Hi Elmi,
also in der Theorie ist der Mak nur wieder eine Cassegrain-Variante wie das SC auch. Einfach eine andere Lösung, um die sphärische Korrektur hinzubekommen. Hintergrund des "Ur-Maks" mag es wohl gewesen sein, die Korrektur nur mit sphären hinzubekommen, die man leicht genau schleifen kann. Bei moderenen Maks allerdings wird auch gerne mal asphärisiert, was Handretusche bedeutet, zum Beispiel um ein größeres Öffnungsverhältnis (f/5 ist größer als f/10) zu erlauben.
In der Praxis hat der kleine Mak (meist Gregory-Design) den Vorteil, daß alle Flächen noch sphärisch sind, so daß die Optik maschinell mit wenig "Gurkenquote" gefertigt werden kann. Beim SC zum Beispiel muß für die Korrektorplatte eine spezielle Schleifmaschine benutzt werden, denn die Platte wird zum Schliff mit einem Vakuum angesaugt und dadurch gezielt verbogen, damit sie nach dem Schliff ohne Vakuum in die gewünschte "Spezialform" springt. Dadurch wird ein 5" SC fast genauso teuer wie ein 8" SC.
Bei größeren Maks, so ab 150mm, kommt je nach Öffnungsverhältnis das Gregory-Design an seine Grenzen und es muß auf erweiterte Designs zurückgegriffen werden. Am Markt trifft man da gerne den Rumak an, dessen Fangspiegel nicht mehr in den Meniskus eingearbeitet ist, also einen eigenen Radius und damit einen weiteren Freiheitsgrad im Optikdesign bietet. Der hat immer noch rein sphärische Flächen.
Der Vorteil ist also, daß ein Hersteller der die Maschinen sorgfältig einstellt eine recht hohe Optikqualität liefern kann, ohne sehr viel Handarbeit zu haben. Die Russen (Intes / Intes Micro) haben das gemacht und so Geräte von sehr gutem Ruf herausgebracht. Davon profitieren nun auch andere Hersteller, wobei der Vorteil der russischen Geräte aber meiner Meinung nach auch in der Kombination mit einer ungeheuer robusten Mechanik lag, so daß die Geräte durch den Postversand kaum aus der Ruhe bzw. Werksjustage gebracht wurden und beim Kunden dann "aus dem Stand" (zumindest nach der Auskühlung) nahezu volle Leistung brachten. Wenn ich mir dagegen überlege, wie ein Vereinskamerad seinen 5" Skywatcher zerbasteln musste, um eine ordentliche Justage reinzubringen (was sich sehr gelohnt hat), ist das wohl einer der Hauptunterschiede zu den "leichten Maks" aus Fernost.
Ansonsten sind Vor- und Nachteile sicher die allgemeinen und altbekannten bei SC und MC:
Gegenüber dem Cassegrain ein geschlossener Tubus und daher Auskühlprobleme. (Lüfter, Tubusisolierung, etc.)
Durch den großen Frontkorrektor schwer.
Größere Obstruktion.
Nicht trivial zu justieren.
Kompaktsystem, wenig Hebel, relativ zum Gewicht leicht montierbar.
Sphärische Flächen preisgünstig (Ausnahme SC-Korrektorplatte).
Soweit mal im kurzen.
Clear Skies
Sven
PS: Google bringt es an den Tag, hier gab es vom Mario_II eine schöne aufstellung:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbth...mp;Number=66280