwingungsanfälliger macht. Gibts da was in Richtung Tubusgewicht x braucht Gegengewicht y oder y-z, wenn um 5cm verschoben? Oder muss man einfach rumprobieren bzw. auf Erfahrungswerte (d.h. ich frag im Forum nach ;) ) bauen?

Viele Grüße
Markus
 
Hi Markus,

je näher das Gegengewicht am Achsenkreuz liegt, je günstiger. Meiner Erfahrung nach sollte das Gegengewicht bei der GP dem Gewicht des Tubus entsprechen. Dann ist man immer in der Lage, nahe am Achsenkreuz, das Teleskop ins Gleigewicht zu bringen.Irgendwelche Formeln hierfür kenne ich nicht, und hätte sie auch nicht gebraucht.

Viele Grüße
Wilfried
 
Hallo Markus,

vielleicht hilft Dir mein "Sempf", wenn ich ihn noch dazu gebe:

Ich würde so vorgehen:


visuell: Faktor = 1,25
fotografisch: Faktor = 2

Nimm das reale Gewicht Deines beabsichtigten maximalen Equipments, schlage 10% für Kleinkram drauf. Das beinhaltet Kabel, Telrad, kleinere Okus und derlei Zeugs,

das Ergebnis multiplizier mit dem "Faktor".

Den Wert muss Dir der Anbieter angeben als Tragkraft. Dann hast du zumindestens ein Indiz für die Leistungsfähigkeit der Montierung.

Als nächstes schau Dir Deine Kandidaten im Laden an. Nicht nur Baugröße und Gewicht, auch Handhabung und Bedienung sind wichtig.

Für Deine Anwendung sehe ich wegen der möglichen Parallelmontage auf jeden Fall mindestens eine GP-Montierung vor mir, wenn nicht etwas größeres.

Denn - Dein Equipment wird wachsen. Und eine zu kleine Montierung verdirbt Dir den Spaß an JEDEM Teleskop.


LG Jörg
 
Hallo Markus,

sehe erst jetzt, dass Du hier ne Frage gestellt hast. War ja auch dabei, wie Dein Missgeschick passiert ist...

Falls das für Dich von Interesse ist: auf der Volkssternwarte steht eine GSO Skyview und eine SP oder GP von Vixen. Zum befingern, ob Dir sowas gefällt sicher eine Idee. Meine Frau hat im Keller eine Astro5 von TS, also ein GP-Clone, auch die kannst Du Dir gerne ansehen, vielleicht hilft es ja, das Zeugs mal live zu sehen.

Herzliche Grüße aus Sinzing (am Samstag werde ich von unserm Garten aus fotografieren...),

Gottfried
 
Hallo Gottfried,

vielen Dank für dein Angebot, werde u.U. darauf zurückkommen. Im Großen und Ganzen kann man aber sagen, dass praktisch JEDE Variante besser sein wird als die jetzige.

Danke auch noch an Jörg und Wilfried, die jetzt meinen theoretischen Wissensschatz erweitert haben.

Viele Grüße
Markus
 
Hallo Markus,

zu Ralf´s Hinweis, ich denke auch das die GP-E was taugt. Auf dem Foto macht sie einen gepfegten Eindruck. Wie mir scheint, fehlt an der Stundenachse die Abdeckung. Diese hat ein kleines Loch, durch das man Polaris anpeilen und mittig zur Stundenachse bringen kann. Für die manuelle (händische)Nachführung eine schöne Sache. Wenn du die GP-E ohne die Kappe bekommen kannst, trotzdem zugreifen. Wenn sie fehlt schick mir eine PM. Ich habe noch eine, und würde sie Dir per Briefpost zusenden.

Gruß
Wilfried
 
Hallo zusammen!

Jetzt krusche ich mal meinen alten Thread nochmals hoch, denn ein netter Mensch hat mir -einfach so- eine NEQ3 geschenkt (man war wohl des Leides überdrüssig, mich bei der vergeblichen Jagd nach einer gebrauchten GP zu erleben). Wie auch immer, eine NEQ3 auf dem Balkon ist besser als eine GP auf ebay ;)

Letztes Wochende ergab sich dann auch (endlich mal wieder stabil klarer Himmel!) die Gelegenheit zum First Light Nachführung :D Im Gegensatz zur EQ2 wackelt es jetzt nicht mehr, wenn man nachfokussiert! Erstmals konnte ich jetzt sehen, dass das Spiegelshifting nur minimal vorhanden ist und nicht ins Gewicht fällt (vorher konnte man nicht so gut sagen, ob es Wackeln oder Shifting war). Auch beim Nachführen wackelt nichts mehr. Mehr kann ich eigentlich nicht erwarten und mehr wollte ich auch nicht.

Was mich natürlich erstmal vom Hocker gerissen hat, ist das Gewicht der Montierung. Konnte ich meine EQ2 noch einfach in einem Täschchen mitnehmen, ist das mit der EQ3 nicht mehr ganz so simpel. Freilich war mir klar, dass das Ding schwerer sein wird, aber es dann tatsächlich in Händen zu halten... Puh! So gesehen bin ich direkt froh, dass ich die EQ5 bzw. GP- Angebote immer zielsicher verpasst oder anderweitig verbummelt habe. Nun thront also mein 4" Mäkchen auf der EQ3 und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Montierung heillos unterfordert ist mit der "Last". Das Gegengewicht sitzt ganz oben an der Stange und eigentlich müsste es noch einen kleinen Tacken weiter rauf, um wirklich im Gleichgewicht zu sein (oder ich kauf mir noch 2"-Zubehör ;) ).

Einzige Schwachstelle ist nur das Alustativ. Das baugleiche hat mich ja bei meiner EQ2 schon schnöde im Stich gelassen und es ist momentan das einzige Teil, das Schwingungen in meinen Aufbau bringen kann. Für mein First Nachführung (sollte ich mir patentieren lassen) habe ich mit Stuhl beobachtet und das Stativ nur wenige cm ausgefahren, das war in Ordnung. Fährt man das Stativ weiter aus, dann merkt man doch zusätzliche Schwingung (nicht sonderlich schlimm in meinen Augen, aber ich bin da ja auch einiges von der EQ2 gewohnt).

Da ich ja ganz groß im theoretisch Geld ausgeben für Astroausrüstung bin, stellt sich natürlich -wie zu Beginn dieses Themas- die Frage: Neues Stativ kaufen? Bei der Suche nach möglichen "Stativkandidaten" bin ich aber auch noch auf einen Säulenaufsatz gestoßen, der die Montierung gleich um 40cm "höherlegt". Ich müsste das Stativ also auch nur wenig bis gar nicht ausziehen. Freilich hätte ich dann wieder ein Teil mehr zum Mitschleppen und mein kurzer Mak läuft auch nicht wirklich Gefahr, von einem Stativbein gebremst zu werden.

Das ist jetzt mehr eine theoretische Frage: Würdet ihr es auch für einen sinnvoll gangbaren Weg halten, die Montierung höherzulegen, um so das weite Ausziehen der Stativbeine zu vermeiden? Oder bringt das Höherlegen noch andere Nachteile mit sich, an die ich jetzt nicht denke (abgesehen vom Zusatzgepäck)?

Viele Grüße
Markus
 
Hallo Gottfried,

oh mann, das Stativ sieht aber ziemlich spintig aus (außerdem wirkt es auf dem Foto, als wären da nur zwei Beine dran :D )... Ist das echt schwingungsärmer? Und das Edelteil dürfte preislich über dem Wert meines gesamten Astrogerümpels liegen (inklusive Auto, wenn es vollgetankt ist). Das mit dem Stativ ist jetzt nichts dringendes, ich genieße einfach noch das zitterfreie Fokussieren ;) Das mit der Säule ist mehr so ein Gedankenexperiment, weil mir das zufällig über den Weg gelaufen ist.

Hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder auf dem Bergerl, dann kann ich gleich mal wieder das neue Stativ schrotten.

Viele Grüße
Markus
 
Servus Markus,
das dritte Bein versteckt sich hinter dem 2ten ;-)
Allerdings gibt es so was auch in neu, kost nicht viel und ist Bombenfest (im Vergleich zu chinesischen Alustativchen), siehst Du hier.

http://www.vermessung-ok.de/de-de/s...erzug-und-klemmbuegel-flach-108---180-cm.html

Den Felsbrocken hätten wir uns am Freitag abend in Sinzing angesehen, wenn das Wetter den gut werden würde, was mittlerweile unwahrscheinlich ist.

Hoffentlich bis bald,

Gottfried
 
Hallo Markus,

meine EQ3 steht auf einem Berlebach Report 2042.
Nachdem ich meine Alu-Stativbeine verloren hatte,
war ich recht überrascht, daß die Beine des Berlebachs so einfach umzuschrauben waren.

Sehr viel stabiler als die Alu-Beine und nur wenig schwerer. Link zur Grafik: http://www.traumflieger.de/forum/files/compcompcomprimg0011.jpg

Die Polhöhen-Schrauben werden gern krumm,
hier habe ich sie durch neue aus festem
Edelstahl ersetzt. Die Drehknöpfe lieferten
Getränkeflaschen aus Schottland...

Grüße

*entfernt*
 
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