Ist Mondbeobachtung unattraktiv?

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geminga

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Ohne Zweifel ist der Mond derjenige Himmelskörper, auf dem bei einem Minimum an instrumentellem Aufwand ein Maximum an Details beobachtet werden kann. Dennoch gibt es vergleichsweise wenige Beobachtungsberichte darüber. Der Mond wird häufiger als heller Störenfried denn als interessantes Beobachtungsobjekt angesehen. Ein kaum sichtbares Detail in der Jupiteratmosphäre oder das verwaschene Lichtfleckchen einer entfernten Galaxie lässt das Herz vieler Hobbyastronomen anscheinend höher schlagen als die detailreiche Kraterlandschaft des Erdbegleiters.

Doch warum ist das so? - Liegt das an der unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft, eben "nur" der Mond? Oder werden wir von der Fülle der Details einfach erschlagen?

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Wie denkt ihr darüber?
 
Hi,

Doch warum ist das so? - Liegt das an der unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft, eben "nur" der Mond? Oder werden wir von der Fülle der Details einfach erschlagen?

Ich denke auch, es ist "der Prophet im eigenen Land". Da man den Mond mit blossem AUge sieht und dies jedes Kind tut, ist er wohl irgendwie uncool.

Ich zum Beispiel peile ihn alleine wegen dieser ominösen rötlichen Nebel an, die immer wieder mal beoabchtet werden. Leider habe ich sie noch nie gesehen und deshalb gibts auch keinen Beoabachtungsbericht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Aber bei gutem Seeing und höchster Vergrösserung durch die Krater und Täler zu wandern ist doch einfach herrlich...
 
Hi All, Hi Geminga

Hat schon etwas an sich, was Du da schreibst.
Ich betreibe dieses Hobby jetzt seit ca. einem Jahr und musste mich schon mehrmals anhören:
" ... der Mond ist voll, man sieht ja nichts ..."
Eigentlich schade, man kann mit wenig Aufwand so viele Details des Mondes betrachten und fotografieren.
Unser Begleiter ist für mich deshalb aber nicht unattraktiv geworden. Ich kehre immer wieder zurück und
schweife auf der Oberfläche herum.
Das ist vermutlich gerade der Punkt.
Es muss mehr sein, weiter weg, komplizierter zum beobachten.
Was kann ich mit meiner Ausrüstung erreichen ?
Kriege ich das kleine Nebelchen auf meinen Film und wie lange muss ich belichten ?
All dass und mehr will man ausprobieren. Da rückt der Mond halt nach hinten. Schlussendlich ist es unser Forscherdrang
der uns in diese Richtung zieht.
Ich weiss nicht, wie es anderen geht. (Vielleicht bald hier zu lesen)
CS Oli
 
Hallo geminga,

ich lege meine Beobachtungssessions meist so, dass der Mond eben nicht zu sehen ist. Denn gerade Deepsky hat es mir angetan. Meist werfe ich noch nicht einmal einen Blick auf die Planeten, sondern tauche direkt in die Tiefen des Alls ab. Deshalb empfinde ich das Mondlicht eher als störend. Wenn ich dann doch mal einen Blick auf unseren Erdtrabanten werfe, bleibt mir aber immer die Luft weg. So einen erhabenen Anblick kann man nicht so einfach wegstecken.

Was mich dazu veranlasst, doch lieber Deepsky als die nahen Himmelskörper zu beobachten? Möglicherweise der unterbewusste Respekt vor der Entfernung und Grösse. Dazu diese ganz besondere (und teilweise verstecke) Ästetik ferner Nebel. Ein weiterer Punkt: Der Reiz des Suchens und die Freude am Finden. Dazu noch das Sammelfieber: Welche Nebel habe ich schon, welche fehlen mir? Daneben bin ich gern ein Querulant. Das was alle sehen, ist doch langweilig. Mir unbekannte Himmelsobjekte finde ich viel interessanter. Dies wird mich aber nicht abhalten, dennnoch mal einen (oder auch mal zwei) Blick auf den Andromeda- oder Orionnebel zu werfen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Zusammenfassend: Für mich fehlt dem Mond die Fazination. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Clear skies
Jens
 
ja, beobachtungsberichte gibst wenig, trotzdem werden
aber monddetails gerne zum teleskop- oder webcamtest
herangezogen, zb. die kleinen kraterchen in plato oder
die rille im alpental.

daran kann man gut die qualität von aufnahmen beurteilen.
zur beurteilung der optischen qualität eines teleskops
sind diese details weniger geeignet, weil sie hochkontrastig
sind, vor allem die rillen.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Da fällt mir noch was ein:
ich glaube der Mensch sieht gerne solche Dinge, wo noch ne Menge Patz für eigene Fantasie bleibt (z.B. ein halbdurchsichtiges Negligee <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ). Beim Beobachten einer Galaxie stelle ich mir unweigerlich vor, wie schön sie sich wohl über die Millionen Jahre dreht und wie viele Milliarden Sterne dort zusammen stehen. Gasnebel mit all den sichtbaren und unsichtbaren Filamenten lassen auch sehr viel Platz für Fantasie.

Dieser Reiz fehlt leider dem Mond, dort sieht man ja schon (fast) alles.

Clear skies
Jens
 
Abend Herr R,

Soviel wie ich sehe bin ich Ihnen also nicht gut genug. Ich der dafür gesorgt hat, dass die Erde schön stabil ihre Runden dreht - Ich der die Küstenregionen durch Ebbe und Flut zur Geburtstätte der Landbewohner gemacht habe, ohne dieses es Sie gar nicht geben würde - Ich der die Nacht manchmal in ein wunderschönes Licht tauche und dafür sorge, dass es so schön romantisch für Euch ist und Ich der eure Kinder dazu bringe in den Nachthimmel zu schauen und sich ein Fernrohr zu wünschen.
Es genügt wohl nicht, dass ich mir immer wieder Eure Missgunst gefallen lassen muss wenn Ihr versucht am Nachthimmel etwas zu sehen das sowieso viel zu weit weg ist um was Vernünftiges zu erkennen. Jetzt muss ich Ihren Worten wohl auch noch entnehmen, dass sie mir ein Negligee anziehen wollen - MIR dem Mond!!! Ich protestiere hiermit auf das Schärfste und werde mir überlegen ob ich mir bei meiner nächsten Vollmondphase eine mehrwöchige Pause bei meinem Weg um die Erde gönne.

Erdmond I
 
An den lieben Mond

Sei gegrüsst lieber Mond,

verzeih' meine vorlauten Worte, Oh Erhabener! Klein und unbedeutend sind sie, die den Glanz und das Charisma Deines Antlitzes nichts anhaben vermögen. Herr der Nacht und Führer in der Dunkelheit! Wie konnt ich es wagen aufzustehen und meine Stimme zu erheben gegen die Natur? Sinnbild der Romantik! Förderer der schönsten Träume und blühender Phantasie! Du bist es, der uns Menschen die Demut lehrt mit seiner Mächtigkeit und Ferne. Stetig und ruhig ziehst Du Deine Bahn, bist uns ein treuer Gefähre auf unserem Lebensweg. Wohl taten die alten Völker, Dir zu huldigen, Oh Luna unser.

Schaue gütig auf uns herab und zürne nicht!

In tiefster Demut
Eurer Jens
 
Hallo,

ich beobachte Himmelsobjekte seit 4 Jahren mit einem Fernrohr und schaue mir nach wie vor sehr gerne den Mond an. Ich finde es fantastisch, mit dem Fernrohr auf der Mondoberfläche herumzuspazieren und feine Rillen, Dome und Krater zu beobachten.
Ebenso gerne beobachte ich Planeten, vor allem Jupiter.
Was ich an diesen Objekten so liebe, ist das Detailreichtum.
Aber ich gebe zu, dass auch ich schon gesagt habe „Mist, heute Nacht scheint der Mond“.
Vor allem dann, wenn die Nacht sehr klar ist und sich deep sky mal lohnen würde.
Ideal sind solche Nächte, in denen der Mond so gegen Mitternacht untergeht. Dann kann man erst den Mond anschauen und zu späterer Zeit deep sky machen.
 
Re: An den lieben Mond

Na gut, anscheinden ist Ihnen jetzt klar geworden wie wichtig und bewundernswert ich bin... und wie unbedeutend und frevelhaft Ihr Wunsch.
Nehmen Sie sich aber ein Beispiel an den anderen und betrachten Sie von nun an ab und zu meine Schönheit. Ganz besonders möchte ich Ihnen dabei empfehlen, beobachten Sie doch mein denkwürdiges Anlitz wenn noch viel davon in einer geheimnisvollen Dunkelheit liegt...

Erdmond I
 
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