Jupiter in der Lücke

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sparrows69

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Hallo

Heut hatte Jupiter Mut zur Lücke.

Optik: Celestron C9
Okulare: Hyperion 17, 13, 10
Ort: Biebesheim am Rhein
Zeit: 8:30 - 23:00

Schon in Frankfurt aus dem Büro war der Mond schön zu sehen. Am Bahnhof blinkte dann auch Jupiter und ich dachte "das wird doch heut was werden?"
Also nix wie heim.

Dort der besseren Hälfte mitgeteilt das es nun in den Garten geht. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen, aber jetzt Nägel mit Köpfen.
Den Kids hatte ich auch schon lange Jupiter versprochen, die kamen aber aus der Badewanne und dann war es doch frisch.
Also aufgebaut. Da merkte ich das es doch Schleier und hohe Wolken aufzieht, Polaris schwach und im Osten nix zu sehen. Aber Jupiter war wunderbar vor den Zwillingen zu sehen, Orion daneben ging auch noch.
Also ran an den Speck.
Und was für ein Anblick. Ich mach das ja noch nicht lange, und kann das nicht so beurteilen.
Aber ich fand die Sicht klasse. Kein wabern, keine Schlieren, wunderbar die dunklen Bereich am Äquator, Farbunterschiede, einfach toll.
Dann kam der GRF dazu, im 10er Hyp gut auszumachen, während im 17er die Gesamtkomposition mit den Monden wunderbar zur Geltung kam. So stand ich da und die Lücke mit den guten Bedingungen hielt bis gegen 11.
Es kam keine Lust auf mal woanders hinzuschwenken, ich dachte nicht das mich das so lange fesselt.
Dann war es aber vorbei, vom Rhein kam der Dampf und alles begann feucht zu werden. Die Schmidtplatte und Okulare waren noch fit, ich kann auch nicht von thermischen Problemem im Tubus berichten, aber Freund Jupiter begann zu wabern.
Also dann, einpacken, diesmal sehr zufrieden das ich Jupiter so kurz nach Opposition einfangen konnte und die Lücke lang genug offen war.

Gruss

Peter
 
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Hallo Peter,

Gratulation zu deinen schönen Beobachtungen. Da hattest du Glück, genau wie ich. Wollte auch schon einen eigenen kleinen Beobachtungsbericht schreiben, hänge aber mal in Kurzform dran wie es mir erging. ;) Ich hoffe, das ist o.k.

Es war der beste Jupiter, den ich diese Saison bisher gesehen habe. Beobachtungszeit war von ca. 21:30 Uhr - 00:30 Uhr. Danach war es zwar wunderbar klar aber extrem feucht - genau wie bei dir - so dass ich schließlich aufgeben musste. Alles um mich herum auf dem freien Feld war angefroren und schneeweiß. Dabei sah es am frühen Abend gar nicht so gut aus. Viele Cirren überzogen den Himmel und der Mond als auch Jupiter waren in einen zarten Halo eingehüllt. Das besserte sich aber im Laufe der Nacht zusehends.

Schon unmittelbar nach dem Aufbau zeigten sich die ersten Sterne im Gesichtsfeld des Okulars viel ruhiger als sonst in den letzten Wochen. Der erste Blick zu Jupiter, Wow! Das hatte ich schon länger nicht gesehen und so schön nicht erwartet. Eine Unzahl an Strukturen und Gierlanden. Nachem ich das Ende der Verfinsterung von Europa monokular beobachtet hatte, war ein Umbau angesagt und so habe ich den Rest der Zeit nur noch im Bino am 18" bei ca. 300x geschaut.

Der Anblick, grandios! Das Innere des GRF zeigte bereits Struktur und in den höheren Breiten waren in den Bändern mehrere kleine weiße Spots bzw. Ovale deutlich auszumachen. Ich nahm mir auch ein wenig Zeit, die Jupitermonde anzuschauen. Das waren sauber definierte, runde Bällchen. Die Größen- und Farbtönungsunterschiede sah ich sofort und auf Ganymed und Kallisto konnte ich deutlich hellere und dunklere Strukturen unterscheiden, die man schon beinahe hätte zeichnen können. Nur reichte die Vergrößerung noch nicht und ich habe auch wenig Talent im Zeichnen, im Gegensatz zu manch anderen hier im Forum. Kallisto fiel mit seinem eher dunkelgrauen Farbton mit einem leichten Touch Braun am meisten auf.

So beeindruckend das alles war, so sehr feucht wurde alles immer schneller. Das Ausatmen produzierte riesige Schwaden, Reif überall. Der FS taute in immer kürzeren Intervallen zu und als schließlich auch mein FFC am Bino ebenfalls angelaufen war und der FS sich partout nicht mehr vom Tau befreien ließ, habe ich aufgeben müssen. Schade! Wäre gerne noch geblieben aber es hatte eben nicht sein sollen...

So blieb mir schließlich nichts anderes übrig, als genau wie du einzupacken aber glücklich darüber zu sein, die wunderbaren Momente davor geschenkt bekommen zu haben.

Viele Grüße
Werner


 
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Hallo Werner


Kein Problem, da hatten wir doch beide Glueck. Solche Bedingungen für den Gesamthimmel wünsche ich mir.
Und 18". Wow, das ist ja ein Hammer.


Gruss

Peter
 
Hallo ihr beiden Glückspilze :-) !

Könnt ihr noch mal die genauen Witterungsverhältnisse beschreiben? Also es war feucht. War es auch windstill? Vielleicht ganz schwacher Hochnebel? Kann man das Wetter als typisch für gutes Seeing ansehen oder war es eher ein Sonderfall?



Viele Grüße,
Christian
 
Hallo Chistian

Windstill, so 4-5 Grad. Bewölkungshöhe im Ort schwer Abzuschätzen. Hochnebeleher nicht, die Sicht nach Südosten/Süden klar, transparent. Am meisten störte bei der Sicht in die Ecke der Mond. Den Rest konnte mann vergessen.
Später Mond mit grosser Halo als mehr Kälte und Feuchte reinkam.
Füe mich aussergewöhnlich gut, aus dem Ort noch nicht erlebt, ohne Mond wäre sehr viel drin gewesen was Orion angeht.

Wie ich oben schrieb hab ich aber da noch keinen großen Erfahrungsschatz.

Gruss

Peter
 
Hallo Peter,

danke für die Beschreibung des Wetters!


Viele Grüße und CS,
Christian
 
Hallo Christian,

Wetterbeschreibung kann ich dir gerne geben:

Temperatur: Anfangs ca. 1,5°C., später ca. -1°C.
Wind: So gut wie windstill bis ganz geringe Brise.
Bewölkung: Anfangs viele Cirren, Haloausbildug um Mond und Jupiter deutlich mit freiem Auge sichtbar. Später (gegen 23:00 Uhr) verschwinden der Cirrusbewölkung. Kein Hochnebel sondern leichte Bodennebelschwaden hier und da über den Feldern.
Luftfeuchtigkeit: Fast durchgehend 100%, sonst hätte sich kein Bodennebel gebildet.

Interessant war, dass die Großwetterlage ein ausgeprägtes Tief über dem Atlantik NW der britischen Inseln zeigte. Ein ausgedehntes, ausgeprägtes Hoch war über unserem Raum allerdings so nicht vorhanden. Umso erstaunlicher, dass das Seeing dennoch recht gut war. Normalerweise ist dies bei derartigen Luftdruckgegensätzen eher nicht zu erwarten.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner,

danke auch dir für die Beschreibung der Wetterlage!

Mal sehen wann es wieder so ein tolles Seeing gibt.


beste Grüße,
Christian
 
Hallo Jupiterfreunde!

Interessant ist, dass die Bedingungen an diesem 14. 1. im östlichen Österreich praktisch gleich gut waren. Ich wollte eigentlich meine Kleinrefraktoren ausprobieren und vergleichen.
Und dann sah ich im Borg 76 ed bei 500 mm Brennweite schon den roten Fleck so gut wie selten.
Aber da war noch so ein Fleck, klein, kreisrund und schwarz. Ein Blick ins Himmelsjahr - tatsächlich der Schattendurchgang von Io! Keine schlechten Bedingungen für ein 4 mm Okular am 500 mm Refraktor.
Am 45 ed mit dem gleichen Okular und somit 81 facher Vergrößerung ging der Schatten zwar auch noch, aber das war am Limit.
Also hab ich doch noch die Warte abgedeckt und den Durchgang mit dem großen Instrument genossen. Und genauso wie bei vielen von Euch, die Bedingungen wurden durch die hoheh Luftfeuchtigkeit rasch schlechter. Nach dem Austritt von IO hab ich zusammengeräumt.

Lg, michl fasan
 
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