Jupiter im 150/900-MN

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas HeikoU
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

HeikoU

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

heut testete ich meine neue Barlow (3fach ED) am MN, Jupiter war das Ziel. Ein derart mieses Seeing wie heut hatte ich selten erlebt, nicht mal visuell lohnte die Beobachtung. :mauer: Tatsache ist, dass ich mit der Barlow mehr als zufrieden bin... :)

Bleibt nur noch auf besseres Seeing zu hoffen, dann dürfte noch wesentlich mehr drin sein...
Das Bild nahm ich etwa bei der ZM-Passage des GRF auf.

Link zur Grafik: http://www.sn.schule.de/~astrosachsen/sternfreund/Astrophotos/Jupi.jpg

CS
Heiko
 
Hallo Heiko!

Schönes Bild! Aber ich wette, das geht noch besser! Mittele mal 30% oder sogar noch mehr Bilder mit Giotto, und schärfe dann nach Korrektur der Lage der Farbkanäle kräftig mit dem Mexican Hat Filter von Giotto!

3% Verwendungdrate sind auch bei schlechtestem Seeing eigentlich viel zu wenig!

Was für eine Barlow genau hast Du verwendet? Die scheint ja recht ordentlich zu sein.

Gruß, Peter



 
Hallo Peter,

danke für Dein Feedback! Naja, ich bin mal Deinem Rat gefolgt und hab mit dem hier neuen Bild 35% gemittelt. Danach waren die Bearbeitungsschritte exakt die gleichen. Siehst Du einen Unterschied?

Meine Barlow ist eine 3x-ED. Vorgestern bestellt, gestern angekommen und getestet :cool:. Ich habe zur Aufnahme lediglich um die Länge eines M42-Zwischenringes verlängert. Wenn ich dran denk, was noch möglich wär, wenn der Planet höher stünde und das Seeing besser wär...

Link zur Grafik: http://www.sn.schule.de/~astrosachsen/sternfreund/Astrophotos/Jupi2.jpg

Grüße
Heiko
 
Hallo Heiko!

Nun, da ist wirklich nicht mehr viel dabei herausgekommen, der Planetenrand sieht sogar schlechter aus. Das wundert mich schon ganz erheblich. Woran das liegt ist aber schwer in "Ferndiagnose" festzustellen.

Um im Moment bessere Bilder von Jupiter zu bekommen, mußt Du schon einen IR-Passfilter bemühen, mit der TOU-Cam ist wohl nicht viel mehr möglich.

Gruß, Peter



 
Hallo Peter,

eigentlich war es mir von vonherein klar, dass da nicht mehr herauszuholen geht ---> Seeing! Wenn Du in Giotto die Voreinstellungen wie "schlechts Seeing" wählst (jetzt nur mal als Beispiel) sackt die Verwendungsrate sofort ab. Ist ja auch klar: je mehr Einzelbilder Du bei dem miesen Seeing mittelst wie es bei der Aufnahme der Fall war, um so mehr Unschärfe bringt Du rein. Bei besserem Seeing oder gar "stehender Luft" kannst Du deutlich mehr mitteln. Aber selbst bei bester Luft mittel ich in der Regel nie mehr als 10%! Lieber nehm ich in einem solchen Fall deutlich mehr Frames auf als die 1500, also wenigstens 3000! Natürlich nur, wenn es der Planet zuläßt aufgrund seiner Rotation. Bei Jupiter nahm ich deshalb nur die 1500 auf, weil ich mit 5 fps aufnahm, wo ja bekanntlich die Kompression am kleinsten ist. Auch so konnte ich noch etwas verbessern. Daher ist bei den 3% auch der Rand schärfer!

Ich müsste sicher mal einen IR-Pass versorgen, dann gäng noch mehr. Bin aber auch erst mal so zufrieden, auch mit der Barlow!


Gruß
Heiko
 
Hallo Heiko!

Wir haben sehr unfangreiche Testserien mit der TOU-Cam und anderen Kameras gemacht (für unseren Kameratest in SUW Heft 6/08). Dabei stellte sich bei der TOU-Cam heraus, was inzwischen auch andere User entgegen der landläufigen Meinung festgestellt haben:

Die Kamera arbeitet am besten mit 20 oder 25 Fps, die dann auftretende Datenkompression bewirkt eine recht effektive Rauschunterdrückung und die hohe Framerate eine große Anzahl von Bildern, die sich daher später mit dem Mexican Hat erheblich besser schärfen lassen als wenige Bilder mit 5 Fps.

Bei mittleren Bedingungen ist ein Auswahl bei Giotto wenig produktiv. Wir verwenden daher im Normalfall alle Bilder des Videos (und niemals weniger als 30%). Das ergibt ein rauschfreies Ergebnis, das sich besser schärfen lässt, und im Endeffekt besser aussieht, als eine Auswahl von wenigen Prozent mit weniger möglicher Schärfung.

Wie das bei ganz schlechtem Seeing aussieht, habe wir nicht mit der TOU-Cam getestet, unter solchen Bedingungen verzichten wir lieber, weil keine Spitzenergebnisse möglich sind. Wir haben allerdings in den letzen Tagen Versuche mit einem IR-Passfilter und der DMK 21 gemacht, mit erstaunlichem Ergebnis: Liefert die Kamera ohne IR-Filter absolut unbrauchbare Bilder (Seeing 3/10), so ist mit Filter ein noch recht ansehnliches Bild möglich, das mit der Farbinformation einer TOU-Cam kombiniert durchaus noch brauchbar ist. Trotz des miserablen Seeings haben wir auch hier das beste Ergebnis erzielt, wenn wir ohne Auswahl alle Bilder des Videos verarbeitet und dann ordentlich geschärft haben.

Folgerung: Ein IR-Passfilter ist eine "Wunderwaffe" gegen miserables Seeing und atmosphärische Dispersion, erreicht bei schlechten Bedingungen sehr passable Ergebnisse, die aber natürlich nicht an eine Aufnahme bei sehr guten Bedingungen heranreichen. Bei solchen sehr guten Bedingungen ist es dann aber angeraten, auf das IR-Passfilter zu verzichten, weil es die Belichtungszeit stark verlängert und das Bild eher geringfügig verschlechtert.

Gruß, Peter

 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben