Justage Jenoptem

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mathiasaumayr

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Hi Leute

Ich hätte zwei Fragen an Euch:

1.) wie erkenne ich eine Dejustage am Fernglas? Und kann diese belegen?

2,) Kann ich ein Jenoptem selber wieder justieren wenn es Dejustiert ist, oder brauche ich einen Optiker dafür?

Habe ein Jenoptem bei ebay gekauft, war total verdreckt (Fett, Fingertapser, etc.), das ging alles gut weg aber ich habe das Gefühl dass die zwei Bilder nicht ganz zusammen kommen -> am Stern immer mal Doppelbilder ... und Sirius ist bei 10 facher Vergrösserung sicher kein Doppelstern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ist übrigens ein 10x50W Jenoptem.

Danke + lg

Mathias
 
Hi Mathias,

hättest Du doch meins gekauft... jetzt ist es weg, hab Dich auch vor ebay,
glaub ich, gewarnt.

Das Teil ist dejustiert, wenn Du zwei Sterne siehst.

Wieviel hast Du dafür bezahlt?
Wenn es nicht viel war kannst Du mal bei Zeiss nachfragen, für Justage/Reinigung.
Aber das wird nicht billig, denke mal so 200 Euro, wenn nicht mehr.

Ich würde versuchen mich mit dem verkäufer auf Rücknahme einigen.

Viele Grüsse
Thomas
 
Hi

Jaja, die Warnungen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> das war ich.

Denke es gibt noch andere Lösungen, einen netten Optiker in Wien z.B., der sowas machen würde aber der will halt auch Kohle dafür.

Gezahlt habe ich für ein, als einwandfreies Glas deklariertes, knapp über 150€.
Denke auch dass sich da mit dem Preis noch was tun muss, sonst gilt der Vertrag nicht.
Schliesslich war das Glas meilenweit von optisch OK entfernt.

Trotzdem interessiert mich ob man sowas selber machen kann.

lg
Mathias
 
Hallo Mathias,

> Kann ich ein Jenoptem selber wieder justieren

Im Prinzip ja. Dazu ist zu klären, um welchen Fehler es sich handelt. Geht es nur um "Doppelsterne", dann sollte ein Nachjustieren der Objektive in ihren Exzenterfassungen helfen. Sind die Prismen verrutscht oder verkippt, dann können die Teilbilder auch zueinander verdreht sein. Schau mal hier und prüfe, was bei Dir das Problem ist. Wenn Du das Fernglas nach ein paar Tagen restlos dejustiert hast, dann kannst Du es immer noch dem Optiker in die Hand drücken. Ärgerlich wird die Sache, wenn die okularseitigen Prismen ein Problem haben. Dann mußt Du den Mitteltrieb zerlegen, um an das Innenleben zu kommen. Für die objektivseitigen Prismen muß man nur die kompletten Objektivtuben und die Gehäusedeckel abschrauben und der Aufwand hält sich in Grenzen. Die Prismen selbst sitzen unter dem Klemmbügel in einer leichten Vertiefung mit seitlicher Begrenzung, so daß sie eigentlich nicht zu weit verrutschen können. Verkanten können sie eher. Mit etwas Geduld kann man sie wieder passend einsetzen und anschließend die Teilbilder mit den Exzenterfassungen der Objektive deckungsgleich einrichten.

Frank.
 
Hallo,

ich habe mein Dekarem selbst eingestellt (und auch ein 16x50).

Man muss sich dazu einen Schlüssel machen, mit dem man die Objektivringe lösen kann. Ich hab das aus einem Stück Blech gemacht (einfach auf die richtige Länge kürzen, so dass es sauber in die Nuten der Objektivringe passt).
Dann das Fernglas auf ein Stativ montieren und einen möglichst weit entfernten Punkt anpeilen.
Durch das Drehen der Objektive in den Exzenterringen kann man die Bilder zur Deckung bringen.
Ich habe das über den Vergleich an den Sehfeldrändern gemacht - ist zwar nicht die genaueste Methode, aber es funktioniert ohne weitere Hilfsmittel! Also z. B. eine Kante am oberen (dann unteren, linken und rechten) Rand einstellen und in der anderen Optik kontrollieren, ob sie dort auch genau am Rand steht.
Das Einstellen ist ein bisschen fummelig - aber es geht.
Evtl. die Exzenter drehen während man durchschaut, dann kann man die Bewegung sehen und so erst mal grob einstellen oder die genaue mittlere Einstellung finden.

Beim Anziehen der Objektivringe dann darauf achten, dass sich der Exzenter nicht mitdreht. Wenn sich das nicht vermeiden lässt, dann das Objektiv vorher soweit verdrehen, dass es nach dem Festziehen genau in der richtigen Position sitzt.

Evtl. vorher das Objektiv kurz ausbauen und die hintere Oberfläche reinigen!

Nun viel Spass beim Einstellen!


Ergänzung: Habe gerade gesehen, dass Frank_Schäfer auch einen Beitrag dazu geschrieben hat. Die dort verlinkte Anleitung war übrigens auch meine Vorlage!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Mathias,
am besten kann man den Bildversatz prüfen, indem man einen hellen Stern anvisiert und im linken Rohr scharf stellt. Dann wird der Stern mit der Einzelokularverstellung am rechten Okular im rechten Rohr unscharf gestellt. Jetzt siehst Du einen scharfen Stern und einen unscharfen Lichtpunkt. Das Fernglas ist justiert, wenn sich der scharfe Stern in der Mitte des unscharfen Flecks befindet. Wenn Du das Bild in beiden Rohren scharf stellst, dann versucht die Bildauswertung im Gehirn den Bildversatz zu korrigieren. Die Justage ist dann schwierig. Durch verschiedene Bilder (ein Punkt und ein diffuser Lichtfleck) wird dieser Automatismus ausgeschaltet und Du kannst das Fernglas sehr gut mit den Exzentern justieren.
 
@Alle

Danke für die Tipps.

Mein Glas IST somit eindeutig dejustiert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Und wird zum Optiker gebracht, da dieser einen sehr fairen Preis (per Ferndiagnose) vorgeschlagen hat.
Sollte der endgültige Kostenvoranschlag doch zu teuer werden gibt es auch ein nettes privates Angebot zur Justage meines Glases.

Ehrlich gesagt ich traue mich nicht drüber mit der Selbstjustage, lieber den Geübten machen lassen und mal mein 5€ Fernglas auseinanderschrauben und üben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Danke für Eure Hilfe

lg

Mathias
 
Selbst Knick in der Optik

Hallo Matthias,

ich hatte vor längerer Zeit mal ein ähnliches Problem mit meinem Fernglas (Dekarem 10x50).
Überprüft habe ich die Justage mit Scharfstellung des einen Rohrs und unscharfer Einstellung des anderen Rohrs.
Aufgefallen ist mir sofort , daß der scharfe Stern nicht mittig der extrafokalen Scheibe ist.
Beim Wiederholen des Tests an meinem Deltrintem 8x30
stellte ich duieselbe Abbildung fest.
Beim dritten Fernglas Meopta 12x60 genau dieselbe Exzentrität des scharfen Sterns in der extrafoklen Scheibe.

Fazit: Meine Ferngläser sind alle Drei wunderbar justiert,
aber ich nicht!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Bei scharfer Einstellung beider Röhren bringt mein Gehirn
die Bilder noch übereinander, ich sehe scharfe Abbildungen.
Grenzwertig wird es für mich beim Anblick des Jupiters mir seinen Monden
und die Elipse des Saturn im Fernglas.

Bevor Du Dein Fernglas für viel Geld wegschickst versuche
denselben Vergleich mit Deinem Glas und denen von Freunden.

Mit freundlichem Gruß, Gerd
www.bksterngucker.de
 
Hallo,
ich hätte zu diesem Thema noch eine ergänzende Frage:
habe mehrere CZJ-Gläser und stelle fest, daß die Okularbrücken unterschiedlich stabil justiert sind (lockern sich vielleicht im Laufe der Jahre?; bei dem am wenigsten genutzen Glas nur minimales/kein Spiel; bei einem Glas nur auf einer Seite Spiel). Könnte mir vorstellen, daß dies auch Einfluß auf die Scharfeinstellung hat, zumindest wenn man das Glas fester an das Gesicht drückt - z.B. liegend Sterne beobachten. Ein Deltritem, besser Jenoptem - auch bei ebay ersteigert - und sonst im Zustand wie frisch aus dem Laden geholt - hat diese eine kleine Macke. Und hier muß ich - das ist nur bei diesem Glas so, die Schärfe mit der rechten Dioptrieneinstellung korrigieren um zu einem scharfen Bild zu kommen. Dann ist es aber tadellos.

Jetzt endlich die Frage:
läßt sich dieses "Spiel der Brücke" leicht selbst justieren (Kappe an der Brücke ab; welchen Schlüssel für die Schraube darunter verwenden? Wie fest anziehen?). Frage lieber, ehe ich mich daran mache. Und die in diesem Fall geklebte Kappe wie abmachen?

Und noch eine Anmerkung zu Gerd - mir kommt es manchmal bei Beobachten mit mehreren Gläsern - und damit automatisch einem Vergleichen - so vor, als ob der Eindruck von Schärfe auch von der eigenen "Tagesform" abhängig ist und auch von den jeweiligen Lichtverhältnissen. Will sagen, manchmal denk´ ich auch - alles verstellt, aber ich bräuchte nur mal mehr Schlaf <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />.

Gruß Lars
 
Re: Selbst Knick in der Optik

Hallo Gerd,
die Toleranzen für die Parallelität von Ferngläsern sind recht hoch. Leider findet man fast keine Testberichte, in denen man exakte Messungen der Parallelität findet (für Hinweise auf entsprechende Quellen bin ich dankbar). Im Heft 7/90 von Boote befindet sich ein solcher Testbericht. Für den Bericht wurden Gläser mit 7-facher Vergrößerung vom optischen Laboratorium der niederländischen Marine vermessen. Dabei wurde der Höhenfehler (Abweichung der Teilbilder nach oben), die Konvergenz (Abweichung nach innen) und die Divergenz (Abweichung nach außen) gemessen. Als Grenzwerte wurden für den Höhenfehler 15 Bogenminuten, für die Divergenz 30 Bogenminuten und für die Konvergenz 90 Bogenminuten angegeben. Wie die Testergebnisse zeigen, wurden die Toleranzen von vielen Gläsern teilweise ausgenutzt und selbst bei den Kilomarkgläsern (1990 gab es noch die gute und günstige Deutsche Mark) von Nobelmarken leicht überschritten. Bei solchen Gläsern sieht man dann den scharfen Stern natürlich nicht im Zentrum des defokussierten Scheibchens, obwohl die Gläser teilweise noch in der Toleranz liegen.
Die Anforderungen an die Parallelität dürften bei terrestrischen Beobachtungen mit strukturierten Flächenobjekten nicht so hoch sein, wie bei astronomischer Verwendung, da bei astronomischer Verwendung ja fast ideale Punkte betrachtet werden und Abweichungen deutlicher auffallen dürften. Ferngläser sind ja eigentlich auch nicht hauptsächlich zur astronomischen Nutzung (vielleicht mit Ausnahme einiger Großferngläser) entwickelt worden. Ich benutze selbst ein Dekaris 10x50 bzw. einige sehr preiswerte und gute sowjet-russische Gläser, welche ich alle nach der Methode scharfer "Stern - defokussierte Scheibe" nachjustiert habe. Nach der Justierung hatte ich immer festgestellt, dass das Glas angenehmer zu benutzen ist. Die Justierung über die Exzenterringe ist für jemanden, der keine zwei linken Hände hat problemlos zu erledigen. Zum Lösen des Vorschraubrings habe ich mir ein Werkzeug aus Messingblech selbst gebaut (der Ring sitzt manchmal ziemlich fest). Die Methode ist übrigens sehr empfindlich. Ein exakt zentrischer Stern läßt sich kaum erreichen, da schon das Anziehen des Vorschraubrings zu einer leichten Verschiebung führt. Auch ändert sich die Zentrierung über das Bildfeld (Koma am Bildfeldrand).
Für Deinen Hinweis bin ich Dir übrigens sehr dankbar. Mein Hinweis war eigentlich für Sternfreunde gedacht, die mit der Parallelität eines Glases der einfachen Zeiss-Jena-Klasse nicht zufrieden sind. Wer für ein Glas Kiloeuro bezahlt hat muss natürlich zwingend davon ausgehen, dass sein Glas super ist. Ich möchte nicht schuld sein, dass jemand sein Kiloeuroglas zermehrt, weil er den scharfen Stern nicht zentrisch sieht und nun versucht dieses zu verschlimmbessern.
 
Re: Selbst Knick in der Optik

Hi Gerd

Viel Geld scheint in dem Fall 45€ <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> zu sein
und der Optiker + meine Freundin haben bestätigt dass das Glas "Kopfweh" macht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />
Der Optiker konnte es genauer beschreiben, mal sehen ob die Justage jetzt was bringt, ich denke aber schon.
Sein Urteil über die Optik war sehr gut, wenn man die beiden Bilder zur Deckung bringen kann.
Mechanisch dürfte es auch Top sein, da klappert nix und alles geht feinfühlig und verstellt sich nicht von selber.

Sobald ich das Glas wiederhabe melde ich mich.

lg

Mathias
 
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