Anette_Aslan
Aktives Mitglied
Neulich hatte ich Besuch und wie das so ist, wenn man in einer geographisch und historisch interessanten Gegend lebt, muss man Touristenführer spielen. Nach tagelangen Ausflügen in die Natur kam dann Wien zu guter letzt an die Reihe und als es Abend wurde packten wir uns erschöpft in die Autos, eines davon ohne Navigator, diesen Part sollte ich führerscheinloses Wesen übernehmen, als noch nicht eingelebter Piefke (Kosewort für die Deutschen hier in Österreich). Wir verloren auch das Leitauto und landeten irgendwo ausserhalb Wiens in der tiefsten Pampa, darunter eine Vierjährige, die nichts anderes im Sinn hat als jede halbe Stunde Pipi machen zu müssen, eine Panikmama und eine Hochschwangere, die nach einem langen Tag von der Horizontalen träumt und ich, auf die sich alle verlassen und die eigentlich immer ein Trauma in er Stadt bekommt. Die Panikmama fuhr und fuhr und lenkte den Wagen, das Kind nörgelte ohne Ende, die Schwanger stöhnte langsam..............keine Karte, keine Ahnung unserer Lage, Händy funktionierte nicht........da fragt die Nörgelkleine endlich mal eine sinnvolle Frage von 1000 und einer Frage dieses Tages: was ist das für ein heller Stern da? Oh, mein Gott, da ist Jupiter im Osten aufgegangen, Osten, das ist Osten und wir fahren demnach nach Norden, stramm nach NOrden und das ist definitiv falsch, wenn man im Südosten vor Wien lebt.
Ich erklärte den Damen, wer dieser Stern ist und das wir den immer links von uns haben müssen, um in die richtige Richtung zu kommen. Wir drehten und orientierten uns an diesem vermeintlichen Stern und siehe da, nach 20min kommt ein Schild mit dem Hinweis auf die A2 Richtung Graz...ein Haleluja der Erleichterung stosse ich aus.............man staunte über mich als echte Astronomin und ich war mir im klaren darüber, dass ich mich am Himmel besser auskenne als in Wien und Umgebung. Dem Leitplaneten zu Ehren erklärte ich den Damen, wie Galileo durch das Rotationssystem des Jupiters und seinen Monden ein neues Weltbild erschuf, welch revolutionäre Einsichten damals ein einziger Blick auf Jupiter durch ein Teleskop bewirkten. Bei aller Erschöpfung wollten die Damen nun auch solch einen Blick dem Jupiter gewähren und so kamen wir gegen 23h zu Hause an, er stand schon gut im Süden, ich schleppte bei höchsten Taupunktgraden und tropischer Nacht mit Mückeninvasion den Dobson raus um diesen Blick zu gewähren. Es war eine Wonne für alle Beteiligten, die Pipimacherin schlief aber schon im Auto vorher ein und musste nur noch abgelegt werden, die hätte mir den letzten Nerv bei dieser empfindlichen Optikarbeit unter subtropischen Bedingungen geraubt....und gemäss Kleinkind- pädagogischer Erkenntnis eh nichts verstanden. Da M13 für Nichtsternkundige dann noch das Einzige war, was man schnell noch unter diesem unerträglichen Mückenüberfall zeigen konnte kam dieser sofort ins Okular....leider etwas diffus im Baader Hyp 5, es gab schon bessere NÄchte..............die Damen waren irritiert und ich musste anschliessend nach der Flucht ins Haus noch Hochglanzbilder zeigen, von all den Objekten, die wir hätten sehen können.........die Schwangere schlief bei dieser Unterhaltung hinter uns auf dem Sofa ein, ich dampfte und packte auf triefnasser Wiese den Dobson in die Sternwarte.....was soll ich sagen, wenn mich meine Bekannten immer fragen: und was hast du von diesem Hobby?......Danke Jupiter.
Grüssle von Anette
Ich erklärte den Damen, wer dieser Stern ist und das wir den immer links von uns haben müssen, um in die richtige Richtung zu kommen. Wir drehten und orientierten uns an diesem vermeintlichen Stern und siehe da, nach 20min kommt ein Schild mit dem Hinweis auf die A2 Richtung Graz...ein Haleluja der Erleichterung stosse ich aus.............man staunte über mich als echte Astronomin und ich war mir im klaren darüber, dass ich mich am Himmel besser auskenne als in Wien und Umgebung. Dem Leitplaneten zu Ehren erklärte ich den Damen, wie Galileo durch das Rotationssystem des Jupiters und seinen Monden ein neues Weltbild erschuf, welch revolutionäre Einsichten damals ein einziger Blick auf Jupiter durch ein Teleskop bewirkten. Bei aller Erschöpfung wollten die Damen nun auch solch einen Blick dem Jupiter gewähren und so kamen wir gegen 23h zu Hause an, er stand schon gut im Süden, ich schleppte bei höchsten Taupunktgraden und tropischer Nacht mit Mückeninvasion den Dobson raus um diesen Blick zu gewähren. Es war eine Wonne für alle Beteiligten, die Pipimacherin schlief aber schon im Auto vorher ein und musste nur noch abgelegt werden, die hätte mir den letzten Nerv bei dieser empfindlichen Optikarbeit unter subtropischen Bedingungen geraubt....und gemäss Kleinkind- pädagogischer Erkenntnis eh nichts verstanden. Da M13 für Nichtsternkundige dann noch das Einzige war, was man schnell noch unter diesem unerträglichen Mückenüberfall zeigen konnte kam dieser sofort ins Okular....leider etwas diffus im Baader Hyp 5, es gab schon bessere NÄchte..............die Damen waren irritiert und ich musste anschliessend nach der Flucht ins Haus noch Hochglanzbilder zeigen, von all den Objekten, die wir hätten sehen können.........die Schwangere schlief bei dieser Unterhaltung hinter uns auf dem Sofa ein, ich dampfte und packte auf triefnasser Wiese den Dobson in die Sternwarte.....was soll ich sagen, wenn mich meine Bekannten immer fragen: und was hast du von diesem Hobby?......Danke Jupiter.
Grüssle von Anette