Jupiter17.03GymnastikAkrobatik u.das Gartenproblem

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Matthias_Müller

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Hallo allerseits!

Als ich gegen 23 Uhr nach Hause kam, schien mir der Himmel trotz Großstadtlichtverschmutzung gar nicht sooo übel, und Jupiter stand prächtig für eine kurze Visite. Doch die Mühe, sich extra zu einem dunklen Platz aufzumachen, wollte ich nicht auf mich nehmen.

Also alle Fenster auf, Durchzug, Ventilatoren und Lüfter an, Keyboard zur Seite geschafft und den 8"-f/6-Dobson vors große Fenster. Erstmal ne gute halbe Stunde warten. Dann begann es auch recht nett, aber die (scheinbare) Himmelsdrehung erforderte dann doch, daß ich auch das Schränkchen noch zur Seite schaffte.

Wie ich dann so schräg mit dem Kopf halb aus dem Fenster hing - fast Gymnastik -, um vernünftig ans Oku zu kommen, wurde die Abbildung irgendwie düsterer, schlechter aufgelöst. Schnell war die Ursache gefunden: die Öffnung wurde schon ein wenig vom Fensterrahmen obstruiert. Also noch das Bett einen Meter weiter zur Tür, damit das ganze Gerät unobstruiert stehen kann. Dadurch mußte ich aber noch schiefer mich verwinden, um ans Oku zu gelangen, nun schon auch die Schulter außerhalb des Fensters - aus Gymnastik wurde langsam Akrobatik.

Eine gute Viertelstunde später verlangte das ganze Gerät nach höherer Aufstellung, also eine alte stabile Kiste aus dem Keller geholt und das ganze Gerät dadrauf. Jetzt wurde es wirklich hart: zum einen schien mir eine nahe Straßenlaterne immer irgendwie noch ins Auge - trotz Kapuzentricks, und zum anderen grenzte meine Akrobatik schon an Stunt. Nach fünf Minuten bekam ich einen Oberschenkelkrampf und mußte erstmal kurz pausieren. So geht es also nicht.

Also alles auf den Nordbalkon und einwenig Sternfeldbetrachtung. Hübsche Doppelsterne, teilweise mit hohem Farbunterschied. Und für Großstadtverhältnisse ein ziemlich guter Himmel. Der Blick in den dunklen Garten lockte mich dann doch zum Kontrollgang: feine Sicht zum Jupiter, keine Straßenlaternen.

Also alles in den Garten geschafft und wieder Jupiter anvisiert. Mit dem 6er UW bei 200x (AP 1mm) feines Genußspechteln. Klar die äquatornahen Wolkenbänder. In Momenten relativer Luftruhe auch ein wenig mehr Einzelheiten, blickweise. Keine Detailverbesserung mit 2x-gebarlowtem 9er Plössl. Warum, fragte ich mich. Und dann traf mich sozusagen der Schlag: ich äugte vielleicht 3-4 Grad über den Dachfirst des Hauses. Da war ich nun extra doch noch in den Garten, um nun durch die Wärmeschlieren des eigenen Hauses Jupiter hochzuvergrößern, ziemlich dämlich...! Nochmals einige Meter weitergezogen, dadurch vielleicht nochmals 2 Grad Dachfirstabstand mehr zu erreichen, aber keine wesentliche Besserung. Der weitere Weg Jupiters im Laufe der Nacht führte ihn leider noch näher an den First, so daß ich`s dann mit Jupiter aufgab und noch einwenig rumspechtelte.

Nach dem Abbau erwartete mich dann auch noch eine kleine Möbelrückaktion... Manchmal ist halt wirklich der Wurm drin, bzw.: schön, so manches zu wissen, aber clever ist der, der`s auch anwendet!

Fazit: nie wieder aus dem Fenster, gut überlegen, bevor es in den zum Haus nördlich gelegenen Garten geht, und vor allem: einen halbwegs brauchbaren Platz in der Nähe herausfinden, den ich in solchen Fällen nutzen kann, wo ich nicht unter wirklich dunkleren Himmel weit rausfahr aus der Ruhrgebietslichtglocke.

Wünsche klare dunkle Nächte bei stillsitzender Luft und bester Durchsicht,

Matthias.
 
Jau! Die Möbelrück- und Akrobatikaktionen sind mir auch nicht unbekannt! Es stellt sich jedoch immer wieder heraus, dass es alles keinen Sinn macht! Erstmal hat man immer nur einen winzigen Himmelsausschnitt zum Beobachten aus dem Fenster, und weiter ist auch nach ausgiebigem Durchlüften immer noch genug Temperaturdifferenz vorhanden, die das Seeing versaut. Hab das nochmal vor einigen Tagen bei Venus ausprobiert: Es war nichtmal eine Sichelform zu erkennen...

Also entweder direkt den ganzen Kram rausschaffen oder es gut sein lassen. Beides spart Zeit und Frust.

Thomas
 
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