Ist das jetzt das böse Seeing gewesen?

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andreasi

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Grüßt Euch!
Heute nacht war ja bei uns im Allgäu ein toller Sterenhimmel zu sehen und ich habe endlich mal wieder Gelegenheit gehabt (seit April mal wieder!) auf Sternenguck zu gehen. Hab brav neu justiert und wollte mir als Freude den Jupiter geben. Und gesehen hab ich leider nur ein unscharfes Gematsche, das je höher man vergrößert noch undeutlicher reinkommt. Scharfstellen war nicht möglich. Das gleiche war bei den Nebeln zu beobachten. Keine Schärfe reingekriegt. Komischerweise waren aber die Kugelsternhaufen besser zu sehen, die Sterne waren auch gestochen scharf (mein neues LVW hatte Premiere, saustark!) Ist da jetzt das Seeing Ursache oder hat meine Optik ein Problem? Und falls es das böse Seeing war:
Was genau bringt denn die Athmosphäre zum wabbern? Wird das je länger die Sonne weg ist besser? Ist es wenn es kalt ist besser? Ist es im Sommer immer ein Problem, im Winter nicht so? Schwüle luft müsste ja dann superungünstig sein.
Vielen Dank für eure Antworten, liebe Grüße aus dem Allgäu
Andreas
 
http://de.wikipedia.org/wiki/Seeing

Wenn das Licht durch mehrere unterschiedlich warme Luftschichten muss, wabbert es halt.
Man kann generell nicht sagen, wann es da ist oder nicht. Ich hatte schon Nächte, wo mit bloßem Auge ein herrlicher Sternenhimmel und dunkle Nacht war, im Teleskop an den Planeten aber alles wabberte. Umgekehrt hat man dann auch tolle Momente am Okular, obwohl der Himmel auf den ersten Blick eher mittelprächtig wirkt.
Auf jeden Fall ist das Seeing immer der Spielverderber bei mir.
 
Hallo Andreas,

wie war denn die Sterngrenzgröße an dem Platz? Hast Du Erfahrungswerte, ob sie früheren Beobachtungen besser/höher war?

Da läuft so Einiges unter dem populären Oberbegriff Seeing.

-Jupiter könnte noch so tief gestanden haben, dass hauptsächlich athmosphärische Refraktion das Bild schwammig gemacht hat. Man erkennt das an Farbsäumen am Rand der Scheibe und sogar an den Bändern (Oben rötlich, unten bläulich) auch am Spiegelteleskop, weil das mit der Teleskopoptik nichts zu tun hat. Dazu noch ein wenig schlechte Durchsicht und für gewöhnich trifft man horizontnah stärkere Luftturbulenzen an als im Zenit, allein schon weil das Licht auf einer längeren Strecke durch die Atmosphäre hindurch muss. Da ist ein leidlich gutes Bild nur mit recht geringen Vergrößerungen und Lichtdämpfung (Graufilter) zu holen.

-Nebelbeobachtung hängt stark an der Durchsicht, Transparenz, der Dunkelheit des Himmels und der Dunkeladaption des Beobachters. Ein paar hohe Zirren und Du siehst Matsch.

-Helle, auflösbare Sternhaufen profitieren auch ganz erheblich von guten Bedingungen, allerdings kann man diese "Punktstrahler" auch bei gutem Seeing aber weniger guter Transparenz und Dunkelheit immer noch durch passende Vergrößerungs-/AP-Wahl ganz ordentlich herausholen. Da geht man, im Gegensatz zu Planeten, für brauchbare Beobachtungsergebnisse unter ungünstigen Bedingungen eher etwas höher mit der Vergrößerung als gewöhnlich.

Wenn das so in etwa passt, brauchst Du Dir wegen dieser Beobachtungen um Teleskopqualität keine Gedanken machen.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo, Günther,
der Beobachtungsplatz war neu entdeckt und die Grenzgröße hab ich nicht bestimmt, ist eh grad wenig Zeit, wenn man am nächsten Tag arbeiten muss...
Jupiter stand in der Tat noch etwas tief. Mich hat halt nur gewundert, dass ich Kugelsternhaufen eigentlich sehr schön gesehen habe, aber die Nebel (Hantelnebel und besonders den Ringnebel, der aber ja auch etwas tiefer stand)und eben Jupiter nicht scharf stellen konnte. Ich dachte ein schlechte Seeing betrifft auch die einzelnen Sterne. Bei der nächsten Gelegenheit werde ich es sehen. Wir waren eben mit dem etwas spiegelverkratztem Teleskop meiner Kollegin unterwegs und haben uns dann die Frage gestellt, ob das was mit den Kratzern zu tun haben könnte.
Mit bestem Danke!
Andreas
 
Hallo Andreas,

achja die Kratzer, vergiss sie erst mal einfach.

Als ich meinen 8" F/6 vor Jahren ganz neu hatte, verwehrte mir Saturn bei den ersten zwei Beobachtungen Details, die ich schon mit meinem 114er gesehen hatte und die Zweifel am Teleskop haben ordentlich an mir genagt. Keine "Cassini", keine Pastelltöne auf der Oberfläche, eine helle Kugel mit einem Matschring, das wars!

Dann kam so eine Nacht, die Dritte. Im Garten nur Mal kurz gucken, erhebliche Minusgrade, viel zur dünn angezogen.
Ich wäre fast am Teleskop erfroren, so glockenklar und ruhig stand der Herr der Ringe bei sehr hoher Vergrößerung im Okular. Cassini, das Enke-Minimum (nicht die Teilung), Crepering, schwearzer Ringschatten und pastellig gefärbte, klare Bänder auf der Gaskugel.
Als ich nach etwa 90 Minuten abbrechen musste und endlich ins Haus kam gab es zu Belohnung höllische Schmerzen die inzwischen vergessen sind. Im Gegensatz dazu kann ich diese Bilder heute noch jederzeit abrufen, auch wenn noch weitere, vergleichbare Beobachtungen hinzugekommen sind.

Das sind nun zwei Extreme und es gibt sehr viele Beobachtungen dazwischen, also keine Panik.

Gruß und CS
*entfernt*


 
Hallo, nochmal!
Weil es hier am ehesten passt:
Ich merke, dass ich "nur" wintertauglich bin, ... Ist das Tubusseiing im Sommer bei warmen Außentemperaturen eigentlich auch ein Problem? Ich habe ja so einen netten Lüfter an meinem Dobson, sollte der denn auch im Sommer laufen? (Hoffentlich keine allzu doofe Frage)
Mit Grüßen
Andreas
 
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