Jupiter und eine Frage

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horst_anders

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Hallo,
hier eine meiner Aufnahmen von Jupiter vom 10.08.2010 gegen 01:40

Meade 8“ SC, Televue Barlow, F = 5,50m, Astronomik RGB Filter, DMK21
Aufgenommen mit FireCapture, je ca. 1500 Frames, belichtet 1/40 s, Gamma 250, Gain 900, bearbeitet mit Giotto/Registax, Fitswork und PS Elements.

Es fällt wohl jedem sofort die fehlende Schärfe auf.

Das Teleskop ist gegenüber meinen Bildern vom letzten Jahr gut kollimiert, die optischen Flächen sind sauber und taufrei, das Seeing war gut; trotzdem gelingt mir nicht die optimale Einstellung des Fokus.

Ich fokussiere nach dem Livebild auf meiner Meinung nach maximalen Kontrast im Rot-Kanal. Aber während der visuelle Eindruck ganz passabel ist muss ich in Giotto oder auch in Registax extrem schärfen um überhaupt ein Bild zu bekommen. Und damit verschiebt sich wohl auch die Geometrie der RGB Kanäle und ich erhalte keine sauberen Farbstrukturen.

Frage:
Gibt es eine Methode, ein Trick, um auch bei so konturarmen Objekten wie dem Jupiter sauber fokussieren zu können oder geht es wirklich nur mit "try and error"?

Gruss
horst anders
 

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Hallo Horst,

zunächst ist mir Deine Einstellung für das Gain aufgefallen. Bei der Firewire Variante der DMK sollte der Wert auf 10 eingestellt werden, ich glaube bei der USB sollte er etwa bei 100 liegen.

Das Fokussieren ist für mich auch immer sehr schwierig. Eine Hilfe kann sein, dass Du Dein SCT noch mit einem zusätzlichen Okularauszug mit 1/10 Untersetzung (oder sogar motorisch angetrieben) nachrüstest, dann fällt das Spiegelshifting schon einmal weg. Bei der Verwendung der Astronomik-Filter sollte es eigentlich keinen Unterschied machen, ob man auf "rot" oder "grün" fokussiert (korrigiert mich wenn ich da falsch liege). Ich fokussiere immer auf rot, da dieser Kanal meistens die beste Qualität hat (muss nicht immer sein, bei meinen letzten Jupiter-Aufnahmen war komischerweise "grün" am besten). wichtig ist, den einmal eingestellten Fokus nicht die ganze Nacht beizubehalten. Ich stelle den Fokus nach jeder Runde (RGB) wieder neu ein (das System adaptiert sich ja laufend an die Umgebungstemperatur und daher verschiebt sich zumindest theoretisch der Fokus laufend).

Wenn der Rotkanal bei Dir konturarm erscheint vermute ich, dass Du das Live-Histogramm nicht verfolgst, ist das richtig? Die Sättigung der Pixel sollte immer im oberen Drittel des Histogrammes liegen. Wenn das Histogramm bei allen drei Farbkanälen etwa gleich aussieht bekommst Du später auch keine Probleme mit der Farbbalance.

CS

Frank
 
Hallo Horst,

an einem RGB ist es schwierig über die endgültige Qualität Deiner Farbkanäle Aussagen zu machen. Es wäre geschickter, wenn Du die einzelen sw-Bilder der Farbfilteraufnahmen einstellen könntest.
Unsaubere Farbstrukturen können mit der EBV oder zu langer Gesamtbelichtungszeit zusammenhängen.

Seeingangaben lassen sich am besten mit einem Filmschnipsel einschätzen.

Den Justierzustand Deines Teleskops kannst Du nur schwer auf Grund eines Vergleichs Deiner an verschiedenen Terminen aufgenommen Bilder einschätzen. Genauen Aufschluss gibt da eigentlich nur eine Kontrolle am Stern kurz vor der Beobachtung mit allem angeschlossenen Zubehör.


Zitat von fbrand:
...
zunächst ist mir Deine Einstellung für das Gain aufgefallen. Bei der Firewire Variante der DMK sollte der Wert auf 10 eingestellt werden, ich glaube bei der USB sollte er etwa bei 100 liegen.
...
Frank, ich glaube, da verwechselst Du gain mit gamma. Deine Angaben beziehen sich auf die Gamma-Einstellung. Horsts gain-Wert ist in Ordnung.


Zitat von fbrand:
...
Bei der Verwendung der Astronomik-Filter sollte es eigentlich keinen Unterschied machen, ob man auf "rot" oder "grün" fokussiert (korrigiert mich wenn ich da falsch liege).
...
Bei Verwendung eines Newtons kann man so vorgehen, obwohl ich bei meinem 8-Zöller da auch nie so sicher war und i.d.R. jeden Kanal neu fokussiert habe. Bei meinem C11 muss ich definitiv nachfokussieren und zwar gegenüber R in Richtung intrafokal, d.h. bei Blau Richtung intrafokal am stärksten.


Viele Grüße,
Torsten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Horst,
wenn ich Planeten aufnehme, dann suche ich mir zum fokussieren immer einen kontrastreichen, markanten Punkt am Planeten, oder was gerade bei Jupiter auch sehr hilfreich sein kann, einen der Monde herzunehmen um das Bild scharf zu stellen.
Wie Frank schon erwähnt hat, ist ein Auszug mit Untersetzung sehr hilfreich. Aber vor Spiegelschifting schützen tut er meiner Meinung nach nicht, da der Spiegel auch weiterhin nicht festgesetzt ist, und er immer noch während der Aufnahme verkippen kann. Ich selber habe an meinen SC´s auch entweder einen mit Untersetzung ausgerüsteten, oder einen mit Motor betriebenen Auszug, hab aber noch nie Probleme mit dem Spiegelschifting gehabt (Meade 12"LX200 Classic) während der Aufnahme. Aber es geht ja auch hier mehr um das Fokussieren.
Was die Astronomik RGB Filter angeht, so habe ich bei mit festgestellt, das ich für alle Farben neu fokussieren muss. Das kann aber auch an meinen Setup liegen.
Was die Einstellung des Gain angeht, so liege ich meist auch bei 900 (DMK21AF04). Es ist natürlich besser den Wert so kein wie möglich zu halten, aber außer bei Mond oder Sonne liege ich fast nie unter 500.

CS

Torsten

 
Hallo Horst,

das meiste wurde ja schon geschrieben. Ich mache es bei meinem SC auch so, dass ich vor jeder RGB-Sequenz die Fokuseinstellungen überprüfe. Ich habe ein Digital-Focus-Display an meinem QAZ, so kann ich vor jeder Sequenz den Fokus für R-G-B und ggf. IR machen und dann während der Sequenz rekonstruieren. In der Regel ist bei mir der Fokus bei G,B und IR ziemlich gleich, so dass ich eigentlich nur einmal verstellen muss.

Das Problem, was ich regelmäßig habe ist, dass bei nicht so perfekten Bedingungen ich nie sicher bin, ob ich wirklich den Fokus habe. Das geht hier aber glaube ich den meisten so.

Gruß und weiterhin viel Erfolg.

Michael


@Torsten (Tribun):
Was Frank mit Spiegelshifting meinte ist das Verstellen des Hauptspiegels beim Fokussieren, nicht das Verkippen nach einer gewissen Zeit. Das kann man dadurch verhindern, dass der letzte Fokusdreh nach links gemacht wird (zumindest bei meinem C9). Damit stellt man den Hauptspiegel fest. Die Feineinstellungen mache ich dann mit dem Crayford OAZ.
 
Hallo Horst,

Meade 8“ SC, Televue Barlow, F = 5,50m, Astronomik RGB Filter, DMK21
Aufgenommen mit FireCapture, je ca. 1500 Frames, belichtet 1/40 s, Gamma 250, Gain 900, bearbeitet mit Giotto/Registax, Fitswork und PS Elements.

bei Deinem Bild scheinen die Farbkanäle unterschiedliche Durchmesser zu haben. Links der breite Doppelrand und die farbigen Ränder bei den Oberflächenstrukturen sind ein Anzeichen dafür, daß die einzelnen Farbkanäle nicht sauber übereinander liegen.

Wie lange hast Du denn pro Farbkanal aufgenommen? Wie lang war die Pause zwischen den Farbkanälen? Bist Du bei der Gesamtbelichtung plus Filterwechsel über 150 Sekunden gekommen? Dann kannst die Farbkanäle nicht mehr korrekt zur Deckung bringen, weil sich der Planet weitergedreht hat...

Mir fällt an Deinem Bild auf, daß es eine schräge Komponente im leichten Rauschen gibt.

Hattest Du gerichtetes Seeing? Sowas kommt schon mal vor, da hast dann halt einfach Pech an dem Abend.

Ich arbeite auch mit ner Firewire DMK, aber Deine Angaben zu Gamma kommen mir komisch vor. Gamma laß ich bei 10, Gain zieh ich bei Bedarf auch bis auf 900 hoch.

Du schreibst, Du hast mit 1/40 Sekunde belichtet. Wenn Du noch so viel Licht hast, kannst den Gain auf 800 runternehmen und dafür die Belichtungszeit auf 1/30 hochsetzen. Wenn es bei 1/30 Sekunde bereits im Livebild "Schwabbelt", ist das Seeing so mieß, daß Du Dir die Aufnahmen sparen kannst, da hast hinterher blos Ärger und Frust bei der Bildbearbeitung...

Ich fokussiere nach dem Livebild auf meiner Meinung nach maximalen Kontrast im Rot-Kanal.

ja, das ist ok. Die Filter von Astronomik hab ich auch im Einsatz. Die sind bei Deiner Brennweite wirklich homofokal. Ist der Rotkanal scharf, brauch ich bei meinem Newton und Okularprojektion nicht mehr nachfokussieren. Allerdings sollte der Abstand zwischen der Kante vom Filterrad und dem Chip der Kamera nicht größer als 3-5 cm sein.

Wie sich das Setup bei Deinem SC prinzipiell verhält, kann ich mangels Erfahrung mit einem SC nicht sagen, ich hab blos meinen 8" Newton...

Frage:
Gibt es eine Methode, ein Trick, um auch bei so konturarmen Objekten wie dem Jupiter sauber fokussieren zu können oder geht es wirklich nur mit "try and error"?

Monde sind sehr hilfreich. Ich guck in Guide 8, wo die stehen, verfahr mit der Steuerun, bis ich einen im Livebild hab, stell den sauber scharf und fahr auf Jupiter zurück. Wenn alle Monde hinter Jupiter sind, versuche ich an einem WOS scharfzustellen, die sind in allen Farbkanälen sichtbar...

CS
Fee
 
Zitat von TorstenHansen:
Hallo Horst,
Frank, ich glaube, da verwechselst Du gain mit gamma. Deine Angaben beziehen sich auf die Gamma-Einstellung. Horsts gain-Wert ist in Ordnung.

Hallo Torsten,
ja Du hast recht, ich meinte Gamma. Gamma bei 250 ist meiner Meinung nach zu viel.

Zitat von TorstenHansen:
Zitat von fbrand:
...
Bei der Verwendung der Astronomik-Filter sollte es eigentlich keinen Unterschied machen, ob man auf "rot" oder "grün" fokussiert (korrigiert mich wenn ich da falsch liege).
...
Bei Verwendung eines Newtons kann man so vorgehen, obwohl ich bei meinem 8-Zöller da auch nie so sicher war und i.d.R. jeden Kanal neu fokussiert habe. Bei meinem C11 muss ich definitiv nachfokussieren und zwar gegenüber R in Richtung intrafokal, d.h. bei Blau Richtung intrafokal am stärksten.


Oha! Das war mir noch nie aufgefallen, ich habe das allerdings auch noch nie gezielt untersucht. Ich dachte immer: "Das C11 ist ja quasi apochromatisch, meine Barlow auch, also dürfte ich eigentlich kein Problem haben" - Da ist aber noch die Schmidtplatte im Strahlengang... Im Umkehrschluß bedeutet das dann aber, dass ich am SC-Teleskop im Prinzip eine Kamera mit Bayer-Matrix nicht einsetzen sollte, da ich hier eigentlich nie richtig fokussieren kann? Oder? Und was mache ich beim Jupiter? Dort habe ich ja sowieso nur ein kleines Zeitfenster, wenn ich da zwischen dem Filterwechsel auch noch nachfokussieren muss wird das aber sehr eng...

Probleme über Probleme :)

Frank

Ps.: Toller Beitrag im aktuellen VdS-Journal!
 
Zitat von Tribun:
Wie Frank schon erwähnt hat, ist ein Auszug mit Untersetzung sehr hilfreich. Aber vor Spiegelschifting schützen tut er meiner Meinung nach nicht, da der Spiegel auch weiterhin nicht festgesetzt ist, und er immer noch während der Aufnahme verkippen kann.

Hallo Torsten,

ich meinte das "unmittelbare" hin-und-her Hüpfen des Planeten auf dem CCD Sensor, wenn ich z.B. per Drehknopf fokussiere und über den Fokuspunkt hinaus gedreht habe und dann wieder zurück drehe um erneut zu Fokussieren. Dieses Phänomen kann ich abstellen, wenn ich noch einen Fokussierer am Okularauszug einsetze. Wie "Attalar" schon gesagt hat wird der Planet grob über das Verschieben des Hauptspiegels scharf gestellt und das "Finetuning" erfolgt dann über den Fokussierer am Okularauszug.

Frank
 
Hallo Fee,

Zitat von Sternenfee123:
...
Die sind bei Deiner Brennweite wirklich homofokal.
...
Da wäre ich mir nicht so sicher. Sobald Linsen im Strahlengang sind, gibt es chromatisch bedingte Verschiebungen. Dies ist z.B auch unter den FAQ´s zu den CCD-Filtern bei Gerd Neumann unter 6.) "Die optische Dicke" nachzulesen: http://www.gerdneumann.net/v2/deutsch/astronomik_faq.html

Dass man beim Newton evtl. den Eindruck hat, dass man nicht nachfokussieren muss, könnte auch an schlechtem Seeing liegen; dort wird dies vermutlich nicht auffallen. Bei gutem Seeing hatte ich aber bei meinem Newton den Eindruck, dass eine Nachfokussierung nötig ist.


Zitat von fbrand:
...
Und was mache ich beim Jupiter ? Dort habe ich ja sowieso nur ein kleines Zeitfenster, wenn ich da zwischen dem Filterwechsel auch noch nachfokussieren muss wird das aber sehr eng...
...
Nachfokussierung ignorieren, da die meiste Schärfe eh vom R kommt, B kürzer aufnehmen oder schnellere und 14-bit Kamera. Die neue Generation steht ja schon vor der Tür ... :)


Grüße,
Torsten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen, danke für die Antworten

Ich habe einen Crayford OAZ am Rohr, allerdings nur 1:1. Spiegelshifting sollte also keine Rolle spielen. Und den Trick zur Vermeidung des Kippens kenne ich schon, funktioniert bei meinem Meade auch.

Zur Justage: hab ja schon gelernt, dass man öfters Kollimieren muss, aber jeden Abend neu hab ich es bisher nicht gemacht. Und „mit allem angeschlossenen Zubehör“ meint dann wohl mit Kamera? Bisher mache ich es mit Okular und setze danach die Kamera ein – allerdings ist die etwas schwerer als das Okular, ich dachte aber nicht, dass das wieder zu Fehlern führen könnte. Aber mit Kamera an einem Stern zu kollimieren erscheint mir ziemlich unmöglich, man erkennt dann ja kaum saubere Beugungsringe?

Habe die DMK21 in der USB Version. Von meiner alten ToUCam habe ich den Rat übernommen den Gammawert auf „Mitte“ stehen zu lassen. Ich habe auch Aufnahmen mit kleinerem Gamma gemacht, komme aber auch damit nicht zu wesentlich besseren Bildern.

Ich werde auch den Hinweis befolgen vor jeder RGB Sequenz neu zu fokussieren, an Veränderungen der Fokuslage wegen der Abkühlung hatte ich noch nicht gedacht.
Aber vor jeder Einzelaufnahme zu fokussieren bleibt mir beim Jupiter wohl keine Zeit. Alleine schon durch das Drehen am Filterrad und Korrektur der Position dauert es gut 30 s bis das Bild wieder ruhig steht; da ich als Zeitlimit für jeden Kanal etwa 60 s nehme dauert eine RGB Sequenz so schon mehr als die von „Fee“ vorgegebenen 150 s; dass die Farben dann noch nicht zu 100% übereinander liegen nehme ich zur Zeit noch in Kauf.

Ich werde auch mal mein Setup umstellen. Jetzt habe ich die Barlow hinter dem Filterrad und der Abstand Filter zu Kamera Chip ist mit all den Adaptern gut 15 cm, dass das zu viel sein könnte ist mir noch nie in den Sinn gekommen.

Auf die Jupitermonde zu fokussieren ist eigentlich so einleuchtend, dass ich mich fast schäme nicht selbst darauf gekommen zu sein.

Also Danke und „der Weg ist das Ziel“, also werde ich weiterlernen.

Bleibt nur noch eine grundsätzliche Frage:
Ist ein Newton „besser“ als ein SC?
Auf meinem Wunschzettel steht für Deep Sky noch ein Foto-Newton. Eine 5x Powermate hab ich schon, also könnte ich mit diesem Equipment auch Planetenaufnahmen mit F um 5m machen. Dazu noch ein 10:1 OAZ, aber mein Budget reicht nur für einen, entweder zum SC oder zum Newton. Also müsste ich mich auf eine Technologie festlegen.

Gruss
horst anders



 
Zitat von TorstenHansen:
Nachfokussierung ignorieren, da die meiste Schärfe eh vom R kommt, B kürzer aufnehmen oder schnellere und 14-bit Kamera. Die neue Generation steht ja schon vor der Tür ... :)

Ja, das wird es wohl sein. Man könnte noch zur Not auf den Grünkanal bei der Aufnahme verzichten und den später synthetisch aus R und B herstellen. Aber davon war ich noch nie ein Fan, ich befürchte dabei immer einen gewissen Informationsverlust.
 
Hallo Torsten,

Zitat von TorstenHansen:
Hallo Fee,

Zitat von Sternenfee123:
...
Die sind bei Deiner Brennweite wirklich homofokal.
...
Da wäre ich mir nicht so sicher. Sobald Linsen im Strahlengang sind, gibt es chromatisch bedingte Verschiebungen. Dies ist z.B auch unter den FAQ´s zu den CCD-Filtern bei Gerd Neumann unter 6.) "Die optische Dicke" nachzulesen: http://www.gerdneumann.net/v2/deutsch/astronomik_faq.html

da hast Du recht. :augenrubbel: Ich hab net an das Glas beim SC gedacht. Bei meinem Newton muß ich erst nachfokussieren, wenn ich bei 10 Meter Brennweite bin. Aber sooo gnadenlos gutes Seeing hab ich seltenst... :/

Bei 5 Meter Brennweite (und bei einem Abstand der Filter von 3-5 cm vor dm Chip) ist der Restfehler bei mir vernachlässigbar. Kann bei einem SC und Verwendung von Barlows natürlich anderst sein. Ich habs net ausprobiert, weil ich keines zur Verfügung hab ;)...

CS
Fee

 
Hallo Horst,

Aber mit Kamera an einem Stern zu kollimieren erscheint mir ziemlich unmöglich, man erkennt dann ja kaum saubere Beugungsringe?

oooch, wenn der Stern hell genug ist, kannst schöne Kringel sehen :D

Habe die DMK21 in der USB Version. Von meiner alten ToUCam habe ich den Rat übernommen den Gammawert auf „Mitte“ stehen zu lassen. Ich habe auch Aufnahmen mit kleinerem Gamma gemacht, komme aber auch damit nicht zu wesentlich besseren Bildern.

probier mal bei Gelegenheit folgendes:
- Schräubchen oben und unten am Gehäuse des Filterrades net ganz so fest ankanllen,
dann läuft das Rad weicher und das Teleskop schwingt net so lang
- Filterrad so orientieren, daß der dicke Bauch zum Boden zeigt
- Kamera so orientieren, daß Jupiter genau in Rektaszension läuft, wenn Du sachte
die Montierung mit der Steuerung bewegst
- Gamma 10
- Gain 8-900
- 1/30 sec Belichtungszeit
- ROI = nur doppelte Jupiterhöhe, aber volle 640 Pixel breit auswählen
- 30 Bilder pro Sekunde auf die Platte schaufeln
- 30 Sekunden lang aufnehmen (=900 Bilder pro Farbkanal)
- bei der Mittelung nur 10 % der Bilder verwenden

Damit kannst den Zeitablauf optimieren, das Schwingen etwas ausbremsen und kriegst bessere Deckung der einzelnen Farbkanäle :super:

Ist natürlich keine Garantie, daß Du damit besser fährst, aber als "Kochrezept" für durchschnittliches Seeing hat sich das bei mir gut bewährt :totlach2:

Ist ein Newton „besser“ als ein SC?
Auf meinem Wunschzettel steht für Deep Sky noch ein Foto-Newton. Eine 5x Powermate hab ich schon, also könnte ich mit diesem Equipment auch Planetenaufnahmen mit F um 5m machen. Dazu noch ein 10:1 OAZ, aber mein Budget reicht nur für einen, entweder zum SC oder zum Newton. Also müsste ich mich auf eine Technologie festlegen.

"besser" ist so ne Sache. Kommt darauf an, was Dir wichtig ist. Ein SC + Powermate bringt ein sehr kleines Gesichtsfeld für die DMK. Für Planeten ok, aber welche Deepsky Objekte willst bei der Brennweite fotografieren? Fuzzelige PN´s mit 12-30 Bogensekunden Durchmesser? Dann JA, weil kompakt und net ganz so windanfällig!

Schweben Dir eher großflächige Objekte vor (mehrere Bogenminuten), würde ich zum f=5 Newton tendieren :)

CS
Fee
 
Hallo Fee,

danke für die Tipps. Werde alles mal ausprobieren, aber zur Zeit ist hier kein Himmel zu sehen, nur dicke schwarze Wolken und das wohl bis zur nächsten Woche.

Bei der Frage Newton kontra SC hab ich mich falsch ausgedrückt.

Für Planeten nehme ich das SC mit der DMK; für Deep Sky hab ich ein ED 80/600 mit einer EOS 300Da; wünsche mir da aber noch was mit mehr Öffnung.
Deep Sky mit dem SC und der EOS geht, aber 2 m Brennweite sind schon recht viel. Hab auch einen Reducer auf 1,20 m aber da treten deutlich Vignetierungen auf. Also denke ich für Deep Sky an ein Foto-Newton (200/1000) und das könnte ich dann für Planeten mit einer Powermate ja auf 5 m verlängern.

Für Deep Sky sollte das Foto-Newton sicherlich besser einsetzbar sein als das SC, aber bei Planeten? Schliesslich muss man die Brennweite beim Newton dann viel stärker verlängern als beim SC, machrt sich das nicht negativ bemerkbar?

Falls sich ein Newton empfiehlt, könnte ich dann das meiste mit einem Gerät machen, was auch viel bequemer wäre.

Gruss
horst anders
 
Hallo Horst,

Für Deep Sky sollte das Foto-Newton sicherlich besser einsetzbar sein als das SC, aber bei Planeten? Schliesslich muss man die Brennweite beim Newton dann viel stärker verlängern als beim SC, machrt sich das nicht negativ bemerkbar?

aus finanziellen Gründen habe ich nur den 200/1000 Newton, seine Brennweite plustere ich für Planeten mit Okularprojektion problemlos um das 5-7 fache auf. Einen direkten Vergleich mit einem SC kann ich nicht liefern, ich bin aber mit meinen Ergebnissen zufrieden. :D

Hier ein Jupiter vom 8. Juli morgens um 6 Uhr (Sonne bereits 3,5 ° überm Horizont) nach meinem "Kochrezept" ;)

Link zur Grafik: http://www.sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/jupiter/jupiter-2010-07-08-04-01-52-ut.jpg

CS
Fee
 
Hallo,

letzte Woche gab es hier in zwei Nächten kurze Wolkenlücken und so habe ich versucht eure Ratschläge umzusetzen.

Habe mal die Okularprojektion mit einem Hyperion Okular ausprobiert und zum Zweiten eine TS ED-Barlow benutzt; beide jeweils vor dem Filterrad was dann mechanisch und optisch wesentlich kürzer ist als mein altes Setup.

Mit dem Hyperion schaffe ich minimal eine Brennweite von 5500 mm, mit der Barlow 4600 mm, also f/27,5 bzw f/23.

Habe dann fleissig die Aufnahme-Parameter variiert, die besten Ergebnisse - siehe beigefügte Bilder - waren Gamma 100 (ist die s/w DMK), Gain 900 bis Maximum, Shutter 25 bis 30 ms bei Aufnahmezeiten von 30 bis 60 s je Kanal.

Bearbeitet dann mit AutoStakkert und Fitswork. Habe AutoStakkert durch Zufall gefunden und jetzt zum ersten Mal benutzt, es liefert nach meiner Meinung deutlich bessere, feiner strukturierte Ergebnisse als Registax oder Giotto.

Ich bin mit den Ergebnissen zufrieden, dass ist noch nicht der Aufstieg in die Spitzenklasse aber doch schon eine deutliche Verbesserung, als nächstes muss ich noch lernen, wie man den optimalen Fokus trifft (habe zwar versucht auf die Jupiter-Monde zu fokussieren aber so ganz gelungen ist mir der Fokus noch nicht).

Gruss
horst anders

 

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