Hauptspiegelblendenproblem im Cassegrain

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Engl_Thomas

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Hallo Leute!

Ich (wir) sind gerade in der Planungsphase für ein neues Telskop. Es soll ein klassischer Cassegrain mit einem wechselbaren Umlenkspiegel werden (so wie früher die MPT´s von Lichtenknecker). Dazu würden wir den Tubus teilbar bauen, da ja die entsprechenden Abstände der Spiegel zueinander verschieden sind. Jetzt beginnt aber mein Dilemma. Im optimalen Fall würden beide Varianten einen unterschiedliches Blendenrohr des Hauptspiegels benötigen. Da ich weiß, dass man beim MPT nur den oberen Teil wechseln musste, frage ich mich, wie Lichtenknecker dies gelöst hat (habe leider nie eines zu Gesicht bekommen). Was würde passieren, wenn ich nur das Blendenrohr für f/10 einbaue, und dies auch bei f/20 benütze? Noch was: dieses Gerät muss nicht! Tagblindfrei sein.

Zu unseren Grunddaten: Ausgangspunkt bildet ein 300mm f/3,5 Hauptspiegel

Variante 1) Verlängerungsfaktor Umlenkspiegel = 2,86x (gesamt f/10)

Variante 2) Verlängerungsfaktor Umlenkspiegel = 5,71x (gesamt f/20)

Natürlich könnten wir auch f/10 bauen und mit einer Barlow verlängern, allerdings läge die Obstruktion bei f/10 (nur die beiden Spiegel zueinander) bei rd. 35%. Im f/20 Modus könnte ich die Obstruktion auf rd. 20% reduzieren (in beiden Fällen kommt aber noch die Fangspiegelhalterung dazu). Trotzdem finde ich 15% Unterschied schon so hoch, dass sich diese Variante visuell auszahlen dürfte.

Wäre sehr an Euren Meinungen interessiert

Derweilen schöne Grüße aus Tirol
Tom
 
Hallo Tom,

das Thema beschäftigt mich auch schon seit längerem. Die grundsätzliche Problematik beim Cas ist doch der Kompromiss zwischen Vignettierung und Blendschutz - bei Dir kommt noch die Austauschbarkeit hinzu.

Ich habe lange überlegt und bin zu einem eigenen Kompromiss gekommen, den ich einerseits für leicht praktikabel und andererseit für nicht allzu kontrastmindernd halte: das Blendrohr wird nicht auf maximale Länge ausgebaut, weil mir dadurch die Randvignettierung zu groß wird. Stattdessen werde ich eine lange (!) Taukappe als Blendschutz vorne anbringen. Diese dürfte den berüchtigten direkten Lichteinfall auf die Bildebene deutlich reduzieren, soweit jedenfalls, dass ein kürzeres Blendrohr ausreichen sollte. Kombiniert man das mit anderen Streulicht-mindernden Maßnahmen (Velourbeklebung des Tubus' und ein paar Blendringe), sollte das Endergebnis auch bei kürzerem Blendrohr in Ordnung sein.

Ich vermute das derzeit noch, mein Cas ist noch nicht ganz fertig gebaut, weil ich noch Lüfter am Tubus anbringen will und ein paar andere Feinheiten noch nicht ganz fertig sind. Ich berichte gerne, wenn's alles läuft.

Übrigens mein Gerät habe ich von einer Schulsternwarte erstanden, die von einem durchaus kompetenten Lehrer betreut wurde. Die kamen lange Zeit prima mit dem Cas aus und hatten überhaupt kein Blendrohr drin, weder am Haupt- noch am Sekundärspiegel... Am Nachthimmel hat sich das tatsächlich nicht so sehr stören bemerkbar gemacht, wie ich befürchtet hatte - aber ein bisschen verbessern will ich's jetzt doch mal.

Gruß,

René
 
Hi René,

entschuldige die späte Antwort, war aber am Wochenende nicht online. Wäre echt super von Dir, wenn Du mir Deine Erfahrungen mitteilen könntest. Allerdings das ohne Blenden (wie bei der Schulsternwarte) kann ich mir nicht so richtig vorstellen, da wir vor kurzen dasselbe Problem an unseren 400er RC hatten. Bei Beobachtungen ohne Blenden war der Himmelshintergrund mehr hellgrau als dunkel (obwohl wir einen Gebirgsstandort ohne Streulicht haben). Erst durch Anbringen derselben war das Bild so, wie wir es uns vorstellten. Aber vielleicht ist der RC in der 3x3 Konfiguration nochmals empfindlicher als ein Cassegrain???

Grüße aus Tirol
Tom
 
Hallo Thomas,

für ein verstellbares Hauptspiegelblendrohr würde sich eine eine Art "Helicalfokusierer" kurz über dem Hauptspiegel eignen. Der mit zwei Endlagen, fixiert durch eine kleine Kugel mit Feder und Kerbbohrung, durch Drehen die jeweils benötigten Lage erreicht. Oder ein einfacheres Auszugsrohr mit mit runden Sprengring und zwei entsprechenden Nuten für die Arretierung. Der Tubus kann, an den Teilungsstellen mit plangedrehten Alu Flanschen von ca. 10-12mm breite, zur reproduzierbaren Montage, mit asiemetrisch angeortneten Messingstifften ca.5mm und Schnellspannklammern ausgeführt werden. (Die Flansche müssen zum Tubus hin mit einer Messuhr exakt positioniert und dann am Tubus befestigt werden).
Das ermöglicht den schnellen wechsel der justierten Fangspiegeloberteile.
3. Variante Komakorrektor anstelle des Fangspiegels mit Anschß für CCD-Kamera.
Gruß Günter
 
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