Hilfe bei der Bearbeitung eines Widefields

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AstroGerdt

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Hallo zusammen,

erstmal ein Frohes neues Jahr an alle hier im Forum!

Ich habe hier seit einiger Zeit noch eine Widefield Aufnahme aus der Region um den Blasennebel auf der Festplatte liegen, mit deren Bearbeitung ich mich sehr schwertue.

Aufgenommen wurde das Ganze am 28.10.21 bei nicht ganz optimalen Bedingungen aus der Stadt heraus (ungefähr Bortle 6). An Bildern konnte ich 165 60s Lights bei ISO 3200 sammeln. Kalibriert wurde mit Darks, Falts, Bias. Die Kamera war eine 200da mit einem 70-300mm Zoom Objektiv von Tamron, welches ich bei 70mm und F/5 verwendet hatte. Nachgeführt wurde alles auf einer NEQ3, Dithern habe ich (wenn auch nicht optimal) von Hand erledigt.

Soweit klingt es eigentlich ganz gut.

Allerdings komme ich mit der Bearbeitung (denke ich zumindest) wirklich nicht gut klar.

Wenn ich mir den Stack nach dem Entrauschen so angucke, dann denke ich, dass da schon eine Menge drinne steckt. Selbst vor dem Entrauschen war nur sehr wenig Rauschen erkennbar, allerdings saufen die Nebel (soweit ich das beurteilen kann) in den Unmengen an Sternen ab.

Ich zeige euch einfach mal das Ergebnis, das ich am Ende erhalten habe:
Blasennebel Widefield.jpg


Folgendes habe ich in der Bearbeitung in PixInsight gemacht:
- Kalibrierung und Stacking mit WBPP (Gewichtung nach maximalem SNR orientiert)
- Drizzle Integration
- ABE, Crop, Fotometrische Farbkalibrierung
- Entrauschen mit TGVDenoise und Multiscale Median Transform
- MaskedStretch, Morphological Transformation zur Sternverkleinerung und zum Schluss noch CurvesTransformation für den Kontrast

Eigentlich sieht das Bild nicht ganz schlecht aus finde ich. Was mich aber noch stört, ist, dass die Nebel alles andere als deutlich herauskommen. Eigentlich hätte ich da deutlich mehr erwartet. Vielleicht ist meine Erwartung aber auch einfach falsch, und das ist schon gar nicht mal so schlecht.

Hat hier vielleicht jemand Zeit und Lust, sich mal an der Bearbeitung des Bildes zu versuchen? Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn ich anhand von eurer Hilfe mal sehen könnte, was sich da so machen lässt, und ob ich mit meiner Version vielleicht auch einfach komplett neben dem liege, was sich da eigentlich herausholen lässt.

Hier könnt ihr euch sowohl den Roh-Stack, als auch den bereits gecroppten, Farbkalibrierten und von Gradienten befreiten Stack als 32 Bit Fits herunterladen: Freigabe Widefield – Google Drive

Falls ihr noch weitere Daten benötigt, oder ein anderes Format, dann meldet euch einfach.

Vielen Dank schon mal und freundliche Grüße
Gerrit
 
Nun.
Bortel6 ohne Filter.
Kann schon ein, das dein Nebel da in Himmelshintergrund (Lichtverschmutzung) absäuft.
Bortel 6 ist schon heftig.

Aber ich bin auch gespannt, ob da ein Zauberer was rausholen könnte.

Gruß
Markus
 
Hi Markus,

natürlich hast du recht, dass Bortle 6 schon ein deutliches Hindernis ist.

Vor der eigentlichen Aufnahme plane ich meine Bilder immer in Stellarium mithilfe der DSS Karte. In der Vergangenheit habe ich schon bei Objekten, die auf den DSS Bildern deutlich dunkler aussahen, mit einem langsameren Öffnungsverhältnis und kürzerer gesamten Belichtungszeit mehr herausholen können. Natürlich spielen da noch mehr Faktoren als die reine Helligkeit rein, aber so von der groben Tendenz her sollte der Vergleich trotzdem passen.

Daher hatte ich eigentlich mehr erwartet, und denke, dass ich nur nicht in der Lage bin die Details sichtbar zu machen.

So viel vielleicht noch als Ergänzung zu meinem ursprünglichen Post.

CS Gerrit
 
Hey Gerrit,

Du hast da gleich 2 Schwierigkeiten - hab mich mal an Deinem Stack versucht... Bortle 6 und viele viele Sterne... ich hab selber ein Problem, die Sternenmengen in den Griff zu bekommen bei Widefields.. suche da auch noch nach einer guten Lösung... das alleine ist schon schwierig. Aber in Kombi mit Deinem Bortle. 165 min bei Bortle 6 und f5 ist dann doch nicht sooo viel.

Vielleicht hast Du meinen Orion von heute gesehen, das ist bei Bortle 4 mit f2.8 und ähnlicher Zeit gewesen. Ich denke, Du brauchst da einfach viel mehr Signal...

Das was ich bei Deinem Stack rausbekomme ist auch nicht viel mehr (vom Farbstich mal abgesehen ^^) - hier mal in verkleinert:
gerrit.jpg


greetz,
Arne
 
Moin Arne,

gerade habe ich noch dein Bild gesehen, und fands ganz amüsant, dass wir mal am gleichen Problem so mehr oder weniger scheitern ;)

Klar, viel Zeit ist das nicht für meine Himmelshelligkeit und Öffnugsverhältnis. Ich habe das nur mal an anderen Aufnahmen von mir eingeschätzt, bei denen ich weniger Zeit, die ältere Kamera und das gleiche Öffnungsverhältnis hatte, die gefühlt aber trotzdem besser waren. Natürlich bei anderen Objekten, aber so rein vom Prinzip her hatte ich deshalb mehr erwartet.

Immerhin bin ich mit meinem Problem nicht alleine :D

Deine Bearbeitung zeigt auf jeden Fall schon mal deutlich mehr Nebel als meine, und hat, wie gewohnt, einen wesentlich stärkeren Kontrast. Finde ich aber auf seine Art auch irgendwie ansehnlich!

Magst du mir vielleicht mal einen Link zu deinem Stack schicken? Vielleicht kriege ich es da ja besser hin, als bei meiner eigenen Version. Da müsste ich mich vermutlich schon mal weniger um das Rauschen kümmern, als bei mir.

CS Gerrit
 
Hey Gerrit,

das Ding ist - wenn Du kein Signal hast, brauchst Du halt Kontrast :D Sonst geht das alles in einem Matsch unter.. fördert natürlich auch das Rauschen.
Ich hab alles in PS gemacht von daher ist der Stack eigentlich so geblieben.. Hab jetzt die PSD natürlich gekillt bzw. gar nicht abgespeichert... sonst speicher ich das immer und gerade jetzt bei dem dachte ich, neee, da kommt eh nicht viel raus, brauchste nich speichern #-) Murphys Law... sorry!

greetz,
Arne
 
Alles gut, kein Problem ;)

Man machts immer so, wie man es im Nachhinein dann eben doch nicht gebrauchen kann

CS Gerrit
 
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