Jupiter 21. 2., gutes Seeing / Mars 22. Februar

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Canonist

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Hallo zusammen.
Nachdem die bisherige Jupiter-Oppositionszeit seit Anfang Dezember der satte Frsut war - es gab in der Zeit kein einziges Mal ein Seeing von 5/10 oder besser für meinen Standort - hat es nun am Freitagebend endlich wieder einmal den Beweis gegeben, dass sowohl das Teleskop noch richtig funktioniert als auch ich in Bearbeitung nicht völlig falsch ansetze, sondern allein das Seeing schuld war.

Dabei kam, um auf die aktuellen Seeing-Debatten einzugehen, die gute Luftruhe eher überraaschend, denn nach Meteoblue wäre sie nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Am Teleskop sah es dann auch zunächst noch nicht einmal so gut aus, wie es sich später nach Bearbeitung darstellte. Ein paar Tage zuvor hatte ich bei den Rohbildern ein deutlich besseres Seeing geschätzt, die Bearbeitungen fielen aber deutlich dahinter zurück. Es ist also anscheinend kaum richtig möglich, das tatsächliche (Mikro)Seeing aus dem Rohbild ablesen zu können.

Hier nun das (erste) Ergebnis des Beobachtungsabends, dem später noch weitere ähnlich gute folgten:

Link zur Grafik: http://www.diefotomaus.de/temp/jupiter14-02-21_tab.jpg

Da es immer noch deutlich sichtbares Seeing gab, dürfte das Bild auch erst etwa 70 Prozent der Möglichkeiten ausgeschöpft haben.
Als Luminanz habe ich im Übrigen eine Mischung aus IR Pass und Grün-Kanal verwendet. Das erhöht den Detailkontrast, belässt aber die Farbgebung wie im ursprünglichen RGB.


Später in der Nacht gab es dann auch noch den ersten anshnlichen Mars der kommenden Oppositionszeit für mich. Noch recht tief und im Rohbild mit teils alles völlig ausradiernden Luftschlieren hatte ich wenig Hoffnung auf dieses umso erstaunlichere Ergebnis.
Zu sehen sind die Tharsis- und Amazonis-Region mit deutlicher Bildung orographischer Wolken über den drei Tharsis-Vulkanen sowie Nix Olympica in der Mitte. Der dunkle Fleck unten rechts (mehr zur Mitte) ist Propontis, rechts am Rand steht schon das Elysium. Interessant in der Polkappe ist ein Teilungsstrich, der real ist, weil er in mehreren Bildern (2x IR Pass und Grün) auftaucht, vermutlich die Rima tenuis.

Hier das Bild:

Link zur Grafik: http://www.diefotomaus.de/temp/mars2014-02-22%20tab.jpg

CS
Rudolf
 
Hallo Rudolf,


dein Jupiter finde ich toll!


Sehr interessant finde ich auch den Mars, der ist sehr gut gelungen!

Spaßeshalber hab ich mal mit Winjupos den Mars simuliert, was du sicherlich auch schon getan hast.

Für alle interessierten hier der Link, wo eine Map zu finden ist.
http://www.youtube.com/watch?v=UTgnbzA4sGs



ich hänge das Bild mal an.


Gruß
Christan
 

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Hallo Rudolf,

über dieses schönen Ergebnisse kann man sich nur mit Dir freuen und gleichzeitig Zuversicht schöpfen, dass auch am eigenen Standort eines Tages wieder etwas gehen wird. Die Durchzeichnung der feinen Oberflächendetails und die Farbenvielfalt auf dem Jupiter sind sehr schön herausgekommen, und auch der kleine Mars gibt schon einiges zu erkennen. Interessant die IR-G-Luminanz am Jupiter! Wo liegt die Kante Deines Langpassfilters, und wie waren die Belichtungszeiten?

Zitat von Canonist:
Ein paar Tage zuvor hatte ich bei den Rohbildern ein deutlich besseres Seeing geschätzt, die Bearbeitungen fielen aber deutlich dahinter zurück. Es ist also anscheinend kaum richtig möglich, das tatsächliche (Mikro)Seeing aus dem Rohbild ablesen zu können.
Das kann ich aus aktuellem Anlass nur bestätigen!

Dank und Gruß, Jan
 
Hallo Jan.
Mit Langpassfilter meinst Du sicher das IR-Pass? Ich kenne die Daten jetzt nicht auswendig, es ist das Baader 685er. Das kann man sicher schnell nachschauen.
Da die Luminanzuntermischung eines reinen IR bekanntermaßen die Farben sehr verfälscht (viele rotbraune Anteile des RGB-Bildes werden deutlich zu hell wiedergegeben) habe ich mit anderen Luminanzen experimentiert, die mindestens den Vorzug des erhöhten Detailkontrastes zum Tragen kommen lassen. Dabei hat sich IR-G als Mischung bewährt. Ins meistens nicht so detailscharfe G-Bild fließen die Details des IR-Pass mit ein, durch das G bleiben aber die Farben nahezu unverändert RGB-artig. Für mich derzeit der beste Kompromiss, dem Seeing wenigstens ein bisschen ein Schnippchen zu schlagen.
Eine andere Methode ist, das IR anstelle des R zu verwenden, zumal die beiden bei mir von der Detailwiedergabe sehr ähnlich sind, IR-Pass aber meisten kontrastreicher und schärfer als R.
Das alles geht ganz gut mit dem 685er. Ob die noch weiter draußen liegenden IR-Passfilter genauso funktionieren würden, weiß ich mangels Filtern nicht.

Meine Standard-Integrationszeiten sind Blau ca. 1/60 sec (als Fotograf ich mag diese ms-Angaben nicht, zudem weist mein IC-Programm die Zeiten auch "fotografisch" aus), Grün 1/92, Rot 1/120 und IR-Pass 1/102 sec., das bei Standardgain ca. 900-970 je nach Höhe und Transparenz. Gehe ich auf 1023 sind natürlich eine Stufe kürzere Zeiten bei jeder Farbe drin, aber dafür wächst das Rauschen deutlich. Da ich je Farbe "nur" 3000 Bilder aufnehme und davon im Normalfall "nur" 45% verwende, sollte es besser ein niedriges gain sein. Bei dem Jupiter oben habe ich 70 Prozent verwendet, da war die Nachschärfung viel besser möglich, ohne gleich ins Rauschen zu rennen. Muss mich demnächst mal mit Derotation befassen...

CS
Rudolf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Rudolf,

danke für die ausführlichen Erläuterungen!

Zitat von Canonist:
Mit Langpassfilter meinst Du sicher das IR-Pass? Ich kenne die Daten jetzt nicht auswendig, es ist das Baader 685er.
Dann liegt die Kante vermutlich nominell bei 685 nm.

Zitat von Canonist:
durch das G bleiben aber die Farben nahezu unverändert RGB-artig.
Das erscheint in der Tat erfreulich und nachahmenswert.

Zitat von Canonist:
Muss mich demnächst mal mit Derotation befassen...
Mit kürzerer Brennweite - etwa bei f/15 - kannst Du noch schneller belichten und auslesen, dann brauchst Du vermutlich gar nicht mal zu derotieren.

Gruß, Jan
 
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