stefand
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
eigentlich wollte ich nur kurz nach dem Saturn gucken, weil die Monde laut Himmelsjahr recht dicht dran stehen sollen und auch Stellarium interessante Konstellationen vermuten ließ.
Aber es klarte zunehmend auf und da wir Neumond haben, wäre es doch eine Schande, würde ich diese Gelegenheit nicht ein wenig nutzen.
Gegen 22 Uhr hatte der Herkules eine Höhe erreicht, die es erlaubt die drei Kugelsternhaufen im nördlicheren Teil des Sternbildes aufzusuchen.
Der M13 muss nicht genannt werden, er zeigte bereits im 9mm Ortho (112x) eine gute Körnigkeit, so dass ich recht schnell das 6mm Radian eingesteckt habe.
Auf diese Momente wartet man, glaube ich, mehrere Monate. Obwohl ich mit einem 4" Maksutov keine Öffnung zum Auflösen des Kugelsternhaufens habe,
kamen mächtig viele Sterne im Sternengewimmel durch und am Rand war der M13 sehr gut angelöst. Das habe ich so durch dieses Gerät bisher nicht gesehen und verglichen mit größeren Geräten (6") war das schon richtig gut.
Gute Transparenz, gutes Seeing und die für meinen Beobachtungsort richtige Himmelsrichtung gaben den Ausschlag.
Also sollten auch M92 und NGC6229 aufgesucht werden. Der M92 durfte nur durch das 32mm TV-Plössl "hallo" sagen (das ist nunmal sein Schicksal ...), aber der NGC6229 sollte auch mit dem 12mm Radian kurz zeigen, ob der Himmel so gut ist, wie gedacht.
Das Finden mit einem Ausdruck aus HNSKY und dem ungefähren Wissen, wo der KS steht, war schnell erfolgt. Bei 83x im 12mm die Augenmuschel des Okulars etwas hochziehen, um die Laternen abzudecken ... wow, da ist ein heller, etwas größerer Kern und ein Halo, welcher etwa nochmal den gleiche Radius wie der Kern hat.
Also kein sehr großer Halo verglichen mit dem flächigen Kern und vielleicht auch nicht ganz mittig, der Kern.
So angespornt, wollte ich M3 und M53 überfliegen, was auch gelang und dann den NGC5053 finden. Der hat 0.2mag mehr als der gesehene NGC6229 aber der NGC5053 liegt in der 'falschen' Himmelsrichtung. Dort wo die Stadt Heilbronn und das 8km entfernte Audiwerk NSU liegt.
Und da melden sich dann wieder die 102mm "Hubraum" des Mak - den Platz des KS habe ich ganz eindeutig lokalisiert, aber da war nichts, nicht eindeutiges jedenfalls.
Der nahe Saturn durfte im 6mm bei 170x kurz zeigen, dass er da ist und der Mond Titan, sowie Dione meldeten sich sofort. Die Cassiniteilung an den Außenrändern des Rings war zu erkennen und ein Band im Norden zeigte sich auch.
Kurz vor Schluss viel mir noch M108 und M97 ein - der Schwenk Richtung Zenit ist immer mit Mühen verbunden, aber es lohnt sich ja.
Die M108 ist auch ein Gradmesser für den Himmel in unserer Vorstadt. Hier zeigen 4" auch wieder, warum mehr Öffnung Sinn machen kann.
Doch gestern Abend war die längliche und elyptische M108 gut zu sehen und im 19mm PanO gelang es fast, den nahen Eulennebel mit ins Bild zu holen. Letzterer kam unter Einsatz eines UHC-Filters im gleichen Okular ganz gut raus, aber die Augen waren nicht zu sehen.
Die NGC4490 in den Jagdhunden war ebenfalls ungewöhnlich gut zu sehen, bei der nahen 4485 bin ich mir nicht sicher. Aber ein Sternchen neben der NGC4490 (Richtung beta-CVn) blitzte auf und das merkte ich mir. Nun, 12.3mag mit einem 19mm Okular (AP 1.9) sind nicht schlecht für einen 4" Mak, da wäre mit einem kurzbrennweitigen Okular noch was drin gewesen.
Ach ja, der Doppelstern alpha-CVn ist sehr nett - bei 83x stehen diese beiden unterschiedlich hellen (bläulich bis weißlichen) Sterne sehr schön im Gesichtsfeld. Mit ca. 20" auch für alle Teleskope gut zu trennen.
Irgendwo habe ich noch einen NGC-Kugelsternhaufen auf der linie M3 zum Bootes gesucht, aber wenn man kein gutes Material dabei hat (ich wollte nicht nochmal hoch ins Arbeitszimmer..), dann wird das nichts. Und die Blackeye-Galaxie war zwar zu sehen und einen helleren Kern im 15mm TV-Plössl hatte sie auch, aber in der falschen Himmelsrichtung und da fehlt bei 4" Öffnung wieder etwas Power, wenn man Details sehen möchte.
Ausrüstung:
Montierung Skywatcher AZ4 (azimutal)
4" Rumak (Bosma) mit Leuchtpunktsucher und Helikalfokussierer, sowie Zenitspiegel
Okulare 32mm bis 6mm
Rotlicht, Karkoschka und Ausrucke aus HNSKY
Einen alten Vasenstränder aus der Garage (Ablagen sind immer gut)
Aufgebaut in 2 Minuten, richtig abgekühlt in 20 Minuten ... die Temperatur viel recht schnell, ein großer Mak/SC hätte da vielleicht nie den richtigen "Tempratur-Anschluss" gefunden.
CS,
Stefan
eigentlich wollte ich nur kurz nach dem Saturn gucken, weil die Monde laut Himmelsjahr recht dicht dran stehen sollen und auch Stellarium interessante Konstellationen vermuten ließ.
Aber es klarte zunehmend auf und da wir Neumond haben, wäre es doch eine Schande, würde ich diese Gelegenheit nicht ein wenig nutzen.
Gegen 22 Uhr hatte der Herkules eine Höhe erreicht, die es erlaubt die drei Kugelsternhaufen im nördlicheren Teil des Sternbildes aufzusuchen.
Der M13 muss nicht genannt werden, er zeigte bereits im 9mm Ortho (112x) eine gute Körnigkeit, so dass ich recht schnell das 6mm Radian eingesteckt habe.
Auf diese Momente wartet man, glaube ich, mehrere Monate. Obwohl ich mit einem 4" Maksutov keine Öffnung zum Auflösen des Kugelsternhaufens habe,
kamen mächtig viele Sterne im Sternengewimmel durch und am Rand war der M13 sehr gut angelöst. Das habe ich so durch dieses Gerät bisher nicht gesehen und verglichen mit größeren Geräten (6") war das schon richtig gut.
Gute Transparenz, gutes Seeing und die für meinen Beobachtungsort richtige Himmelsrichtung gaben den Ausschlag.
Also sollten auch M92 und NGC6229 aufgesucht werden. Der M92 durfte nur durch das 32mm TV-Plössl "hallo" sagen (das ist nunmal sein Schicksal ...), aber der NGC6229 sollte auch mit dem 12mm Radian kurz zeigen, ob der Himmel so gut ist, wie gedacht.
Das Finden mit einem Ausdruck aus HNSKY und dem ungefähren Wissen, wo der KS steht, war schnell erfolgt. Bei 83x im 12mm die Augenmuschel des Okulars etwas hochziehen, um die Laternen abzudecken ... wow, da ist ein heller, etwas größerer Kern und ein Halo, welcher etwa nochmal den gleiche Radius wie der Kern hat.
Also kein sehr großer Halo verglichen mit dem flächigen Kern und vielleicht auch nicht ganz mittig, der Kern.
So angespornt, wollte ich M3 und M53 überfliegen, was auch gelang und dann den NGC5053 finden. Der hat 0.2mag mehr als der gesehene NGC6229 aber der NGC5053 liegt in der 'falschen' Himmelsrichtung. Dort wo die Stadt Heilbronn und das 8km entfernte Audiwerk NSU liegt.
Und da melden sich dann wieder die 102mm "Hubraum" des Mak - den Platz des KS habe ich ganz eindeutig lokalisiert, aber da war nichts, nicht eindeutiges jedenfalls.
Der nahe Saturn durfte im 6mm bei 170x kurz zeigen, dass er da ist und der Mond Titan, sowie Dione meldeten sich sofort. Die Cassiniteilung an den Außenrändern des Rings war zu erkennen und ein Band im Norden zeigte sich auch.
Kurz vor Schluss viel mir noch M108 und M97 ein - der Schwenk Richtung Zenit ist immer mit Mühen verbunden, aber es lohnt sich ja.
Die M108 ist auch ein Gradmesser für den Himmel in unserer Vorstadt. Hier zeigen 4" auch wieder, warum mehr Öffnung Sinn machen kann.
Doch gestern Abend war die längliche und elyptische M108 gut zu sehen und im 19mm PanO gelang es fast, den nahen Eulennebel mit ins Bild zu holen. Letzterer kam unter Einsatz eines UHC-Filters im gleichen Okular ganz gut raus, aber die Augen waren nicht zu sehen.
Die NGC4490 in den Jagdhunden war ebenfalls ungewöhnlich gut zu sehen, bei der nahen 4485 bin ich mir nicht sicher. Aber ein Sternchen neben der NGC4490 (Richtung beta-CVn) blitzte auf und das merkte ich mir. Nun, 12.3mag mit einem 19mm Okular (AP 1.9) sind nicht schlecht für einen 4" Mak, da wäre mit einem kurzbrennweitigen Okular noch was drin gewesen.
Ach ja, der Doppelstern alpha-CVn ist sehr nett - bei 83x stehen diese beiden unterschiedlich hellen (bläulich bis weißlichen) Sterne sehr schön im Gesichtsfeld. Mit ca. 20" auch für alle Teleskope gut zu trennen.
Irgendwo habe ich noch einen NGC-Kugelsternhaufen auf der linie M3 zum Bootes gesucht, aber wenn man kein gutes Material dabei hat (ich wollte nicht nochmal hoch ins Arbeitszimmer..), dann wird das nichts. Und die Blackeye-Galaxie war zwar zu sehen und einen helleren Kern im 15mm TV-Plössl hatte sie auch, aber in der falschen Himmelsrichtung und da fehlt bei 4" Öffnung wieder etwas Power, wenn man Details sehen möchte.
Ausrüstung:
Montierung Skywatcher AZ4 (azimutal)
4" Rumak (Bosma) mit Leuchtpunktsucher und Helikalfokussierer, sowie Zenitspiegel
Okulare 32mm bis 6mm
Rotlicht, Karkoschka und Ausrucke aus HNSKY
Einen alten Vasenstränder aus der Garage (Ablagen sind immer gut)
Aufgebaut in 2 Minuten, richtig abgekühlt in 20 Minuten ... die Temperatur viel recht schnell, ein großer Mak/SC hätte da vielleicht nie den richtigen "Tempratur-Anschluss" gefunden.
CS,
Stefan