Kleine Umfrage zum Beobachten!

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Matthias_Juchert

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Hallo Sternfreunde,


Ich möchte an dieser Stelle mal eine kleine Umfrage weiterleiten, die momentan in einem amerikanischen Astronomie-Forum stattfindet. Es sind ein paar interessante Fragen zur Beobachtungstechnik, die dort von Steve Coe gepostet wurden:



[*]1. Wie ist der Grenzgrößenunterschied zwischen einem Beobachtungsplatz in Stadtnähe und eurem dunkelsten Beobachtungsplatz?


[*]2. Wie groß ist der Unterschied der Grenzgröße, bei Beobachtung kurz nach Ende der Dämmerung oder im Vergleich dazu um Mitternacht herum?


[*]3. Wie stark wirkt sich die Müdigkeit auf eure Wahrnehmungsfähigkeit aus?


[*]4. Hilft Koffein oder Schokolade dagegen?


[*]5. Ist schwaches Rotlicht zum Karten lesen besser geeignet, als schwaches grünes Licht?


[*]6. Wie lange benötigt eure Adaption, nach dem Blick auf die Karte, um wieder vollständig zurückzukehren?


[*]7. Kann man sich zu lange mit dem bestimmen der Rahmenbedingungen aufhalten, ohne überhaupt richtig beobachtet zu haben?


Es brauchen nicht alle Fragen beantwortet werden.
Ich bin gespannt auf eure Antworten.

Clear Skies
Matthias
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www.Serifone.de
 
Hi!

> Ich bin gespannt auf eure Antworten.
Gleich hier?
na dann...

1.) Mein Standard-Beobachtungsplatz ist auf meinem Balkon in Leonding im Süden von Linz, Oberösterreich. Eine detaillierte Grenzgrößenbestimmung habe ich hier noch nicht durchgeführt, dafür aber ein Mal am nördlichen Stadtrand, wo die Situation vergleichbar ist - außer dass die Aufhellung auf der "falschen" Seite liegt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Dort war die beste Grenzgröße 5m7. Das ist allerdings ein Ausnahmehimmel für Stadtrandverhältnisse gewesen. "Normal" wären etwa 4m bis 4m5, je nach Dunst. Mein "optimaler" Beobachtungsplatz liegt im Mühlviertel, knapp 50 km von Linz entfernt. Dort hat ein normaler Himmel klar über 6m, bei wirklich gutem Himmel locker 6m5 - M33 wird zum einfachen Objekt für das freie Auge und die Milchstraßenwolken sind atemberaubend.

2. - ganz gewaltig. Vor allem am Stadtrand. Ein bisschen länger als Mitternacht darf man allerdings ruhig auch noch warten. Erfahrungsgemäß geben viele Städter erst Richtung 1 oder 2 Uhr nachts Ruhe und machen die Lichter aus. Auch der Dunst scheint sich öfters zu verringern, vor allem im Sommer. Mehr als eine Größenklasse Zugewinn ist leicht möglich.

3.) Gegenfrage: wie stark wirken sich feuche Füße auf die Wahrnehmungsfähigkeit aus? Und ernsthaft: Das "Komplettpaket" muss stimmen. Müdigkeit ist *nur* ein Faktor, der den Spaß verderben kann...

4.) nicht probiert.
5.) ebenfalls nicht probiert. warum grün? Bin mit meiner Rotlichtlampe zufrieden. Allerdings bin ich nicht *so* der Kartenleser. Wenn ich wirklich an einem guten Platz bin, werde ich zum Genuss-Spechtler und beobachte lieber den grünlichen Orionnebel und andere bekannte *Kracher* als eine grünlich schimmernde Karkoschka-Seite <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

6. nicht großartig lang. ich schätze 2 bis 3 Minuten. Bin allerdings auch kein Extrem-Galaxienfuzzel-Sucher.

7. definitiv.
Und deshalb habe ich auch im Mühlviertel bei 6-komma-irgendwas aufgehört nach weiteren Polsequenz-Sternchen zu suchen und habe mir lieber die Staubbänder in M31 gegönnt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Auch das Startesten, um dem leichten Astigmatismus meines Gerätes auf die Schliche zu kommen hat bereits einige Zeit ergebnislos weggefressen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

In der Hoffnung, dass das auch jemanden interessiert...
Ciao,
Roland
 
Ich poste gleich auch mal meine Anworten zu der Umfrage:

1. Es geht so - habe einen guten Beobachtungsplatz auf dem Balkon - da geht es schon mal auf 5m7 bis 5m9 hoch. Mein Lieblingsplatz hier in der Umgebung etwa 7km entfernt erreicht in den allerbesten Nächten 6m7.

2. Ich finde es macht schon etwas aus - besonders, da die Augen ja auch Adaptionszeit brauchen.

3. Also wenn ich wirklich müde bin, fahre ich nicht raus. Und wenn es der Beobachtung passiert, wirkt es sich garantiert negativ aus. Man kann sich vielleicht kurzfristig motivieren, aber langfristig sollte man doch nach Haus fahren.

4. Also Schokolade hebt ja den Blutzuckerspiegel - zumindest kurzfristig. Das hilft sicher. Aber Cola, Kaffee usw. sind wohl nicht so günstig.

5. Das mit dem grünen Licht verwundert mich auch etwas (hab es ja auch nur von Steve Coe übersetzt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ). Ich denke mal, schwaches Rotlicht ist und bleibt die günstigste Beleuchtung.

6. Mind. 1-2 Minuten - vielleicht hat man ja als regelmäßiger Beobachter die Augen so trainiert, das diese schneller adaptieren(?). Wenn ich Details beobachte, schaue ich lieber länger ins Okular, und merke mir die Details, als das ich für jedes extra die Lampe anmache.

7. Auf jeden Fall. Das ist besonders im Sommer ärgerlich, wenn man die knappe Beobachtungszeit, auch noch mit der Grenzgrößenbestimmung vertut. Da hilft nur grobes abschätzen.

Clear Skies
Matthias
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