Hilfe für Wechsel von FH auf Mak (?)

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Re: noch eine Frage zur AP/Okularwahl

Hallo Micha, hallo Mark,

das mit dem Gesichtsfeld bei 1,25" Okularen habe ich noch gar nicht bedacht... Habe ja bisher noch keinerlei Erfahrung mit 2" Zubehör. Dann stelle ich das zusätzliche Oku wahrscheinlich eher nochmal hintenan.

Für einen 2" Zenitspiegel müsste ich günstigsten Falls ja sicher nochmal einen Hunderter auf den Tisch legen oder?
Und als 2" Übersichtsoku käme für den f/7,5 ja dann auch ein günstiges RK in Frage nehme ich an, auch wenn das sicher am Dobson dann nicht mehr befriedigend funktionieren würde...

Aber am besten mal eins nach dem anderen... Durch meine Präferenzverschiebung zum ED hin wird es ohnehin Weihnachtszeit werden bis das Scope kommt und bis dahin kann ich sicher auch noch was für die Zubehörteile nebenhin legen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Grüße Benny
 
Re: noch eine Frage zur AP/Okularwahl

Hi Benny,
Winni hat ja schon drauf hingewisen, nun gilt es den vermeindlichen Spagat zwischen Ap und Vergrößerung erzielen. Dieser wird umso leichter, je kleiner die Brennweite des Teleskops ist. Die Brennweite der ED ist klein.

Die Überlegung zu dem Spagat:
Wir sind hier ausschließlich bei dem Thema Kleinstvergrößerungen.

Die Lichtmenge ist öffnungsbedingt absolut, weil teleskopseitig über die Öfnung gegeben. Die Frage ist nun, auf welche Fläche sie verteilt werden kann, um immer noch für das Auge sichtbar zu sein.
Es muß ein Mindestmaß an Grauunterschied gegen den Hintergrund vorhanden sein, damit sich das Objekt abhebt. Kontrast.

Wollen wir großflächige aber lichtschwache Objekte angehen, wählen wir zum einen große Gesichtsfelder und versuchen möglichst gering zu vergrößern und die leuchtende Fläche nicht übermäßig zu vergrößern. Dies wurde den Kontrast gegen den Himmel reduzieren und die Sichtbarkeit ggf. sogar ganz verhindern.

Die Vergrößerung kann die Entscheidung zwischen 32mm und 40mm Oku nicht wirklich abnehmen. Nur die Ap ist es.
Bringst Du hier nun das Okusteckmaß ein und damit Feldblende und Gesichtsfeld,
so wird klar das es für großflächige, neblige Objekte viel Feld und eine dem Himmel angepaßte Ap sein muß die hier die Wahl bestimmt. Letztlich ist es eher die etwas größere Ap und damit auch mehr Feld, das eher den Gewinn bringt, weil dies sofern man nicht überzieht auch kontrastfördernd ist. Und zwar den Kontrast Himmel gegen Objekt - dunkelgrau gegen etwas helleres Grau.

Kurz, wenn ein ED in Frage kommt, dann möglichst auch die 2" Option - einer der Vorteile gegenüber den vorhanden Geräten - nutzen. Sie bringt Gewinn.
Öffnungsverhältsnis spielt dieses mal bzgl. Oku-Unverträglichkeiten keine Rolle.

CS
 
Re: Faktor ?

Hallo Karsten,

danke für Deine differenzierte und umfassende Antwort.

Leider hat hier jemand ein breites Bild eingebracht, so daß
ich mal lieber kurzzeilig antworte zur besseren Lesbarkeit.

Meine Überschlagsrechnungen zur AP und V im höheren
Vergrößerungsbereich habe ich sehr konservativ angestellt,
das hatte seine Gründe. So gesehen war vielleicht meine
Formulierung Vmax irreführend. Zum einen denke ich, daß im
Grenzbereich etliche Faktoren eine Rolle spielen, die das
"Ausfahren" für Geräte im Budgetbereich schwierig werden
lassen. Mit Deinen klugen und praxisbezogenen Ergänzungen
würde ich das etwa so sehen:

- Die Oberflächengenauigkeiten an marktgängigen Geräten im Budget,

- Seeing und gewichtete Häufigkeit

- Steifigkeit, Genauigkeit der Montierung, Wind und Schwingungszeiten des Setups

- Instrumentenseeing und "Beherrschung" der Thermik

- AP-Winzigkeit und je nach Objekt möglicher Lichtmangel, störende Glaskörpertrübungen im Beobachterauge.

Einige dieser Faktoren sind individuell, manchen stören
vielleicht Schwingungszeiten, laaange Auskühlzeiten,
persönliche Glaskörpertrübungen weniger.

Ich halte praxisbezogene Angaben einfach für sinnvoller als
fast utopische Vmax-Berechnungen. Das kommt mir dann so vor,
als würde man für meinen betagten Kleinwagen eine Vmax von
210 km/h angeben, stimmt ja auch mit Leichtlauföl, im
Windschatten eines Rennwagens bergab auf langer Strecke mit
Rückenwind und nicht allzulange...

Ein ganz wesentlicher Faktor ist noch die spaßbringende
Minimalvergrößerung der Planetenbeobachtung (hinreichend AP
mal vorausgesetzt). Das kann im Extremfall bedeuten, daß
jemand sagt: 60er Kontrastdurchmesser erlauben 120x, das
reicht mir. Jemand anderes sehr konservativ herangehend
sagt, unter 0,9 AP will ich gar nicht erst rechnen, unter
180x machts mir keinen Spaß, ergo: 200 mm Öffnung.

Deine Erfahrungen mit einem 127er konnte ich auch machen,
ein Kollege im Verein hat ein solches, feines Gerät. Daher
habe ich ja auch angeraten, durchaus wenn Mak, dann eben
einen 127er anzudenken.

Für in allen Belangen sehr gute abberationsarme Teleskope
ist bei idealen Bedingungen sicher 2x Öffnung durchaus zu
fahren. Bloß bräuchte es dazu eben ein anderes Budget und
viel Geduld für die Bedingungen. Ich weiß nicht, ob der
Threaderöffner unbedingt das mit "Verbesserung" bis der Dob
kommt, gemeint hat. Vielleicht ist der Dob schneller da als
das nötige Ansparen und die nötigen optimalen äußeren
Beobachtungsbedingungen.

Zu Deiner Betrachtung zum Mondterminator möchte ich leise
Zweifel anregen. Ich denke, an Kraterwänden, geneigten
Geländestufen etc. kommen auch Graustufen vor, mithin auch
schwächere Kontraste. Ob die von stark obstruierten Geräten
(33-40-x%) mit sehr guten Flächen auch bei 0,5 mm AP perfekt
rüberkommen?

Deine zusammenfassenden Betrachtungen zu Maks, vor allem den
im geringeren Preissegment vorhandenen Schwachstellen (evtl.
Shifting, Schwärzung, Lüftungsmangel, Justagezustand) lassen
mich persönlich da einer Anschaffung gegenüber erstmal
skeptisch werden.

Zum Farbfehler meiner 70/700 und 90/1000 kann ich Dir
beipflichten. Den 90/1000 habe ich auch nur wegen sehr sehr
günstigem Angebot und Leitrohreignung angeschafft. Da sieht
der 70/900 des Kollegen hier schon wesentlich besser aus.

Klare Himmel und Top-Bedingungen wünscht

Matthias.
 
Re: noch eine Frage zur AP/Okularwahl

Hallo Armin,

Wollen wir großflächige aber lichtschwache Objekte angehen, wählen wir zum einen große Gesichtsfelder und versuchen möglichst gering zu vergrößern und die leuchtende Fläche nicht übermäßig zu vergrößern. Dies wurde den Kontrast gegen den Himmel reduzieren und die Sichtbarkeit ggf. sogar ganz verhindern.

Das bedeutet im konkreten Fall, dass die Verteilung der Flächenhelligkeit auf ein möglichst kleines Feld bei einer höheren Okubrennweite ja eher gegeben ist (am ED wären 40mm ja 15x) gleichzeitig ist die AP nahe an den maximalen 7mm (~6,6mm). Beides spricht also für die höhere Brennweite aber auch für ein 2" Okular, damit das Gesichtsfeld ebenfalls maximiert wird.

Habe ich das jetzt richtig verstanden?

Öffnungsverhältsnis spielt dieses mal bzgl. Oku-Unverträglichkeiten keine Rolle.

Das aber nur bezogen auf den ED80, denn ein RK ist wohl an einem bspw. f/5 Newton nicht mehr das Gelbe vom Ei oder?

Es ist mir jetzt halt auch wichtig zu wissen was ich alles miteinplanen muss (und noch kann), damit ich meinen Plan mit dem ED80 dieses Jahr noch umsetzen kann <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Grüße Benny
 
Re: noch eine Frage zur AP/Okularwahl

Hallo Benny,

AP = Okularbrennweite : Öffnungszahl

AP = Öffnung in mm : Vergrößerung

(weil Vergrößerung = Teleskopbrennweite : Okularbrennweite

oder Öffnungszahl = Teleskopbrennweite : Öffnung in mm

und nebenbei noch Öffnungsverhältnis = 1 : Öffnungszahl)

25er Oku an f/12,8 ergibt 1,95 mm AP (erste Formel)

25er Oku an f/8 ergibt 3,13 mm AP.

Für Flächenquellen ist der im Auge ankommende Lichtstrom von
der AP quadratisch abhängig. Eine 6er AP enthält 4x soviel
Licht wie eine 3er AP. Wenn Deine Pupille soweit öffnet. Wenn nicht
(Mond in Geringvergrößerung) nutzt Du nicht mehr
die gesamte Öffnung. Das gilt ganz besonders bei Tagbeobach-
tung.

Max AP ist etwa 6-7 mm. Bei hellem Himmelshintergrund (Stadt)
ist eine 6er AP bereits mit einem hellgrauen Himmelshinter-
grund "gesegnet", was einerseits ästhetisch nicht so schön
ist und andererseits ohne Nebelfilter (O-III, UHC) auch die
schlichtweg nicht vorhandenen Kontraste zu schwachen Flächen-
quellen wie große Emmissionsnebel untergehen läßt. Das ist
als Kontrast schlichtweg nicht am aufgehellten Himmel und
läßt sich mit keinem Scope, keinem Okular dann sehen.

Bei sehr dunklem Himmel allerdings sind weitfeldrige Über-
sichtsbeobachtungen sehr schön, da kann man dann durchaus
6-7 mm AP nutzen. Oder auch in der Stadt mit Filter. Oder
auch ohne Filter in der Stadt, wenn man eben gerade das
große Feld möchte und das Hellgrau in Kauf nimmt.

Ich persönlich würde unbedingt am ED80 2"-Equipment
verwenden, allerdings würde ich das/die 2"-Okus auch schon
dobsonpassend wählen, mithin eher kein 2"-RK. Sollte Dein
Dobs gar f/5 oder noch schneller sein, werden 2"-Okus eher
höherpreisig. Natürlich kann man erstmal auch 32 oder 40er
Pl in 1,25" anschaffen, die Frage wäre dann, ob man später
diese überhaupt noch nutzt, bzw. ob man bei Vorhandensein
von ED und Dobs den 70/900 noch verwendet.

Budgetsparend wäre der Reihe nach optimales Equipment für
alle anzudenkenden Geräte. Immer nach nächstem Zweck führt
zu Vitrinenartikeln und wäre nicht investitionsoptimiert. Da
macht halt jeder so seine Kompromisse.

Die V-Unterschiede bzg. des EDs halte ich im Bereich 30-40
mm für eher gering, die Unterschiede im Feld wären mir hier
wichtig. Bei 2" hättest Du die wesentlich, in 1,25" ist das
Feld am Himmel gleich, entsprechend wird im 40er der
Einblick langsam tunneliger.

Klare Himmel mit Top-Bedingungen wünscht

Matthias.
 
Re: noch eine Frage zur AP/Okularwahl

Hi Benny,
das paßt so weit.
Richtest Du nun einen weitere Forderung an des Okular, nämlich die Zukunft am f/5 Dob, so wirds nochmal spannend, weil die Überlegungen nochmal neu sortiert werden müssen.
F/5 ist was anderes als f/7,5.
Ich würde prinzipiell, wenn ich nicht jedes Rohr separat ausstatten kann/will, mich immer nach dem Hauptgerät und dessen Anforderungen richten - in dem Fall also das zukünftige f/5 Gerät. Dort muß das oku Dich zufrieden stellen. Der Ed mit seinen Forderungen sollte dann zurücktreten.
Im Klartext wäre das 35iger PanO eine Toplösung.
Nun ist aber die Geldfrage noch da, das PanO zu teuer.
Als Kompromiß komme ihc die wieder auf das so oft zitierte TSWA32. An f/5 noch gemessen am Preis ok, am ED unproblematisch. Mehr Feld wie 1,25" 32mm Plössl.
Am Ed ist es etwas weiter von der Ideallösung weg.
Aber in der Summe, vermutlich der Kompromiß für alle Belange incl Preis.

Ich geh jetzt packen - ab zum ATB. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
Antwort dauert also etwas.
CS
 
Re: noch eine Frage zur AP/Okularwahl

Hallo Benny,

nochmal zu den AP-Rechnungen:

Der ED80 hat 80 mm Öffnung und 600 mm Brennweite, mithin
600/80= 7,5 Öffnungszahl. Oder Öffnungsverhältnis ("Blende") =
1/7,5 oder wie wir salopp zu sagen pflegen: ein f/7,5er.

Nun überlegst Du die AP für ein 40er Okular.

AP = Okularbrennweite : Öffnungszahl

AP = 40 mm : 7,5 = 5,33 mm.

Max-AP sagen wir mal 6,5 mm, welche Okularbrennweite brauchen
wir?

die Gleichung umgestellt:

Okularbrennweite = AP mal Öffnungszahl,

Max-AP-Okularbrennweite = 6,5 mm mal 7,5 = 48,75 mm.

Da es das 2" nicht mehr weitwinklig gibt und wenn Du nicht
häufig für Mitteleuropa außergewöhnlich dunklen Himmel hast,
wäre wohl ein 42er eine Überlegung, AP dann= 42mm:7,5=5,6 mm.
Ohne Filter an meinem f/6er fahre ich diesen AP-Bereich (5 mm)
freudvoll unter noch restaufgehelltem Landhimmel (kein Mittel-
gebirgshimmel, kein Alpenhimmel und erst recht kein namibischer
Himmel).

Erfolgreiche und richtige Rechnungen wünscht Dir

neben klaren Himmeln, Top-Bedingungen und besonnenen, geduldigen Entscheidungen

Matthias.
 
Re: noch eine Frage zur AP/Okularwahl

Hallo alle zusammen,

als erstes ein Danke an alle für die sachkundigen und netten Erläuterungen, Ratschläge und Tipps.

Da sieht man mal wider wie es so geht - begonnen haben wir mit einem kleinen Mak den ich mir in den nächsten 2 Wochen bestellt hätte und geendet hat das ganze mit einem ED samt gutem Zubehör, für den ich bis Ende des Jahres sparen werde <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Noch mal ein paar Punkte auf die ich antworte:

ochmal zu den AP-Rechnungen:

Der ED80 hat 80 mm Öffnung und 600 mm Brennweite, mithin
600/80= 7,5 Öffnungszahl. Oder Öffnungsverhältnis ("Blende") =
1/7,5 oder wie wir salopp zu sagen pflegen: ein f/7,5er.

Nun überlegst Du die AP für ein 40er Okular.

AP = Okularbrennweite : Öffnungszahl

AP = 40 mm : 7,5 = 5,33 mm.

Erfolgreiche und richtige Rechnungen wünscht Dir...


OK jetzt habe ich es mit der Rechnung kapiert, ich habe falsch gerechnet, weil ich meine Werte in eine Beispielrechnung von Sven Wienstein eingesetzt habe und habe nicht alle veränderten Werte berücksichtigt habe, ab jetzt sollte es klappen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />.

...die Frage wäre dann, ob man später
diese überhaupt noch nutzt, bzw. ob man bei Vorhandensein
von ED und Dobs den 70/900 noch verwendet.

Budgetsparend wäre der Reihe nach optimales Equipment für
alle anzudenkenden Geräte. Immer nach nächstem Zweck führt
zu Vitrinenartikeln und wäre nicht investitionsoptimiert. Da
macht halt jeder so seine Kompromisse.

Da sollte ich mich dran halten, denn obgleich ich mir noch nicht sicher bin, ob ich den Bresser verkaufe (nicht viel zu erzielen + sentimentale Gründe) werde ich kein auf ihn zugeschnittenes Zubehör mehr anschaffen.

Richtest Du nun einen weitere Forderung an des Okular, nämlich die Zukunft am f/5 Dob, so wirds nochmal spannend, weil die Überlegungen nochmal neu sortiert werden müssen.

In welche Richtung ein zukünftiger Dobson geht weiß ich selber noch nicht, aber es wird sicher kein 8" f/6 und von daher plane ich mal fest mit f/5 oder kleiner (obwohl mir f/5 lieber wäre <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ). Jetzt ist es ja schon fast ein Sprichwort das "die Teleskope gehen und kommen, aber ein gutes Oku fürs Leben ist" aber für den ED back ich lieber erstmal kleine Brötchen...

Als Kompromiß komme ihc die wieder auf das so oft zitierte TSWA32. An f/5 noch gemessen am Preis ok, am ED unproblematisch. Mehr Feld wie 1,25" 32mm Plössl.
Am Ed ist es etwas weiter von der Ideallösung weg.
Aber in der Summe, vermutlich der Kompromiß für alle Belange incl Preis.

Das wäre dann schon eher etwas was ich noch zum ED gleich dazu nehmen würde. Ein RK ist ja nicht sooo viel billiger und dafür, dass man es am Dobson gar nicht mehr einsetzen könnte dann eh viel zu teuer. Käme also weiterhin in die engste Wahl für ein 2" Übersichtsokular. Eine letzte Frage am Rande, käme für höhere Vergrößerungen noch ein geeignetes
Hyperion in Frage? Zum einen wegen dem Gesichtsfeld und zum anderen wegen der Möglichkeit das auch noch als 2" Okular zu benutzen? Ich habe nun schon so einige Berichte über die Hyperions gelesen und gerade die kleineren Brennweiten kamen ja so schlecht nicht weg...
Ich habe jetzt hier nicht alle threads zum Thema Hyperion verfolgt, aber gibts da arge Probleme an f/5 Newtons?

Grüße Benny

P.S.: Und viel Spaß und CS beim ATB
 
(Re:) Vorüberlegungen Dobson f/x

Hallo Benny,

nur mal so als Frage: warum möchtest Du keinen f/6-Dob?

Sofern Du nicht aufwendig motorisieren willst oder gar
parallaktisch montieren, ist mit Langzeit-Foto (dem Hauptgrund
für f/4-f/5) eh nichts drin. Solltest Du fokal
langzeitfotographisch arbeiten wollen, ist das natürlich was
anderes und auch eine ganz ganz andere Preisliga. Da machen
die dann nötigen gut arbeitenden Okulare gar nicht mehr so
viel aus.

f/6 hätte (gegenüber f/4-f/5) folgende Vorteile:

- Obstruktion geringer (mehr Kontrastdurchmesser, besser bei Hochvergrößerung)

- Okulare performieren besser (als bei f/4-f/5, eigentlich alle)

- kostengünstigere Okulare performieren schon gut

- Anforderungen an die Flächengenauigkeiten sind etwas geringer (als f/4-f/5)

- etwas leichter zu justieren, etwas justierunempfindlicher (als f/4-f/5)

Für rein visuell genutzte Newtons wird f/4-f/5 eigentlich nur gewählt,
wenn durch die Hebelmomente (und Windanfälligkeit) auf einer
gegebenen Montierung f/6 nicht mehr geht oder bei
Riesendobsons (ab 14"), wenn man eine Leiter sparen möchte.

Mit f/6 erreichst Du gegenüber f/4 mit mehr Auswahl an
Okularen auf dem Markt die Hoch- und Höchstvergrößerung, f/6
läßt bei 2"-OAZ (haben eigentlich ab 8" alle Geräte) auch
volles Feld zu. Ein f/4er wird hier durch die AP begrenzt.
Beispielüberschlagsrechnung: f/6er mit 42er Oku: 7mm AP,
volles Feld. f/4er mit 28er Oku (viel teurer, wenn noch
randscharf): ebenfalls 7er AP, volles Feld. Da die
Teleskopbrennweite bei gleicher Öffnung wegen dem
unterschiedlichem f/x anders ist, ist die Vergrößerung und
auch das im Okular sichtbare wahre Feld tatsächlich gleich!
Für Hochvergrößerung: f/6er: 4-3,5mm Okulare(viele Angebote),
f/5er: 3,3-2,9 mm (weniger Auswahl, kostenintensiv), f/4er:
2,7-2,3 mm (kaum Auswahl, kostenintensiv). Für sehr schnelle
Teleskope (f/4) werden am Newton auch teilweise visuell
extra Komakorrektoren verwendet (die eigentlich für Foto
gedacht sind). Auch die öffnungsbezogene Vergrößerung ist
durch die (evtl. teure) Anpassung der Okularbrennweite
unabhängig vom f/x gleich hoch. Allerdings ist ein f/6er
etwas "schärfer" und heller als ein f/5er oder gar f/4er
(Kontrastdurchmesser, siehe oben bei Karsten; Abschattung
geht marginal auf die Lichtmenge).

Die fälschlich undifferenzierte Einschätzung, ein
10-12"-Dobson solle als richtiger visueller Lichteimer für
Deepsky gern f/4 haben, ist irrig. Die Okulare sind teurer,
die Justage ist wesentlich diffiziler und die AP begrenzt
die Lichtmenge auf dasselbe Maß wie bei einem f/5er oder
f/6er mit den dazu passenden Okularen. Durch die höhere
Obstruktion kommt eigentlich sogar noch (unwesentlich)
weniger Lichtstrom pro Flächeneinheit in der AP an.

So sind durchaus 8"-f/6-8, 10"-f/6, 12"-f/6-5 ganz hervorragende visuelle Dobsons.

Ich finde, es kommt vor allem auf die Verfügbarkeit von
Okularen und den AP-Bereich an. Visuell zählt da ein gut
erreichbarer riesiger Bereich für Allroundigkeit. Fokal
langzeitfotographisch (wie gesagt wegen steifem Stativ,
kostentintensiver Montierung, Steuerung, Energieversorgung,
Leitrohr plus Doppelfadenkreuz bzw. Guiding eine ganz ganz
andere Preis- und Schwierigkeitsliga) kann ein Newton kaum
schnell genug sein (dann wohl mit Komakorrektor), häufig
will man dann sehr gute Ausleuchtung (visuell eher nicht so
besonders wichtig) und hat daher dann "riesige" Fangspiegel.
Das macht aber bei Langzeitfoto nichts, wird halt länger
belichtet. Und ein f/6er braucht schon 36:16=2,25mal so
lange wie ein f/4er für dieselbe Lichtmenge auf dem
fotographischen Sensor.


Da das Auge aber nur kurz "belichtet", ist hier der
AP-Bereich entscheidend. Und da kommt ein f/6er mit 2"-OAZ
überall hin.

Langzeitfoto und Visuell haben da also gänzlich andere
Anforderungen an ein Gerät.

Soweit schon mal zu Vorüberlegungen bzgl. des Dobsons, die
ja vielleicht eine gewisse Rolle spielen bei der Anschaffung
von auch für den ED80 nutzbarem Equipment. Ob für f/6 oder
f/7,5 ist für ein Okular halt eher ähnlich, f/5 ist schon
eine ganz andere Nummer (auch im Preise!).

Klare Himmel und Top-Bedingungen wünscht

Matthias.
 
Re: Faktor ?

Hallo Matthias,

klar, praxisbezogen geht meist weniger als die sinnvolle Maximalvergrößerung
von 0,7 bis 0,66mm AP oder D x 1,5.
Bei den kleinen Öffnungen, von denen wir hier ja reden, aber auch nicht selten,
120x bis 150x kann ich auch mit dem 8" Silberdobby meistens nutzen.

Und ich will mit meiner Anmerkung vom Mondterminator keineswegs schwachsinnig
hohen Vergrößerungen das Wort reden.
Wenn man vom Terminator auf die stark beleuchtete Fläche geht hat man auch
viele schwachkontrastige Objektdetails, wie etwa viele Rimae. Da zählt dann
hohes Kontrastübertraungsvermögen mehr als Auflösung.

Deine zusammenfassenden Betrachtungen zu Maks, vor allem den
im geringeren Preissegment vorhandenen Schwachstellen (evtl.
Shifting, Schwärzung, Lüftungsmangel, Justagezustand) lassen
mich persönlich da einer Anschaffung gegenüber erstmal
skeptisch werden.

Nun ja, die erkannten Schwachstellen sollten ja auch mal genannt werden.
Auch Linsenteleskope haben teilweise erhebliche Schwachstellen:
- nicht justierbare Objektive
- fehlberechnete (oder platzierte) Blenden
- shiftende Auszüge
- Linsen mit Keilfehler
- Abstandsplättchen die nicht alle gleich dick sind
- falsche Dicke von Abstandsplättchen

Also müßte man da ebenfalls, wie beim Mak auch, auf Qualität setzen,
oder aber selbst nachbessern (wie auch bei den Billigdobsons).

Irgendwas is immer....

Viele Grüße,Karsten
 
Re: Faktor ?

Hallo Karsten,

100% Zustimmung. Da es in dieser Diskussion aber
hauptsächlich um Bennys Beratung geht, nur ganz knapp zum
Stand meiner Überlegungen für ein zukünftiges Gerät für mich
persönlich:

Ich interessiere mich für ein allroundiges und
transportables Gerät für recht geringes Budget mit
Bastelwillen und gewissen Bastelfähigkeiten und
werkzeug/maschinenmäßiger Grundausstattung.

Infragekommende hochtransportable Refraktoren sind mir
eigentlich zu gering öffnend und/oder zu kostenintensiv.

Bei infragekommenden Maks ist es eigentlich ganz ähnlich.

Daher werde ich wohl einen klappbaren Gitterrohrdobs
versuchen, vielleicht so 6"-7"-f/6-f/7, als ziemlichen
Leichtbau mit Kiste und optionalem Dobdrive, mal sehn, was
da geht...

Klare Himmel und Top-Bedingungen wünscht

Matthias.
 
Re: (Re:) Vorüberlegungen Dobson f/x

Hallo Matthias,

eigentlich wollte ich mich zum Dobson noch nicht so äußern, weil ich noch keine konkrete Vorstellungen habe und das dann zu gegebener Zeit einzeln diskutieren möchte, aber ich will dir sagen warum ich die ganze Zeit von f/5 spreche...

Ich habe wie gesagt noch keine große Ahnung vom Dobsonmarkt, außer den einschlägig bekannten GSO und Konsorten, also die "Wald-und-Wiesen" Newtons die man täglich in der Werbung sieht. Und da haben die Teleskop mit meiner angestrebten Öffnung halt alle f/5.

Wenn es also zu noch erschwinglichen Preisen einen f/6 Dob geben sollte, dann sage ich deshalb nicht nein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />

Aber wie gesagt, noch Zukunftsmusik...achso und fotografische Ambitionen habe ich absolut nicht.

Grüße Benny
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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