Heut gutes Wetter am Niederrhein

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R_Andreas

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Hallo!

Heute scheint gutes Wetter zu sein, der Himmel ist klar. Gestern habe ich meinem GSO 10" Dobs einen neuen Tubus spendiert, und hoffentlich perfekt justiert (Danke Ekki). Der Lüfter säuselt schon seid einer Stunde auf der Terrasse vor sich hin, ein grober Beobachtungsplan ist erstellt:

Jupiter, Saturn, die Galaxien in Löwe und Jungfrau, Objekte in den Jagdhunden, am Ende Ceres in der Waage. Mal schaun, wie lange ich es aushalte. Die Bedingungen: Durchschnittlicher, recht aufgehellter Vorstadthimmel, so um die 5.0. Recht gutes Seeing.

Zu Anfang dieses Berichtes nur ein kurzer Hinweis auf Venus, die just in diesen Minuten mit freiem Auge in der Abenddämmerung auftaucht. Interessanterweise ist der Mond zu diesem Zeitpunkt (21:15) nicht mal im Fernglas zu erkennen, obwohl er direkt daneben stehen müsste.

to be continued

Jetzt (21:19) taucht die feine Mondsichel im Fernglas auf; habe wohl an der falschen Stelle gesucht. Der Abstand im Himmelsjahr (3,3°) bezieht sich auf 8 Uhr, jetzt sind es ziemlich genau 8°, wie das GF meines Minolta Classic Sport 8x42 Fernglases. Die Sichel umfasst vielleicht 1/4 des Mondumfanges, der Mond ist ca. 1 Tag und 12 Stunden jung. Fegen 21:22 ist die Sichel sehr schön mit bloßem Auge zu sehen. Beide Objekte sehen einfach toll aus.

t.b.c.

Erste Blicke durch den frisch gereinigten (musste sein) und justierten Newton - alles so wie es sein sollte.
Jupiter ist bereits in der frühen Dämmerung sehr schön anzuschauen. Mit dem 15 mm Okular taucht neben SEB auch das STB Band (und nördliche Pendants) auf. Die dunklen Polbänder bleiben aber unsichtbar, komisch. Da muss ich gleich nochmal ran. Das allerbeste Bild liefert ein 7,5mm Baader Eudia Okular, das 5mm LV geht auch noch gut, ist aber nicht mehr so schön. Mit dem Baader sieht man kleine Verwirbelungen an den Bändern, die hellen Bänder treten plastisch hervor. Versuche mit der 2x TS Barlow bringen keine Verbesserung, im Gegenteil.

Jetzt ist es dunkel genug für einen Sterntest. Extrafokal habe ich bei ca. 330-facher Vergrößerung schöne, nur durchs Seeing gewellte, konzentrische Kreise mit dunklen Zwischenräumen. Intrafokal siehts leider anders aus, mehr eine Scheibe mit hellem Außenrand und radiale Strahlen. Was sagen die Experten? Abgesunkene Kante?

Auf zu Saturn. Öh - letzten Monat war doch noch da vorne genau über unserem Apfelbaum, jetzt finde ich Ihn zwar immer noch in den Zwillingen, allerdings hoch im Westen, wo die Sonne vergeht (armes Bochum). Der Dobson muss auf die nasse Wiese geschleppt werden, schnauf, um Nachbars Dachgiebel zu entgehen. Ich mache eine Zeichnung von den vielen Punkten drumherum, um sie jetzt zu identifizieren. calsky zeigt mir, dass ich Titan, Japetus, Reha, Tethys und Dione gesehen habe. Hätte ich VORHER calsky konsultiert, wäre die Jagt auf Mimas un Enceladus möglich gewesen. Jetzt ist Saturn endgültig außerhalb meines Sichtfensters.

Ein interessante Variante war, das Barlowelement aus dem Gehäuse zu nehmen, und ins 7,5 Eudia einzuschrauben. Der Vergrößerungseffekt ist vielleicht 1,3 bis 1,5x und das Bild bleibt sehr scharf. Leider erzeugt die mangelhafte Vergütung (sorry Wolfi) dieses Barlow-Elementes Streulicht, was einen unangenehm Hof um Jupiter und Saturn verursacht. Das Teil macht trotzdem Spaß.

t.b.c.

Die Galaxien im Löwen sind heute für mich besonders gut zu finden; ein 8x50 90° Sucher, seitenrichtig und aufrecht orientiert macht das Suchen Spaß: M65, M66, NGC3628 und sogar 3593 sind kein Problem. Letzterer hatte sich im Winter noch verborgen, obwohl ich definitiv an der richtigen Stelle gesucht hatte. Ich schwenke rüber zum Pärchen M105 und 3384; beide fallen zur einen hellen, fast stellaren Kern auf. M95 und M96 komplettieren die Leo Tour. Der Offene SH NGC3593 konnte nicht eindeutig identifiziert werden; sind es die 2 Sterne oder die kleine Ansammlung von Sternen darüber?
Eine halbe Stunde suche ich nördlich des Sterns 81 schwache NGC, kann aber keine sicher bestätigen.

Langsam werde ich müde. Ich beschließe, nur noch einige wenige Objekte anzufahren.

M104, die Somrerogalaxis in der Jungfrau ist leicht zu finden, aber nicht besonders auffällig. Es ist zu hell, Kontrast fehlt fürs Staubband.
Ein Versuch, den KS M68 in der Wasserschlange zu finden, scheitert wohl aufgrund der Horizontnähe von ca. 10°.

Als nächstes wird in den Zenit geschwenkt, um M51/NGC5195 ain den Jagdhunden aufzusuchen. Wow, ich kann Spiralarme und die Verbindung der Galaxien erkennen. Das Standard Deep Sky Okular TS WA 15mm wird gegen das 7,5mm Eudia getauscht, ohne großen Erfolg. Es fehlt Licht.

Als letztes steht der Kleinplanet Ceres auf dem Plan und in der Waage. Etwas orientierungslos schaue ich auf die Karte im Himmelsjahr, komme aber schließlich klar. Nordöstlich von Beta Librae finde ich im Fernglas einen Punkt, der nicht dorthin gehört.

Das wars, ganz gegen meine Gewohnheit schleppe ich den Dob und die Ausrüstung brav in den Keller, und lasse sie nicht im Wohnzimmer stehen. Meine Frau wird sich freuen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Das war der schönste Beobachtungsabend seit langer Zeit, das Wetter ist inzwischen angenehm, der Himmel wird noch richtig dunkel. Zur nächsten Neumondphase wird dies nicht mehr der Fall sein.

Andreas
 
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