eckehardt70
Aktives Mitglied
Hallo in die Runde,
habe es lange vor mir hergeschoben, aber nach der letzten großen Wartung an der G11 war es einfach mal wieder Zeit die Montierung zu warten zu pflegen.
Eine schöne Winterarbeit für den Hobbykeller um Neumond. Leider ist es doch nun schon fast Frühling geworden, bis ich zu Umsetzung kam.
Also neue Lager für die Schnecke, die Achsen und die Zahnräder bei Chris (CG-5 Montierungsservice) bestellt und gleich dazu noch Spezialfett für die Schneckengetriebe.
Eine Kartusche Spezialfett ( Liqui Moli LM 50 Litho HT) hatt ich noch. Das ist spezielles Lagerfett und kann aber auch an alle Teile, die sonst Fett benötigen.
POM in verschiedenen Durchmessern habe ich als Dorne zum Lagerwechsel. Ein zölliger Inbussschlüsselsatz ist unbedingt notwendig, da es an der G11 leider nicht ein metrisches Gewinde gibt.
Als erstes erst einmal alles zerlegen und entfetten. Das Scheckelager habe ich mit Lupe vorher genau untersucht und konnte keinen Abrieb feststellen. Also alles gut.
Spätestens beim Zerlegen bemerkt man die hohe Qualität und der von vielen kritsierte Aufbau erweist sich für mich als großer Vorteil. Man kann alles bis auf die kleinste Schraube zerlegen.
Dann die Lager in den Lagerblöcken der Schnecke gewechselt. Warum ein Lagerbloch eine Sacklochbohrung hat weis nur Scott Losmandy. Also mit 5mm durchgebohrt, dann mit Messingdorn das alte Lager ausgeschlagen und ein M6 Gewinde geschnitten. Neues Lager rein und das Loch mit einer M6 VA Madenschraube verschlossen.
Die Nadellager in den Achsgehäusen waren schnell gewechselt. In die RA Achse habe ich noch ein drittes Lager eingesetzt. Habe darüber positives gelesen und schaden tut es nicht.
Die Stahlachsen selbst habe ich poliert. Schadenstellen bzw. Unebenheiten und Druckstellen konnte ich nicht feststellen. Den genialen Polsucher habe ich dann auch mal geputzt. Dabei ist mir aufgefallen, das ich mir ab 2030 ein neues Hobby suchen muss, weil die Polsuchergravur da entet ;-)
Der Wechsel der Hauptlager war etwas schwieriger, aber leichter als gedacht. Da das Zahnrad aus Aluminium und das Lager aus Stahl ist, dehnt sich der Lagersitz bei 50K unterschied um ca. 0,06mm mehr aus als der Außenring des Lagers. Habe mir ein Brett als Aufnahme gebaut und dann das Ganze ab in den Backofen bei 120°C. Das Lager fiel ohne Zutun schon heraus. Das neue Lager habe ich dann im Gefrierschrank runtergekühlt und der Lagersitz kam wieder in den Ofen. Das neue Lager fiel fast von allein in den warmen Lagersitz. Dank der Materialpaarung ein einfaches Unterfangen. Auf dem Bild sieht man noch die Reifbildung an der Innenschale des Lagers durch das Einfrieren bei -20C, kurz nach dem Einsetzen
Dann alles gut fetten und wieder zusammensetzen. Das Einstellen des Schneckenspieles ist ein wenig Fummelei, aber auch schnell erledigt. Dabei sollte man darauf achten, das die Lagerblöcke zueinader fluchten und nicht verdreht sind. Ich habe das mit Haarwinkel und Haarlinial überprüft. Vorher habe ich mit dem Parallelreißer noch ein paar Markierungen gezogen, die zur Orientierung hilfreich sind. Das ganze Packet sollte nicht zu stramm eingestellt werden und ich habe dann alles noch unter Beladung der Montierung mit 30kg Teleskop und Gegengewichte überprüft.
Das neue Schneckenlagerfett von Chris kann ich nur empfehlen, das klebt wie ... und macht schöne scharze Finger, aber für den Anwendungsfall ist es ideal!
Nach dem Einfetten habe ich dann mit einer flexiblen Welle ( Benzinschlauchrest vom Moped) und dem Akkuschrauber das Schneckenrad ein paar Runden drehen lassen, um das Fett gleichmäßig zu verteilen und um das Spiel anschließend zu prüfen.
Da ich nur 8 Bilder einfügen kann, muss ich wohl noch einen zweiten Teil schreiben.
CS
Thomas
habe es lange vor mir hergeschoben, aber nach der letzten großen Wartung an der G11 war es einfach mal wieder Zeit die Montierung zu warten zu pflegen.
Eine schöne Winterarbeit für den Hobbykeller um Neumond. Leider ist es doch nun schon fast Frühling geworden, bis ich zu Umsetzung kam.
Also neue Lager für die Schnecke, die Achsen und die Zahnräder bei Chris (CG-5 Montierungsservice) bestellt und gleich dazu noch Spezialfett für die Schneckengetriebe.
Eine Kartusche Spezialfett ( Liqui Moli LM 50 Litho HT) hatt ich noch. Das ist spezielles Lagerfett und kann aber auch an alle Teile, die sonst Fett benötigen.
POM in verschiedenen Durchmessern habe ich als Dorne zum Lagerwechsel. Ein zölliger Inbussschlüsselsatz ist unbedingt notwendig, da es an der G11 leider nicht ein metrisches Gewinde gibt.
Als erstes erst einmal alles zerlegen und entfetten. Das Scheckelager habe ich mit Lupe vorher genau untersucht und konnte keinen Abrieb feststellen. Also alles gut.
Spätestens beim Zerlegen bemerkt man die hohe Qualität und der von vielen kritsierte Aufbau erweist sich für mich als großer Vorteil. Man kann alles bis auf die kleinste Schraube zerlegen.
Dann die Lager in den Lagerblöcken der Schnecke gewechselt. Warum ein Lagerbloch eine Sacklochbohrung hat weis nur Scott Losmandy. Also mit 5mm durchgebohrt, dann mit Messingdorn das alte Lager ausgeschlagen und ein M6 Gewinde geschnitten. Neues Lager rein und das Loch mit einer M6 VA Madenschraube verschlossen.
Die Nadellager in den Achsgehäusen waren schnell gewechselt. In die RA Achse habe ich noch ein drittes Lager eingesetzt. Habe darüber positives gelesen und schaden tut es nicht.
Die Stahlachsen selbst habe ich poliert. Schadenstellen bzw. Unebenheiten und Druckstellen konnte ich nicht feststellen. Den genialen Polsucher habe ich dann auch mal geputzt. Dabei ist mir aufgefallen, das ich mir ab 2030 ein neues Hobby suchen muss, weil die Polsuchergravur da entet ;-)
Der Wechsel der Hauptlager war etwas schwieriger, aber leichter als gedacht. Da das Zahnrad aus Aluminium und das Lager aus Stahl ist, dehnt sich der Lagersitz bei 50K unterschied um ca. 0,06mm mehr aus als der Außenring des Lagers. Habe mir ein Brett als Aufnahme gebaut und dann das Ganze ab in den Backofen bei 120°C. Das Lager fiel ohne Zutun schon heraus. Das neue Lager habe ich dann im Gefrierschrank runtergekühlt und der Lagersitz kam wieder in den Ofen. Das neue Lager fiel fast von allein in den warmen Lagersitz. Dank der Materialpaarung ein einfaches Unterfangen. Auf dem Bild sieht man noch die Reifbildung an der Innenschale des Lagers durch das Einfrieren bei -20C, kurz nach dem Einsetzen
Dann alles gut fetten und wieder zusammensetzen. Das Einstellen des Schneckenspieles ist ein wenig Fummelei, aber auch schnell erledigt. Dabei sollte man darauf achten, das die Lagerblöcke zueinader fluchten und nicht verdreht sind. Ich habe das mit Haarwinkel und Haarlinial überprüft. Vorher habe ich mit dem Parallelreißer noch ein paar Markierungen gezogen, die zur Orientierung hilfreich sind. Das ganze Packet sollte nicht zu stramm eingestellt werden und ich habe dann alles noch unter Beladung der Montierung mit 30kg Teleskop und Gegengewichte überprüft.
Das neue Schneckenlagerfett von Chris kann ich nur empfehlen, das klebt wie ... und macht schöne scharze Finger, aber für den Anwendungsfall ist es ideal!
Nach dem Einfetten habe ich dann mit einer flexiblen Welle ( Benzinschlauchrest vom Moped) und dem Akkuschrauber das Schneckenrad ein paar Runden drehen lassen, um das Fett gleichmäßig zu verteilen und um das Spiel anschließend zu prüfen.
Da ich nur 8 Bilder einfügen kann, muss ich wohl noch einen zweiten Teil schreiben.
CS
Thomas