H-alpha Teleskop selbst zusammensetzen ?

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Alnitak

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Hallo liebe Beobachtergemeinde,
im Netz habe ich folgendes Bild mit einem selbst zusammengesetzten H-alpha Fernrohr.
Schon lange hegt sich bei mir der Wunsch nach einem Teleskop für die Protuberanzen zu beobachten. Ins Auge gefasst hatte ich da das 60mm von Lunt. Nun bekommt man aber von Lunt, Coronado oder Daystar einzelne Komponente zu kaufen um ein Teleskop wie im Bild hier selbst zu bauen.
Meine Idee wäre hier eines der 66/400er Ed´s zu nutzen.
Könnt Ihr mir weiterhelfen und erklären bzw. Aufklären was ich genau für Komponenten benötige ?
Wo liegen die Unterschiede bei den drei oben genannten Hersteller ?
Freu mich über jeden Tipp und Beratung
Christian
 

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Hallo Christian,

also Lunt und Coronado haben das gleiche System: der Hauptfilter sitzt vor dem Objektiv und hinten dran kommt noch der Blockfilter. Vorteil: keine Brennweitenverlängerung. Nachteil: für ein größeres Teleskop muß ein neuer Frontfilter her (sehr teuer).

Die Daystar und die Baader h-a Filter arbeiten mit einem Energieschutzfilter vorne und dem Hauptfilter hinten. Vorteil: ein größeres Teleskop braucht nur einen anderen Schutzfilter (günstigere Variante); Hauptilter gibt es in verschiedenen Halbwertsbreiten. Nachteil: braucht eine telezentrische Linse welche die Brennweite verlängert (damit evtl. nicht mehr die Sonne als Ganzes sichtbar).

Du brauchst also immer zwei Komponenten:
a) Hauptfilter+Blockfilter
b) Schutzfilter+Hauptfilter

CS,
Peter
 
Hallo Ulrich,
das bild war mit mehreren auf irgend einer Amerikanischen Seite, wo die ihre Fernrohre zeigten.

Hallo Peter,
ja da habe ich auch schon mal was drüber gelesen. Dann ist es also möglich einen dieser Blockfilter vor die Optik zu Montieren und hinten das spezielle Zenitprisma mit H-alpha Filter ?
Mann o mann, wenns net eine so genaue Nachführung benötigte, würde ich mir einen ganz einfachen Protuberanzenansatz zulegen.
Gruß
Christian
 
Zitat von Alnitak:
Mann o mann, wenns net eine so genaue Nachführung benötigte, würde ich mir einen ganz einfachen Protuberanzenansatz zulegen.

Hi!

So billig und einfach ist ein Protuberanzenansatz auch nicht, außerdem darfst du jeden Monat die Kegelblende austauschen, weil sich der Sonnendurchmesser regelmäßig ändert. Aber für den Preis von einem Protuberanzenansatz z.B. von Wolfgang Lille kriegst du bei Lunt ein komplettes Teleskop.

Lille verkauft übrigens auch Bausätze - das 20/20-System haben wir im Verein am auf 10cm abgeblendeten 150/2250-Refraktor. Es wird samt Telezentrik einfach in den 2"-OAZ gesteckt, dann noch der Energieschutzfilter vor das Objektiv. Das ist für dich vielleicht auch einen Blick wert: http://www.lille-sonne.de/seiten/produkte.htm Die Beratung da war sehr gut.

Gruß,
Alex
 
Hallo Christian,

genau anders rum: beim LUNT System vor der Optik den h-a Filter hinten den Blockfilter. Das mit dem Protuberanzenansatz würde ich auch lassen. Zum einen auch nicht billiger und zudem siehst Du eben nur die Protuberanzen und sonst nix auf der Sonnne und das wäre schade.

Schau mal auf der Seite von Andi Murner (http://www.strehlbuster.com) nach, da kannst Du noch mehr zum Thema lesen.

CS,
Peter
 
Hallo Peter,
danke für den Link. Das geht alles am Ende ganz schön ins Geld.
Ich glaube ich werde mir demnächst ein PST zulegen und es in Verbindung mit einem der C-ERF Filtern am Refraktor verwenden.
Das Einzige was mir nur hier zu Denken gibt, ist das ich schon oft gelesen habe das es beim PST häufig zu Unterschiede der Bandbreiten des Filters kommen kann. So eine Art "Glücksache". Stimmt das ? :gutefrage:
Ach, und stimmt es das mit dem Umbau eine Sicht der kompletten Sonnenscheibe entfällt ? Oder gibt es da noch Ausweich Möglichkeiten in punkto Brennweite der Optik etc. ?
Danke und Gruß
Christian
 
Bitte gerne. Da bist Du richtig informiert. Beim PST gibt es teils starke Schwankungen. Zwar haben alle <1A aber eben wie viel. Und beim Umbau geht fast sicher die Sicht auf die ganze Sonne verloren, da der Blockfilter des PST so schmal ist, daß das Bildfeld nicht mal für ein 1,25" Widefield-Okular reicht.

Ich würde raten: lieber die 600,-EUR sparen und ein Jahr länger auf h-a warten, dann aber richtig.

CS,
Peter
 
Hallo Peter,
naja, da haste auch wieder recht. Aber wenn Du schreibst lieber noch warten und dann richtig......was würdest Du Dir da kaufen, bzw. welche Kombination ?
Christian
 
Hm, also mit dem 66/400 ED hast du f6.

Für die SolarSpectrum von Baader/Daystar (wobei ich mittlerweile zu Baader rate wegen Service in DE) brauchst Du aber f/7,5 (ergibt mit dem 4x Telezentrik-System die benötigten f/30). Das heißt, Du müßtest auf ca 50-55mm abblenden (was aber schade wäre, da Du Auflösung verlierst). Vom Preis her kämst Du ca. auf 300,- (ERF Schutzfilter) + 300,- (Telezentrik) + 2.400,- (0,65A Ha-Filter unbeheizt - beheizt ist zwar 100x besser, ist aber doppelt so teuer) = 3.000,- mit Option es mit einem anderen ERF Schutzfilter an einem größeren Gerät benutzen zu können.

Mit dem LUNT/Coronado System könntest du die gesamte Öffnung nutzen. Dieser kostet in der 75mm Ausführung mit einem 600er Blockfilter bereits 3.100,- und Du bist total eingeschränkt (glaub mir, irgendwann kaufst Du dir einen 100 oder 120ED und dann wird's richtig teuer >7.000,-).

Du siehst ganz leicht ist die Entscheidung nicht. Ich glaube mittlerweile die optimale Lösung für mich gefunden zu haben: 127er f7,5 Triplet Semi-Apo mit beheitzen 0,7A Daystar Filter plus 0.7x Reduzer von Baader um die ganze Sonne sehen zu können.

Nur kurz um zu erläutern, warum ein "richtiger" Ha-Filter sein Geld wert ist: ich konnte mal direkt nebeneinander durch ein PST und einen Baader 0.6A schauen. Beim PST war eine ziemlich glatte Sonne mit Protuberanzen als kleine Ausbeulingen zu sehen. Beim anderen konnte man in den Protuberanzen Strukturen erkennen und auf der Sonne richtig viele aktive Regionen. Wenn man das mal gesehen hat, will man kein PST mehr :-)

CS,
Peter
 
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