Jupiter mit kleinem TS 70mm Imaging Star Apo

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

TheWitscher

Aktives Mitglied
Hallo,

sehr unbeständiges Wetter hatte in der Nacht vom 04. auf den 05. August dafür gesorgt, dass ich kein Teleskop zum Kühlen länger rausstellen mochte. Es überkam mich aber dennoch, sodass ich schnell mein kleinstes Teleskop, den 70mm f/6,8 Apo, auf die CGEM gesetzt habe.

2-3 Sequenzen zu je 90 Sekunden konnte ich aufnehmen, bevor der Himmel wieder dicht war. Eine kleine Sequenz hatte ich mir zwar erhofft, aber belohnt wurde ich mit einem doch überraschenden Ergebnis.

Vor einigen Jahren habe ich schon einmal Jupiter mit meinem ersten Teleskop, einem Bresser Syklux 70/900 von LIDL, aufgenommen. Dass der Unterschied derartig groß sein würde, hätte ich gar nicht vermutet.

Natürlich, dies ist kein spektakuläres Bild im Vergleich zu den anderen hier gezeigten, aber es war einer dieser schönen Momente, indem man mal wenig Aufwand betreibt, dafür entsprechend belohnt wird und man mit dem Gefühl anschließend ins Bett geht, dass es sich gelohnt hat bzw. dass es Spaß gemacht hat.

Gruß
Julian


Jupiter 05-08-202111.jpg
 
Danke Michael,

das freut mich!

Ich habe mir vorhin noch deine Ratschläge in einem Thema zu ADCs durchgelesen, da ich beispielsweise mit dem C9 momentan deutlich merke, dass es da noch so viel Optimierungsbedarf gibt. Dann ist es zur Abwechslung mal schön, mit so einem einfach gehaltenen Gerät wie diesem hier Bilder zu machen.

Gruß
Julian
 
Hallo Julian, meinen Glückwunsch zum sehr gut gelungenen Jupiter! Und ein Danke fürs Zeigen. Das macht deutlich, dass es sich auch mit kleineren Öffnungen lohnt so etwas aufzunehmen.

Viele Grüße
Peter
 
Hallo Julian,

ja, je größer die Öffnung, desto besser ist die Wirkung der ADCs und je höher die Deklination, ab der man den Effekt deutlich sieht.
Bei einem C 9 sollte man sich das überlegen.

Gruß Michael
 
Es gibt in der Astronomie einen netten Spruch: "jedes Fernrohr hat seinen Himmel",
was mit diesem schönen Bild eindrucksvoll bewiesen ist!
Weiterhin viel Spaß mit dem "Kleinen"

cs
Christian
 
Hallo Julian!
Hätte nicht gedacht, dass man mit einem kleinen Gerät so eine tolle Aufnahme machen kann!
Nur noch eine Nachfrage zum Verständnis: Auch für diese kurzen 90-Sekunden-Sequenzen brauchtest Du eine Nachführung, oder? Und die 90 Sekunden dauerte eine Videoaufnahme, die später am Computer mit einem Programm zu einem Bild zusammengefasst und umgearbeitet wurde. Es waren nicht Einzelbilder mit einer Belichtungszeit von je 90 Sekunden?
Sorry, ich bin noch völlig ahnungslos auf dem Gebiet der Astrofotografie.
Viele Grüße
Sabine
 
Hallo Julian,
sehr schön für diese Brennweite!!! Welche Kamera hast du denn benutzt?
CS und weiter so

Jörg
 
Hätte nicht gedacht, dass man mit einem kleinen Gerät so eine tolle Aufnahme machen kann!

Endlich postet mal wieder jemand einen Planeten mit kleiner Öffnung :D
Man sieht fast nur noch Bilder mit Rieseneimern, die meisten mit einem 5-stelligen Budget dahinter. Sonst traut sich wohl kaum noch einer. Das finde ich schade, weil es den Eindruck vermittelt, dass mit kleinen Optiken am Planeten sowieso nix geht.

Früher hatte man visuell für Deepsky einen 6" oder 8" Spiegel und für Planeten einen 80mm Refraktor. Heute ist das aus der Mode gekommen und da im Forum fast ausschließlich Bilder mit großen Optiken gepostet werden, kann sich niemand mehr vorstellen, was kleine Optiken leisten können. Insbesondere wenn die Planeten so tief stehen wie jetzt, haben kleine Optiken durchaus ihre Vorzüge, besonders visuell. Sie sind weniger anfällig gegen Turbulenzen im nahen und mittleren Feld. Ein kleiner Apo läuft auch nicht dem Temperaturgradienten hinterher beim Auskühlen.

Natürlich kann eine große Optik mehr, wenn alles passt. Wenn die Planeten so tief stehen, hat das aber seine Grenzen. Und auch sonst geht das die meisten Nächte nicht. Gutes Seeing ist selten.
 
Hallo Julian,ist spannend, ist das Bild nativ, hast Du es vergrössert, hast Du eine Barlow gebraucht und wie groß war der Kamerasensor.

Danke

Gruß

Andreas
 
Hallo,

ich komme leider erst jetzt zum Beantworten der Nachfragen:
Hallo Julian!
Hätte nicht gedacht, dass man mit einem kleinen Gerät so eine tolle Aufnahme machen kann!
Nur noch eine Nachfrage zum Verständnis: Auch für diese kurzen 90-Sekunden-Sequenzen brauchtest Du eine Nachführung, oder? Und die 90 Sekunden dauerte eine Videoaufnahme, die später am Computer mit einem Programm zu einem Bild zusammengefasst und umgearbeitet wurde. Es waren nicht Einzelbilder mit einer Belichtungszeit von je 90 Sekunden?
Sorry, ich bin noch völlig ahnungslos auf dem Gebiet der Astrofotografie.
Viele Grüße
Sabine
Liebe Sabine, kein Problem, es fängt ja jeder mal an. Das Teleskop habe ich mit Hilfe einer GoTo-Montierung (CGEM) nachgeführt, ja. Die Videosequenzen dauerten jeweils 90s und bestehen aus möglichst vielen Einzelbildern, i.d.R. zwischen 5000 und 10000, die werden dann gestackt und das Summenbild wird nachbearbeitet, um die Seeingeinflüsse zu reduzieren.

Hallo Julian,
sehr schön für diese Brennweite!!! Welche Kamera hast du denn benutzt?
CS und weiter so

Jörg
Hallo Jörg,
ich habe meine ZWO ASI 290MC benutzt.

Endlich postet mal wieder jemand einen Planeten mit kleiner Öffnung :D
Man sieht fast nur noch Bilder mit Rieseneimern, die meisten mit einem 5-stelligen Budget dahinter. Sonst traut sich wohl kaum noch einer. Das finde ich schade, weil es den Eindruck vermittelt, dass mit kleinen Optiken am Planeten sowieso nix geht.

Früher hatte man visuell für Deepsky einen 6" oder 8" Spiegel und für Planeten einen 80mm Refraktor. Heute ist das aus der Mode gekommen und da im Forum fast ausschließlich Bilder mit großen Optiken gepostet werden, kann sich niemand mehr vorstellen, was kleine Optiken leisten können. Insbesondere wenn die Planeten so tief stehen wie jetzt, haben kleine Optiken durchaus ihre Vorzüge, besonders visuell. Sie sind weniger anfällig gegen Turbulenzen im nahen und mittleren Feld. Ein kleiner Apo läuft auch nicht dem Temperaturgradienten hinterher beim Auskühlen.

Natürlich kann eine große Optik mehr, wenn alles passt. Wenn die Planeten so tief stehen, hat das aber seine Grenzen. Und auch sonst geht das die meisten Nächte nicht. Gutes Seeing ist selten.
Da stimme ich zu. Mir machen die kleinen Öffnungen auch in der Tat häufig mehr Spaß, eben weil die Erwartungen natürlich niedriger sind und dann nicht so schnell enttäuscht werden, aber auch weil sich der technische Aufwand in Grenzen hält und der Fokus dann auf der Beobachtung selbst liegt. Einige Nächte später habe ich wieder mit meinem Meade LX90 10" SC beobachtet und die Ergebnisse waren schlechter als hier mit dem Apo. Gerade wenn man die beiden Teleskope nebeneinanderstellt, ist der Gedanke eigentlich lächerlich, dass dieser Winzling mehr Details zeigt als ein Zehnzöller, aber die Qualität der Abbildung variiert eben viel weniger bei dem kleinen Apo durch die weniger wichtigen weiteren Faktoren wie Seeing etc.

Hallo Julian,ist spannend, ist das Bild nativ, hast Du es vergrössert, hast Du eine Barlow gebraucht und wie groß war der Kamerasensor.

Danke

Gruß

Andreas
Hallo Andreas,
ja, ich habe eine Q-Turret 2,25x Barlow verwendet und der Kamerasensor misst in der Diagonalen 6,4mm.

Viele Grüße
Julian
 
Mir machen die kleinen Öffnungen auch in der Tat häufig mehr Spaß, eben weil die Erwartungen natürlich niedriger sind und dann nicht so schnell enttäuscht werden
Volle Zustimmung.
Größere Geräte können natürlich mehr zeigen. Sie können, müssen aber offenbar nicht. Erst wenn wirklich alle Bedingungen (Qualität/Justage, Seeing der Atmosphäre UND des Tubus, Seeing des Beobactungsplatzes, das eigene Können u. s. w.) stimmen, kommt das zum Tragen. Und dann ist das Mehr, mehr "kleinere" Details. Das heißt, feinere Strukturen in den Strukturen die das kleinere Instrument auch zeigt.
Alles in allem hast Du eindrucksvoll gezeigt, dass es sich auch mit kleineren Öffnungen lohnt, Planeten aufzunehmen.
Nochmal danke für diesen Thread, hat mich zu meinem ersten Jupiter mit meinem 80er APO gepusht.

Viele Grüße
Peter
 
Liebe Sabine, kein Problem, es fängt ja jeder mal an. Das Teleskop habe ich mit Hilfe einer GoTo-Montierung (CGEM) nachgeführt, ja. Die Videosequenzen dauerten jeweils 90s und bestehen aus möglichst vielen Einzelbildern, i.d.R. zwischen 5000 und 10000, die werden dann gestackt und das Summenbild wird nachbearbeitet, um die Seeingeinflüsse zu reduzieren.
Danke für die Aufklärung!
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben