Jupiter 14. Januar '13

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Canonist

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Hallo zusammen.
Nach langer Zeit bin ich endlich wieder einmal soweit, einen Beitrag beizusteuern. Mit dem Jahreswechsel hat es auch einen deutlichen "Update" in meiner Sternwarte gegeben: Ein C 14 hat Einzug gehalten. Das miserable Winterwetter hat mich dann lange hingehalten, bevor ein erster Test am 12. Januar erfolgen konnte. Da war die Luft aber zu schlecht für ein Ergebnis, das ich hier zeigen möchte.
Am 14. Januar war es wieder etwas länger klar und eisig kalt, und für kurze Zeit um die 23 Uhr gab es auch einmal durchschnittliches Seeing. Da entstand das nachfolgende Bild:

Link zur Grafik: http://www.diefotomaus.de/temp/jupiter13-01-14%2023-01_07_IRGB3_tab.jpg

Der Mond rechts ist Europa, die später auch noch vor den Jupiter trat, aber da war die Luft schon wieder zu schlecht. Bemerkenswert ist auch die kleine Anhäufung dreier Pünktchen im Norden (unten, nahe des Meridians), die zwei Tage vorher noch in Linie standen.
Ich habe zusammen mit dem Teleskop meinen Workflow überarbeitet und versucht, mich in der Farbanpassung an Bildern wie von Torsten und anderen zu orientieren. Also eher weicher denn zu Gunsten härterer Schärfe. Was natürlich bei eionem Teleskop der Klasse und Güte, wie ich es jetzt nutzen kann, deutlich leichter fällt.
Bin auf Eure Anregungen und Meinungen gespannt. Für mich wird's auf jeden Fall mit dem neuen Scope ein spannendes Jahr, damit kann ich Vieles sozusagen noch einmal neu entdecken :))
LG
Rudolf
 
Hallo Rudolf,

selbst für ein C14 finde ich das Ergebnis sehr beachtlich! - Kommt denn die gute Detailzeichnung nur aus der IR-Komponente? Interessant fände ich zum Vergleich ein reines RGB, das könnte farblich noch interessanter und sollte auch in der Detailzeichnung gar nicht schlechter herauskommen als dieses IR-RGB. Vielleicht hast Du ja Zeit und Lust, ein solches Bild noch nachzutragen?

Gruß, Jan
 
Hallo Jan.
Danke für Dein Lob.
Nein, die Detailzeichnung ist nicht allein IR-Komponente, aber angesichts des Seeings, das nach meiner Schätzung bei höchstens 5/10 lag, waren vor allem Blau und Grün weit unterdurchschnittlich detailreich. Deshalb bleibt das reine RGB ein Stück hinter dem oben gezeigten Ergebnis zurück. Es sieht so aus:

Link zur Grafik: http://www.diefotomaus.de/temp/jupiter13-01-14 23-03-45_07-15_RGB3a.jpg

Hier schlägt dann doch die schlechte Luftruhe deutlioch durch. Das IR-Pass hingegen war sehr scharf und detailreich, weshalb es dann doch wieder ein für diesen Abend sonst nicht mögliches Bild gab.
LG
Rudolf
 
Hallo Rudolf,

Dank Dir für die Extraarbeit! - Der Unterschied ist in der Tat bemerkenswert. Welches Filter hattest Du für den IR-Kanal eingesetzt? Offenbar ist der Zeichnungsverlust aufgrund der längeren Wellenlänge - zumindest in diesem Beispiel - viel weniger gravierend als der aus der Luftunruhe resultierende.

Gruß, Jan
 
Hallo Rudolf,

ein tolles Ergebnis zeigst Du da. Ich denke, wenn die Bedingungen besser gewesen wären, dann wäre wesentlich mehr drinn gewesen.

Jan, was immer Du mit "selbst für ein C14 finde ich das Ergebnis sehr beachtlich!" zum Ausdruck bringen wolltest. Viele der richtig guten Aufnahmen vom Jupiter wurden mit C14 gemacht.

LG
 
Hallo Rudolf,

schön von Dir zu lesen. Das Jupiter-Bild finde ich sehr beeindruckend. Glückwunsch dazu und weiterhin viel Freude bei
unserem schönen Hobby.

Sternfreundlicher Gruß in den Harz aus dem Münsterland

Günther
 
Zitat von MountyPython:
Jan, was immer Du mit "selbst für ein C14 finde ich das Ergebnis sehr beachtlich!" zum Ausdruck bringen wolltest.
Hallo Gerrit,

weiß nicht, wie meine Bemerkung bei Dir angekommen ist, wollte eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass man für ein Teleskop dieser Größe eher selten auch angemessene Sichtbedingungen vorfindet. An meinem Standort kann ich selbst meinen 10" Spiegel nur ein- bis zweimal im Jahr einigermaßen ausreizen.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

dann wäre es gut gewesen, wenn Du zu dem Satz bissi mehr Prosa spendiert hättest, wie Du es sonst machst. Ich hab mir schon sowas gedacht -> Öffnung vs. Bedingungen. Nur läßt der Satz für sich alleine zwei Interpretationen zu. So, ich denke Thema erledigt und so wirds auch Leuten klar, die Ihren Traum vom C14 noch nicht aufgegeben haben. Ein tolles Gerät, nur die Bedingungen spielen nicht immer so mit, daß man einen 14er gut ausreizen kann.
Ich wünschen noch viel Freude mit dem Gerät.

LG
Gerrit
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo.
Danke für die lobenden Worte.
@ Jan: Für IR Pass benutze ich das Baader, ich glaube ein 715er?
Die große Diskrepanz zwischen Rot (erst recht IR) sowie Grün und Blau hatte ich schon immer, auch beim 7-Zöller Starfire und beim C 9.25. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob es ausschließlich die Luftunruhe ist, oder der Filtersatz, in diesem Fall der RGB von Astrolumina, eine Rolle spielt. Habe schon übungshalber auch mal jede Farbe einzeln fokussiert, aber davon kam es nicht. Die Filter sind schon recht homofokal - nur IR Pass verträgt noch eine Extrafokussierung.
Beim gezeigten Beobachtungslauf am 14. war aber am Monitor der Unterschied im Detail (und in der Luftunruhe) in den drei Farben deutlich erkennbar. Blau war sehr unruhig, deswegen am Ende auch am wenigsten Detail. Andererseits habe ich noch nie so detaillierte Blauauszüge hinbekommen, wie sie bei anderen hier in den Bildern stecken, wenn ich die zerlege...

@Günther:
Freue ich jetzt wieder umso mehr. Mit Erfolg macht's noch mehr Spaß. Zuletzt war doch auch eine Menge Frust dabei...

@Jan und Gerrit:
Ich hatte das mit der Anmerkung schon ganz recht eingeordnet. C 14er haben zwar keine so große Serienstreuung und bei einem bei Baader einstmals erworbenen Gerät hatte ich auch von vornherein schon weniger Bedenken, Sicherheit, was man hat, bringt aber erst die Beobachtung. Die hat gezeigt, dass dieses Teleskop zu den sehr guten gehört.
Trotzdem garantiert n u r ein C14 noch kein gutes Bild. Das kann man im Netz in der Tat zur Genüge sehen. Das richtige Drumherum (Kamera, Seeing, elaborierter Workflow) gehört genauso dazu. Kamera ist mit der DMK618 auf der Höhe der Zeit. Seeing war so lala, da geht noch gehörig mehr. Workflow bin ich beileibe nicht unerfahren, aber noch in der Feinabstimmung mit neuen Methoden. Also: Noch gut Spielraum nach oben. Da liegt doch der Reiz (von anderen mal abgesehen, wie dem kontinuierlicher Serien zum Beispiel).
LG
Rudolf
 
Hallo Rudolf,


herzlichen Glückwunsch zum C14!

Hast Du etwas gegen das Tubusseeing gemacht?
belüftet, gegen Bodenseeing Isoliert!?

Für durschnittliches Seeing ist das aber ein
beachtl. Jupiter für ein C14!
 
Hallo Thomas.
Danke! Bin auch überglücklich über das Gerät. Habe dem Vorbesitzer das Bild zugeschickt, er hat mir versichert, dass da noch sehr viel mehr geht. Wenn denn bloß die Wolken mal aufreißen würden...

Das C14 ist unverändert, so wie es mal erworben wurde. Tubusseeing ist bei mir kein Problem, weil das Gerät in einer Sternwartenkuppel immer nah an der Außentemperatur ist, gerade jetzt bei den Minusgraden. Viel entscheidender sind externe Einflüsse, wie Kamine und Heizungen, gerade jetzt. Manchmal habe ich 15 bis 30 Minuten brauchbares Seeing, dann geht binnen Minuten gar nichts mehr, weil irgendwo eine Heizung angesprungen ist und ich gerade durch die Abgas- und Wärmefahne schaue.

Ich habe auch gestaunt, was aus den Videos herauszuholen war. Am Monitor war zwar schon mehr an Details erkennbar, als ich das bisher gewohnt war, doch lag ein erhebliches Seeing davor, das Verzerrungen und viele unscharfe Bilder zwischen drin verursachte. Neben dem Gerät schreibe ich das gute Ergebnis u.a. mal dem tollen Programm Autostakkert 2 zu, dass offenbar hervorragend die "lucky images" herausfischt. Dabei lag mit 50 Prozent (um eines niedrigen Rauschpegels willen) die Verwendungsrate für solche Luft eigentlich noch zu hoch. Früher bei Giotto habe ich da manchmal nur zehn Prozent und weniger genommen...
LG
Rudolf
 
Hallo Rudolf,

herzlichen Glückwunsch zum C14 in der Sternwarte.
Und das erste Bild, welches Du heir einstellst, ist ja schon ziemlich grenzwertig weit oben angesiedelt. Nicht auszudenken, wenn Du Dich mit der eneuen Optik mal eingeschossen hast und auch noch gute Bedingungen hinzukommen.

Bin echt gespannt, was da noch so alles kommen wird. Hoffentlich viel!

Viele Grüße

Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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Juniper Hill Observatory

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Sternwarte: sternwarte.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory (at) freenet.de
 
Hallo Markus.

Gemäß Deines Leitspruches, habe ich mir gesagt, dass es nun klug und an der Zeit wäre, sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen, mit der Folge, dem Hobby, das ich seit nunmehr 39 Jahren schon betreibe, eine neue Dimension zu verleihen. Der Plan scheint aufzugehen, denn das C 14 eröffnet in der Tat eine neue Astronomiewelt.
Dabei war mir das Glück anscheinend zudem insofern hold, dass es sich bei diesem Gerät ausgewiesenermaßen um ein sehr gutes handelt.
Der Auftakt war verheißend. Leider werde ich - wie wohl alle hier - derzeit komplett vom Wetter ausgebremst. Nicht mal Wolkenlückenastronomie wäre mnöglich, es gibt keine.
Ich muss mich also in Geduld üben. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass die guten Nächte mit dem besten Seeing bald kommen können, so ab Februar, vor allem aber im März und April. Wenn nicht mehr so sehr Jupiter, dann aber doch Saturn, Mond und andere werden dann herhalten, wenn ich die Grenzen austeste.
Ich werde Euch darüber auf dem Laufenden halten.
LG
 
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