Handhabung eines Foucault Testers

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Helwig_Fuelling

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Hallo Freunde der Nacht,

Mich hat inzwischen auch der Spiegel schleif Virus befallen. Bis die bestellten Spiegelrohlinge von Martin Trittelvitz hier eintreffen habe ich mich unter anderem mit dem Bau eines Foucault Testers beschäftigt. Im Internet gibt es eine Vielzahl von Bauanleitungen, die ich als Basis genommen habe. Da ich meine Finger nicht ruhig halten kann, habe ich mir gedacht, ich könnte ja mal den Spiegel meines MN 76 zum Üben auf Sphäre prüfen (der Spiegel ist ja ein Kugelspiegel) jetzt hocke ich seit einer Stunde hinter dem Foucault Tester und sehe leider nicht das was ich sehen sollte / wollte. Da ich aber gehört habe, das es jeder irgendwann kapiert suche ich den Rat der Experten hier im Forum.

Ich habe auf einem Kreuztisch ein Holzgestell mit einer superhelle weißen LED (mit einer Folie abgedeckt) montiert und diese mit der Messerschneide halb abgedeckt. Den Spiegel habe ich justierbar so aufgestellt, das er den „Halbmond“ der LED auf die Messerschneide oberhalb der LED reflektiert. Da man die LED sehr hellt regeln kann, habe ich den spiegelverkehrten „Halbmond“ auf dem Messer sehr schön fokussieren können. Ich habe zunächst mit dem Kreuztisch quer zur Achse die Schneide soweit rein gefahren, bis der Terminator der Reflektion möglichst genau auf der Messerschneide lag.

Jetzt ist mir nicht klar :

wie nah muss ich mit meinem Auge an die Messerschneide ran.
Wo genau muss ich muss ich mein Auge positionieren (Einblickwinkel)
Wie muss ich die Reflektion auf der Messerschneide positionieren. Ich habe an allen Achsen des Kreuztisches gekurbelt, und je nach Einblickwinkel und Augenabstand alles mögliche gesehen.

Kann mir jemand auf die Sprünge helfen ? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Schon mal vielen Dank im Voraus
Helwig Fülling
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Hallo,also erst mal zum Abstand , Spiegel - Foucaulttester.
Der Abstand =doppelte Brennweite, hat dein Spiegel eine Brennweite von einem Meter muss dein Tester (Schneide)2 Meter entfernt sein. So dann muss dein Auge ziemlich nahe an der Schneide sein, die Schneide schiebt sich praktisch in den Strahlengang hinein.Bei einem sphärischen Spiegel, wenn er wirklich genau sphärisch ist, siehst du entweder dunkel, also nichts, oder eine helle Scheibe, dann ist die Schneide schon wieder zu weit aus dem Strahlengang, oder eine graue Scheibe, dann bist du genau richtig.Sollte der Spiegel nicht genau sein, siehst du entsprechende Strukturen auf dem Spiegel.
 
Hallo Helwig,

wenn du den Halbmond scharf auf der Messerschneide abbilden
konntest warst du schon mal genau an der richtigen Position.

Nun musst du die Schneide etwas zur Seite schieben, damit
ein enger Spalt an der Schneide vorbei in dein Auge fallen
kann.

> wie nah muss ich mit meinem Auge an die Messerschneide ran.

dicht! Es geht zwar auch von etwas weiter weg, aber ich
würde sagen weniger als 15mm

> Wo genau muss ich mein Auge positionieren (Einblickwinkel)

So, dass das Licht des Spalts in dein Auge fällt. Dabei auf
den Spiegel fokussieren. Man muss da manchmal etwas suchen.

> Wie muss ich die Reflektion auf der Messerschneide positionieren.

Siehe oben, es muss etwas Licht an der Schneide vorbeigehen.
Vereinfacht gesagt: Die "richtigen" Strahlen sollen in dein
Auge fallen, die "falschen" sollen abgeschnitten werden.
Da dein Spiegel vermutlich knallsphärisch ist wirst du
nicht viel sehen, aber wenn du die Klinge langsam in den
Strahlengang schiebst soll der Spiegel "schlagartig"
abdunkeln. Wenn er irgendwo nicht richtig sphärisch ist,
dann werden diese Zonen etwas früher bzw. etwas später
abdunkeln.


Hoffe, das war einigermaßen verständlich, sonst frag noch mal nach.

Ciao, Heiner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Erich, hallo Heiner,

danke für die Antwort. Ich habe eure Hinweisen zu Herzen genommen und bin mit dem Auge so nah wie möglich an die Schneide rangegangen. Dabei habe ich festgestellt, dass der Aufbau insoweit eine ziemliche Fehlkonstruktion ist, da ich nicht weiß wo ich mit meinem Riechorgan hin soll. Nach einem provisorischem Umbau ging es besser.

Jetzt habe ich aber wieder ein par neue Fragen.

Heiner du schreibst

... aber wenn du die Klinge langsam in den
Strahlengang schiebst soll der Spiegel "schlagartig"
abdunkeln

Wenn ich das richtig verstanden habe, passiert das ja nur, wenn die Schneide genau im Fokus steht. Außerhalb des Fokus kommt die Schattengrenze jeweils von rechts oder links.

Um die Schneide so quer zur optischen Achse zu positionieren, wie Erich schreibt :

... oder eine graue Scheibe, dann bist du genau richtig

Ich bekomme das hier nur hin, indem ich mich mit beiden Achsen des Kreuztisches langsam dem Zielpunkt nähere. Also immer wechselweise mit der einen Achs sich dem Fokus nähern, und mit der anderen Achse die Schneide soweit rein oder rausfahre bis der Spiegel eine Grau Fläche zeigt. beide Bewegungen beeinflussen sich ganz erheblich. Vielleicht ist die Ausrichtung des Testers zum Spiegel nicht genau genug. Ist das die richtige Vorgehensweise ?

Ich hab versucht den Fokusdurchgang des Testspiegels mal in einer Bildfolge zusammezustellen. Der Vorschub zwischen jedem Bild war jeweils 5/100 mm.

Foucault Test (Achtung 400KB)

Ist die Einstellung jetzt soweit richtig, dass die Bilder eine Aussage zulassn, und wie wären die Bilder zu interpretieren?

Viele Grüße
Helwig Fülling
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Hallo Herwig,

der Verfahrweg muß genau mit der Spiegelachse fluchten, sonst wird das sehr fummelig.
Heiner hat ja schon geschrieben, dass du ganz richtig positioniert bist, wenn der Halbmond auf der Messerschneide scharf abgebildet wird.

Bei deinen Fotos würde ich Bild 5 als genau im Focus interpretieren, weil ich da am meisten sehe. Bei Bild 3 und 6 erkenne ich dass es oben etwas heller ist was vermuten läßt, dass deine Schneide nicht 100% senkrecht zur Spiegelachse steht.(aber sehr wenig)

Nachtrag: Du kannst solche Bilder z. B. mit der kostenlosen Software Irfan View auf locker 60 KB eindampfen, in wenigen sec. !!

Grüße
Micha
 
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Hallo Helwig,

wenn ich mir die Bilder so ansehen ligst du ganz richtig
mit deiner Vorgehensweise!

> Ist die Einstellung jetzt soweit richtig, dass die Bilder
> eine Aussage zulassn, und wie wären die Bilder zu
> interpretieren?

Evtl. habe ich etwas überlesen, aber um die Bilder auswerten
zu können braucht man noch die Information, von welcher
Seite die Schneide kommt. Dein Spiegel hat offenbar ein
leichtes Problem mit der Randzone und ich meine eine kleine
ringförmige Zone bei ca. 50% Radius zu sehen.

Es ist immer etwas doof mit einen Spiegel anzufangen, der
wenig von der Sphäre abweicht. Deshalb ist es evtl. eine
gute Idee, sich selbst ein paar Fehler zu produzieren. Eine
immer wieder gern versuchte Übung ist es den Spiegel lokal
mit dem Daumen anzuwärmen (dünnes Tuch dazwischen) und sich
dann den Berg im Foucault anzusehen. Das geht natürlich
nicht mit Zero-Expansion Glas. Geh dabei vorsichtig mit der
Spiegelschicht um!

Noch ein Nachtrag, ich denke auch, dass irgendwo bei Bild
5 der Fokus ist. Bei diesem Bild sieht man auch am meisten
Luftschlieren was typisch ist (z.B ca 4:30 und 6:00Uhr).

Ciao, Heiner
 
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Hallo Heiner, Hallo Micha,

ich melde mich erst jetzt wieder, weil ich gestern viele Stunden mit dem Foucault Tester experimentiert habe, mit mäßigem Erfolg.

Ich wollte was gutes tun und hatte mir bei eBay für kleines Geld einen Kreuztisch gekauft, wie er auch in verschiedenen Bauvorlagen verwendet wurde. Das Ding ist aber ziemlicher Mist. Um das Teil spiel- bzw. hysteresefrei zu bekommen muss mann die Führungen und die Spindelmuttern relativ stramm anziehen. Dann läuft aber der ganze Trieb so schwer, dass man beim Drehen soviel Kraft aufwenden muss, das der ganze Aufbau und die geweils andere Achse mit beeinflußt wird. Die ganze Meßmethode ist so emfindlich, das es ausreicht die Digitalkamera auf den Tisch zu legen um das Bild total zu verändern.

Ich baue jetzt das ganze so um, wie Heiner es auf seiner (ganz fantastischen) Seite beschrieben hat.

Wenn der Aufbau fertig ist würde ich mich, soweit das hier von allgemeinem Interesse ist, gerne noch mal mit Fragen an euch wenden.

Zunächst eimal herzlichen Dank für die Hilfe
Helwig Fülling
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Hallo Helwig

Gegen Getriebespiel habe ich Federn eingesetztund beim Messen darauf geachtet, daß ich immer von der gleichen Seite die Position anfahre.
 
Hallo, es hat doch bestimmt nur Spiel, wenn du von vor auf zurückdrehst? Ich sehe das nicht so schlimm und mache es so wie mein Vorredner.
Gruß Erich
 
Hallo Erich, hall Norbert,

es handelte sich bie dem Kreuztisch um das folgende Modell

KT 70

Das Teil war aber mit dem Aufbau den ich draufgebaut hatte völlig überfordert (es ist viel kleiner als es auf dem Bild erscheint). Die Spindeln sind so schwergängig, dass man eine sehr starke Feder hätte nehmen müssen, wobei dann noch die Frage des Angriffspunktes der Feder geklärt werden müste.

Ich habe jetzt den Umbau abgeschlossen und der Tester sieht jetzt so aus :


Link zur Grafik: http://www.astro-fotografie.de/Bilder/foucaulttester01.jpg



Link zur Grafik: http://www.astro-fotografie.de/Bilder/foucaulttester02.jpg


Er sieht zwar jetzt etwas zerrupft aus, funktioniert wunderbar feinfühlig. die Verstellung erfolgt völlig rückwirkungsfrei auf die jeweils andere Achse.

Im Moment ziehe ich den Schlitten mit einer Gummiflitsche zurück. Das funktioniert zwar ganz gut, aber ich suche noch nach einer passenden Zugfeder. Bei verschidenen Federherstellern habe ich schon mal nachgeschaut, bin aber nicht fündig geworden. In meiner "Krabbelkiste" finde ich auch nichts passendes. Habt ihr eventuell eine Quelle, wo man eine entsprechende Feder bekommt (als Einzelstück) ?

viele Grüße
Helwig Fülling
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Hallo Hellwig,


wo verbirgt sich bitte der Kreuztisch KT 70 auf den Fotos Deines Testers???

Beste Grüsse,
Gerald
 
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