Jupiter am 19.11.2013

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Tirion

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Hallo,

gestern herrschten endlich mal wieder recht gute Seeing-Bedingungen. Zeit für einen weiteren Test des Aufnahmeequipments. Das Ziel war Jupiter, doch diesmal gesellte sich ungeplant ein kleiner Gast mit dazu. Vielleicht kommt demnächst auch noch eine kleine Animation des Ganymedaufgangs mit dazu.

Aufnahmedaten:
  • 5000 Bilder pro Kanal, 2000 gestackt mit AS!2, 150 s gesamt
  • 7 ms Belichtungszeit
  • ROI 320x320
  • Histogramm 69%/67%/49% (leichter Nebel machte dem B-Kanal zu schaffen)
Link zur Grafik: http://www.andromedaforum.de/uploads/galleries/2013-11-19-0013.jpg
 
Hallo Steve,

wirklich ein sehr schönes Ergebnis für 8"! - Eine Belichtungszeit von nur 7 ms bei f/18 ist beachtlich. Wenn ich das umrechne auf f/11, so wie ich die ASI ankopple, komme ich auf weniger als 3 ms !!

Zitat von Tirion:
Ein Problem bei der sehr kurzen Brennweite ist, dass die tatsächlich von der Optik aufgelösten kleinsten Details sehr nah am Rauschen bzw. Artefakten des Chips liegen. Etwas mehr Oversampling bei der Aufnahme sollte das beheben.
Diesen Hinweis hattest vor ein paar Tagen im Zusammenhang mit dem Linienraster in meinem f/11-Jupiter gegeben. Bei genauerer Betrachtung Deines aktuellen Jupiter fällt mir an verschiedenen Stellen ein etwas anders geartetes periodisches Muster auf, bei welchem man vielleicht nicht so recht einzuschätzen weiß, ob es sich da um echte Abbildungsinhalte oder um Bearbeitungsartefakte handelt. Die Linienartefakte in meinen f/11-Bildern erkennt man jedenfalls sofort als Artefakte bzw. als ein Hintergrundraster, da stellt sich diese Frage erst gar nicht. Was meinst Du dazu, insbesondere im Hinblick auf die optimale Brennweitenankopplung für die ASI ?

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

falls wir auf obigem Bild die selben Artefakte meinen, würde ich auf Artefakte durch die Bearbeitung tippen (allgemein über das Bild verteilt). Alternativ vielleicht auch zwei MAP-Artefakte im G-Kanal (unten mittig und rechts die jeweils zwei zarten, vertikalen Linien). Ich habe auch nochmal mit größeren Radien und anderer Schärfungsprozedur (aber denselben Summenbildern) nachbearbeitet (die beiden vermutlichen MAP-Artefakte sind also noch drin):

Link zur Grafik: http://www.andromedaforum.de/uploads/galleries/2013-11-19-0013_3_v4_web.jpg

Zur optimalen Brennweitenankopplung der ASI kann ich nur den Mindestwert von 5xPixelgröße (aus Cloudy-Nights-Forum) nennen, was bei mir mit F/19 ganz gut getroffen ist. Ich selbst habe es lieber, mit etwas mehr Oversampling zu arbeiten. Die dadurch nötigen längere Aufnahmedauer lässt sich heutzutage ja gut durch Derotation in den Griff bekommen.
 
Hallo Steve,

Dank für Deine Mühe, das sieht so schon besser aus, da wäre mir wohl auf Anhieb nichts Verdächtiges aufgefallen.

Zitat von Tirion:
Zur optimalen Brennweitenankopplung der ASI kann ich nur den Mindestwert von 5xPixelgröße (aus Cloudy-Nights-Forum) nennen, ...
Hast Du da mal einen Link? Mich würde die dortige Begründung interessieren. Ich selbst habe ja über Jahre die besten Erfahrungen mit 2,5 bis 2,9 mal Pixelweite und Nachvergrößerung gemacht. Ich kopple die ASI dementsprechend bei f/11 an, siehe aktuelle Bildbeispiele auf meiner Website. Damit kann ich 3x kürzer belichten als bei f/19 und die schnelle Bildrate der ASI effektiver für große Stacks ohne Derotation nutzen.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

danke für deine Rückmeldung, manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr :)

hier die relevanten Links:
1) Lucky Imaging and Nyquist
2) Planetary imaging rule of thumb - which Barlow?
3) eventuell auch noch (für 1D-Nyquist) Anpassung der CCD-Kamera bei Mond/Planetenbildern

Sicher macht es je nach Seeing qualitativ keinen Unterschied, ob man mit 5x oder 2,5x Pixelgröße aufnimmt. Mir wäre es aber schade um die eine Aufnahme, wo es sich gelohnt hätte ;) Die ASI ist ja auch bei F/19 noch sauschnell. Und eine Derotation des Videos ist auch so noch nicht nötig dank MAP-Alignment (zumindest bei meinen 45 Sekunden-Videos).
 
Zitat von Tirion:
Mir wäre es aber schade um die eine Aufnahme, wo es sich gelohnt hätte ;)
Hallo Steve,

meine Beobachtungen beziehen sich insbesondere auf Ergebnisse, die unter weit überdurchschnittlichen Sichtbedingungen gewonnen wurden. Da regen sich bei mir keinerlei Befürchtungen hinsichtlich einer möglicherweise verpassten Gelegenheit aufgrund der Verwendung von zu kurzen Brennweiten.

Vielen Dank für die Angabe der Fundstellen zur optimalen Kamera-Ankopplung. Bedauerlicherweise findet man an keiner Stelle eine nachvollziehbare Begründung, nur gelegentlich einen weniger qualifizierten als "autoritären" Hinweis auf Nyquist. Nachweise auf der Basis konkreter Bildbeispiele in der Art, wie ich es mit Unterstützung durch Peter Müller vor Jahren schon versucht hatte, sind da eher Mangelware.

Gruß, Jan
 
Hallo Steve,
Dein Jupiter gefallt mir sehr gut. Da kann man schon sehr viele Details erkennen. Mit welchen Programmen hast Du da zum Videobearbeiten gearbeitet?
Viele Grüße und ein klarer Himmel,
Roland
 
Hallo Jan,

danke den interessanten Link! Ich werde am besten bei Gelegenheit auch mal verschiedene Brennweiten (F/15, F/19 und evtl. F/25) testen. Das Seeing kann einem zwar bei solchen Experimenten sicher einen Streich spielen, doch je größer die Datenbasis, desto besser.
 
Hallo Roland,

dankeschön! Ich habe mit Autostakkert! 2 (Stacking), Winjupos (Derotation des RGB Einzelbilds), Fitswork (Schärfung), Photoshop (Farbbalance) und Firecapture (Capturing und Rahmen) gearbeitet.
 
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