Engl_Thomas
Aktives Mitglied
Hallo Sternfreunde
Anbei mein letzter Beobachtungsbericht. Gespechtelt wurde auf rd. 1500m Höhe mit einem C11 und einem 4" Refraktor. Die visuelle Grenzgröße lag bei 6,7mag, leider mit einem Seeing im Bereich um die 5". Trotzdem konnten folgende Objekte recht gut gesehen werden:
Wetter:
Leider sehr starker Föhn im Wipptal, wobei immer wieder dichtere Wolken vom Süden herdrifteten; Teilweise war der Himmel zu rd. 70% bewölkt; Gegen Mitternacht lösten diese sich allerdings zunehmend auf;
NGC7789:
Dieser schöne offene Haufen wurde eigentlich nur deswegen beobachtet, da dies eine der letzten Lücken am Himmel war, in der keine Zirren am Weg waren. Leider erkannte ich im Okular, dass dem nicht ganz so war – so schwankte die Erkennbarkeit dieses Haufens sehr deutlich im Rhythmus der durchziehenden Zirren. Trotzdem eine sehr schöne Beobachtung.
NGC7419; 13,0mag; Cep
Diesen offenen Haufen entdeckte ich mehr oder minder durch Zufall. Auf der Suche nach Nebeln in diesem Gebiet (allerdings ohne genaue Karten), stieß ich auf einen Stern, der scheinbar einen nebeligen Fortsatz zu haben schien. Eine genauere Untersuchung mit dem UHC brachte die Erkenntnis, dass dies entweder kein Nebel ist, oder er gar nicht auf den UHC anspricht. Als ich höher vergrößerte, fiel mir auf, dass sich der Nebel in sehr viele, dicht gedrängte Sterne aufsplittete. Also hatte ich einen offenen Sternhaufen vor mir, dessen Namen ich nicht kannte. Ich fertigte alsdann eine Positionszeichnung durch den Telrad an, anhand dessen ich den Haufen im Guide dann identifizieren konnte.
Abell 72; 12,7mag; Del
Zum Glück konnte ich ein paar Wolkenlücken dazu ausnutzen, diesen PN zu sehen. Überraschenderweise gehört dieser Abell eher zu den helleren seiner Art. Schon im 56mm Okular konnte man eindeutig eine rundliche Aufhellung erkennen (zwar nur indirekt, aber sehr deutlich): Die besten Sichtungen gelangen mit dem 26er Okular + O-III Filter. In den Sekundenbruchteilen, in denen das Seeing gut war glaubte ich sogar leichte Strukturen in der rundlichen Nebelmasse zu erkennen. Leider waren diese aber sehr schwer zu erfassen, am ehesten wirkte der PN in viele, winzige hell/dunkle Gebiete aufgeteilt. Höhere Vergrößerungen brachten allerdings nichts mehr, denn der PN war nicht mehr sichtbar.
Nachdem ich trotz aller Widrigkeiten schon einen schönen Beobachtungserfolg hatte, baute ich den Refraktor anstelle des C11 auf, um damit großflächige Objekte zu beobachten.
Mein erstel Ziel waren die großflächigen Nebelgebiete IC1805, NGC896, IC1848 und IC1871
nördlich von h/chi Perseus, die wir schon als Fotomotiv für das 200er Tele vorgesehen hatten. Zu meiner Überraschung konnte man die Nebel bei 15x und UHC Filter anstandslos beobachten. Danach brauchte ich mal einige Zeit, um mich in diesem Nebelgebiet genauer zu orientieren. Erst allmählich kam ich darauf, dass der gesamte Nebelkomplex nicht in das Gesichtsfeld passte. Danach fiel mir die Orientierung nicht mehr schwer. Ich wechselte dann auf 32fache Vergrößerung, die wirklich als optimal bezeichnet werden konnte. Sehr deutlich waren komplexe Strukturen zu erkennen. Allerdings muss ich dieses Gebiet nochmals genauer und vor allem mit einer detaillierten Karte untersuchen, da einfach zu viele Objekte sichtbar waren.
Ausgehend von M15 muss man sich nur rd. 13° nach Süden fallen lassen, um auf M2 zu treffen. Auch bei 117facher Vergrößerung konnte der Kugelsternhaufen nicht aufgelöst werden. Nur an seinen Rändern wirkt er körnig. Allerdings scheint er ein sehr dichtes Kerngebiet zu haben.
Danach driftete ich zur Andromedagalaxie, wo mir gelinde gesagt die Spucke wegblieb. Eigentlich sehr oft beobachtet, brachte die 32fache Vergrößerung eine Ästhetik mit ins Spiel, die unglaublich war. Majästetisch schwebte M31 (bei 2,3° Gesichtsfeld) im Okular und man erkannte deutlich, dass die Galaxie an den Gesichtsfeldrändern des Okulares abgeschnitten war. Die visuelle Länge schätzte ich auf rd. 2,8 – 3°. M32 und 110 waren ebenfalls deutlich direkt zu sehen und verliehen dem ganzen Szenario einen Pseudo-3D Effekt, der noch zusätzlich von der leichten Sichtung eines Staubbandes an der norwestlichen Seite der Galaxie unterstütz wurde. Ich beobachtete diese Szene wirklich beinahe eine ½ Stunde und konnte trotzdem nicht genug bekommen.
Das letzte Objekt in dieser Nacht war die Galaxie M33. Ebenfalls umwerfend, konnten doch deutliche Strukturen inkl. Spiralarme erkannt werden. Allerdings interessierte es mich mehr, wie es mit der Sichtbarkeit von NGC604 bestellt war. Also, UHC Filter vor das Okular gehalten, und schon wuchs nahe eines Vordergrundsternes ein deutlich flächiges Objekt hervor, das dann auch ohne Filter leicht gesehen werden konnte. Damit war das Objekt auch schon identifiziert und ich sehr zufrieden, konnte das Refraktörchen doch wieder mal seine Stärken unter Beweis stellen.
Grüße aus Innsbruck
Tom
Anbei mein letzter Beobachtungsbericht. Gespechtelt wurde auf rd. 1500m Höhe mit einem C11 und einem 4" Refraktor. Die visuelle Grenzgröße lag bei 6,7mag, leider mit einem Seeing im Bereich um die 5". Trotzdem konnten folgende Objekte recht gut gesehen werden:
Wetter:
Leider sehr starker Föhn im Wipptal, wobei immer wieder dichtere Wolken vom Süden herdrifteten; Teilweise war der Himmel zu rd. 70% bewölkt; Gegen Mitternacht lösten diese sich allerdings zunehmend auf;
NGC7789:
Dieser schöne offene Haufen wurde eigentlich nur deswegen beobachtet, da dies eine der letzten Lücken am Himmel war, in der keine Zirren am Weg waren. Leider erkannte ich im Okular, dass dem nicht ganz so war – so schwankte die Erkennbarkeit dieses Haufens sehr deutlich im Rhythmus der durchziehenden Zirren. Trotzdem eine sehr schöne Beobachtung.
NGC7419; 13,0mag; Cep
Diesen offenen Haufen entdeckte ich mehr oder minder durch Zufall. Auf der Suche nach Nebeln in diesem Gebiet (allerdings ohne genaue Karten), stieß ich auf einen Stern, der scheinbar einen nebeligen Fortsatz zu haben schien. Eine genauere Untersuchung mit dem UHC brachte die Erkenntnis, dass dies entweder kein Nebel ist, oder er gar nicht auf den UHC anspricht. Als ich höher vergrößerte, fiel mir auf, dass sich der Nebel in sehr viele, dicht gedrängte Sterne aufsplittete. Also hatte ich einen offenen Sternhaufen vor mir, dessen Namen ich nicht kannte. Ich fertigte alsdann eine Positionszeichnung durch den Telrad an, anhand dessen ich den Haufen im Guide dann identifizieren konnte.
Abell 72; 12,7mag; Del
Zum Glück konnte ich ein paar Wolkenlücken dazu ausnutzen, diesen PN zu sehen. Überraschenderweise gehört dieser Abell eher zu den helleren seiner Art. Schon im 56mm Okular konnte man eindeutig eine rundliche Aufhellung erkennen (zwar nur indirekt, aber sehr deutlich): Die besten Sichtungen gelangen mit dem 26er Okular + O-III Filter. In den Sekundenbruchteilen, in denen das Seeing gut war glaubte ich sogar leichte Strukturen in der rundlichen Nebelmasse zu erkennen. Leider waren diese aber sehr schwer zu erfassen, am ehesten wirkte der PN in viele, winzige hell/dunkle Gebiete aufgeteilt. Höhere Vergrößerungen brachten allerdings nichts mehr, denn der PN war nicht mehr sichtbar.
Nachdem ich trotz aller Widrigkeiten schon einen schönen Beobachtungserfolg hatte, baute ich den Refraktor anstelle des C11 auf, um damit großflächige Objekte zu beobachten.
Mein erstel Ziel waren die großflächigen Nebelgebiete IC1805, NGC896, IC1848 und IC1871
nördlich von h/chi Perseus, die wir schon als Fotomotiv für das 200er Tele vorgesehen hatten. Zu meiner Überraschung konnte man die Nebel bei 15x und UHC Filter anstandslos beobachten. Danach brauchte ich mal einige Zeit, um mich in diesem Nebelgebiet genauer zu orientieren. Erst allmählich kam ich darauf, dass der gesamte Nebelkomplex nicht in das Gesichtsfeld passte. Danach fiel mir die Orientierung nicht mehr schwer. Ich wechselte dann auf 32fache Vergrößerung, die wirklich als optimal bezeichnet werden konnte. Sehr deutlich waren komplexe Strukturen zu erkennen. Allerdings muss ich dieses Gebiet nochmals genauer und vor allem mit einer detaillierten Karte untersuchen, da einfach zu viele Objekte sichtbar waren.
Ausgehend von M15 muss man sich nur rd. 13° nach Süden fallen lassen, um auf M2 zu treffen. Auch bei 117facher Vergrößerung konnte der Kugelsternhaufen nicht aufgelöst werden. Nur an seinen Rändern wirkt er körnig. Allerdings scheint er ein sehr dichtes Kerngebiet zu haben.
Danach driftete ich zur Andromedagalaxie, wo mir gelinde gesagt die Spucke wegblieb. Eigentlich sehr oft beobachtet, brachte die 32fache Vergrößerung eine Ästhetik mit ins Spiel, die unglaublich war. Majästetisch schwebte M31 (bei 2,3° Gesichtsfeld) im Okular und man erkannte deutlich, dass die Galaxie an den Gesichtsfeldrändern des Okulares abgeschnitten war. Die visuelle Länge schätzte ich auf rd. 2,8 – 3°. M32 und 110 waren ebenfalls deutlich direkt zu sehen und verliehen dem ganzen Szenario einen Pseudo-3D Effekt, der noch zusätzlich von der leichten Sichtung eines Staubbandes an der norwestlichen Seite der Galaxie unterstütz wurde. Ich beobachtete diese Szene wirklich beinahe eine ½ Stunde und konnte trotzdem nicht genug bekommen.
Das letzte Objekt in dieser Nacht war die Galaxie M33. Ebenfalls umwerfend, konnten doch deutliche Strukturen inkl. Spiralarme erkannt werden. Allerdings interessierte es mich mehr, wie es mit der Sichtbarkeit von NGC604 bestellt war. Also, UHC Filter vor das Okular gehalten, und schon wuchs nahe eines Vordergrundsternes ein deutlich flächiges Objekt hervor, das dann auch ohne Filter leicht gesehen werden konnte. Damit war das Objekt auch schon identifiziert und ich sehr zufrieden, konnte das Refraktörchen doch wieder mal seine Stärken unter Beweis stellen.
Grüße aus Innsbruck
Tom