Hauptspiegelhalterung wie?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Lorchi

Aktives Mitglied
Hallo!

Nun, ich habe einen schönen Spiegel erhalten. 340mm f/4,5, 26mm Rand.

Die Halterung dafür will ich selber bauen. Sie bereitet mir aber noch etwas Kopfschmerzen.

Der Spiegel soll in einen parall. Newton, die Lagerung in einer Schlinge scheidet also aus.

Normale Halterungen nehmen den Spiegel in die Zange, aber so sonderlich begeistern mich die üblichen Klammern nicht.
Im Netz habe ich noch eine Variante gesehen, wo der Spiegel mit drei runden Holzklötzen eingespannt wird - aber wie das Wort schon sagt, das begeistert mich noch weniger.

Was gibt es für Alternativen? Mir würde jetzt einfallen, die Anzahl der Klammern zu erhöhen auf z.B. 6, auf dass alles etwas gleichmäßiger und entspannter wird. Aber da gehen mir die Ideen schon aus...

Ach ja, es soll natürlich so leicht und unkompliziert wie möglich sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Ich bin dankbar für alle Anregungen!

Viele Grüße, Henning
 
Hallo,
da ich zur Zeit auch Infos sammle bezüglich Newton-Selbstbau würde mich interessieren ,ob das Silikon nicht in der Lage ist,die unterschiedlich Materialausdehnung auszugleichen ohne das Verspannungen im Spiegel auftreten.Ein Bekannter würde mir Alublech von 1cm Stärke besorgen,was mir einen extrem stabilen Eindruck macht als Spiegelhalterung,allerdings ist auch im Forum zu lesen,dass Alu sich mehr als andere Materialien ausdehnt.Wie würdet ihr verfahren bei der Verwendung eines solchen Bleches?
 
Hallo,

Peter Böhm hat sich für sein 47 cm/f4 Newton-Teleskop einen Aluring drehen lassen http://www.astropit.de/teleskop/spiebett.htm, was ziemlich aufwendig ist aber gut funktionieren soll.
Für die Hauptspiegelhalterung reicht übrigens nach PLOP auch bei dem dünnen Spiegel eine 6-Punkt- oder 9-Punkt-Lagerung die sich wesentlich einfacher bauen läßt als eine 18-Punkt-Lagerung, etwas leichter ist und sich wegen der geringeren Fläche auf die Temperaturanpassung des Hauptspiegels positiv auswirken sollte.

CS

Roland Krebs
 
Hallo Markus,
"würde mich interessieren ,ob das Silikon nicht in der Lage ist,die unterschiedlich Materialausdehnung auszugleichen ohne das Verspannungen im Spiegel auftreten."

Ich hatte mal einen 2" dicken 18" der wie beschrieben mit Silikon auf Aku aufgeklebt war, bei dem hat es perfekt funktioniert. Wenn man aber einen sehr dünnen Spiegel verwenden will könnte das kritisch werden, da würde ich sicherheitshalber auf ähnliche Ausdehnungskoeffizienten achten.

"Alublech von 1cm Stärke besorgen"

Was willst Du bauen, einen 30"? 1cm Alu ist was für den Schiffbau - völliger overkill für kleinere Spiegel.

Grüße,
Cord

 
Hallo Cord,
zugegeben,ich bin nicht gerade das was man als "erfahren "betrachten kann,also verzeih mir meine etwas unbeholfenen Fragestellungen und Anmerkungen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> .
In meinem Fall handelt es sich um einen Spiegel,wie er im Meade Starfinder 16" eingebaut ist und da ich in die Mitte der Halterung gerne noch ein Loch für einen Lüfter schneiden möchte,hielt ich dieses Alublech für eine gute Sache(zumal es mich wahrscheinlich nichts kosten würde und mit der Wasserstrahlschneidmaschine in wenigen Minuten erledigt ist).
Ich bin sehr dankbar für nützliche Tips,denn zu meiner Schande muss ich gestehen,dass das Rohr in dem der Spiegel jetzt seinen Platz hat, eher an eine "Stalinorgel" erinnert als an ein Teleskop und das ganze "Ungetüm" eigentlich nur eingepackt im Keller steht (leider,denn die Optik ansich ist wirklich nicht übel).
Also,wenn mir jemand gute Ratschläge erteilen kann,würde mich das echt freuen und ich denke ,anderen geht es vielleicht ähnlich.
 
Hi Markus,
wenn das Teleskop fest aufgestellt wird und das Gewicht keine Rolle spielt kannst Du natürlich ruhig das dicke Blech verwenden. Wenn Du das Gerät aber transportieren mußt würde ich mir das gut überlegen, denn ansonsten fristet es sein Dasein wohl weiter im Keller ;-)

Grüße,
Cord
 
hallo Cord,

bei dem von dir vorgestellten Aufkleben des Spiegels auf die Dreiecke ohne Unterstützung von Schlaufen, Rollen o.Ä. am Rand, hast du ja vollkommen andere Krafteinleitungen als bei Standardzelle, die nur Kräfte in Richtung der optischen Achse aufnehmen muss.

Hast du schon mal eine Software gesehen, mit der man das berechnen kann?

Man halte sich vor Augen, dass bei einem grossen Spiegel von 15-20kg schon Kräfte senkrecht zur Spiegelfläche in der Grössenordnung von 100g reichen, um Astigmatismus zu verursachen!

clear skies

Wolfgang
 
Hi Wolfgang,
ich kenne leider auch keine Software mit der Amateure das berechnen können, aber bei den Profis ist die laterale Befestigung mittels Silikon durchaus üblich.
Beim California Extra Large Telescope wird z.b. eine Ringstruktur zentral mit Dow Corning Silikon auf die Rückseite geklebt: http://celt.ucolick.org/reports/report16_mirrorsegsupprt_mar01/dwg_report16_3.pdf
Hier wird die laterale Stützung in ein zentrales Loch eingeklebt (Abb.5): http://lamost.bao.ac.cn/docs/paper/SPIE/Mb.pdf
Bei diesem Spiegel werden 3 mittels Silikon aufgeklebte bi-pods verwendet(Abb.5,9): http://www.aura-nio.noao.edu/book/ch4/4_5_C.pdf

Beispiele von Amateuren die erfolgreich direkt auf die Dreiecke kleben gibt es natürlich auch, z.b.:
16" 1,5" dick: http://education.gsu.edu/spehar/FOCUS/Astronomy/krajci/krajci.htm
20",22": http://www.foothill.net/~sayre/index.htm

Grüße,
Cord
 
Hallo Henning,
der Name "Klammern" ist für die Spiegelzelle ja eigentlich tödlich, denn der Spiegel darf von oben auf gar keinen Fall
gedrückt werden, er ruht auf seiner X-Punkte-Auflage, (je nach Gewicht und Größe, )und mit jedem Grad, den das Teleskop Richtung Horizont fährt, wird der Spiegelrand belastet, und der Spiegelboden entlastet.Soweit ist das uns allen klar. Bei 3 seitlichen
Haltepunkten würden nun die knapp 25kg meines Spiegels irgendwann und in irgendeiner Position auf einem Pünktchen
lagern, wenn das keine optische Deformierung gibt??
Also ich machte statt 3 Schräubchen 49 Schräubchen, wie auf meiner H.P.beschrieben, und habe die Option, falls im Winter der seitliche Druck zu groß wird, innerhalb einer Minute die Schrauben etwas zu lösen und mit Gefühl wieder
Spannungsfrei anzulegen.
Mit Silikon hätte ich persönlich Angst, das ganze zu verspannen (schnippel mal das Silikon erst wieder ab!!)und
der Unterbau müßte ein seitliches Verrutschen ja verhindern, aber baue mal die Wippen und Dreiecke usw.wackelfrei, daß bei fotofrafischenm Einsatz nichts passiert! Mir haben Fachleute abgeraten.
Auch seitliche Wippen mit weitaus weniger Schrauben wären eine gute Lösung.(Statt 3 mach 6 geht ja in diese Richtung.)
Viel Spaß beim konstruieren und spannungsfreie Spiegellagerung wünscht Dir
Peter.
Homepage
 
Hallo Ihr, hallo Peter,

aus denselben Gründen wie Peter meint, ist mir Silikon etwas zu suspekt. Weiterhin habe ich doch gerne ein insofern modulares Design, als dass ich den Spiegel wegen irgendeines dummen Zufalls zur Not auch mal ausbauen könnte.

@ Peter: Im Prinzip habe ich dasselbe vor wie Du, nur kleiner (13,5"). Deine Halterung habe ich gesehen, die ist ja monströs! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Ich möchte jedoch so leichtgewichtig wie möglich bleiben, denn es soll zerlegbar und transportabel werden.

Was haltet Ihr von der folgenden Idee:

nahe am Spiegel aber ohne Berührung befinden sich 3 stabile Aufnahmen mit "Spann"-Vorrichtung für insgesamt 3 Stück Metallbänder (z.B. Tapetenlineal, aber mit gleicher Wärmeausdehnung wie d. Spiegel). Die Bänder sind mit 0,5mm Gummi o.ä. beklebt, und werden dann vorsichtig soweit zugezogen, dass sie gerade am Spiegel anliegen, aber keine Kraft ausüben (durch die Halterungen wären sie schon vorgebogen). Dann läge der Spiegel in jeder Richtung in Schlingen, und wäre so weitestgehend gleichmäßig gelagert, nicht punktuell, sondern nur punktuell nicht.
Ansonsten wie üblich 3 "Klammern", die mit Kork oder so ca. 0.05 - 0.1 mm über dem Spiegelrand schweben.

??

Viele Grüße, Henning
 
Hallo Henning,
Klingt gut, nur wie kriegst Du das zentriert? Bei mir ist ja der Aluring ein fester Halt, und ich kann auf 0,5mm genau den Spiegel zentrieren . Aber verfolge diese Idee unbedingt weiter. "Süß" finde ich Deine technische Beschreibung
nicht punktuell, sondern nur punktuell nicht.
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Grüße Peter.
 
Hallo Peter,

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ich denke, die Zentrierung ist nicht so das Problem. Eine grobe Vorzentrierung könnte man durch eine variable Schraubverbindung der Halterungen erreichen (Langlöcher), sofern überhaupt notwendig (je nach Tubusgenauigkeit). Und in der Größenordnung von 1 - max. 2 mm könnte man folgendermaßen feinjustieren: die Bänder, in deren Richtung der Spiegel rutschen soll, leicht lösen, dann das / die verbliebene(n) leicht spannen, bis der Spiegel da liegt wo er soll, dann leicht die Spannung wegnehmen (nur Berührung übriglassen), und zuletzt die Gegenseite wieder anziehen bis der Spiegel rundum gefasst ist.
Dadurch würde sich bei den Halterungen durch die geänderte Spiegelposition leicht die Strecke ändern, wo die Bänder tangential vom Spiegelrand zu den Halterungen gehen und der Spiegel nicht anliegt, was aber in dieser Größenordnung nichts ausmachen sollte. Ich muss das mal genauer durchdenken.

Aber ich glaube, so werde ich es probieren. Wo bekommt man denn Tapezierlineal? Google hilft mir da nicht sonderlich weiter... wobei vielleicht auch ganz dünnes V2a-Blech funktionieren könnte, aber das ist doch recht hart.

Weiß jemand, ob Tapezierlineal rostfreier Stahl ist, oder nur verchromt o.ä.?

Viele Grüße, Henning
 
Hallo Henning,
schau mal hier: Spiegelfassung Die seitliche Fassung besteht aus drei Wippen die auf Stifte drücken. Ähnlich wie bei einer Heißklebepistole. Hab lange überlegt und bin froh daß ich es so gemacht habe. Da die Wippen von aussen zugänglich sind, läßt sich schnell prüfen ob der Spiegel nicht gespannt ist. Erst werden alle drei Wippen fest gespannt un der Siegel in position gedrückt anschließend eine Wippe gerade so leicht lösen. Und schon schwimmt der Spiegel schön spannungsfrei. All drei Wippen lassen sich dann von aussen leicht "wackeln". Ich schätze daß ich ein Spiel von etwa 0,1mm Seitlich habe und die merkt man beim rumschwenken nicht.
Gruß Andreas
 
Servus Cord
Frage: Gibts eigentlich empfehlungen wie dick das Silikon sein soll? Soll es ein Blop sein oder fest auf den Spiegel gedrueckt? Ich habe bei meinem letzten Dob die Kriege Zelle genommen und dann mit Silikon auf den Spiegel geklebt. Die Blops waren jeweils 1 Markstueck dick , die Muenzen habe ich daneben zur Abstueztung reingeschoben und nachdem das Silikon getrocknet war, wieder rausgezogen.
Kam mir aber ein bisschen flexibel vor...
Wie dick wuerdest Du die blobs machen?
Gruesse
Alex
 
Hallo Godzilla,

ja das wäre dann die Lösung "mach 6 aus 3". Ich würde mir bei einem Komplettselbstbau wohl die Stifte sparen, und die Hebel direkt (mit einem dünnen Kunststoffpuffer) an den Spiegel drücken lassen.

Was denkst Du von meiner Band-Idee?

Gruß, Henning
 
Hi Alex,
meist wird eine Dicke von 2-3mm und 20-30mm Durchmesser empfohlen. Im Individualfall hängt das natürlich auch vom Spiegelgewicht, Anzahl der Punkte etc. ab.
Mein 18" war auf einer 18 Punktzelle mit ca. 30mm großen und 1-2mm dicken ringförmigen blobs aufgeklebt.
Den 12.5" hab ich zuerst mit 9 20x5mm blobs einfach direkt auf eine Carbonplatte geklebt (also ganz ohne traditionelle Zelle), das erwies sich jedoch als unbrauchbar weil die Kollimation nicht gehalten wurde. Inzwischen hab ich mit 18 20x3mm Blobs wieder direkt auf die Carbonplatte geklebt und jetzt siehts gut aus - scheint so als könnte man sich zumindest bei kleineren Spiegeln eine komplizierte Zelle sparen.
Für Deinen Spiegel (war ein 16"x2", oder?) würde ich eine 18 Punktzelle mit 20-25x2mm blobs verwenden, evtl. auch ringförmig ausführen.
Der Alois hatte mir noch einen guten Tip gegeben: während des Trocknens einen Lüfter auf das Silikon richten, so härtet das Silikon gleichmäßiger aus und es wird verhindert das der innere Teil flüssig bleibt bzw. erst viel später aushärtet und so Verspannungen verusachen könnte.

Grüße,
Cord
 
Hi Cord
Cool, dann war die Idee mit dem 1 Mark Steck ja gar nicht so schlecht...:-)ich bau das scope gerade um, dann wird der Spiegel wieder auf eine 18-punkt Halterung geklebt
Gruesse
Alex
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben