Komet C/2007 E2 (Lovejoy) gestern abend

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UwePilz

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Moin,
gestern aben klarte es noch mal kurz auf, um sich dann endgültig zuzuziehen. Ich habe von einem dunklen Landhimmel auf Lovejoy in meinem 12-Zöller beobachtet. Es handelt sich um einen 3' großen, sehr diffusen Nebel von etwa 10m5 mit nur ganz schwacher zentraler Kondensation. Ein Swan-Band-Kometenfilter zeigte deutlich mehr der äußeren Bereiche der Koma, so dass es sich eher um einen gasreichen Kometen handelt.

Er zieht jetzt gerade am Drachenkopf vorbei und steht bei Ende der Dämmerung recht hoch am Himmel.
 
Moin Uwe!

Na, da hast Du ja nochmal Glück gehabt vor dem großen Regen (hier fing's gestern abend nach Zehn an zu pieseln).
Deine Schätzung (+10,5 m) halte ich um einiges zu niedrig. Ich hatte Lovejoy noch eine Nacht vorher im dreizölligen Newton (!) im Blick. Wäre der Komet so schwach, wäre er mit diesem Instrument gar nicht möglich gewesen, zumal ich mitten aus Kiel heraus beobachte.

Die letzten drei Berichte aus der CometObs-ML schätzen Lovejoy um einiges heller:

C/2007 E2 ( Lovejoy )
2007 Apr. 28.74 UT: m1=8.6, Dia.=6', DC=4... 40.0cm L f/4.5 (36x) ...Seiichi Yoshida (Gunma, Japan)
2007 Apr. 29.75 UT: m1=8.9, Dia.=3.9', DC=5... 40.0cm L f/4.5 (36x) ...Seiichi Yoshida (Gunma, Japan)

C/2007 E2 (Lovejoy):
2007 May 5.92 UT: m1=7.8, Dia.=7', DC=3, 25x100B.
( Los Veneros - Sierra del Aramo, alt. 1340 m, Asturias, N. Spain )
J. J. Gonzalez

COMET C/2007 E2
REPORT in web format:
----------------------------------
May 6.33, 8.8, 6' (M. Linnolt, Dillingham, Hawaii, 0.20-m reflector);
 
Moin Uwe!

Deine Schätzung (+10,5 m) halte ich um einiges zu niedrig. Ich hatte Lovejoy noch eine Nacht vorher im dreizölligen Newton (!) im Blick. Wäre der Komet so schwach, wäre er mit diesem Instrument gar nicht möglich gewesen, zumal ich mitten aus Kiel heraus beobachte.

Lieber Winnie,

man muss unvoreingenommen an die Beobachtungen herangehen - ohen Berücksichtigung dessen, was andere sehen. Der Komet nimmt derzeit an Helligkeit ab und die meisten der Beispiele liegen paar Tage zurück. Vielleicht waren meine Bedingunegn (späte Dämmerung) etwas ungünstig, aber selbst wenn ich das einrechne: Mehr als 10m wären nie und nimmer heausgekommen.

Beobachtungen aus dem Gebirge führen freilich zu größeren Helligkeitsangaben, da mehr Koma gesehen wird. Aber ich hatte immerhin fst um 5m8. Warten wir ab, wie sich die Helligkeit entwickelt und wie sich meine Schätzung dann in den Verlauf einpasst.
 
Moin Uwe!

Teilweise stimme ich Dir zu. Wenn Du schreibst "dunkler Landhimmel" und "12-Zöller" und dann auf einen Wert kommst, der anderthalb Größenklassen unter dem liegt, was ich keine 24 Stunden vorher mitten aus der Stadt heraus für mich mit einem mickrigen Dreizöller <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> geschätzt habe, dann wundert mich das halt. Wir reden hier immerhin von einem Faktor 4 bei anderthalb Größenklassen Helligkeitsunterschied - das ist enorm, oder nicht?!

Daß der Binokel-Wert des Spaniers natürlich nach oben ausreißt, ist klar. Die Schätzung des Kollegen aus Hawaii datiert von gestern, und von einem Belgier kam vorhin das hier durch besagte Liste (Nacht von Sa. auf So.):
2007 May. 05.88 UT: m1=9.2, Dia.= 3' , DC=2, ...15cm/F15 Refractor , ...Diepvens (Balen,Belgium)

Es geht mir nicht darum, wer hier recht hat oder nicht. Es wäre nur interessant herauszubekommen, wie dieser "Ausreißer" zustandekommt.
 
Hallo Leute,

Michael: dann lieg ich ja doch nicht so verkehrt.
Bei dem ein oder anderen Kometen in der Vergangenheit wurde ich ja doch hier und da von anderen Dobsonauten voll bestätigt. Das Deine Scopes (die Du beim AFT mit hattest) keine "Wundertüten" sind konnte ich ja beim selber durchschauen feststellen. Was ich aber halt nicht verstehe, mein Himmel ist dunkler als Deiner , somit kommt die Koma flächiger raus auch im 16"er (die säuft ja nun nicht weg wenn ich die AP Groß wähle) daher müßte eigentlich mein Wert immer heller ausfallen als Deiner <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" /> ?`


Aber bevor hier die Fetzen fliegen ein Vorschlag:

Uwe: wir sollten mal jeder eine 3" Blende für unsere Dobsen bauen und dann noch mal schätzen. Wär doch interessant ob wir dann auch hellere Werte erhalten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />!?

Gruß
Christian
 
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Moin Christian!

Naja, Du lagst mit +9,7 m auch fast eine GK über dem Wert von Uwe... - aber egal.
Zu dem Wink mit dem Zaunpfahl und "auf 3" abblenden" folgendes <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> - warum müßt ihr auch mit Kanonen auf Spatzen schießen?! (Ich mach meine Beobachtungen genauso unvoreingenommen wie ihr beide auch.)

Ich hatte in der Nacht vorgestern keinesfalls erwartet, Lovejoy überhaupt mit dem kleinen Newton zu sehen. Das war mehr ein Schuß ins Blaue und schrieb ja auch, daß es mich überraschte, ihn so eindeutig erkennen zu können. Einen Kometen von weniger als +10 m kann ich mit 3" nicht sehen, jedenfalls nicht bei dem Himmel hier...

Ich lasse in Zukunft alle Helligkeitsschätzungen unkommentiert, sonst gibt's nur noch Haue... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
 
Moin Winnie,

Fetzen fliegen und so, das kam doch gar nicht von mir. Ich habe ne ganz freundliche Maill geschrieben, und das war auch so gemeint.

Große Instrumente neigen dazu, die Helligkeit von Kometen zu unterschätzen, das ist bekannt. Weil aber die Wolken schon von Westen kamen, habe ich einen Schnellstart hingelegt. Ich hab draußen dann bedauert, kein Fernglas ins Auto geworfen zu haben.

Die genaueste Helligkeitsschätzung ergibt ein Instrument, in dem man den Kometen gerade eben sicher sieht. Es ist schwierig, an einem großen Instrument einen Stern auf mehrere Bogenminuten aufzublasen und dann zu erwarten, dass er genau so aussieht wie der Komet. Statt allmähliche Helligkeitsabnahme habe ich in der Mitte eine dunkle Stelle vom FS und außen wird erst mal heller.

Ich habe gestern die Auswertung gemacht, und das sah auch schon ein wenig anders aus: 10m1. Ist immerhin nicht 10m5. Dann noch die Dämmerungseffekte, und wir nähern uns schon an.
 
Hallo Beobachter,

gestern Abend 10.Mai konnte ich auch den Kometen sehen.

Um 23h15 MESZ fand ich ihn hoch im Drachen. Bei 33x im Newton 200/800mm war der Komet als wenig zentral verdichteter grosser Nebel eindeutig zu sehen. Ich musste durch Wolkenlücken schauen, in denen es aber recht klar war! Die Gesamthelligkeit schätzte ich auf m1 = 9,1mag und den Komadurchmesser auf 5'. Der Komet erschien insgesamt aber durch den grossen Durchmesser recht blass.

Ich hänge auch ein Foto an, das ich im Newton bei 12x10 Sekunden Belichtungszeit mit der CCD Kamera gemacht habe -- Norden ist etwa in der "11 Uhr" Position. Zeit: 10.Mai 2007, 22h40 bis 22h43 UT .

Viele Grüsse
Wolfgang
 
Hi Uwe, Hi michael,

Gestern konnte ich seit langem mal wieder einen Blick zu den Sternen richten, dabei natürlich auch den Kometen augesucht. Deine Beschreibungen decken sich etwa mit den meinigen.
Die Bedingungen waren Gestern eher mäßig, knapp 4m5 Himmel. Beobachtet wurde mit einem 8" f/6 Dobson. Der Komet war nur indirekt gut zu erkennen. Die Form nicht ganz oval, ca. 3' groß nach außen difuse auslaufend. Helligkeit ca. 10m bis 10m5.

Gruß

Lots
 
Hallo,

ich konnte den Kometen auch visuell beobachten: am 13.Mai um 0h10 MESZ war er im Newton 105/445mm bei 19-facher Vergrösserung eindeutig sichtbar als etwas schwacher Fleck, deutlich etwas zentral verdichtet. Die Gesamthelligkeit schätzte ich auf m1 = 8,9mag -- im kleineren Fernrohr kommt die Helligkeitsschätzung offenbar wirklich etwas heller heraus als in grösseren!
Ich versuchte die Vergleichssterne (8 benutzt, Tycho2 Helligkeiten auf V umgerechnet) auf den Kometendurchmesser unscharf zu stellen. Die Grenzgrösse war bei mir ca. 5,0mag, eher ein wenig besser.

Clear skies,
Wolfgang
 
Moin Wolfgang!

Ja, es ist immer gut, wenn die Teleskop-Daten und (!) die verwendete Vergrößerung (--> AP) dabeistehen. Dann kann man die Beschreibung besser einordnen - geht mir jedenfalls so.
 
In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag konnte ich nochmals (wohl den Letzten) einen Blick zum Kometen Lovejoy werfen.
Seit der Beobachtung vom 24. April hat der Komet deutlich an Helligkeit verlohren, war schwer im 16" Meade LX200 Teleskop zu erkennen. Verwendet wurde ein 40 mm Okular was einer 100-facher Vergrösserung entsprach.
Die Helligkeit war sehr schwer einzuschätzen, glaube dass sie grob um die 10 mag lag.

Habe ein Foto geschossen welches mit den Daten hier zu sehen ist:
http://astronomie.info/forum/viewtopic.php?t=2890

Gruss Peter
 
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Hallo Peter,

bei solchen relativ grossen und diffusen Kometen nuetzt die groessere
Teleskop-Oeffnung nicht viel. Zwei Vereinskollegen beobachteten auch am
13.Mai mit 12" und mit 18" und nannten den Kometen "schwach und diffus, aber doch deutlich.".

Ich kann mich auch noch gut an den 177P/Barnard von letztem Sommer erinnern.
Der Komet war im 18" kaum besser zu sehen als im kleinen 4" Newton!

Du hast ein schoenes Foto gemacht! Meines ist nicht so schoen --
hier kannst Du es sehen

Viele Gruesse
Wolfgang
 
Ich komme eben von draußen. Sehr schön klarer Himmel, Bortle 3. (Das ist 'Himmelfahrt')Diesmal lag das Fernglas 20x80 im Auto.

Lovejoy ergab im 32cm Newton 11m0 und im Fernglas 10m5. Das ist schon ein deutlicher Unterschied, der wieder zeigt, wie stark ein großes Instrument die Helligkeit unterschätzt.
 
Moin Uwe!

Ich war letzte Nacht auch "am Kometen", allerdings von 1-3 Uhr. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Es sollte verboten werden, daß sich diese nahe am Zenit rumtreiben: Mann, war das ein Akt, dort mit dem Refraktor und Dobson hinzukurven... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" />

Zunächst versuchte ich mich mit dem Skylux 70/700. Bei 35x war nichts definitives zu erkennen, bei 47x konnte ich dann mit indirektem Sehen etwas nebelhaftes neben einem +9 m-Sternchen erkennen. Die Bedingungen hier direkt aus der Stadt waren nicht ideal. Es war zwar klar, aber immer wieder zogen ganz leichte Hochnebelfetzen durch, so daß der Himmelshintergrund mal besser und mal schlechter war. Die Milchstraße war nicht zu sehen.

Das Bild am kleinen Refri überzeugte mich noch nicht so ganz, also baute ich den 8"-Dobson daneben auf. Lovejoy war jetzt ohne Probleme beim ersten Draufsehen zu erkennen (50x). Er erschien kleiner als beim letzten Mal, obwohl er dann auch wieder - als ein Nebelfestzen weggezogen war gleich größer wurde. An besagter Stelle hatte ich also schon mit dem Skylux Erfolg. Ich hatte erst eine Reflexion des nahen +5 m-Sterns in Verdacht, dann aber doch nicht. (NGC6015 hatte ich gar nicht auf meiner Karte - sie ist mir im 8" auch nicht aufgefallen.) Für mich schätzte ich die Helligkeit des Kometen auf +9,7 m, Durchmesser 3'.

Natürlich habe ich nicht die ganzen 2 Stunden nur auf LJ gestarrt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> - denn u.a. zeigte sich Jupiter zwischen zwei Häusern nache am Horizont. Eine Viertelstunde lang konnte ich mit dem Skylux draufhalten, dann war der Zauber schon wieder vorbei, denn die nächste Nebelschicht zog rein und Juppi verabschiedete sich im nächsten Baum. Wunderbar wenig Seeing übrigens: Der Planet stand da wie eine Eins ohne Gewaber - zwei Monde links, zwei rechts... Ich hatte ihn schon seit über einem Jahr nicht mehr im Teleskop, er steht hier einfach zu tief.

bei der kurzen Nachkontrolle oben am Rechner sprang mich dann plötzlich die Glx NGC6015 (+11 m) an - daß ich sie im 8" nicht wahrnahm, zeigt, was ich für Sichtbedingungen hatte... - obwohl Sterne bis unter +12 m im Sichtfeld zu erkennen waren.
 
Hallo Kopmetenfreunde,

habe den Kometen Lovejoy am sehr frühen Morgen des 19. Mai 2007 auch nochmals beobachtet:

Die Koma erscheint Rund, kaum Helligkeitszunahme zur Mitte, sehr diffus - DC 2. Die Koma ist 2.5' groß, meine Helligkeitsschätzung ergab 10.4 mag.
Instrument war ein Schmidt-Newton 203/812 mm, f/4 bei 81-fach. Zeit der Beobachtung: 00:45 MESZ, 19. Mai 2007.

Zuvor habe ich ein Bild belichtet:

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Soho200503/Kometen/E2Lovejoy2007-18052007UT2130Web.jpg

Dieter
 
Hallo Kometenliebhaber,

gestern Abend am 18.Mai, konnten wir mit Erwins 10" SC auch den Kometen beobachten. Der Himmel hatte eine Grenzgröße von ca. 5.3mag, der Komet, der fast im Zenith stand konnte diesmal(da SC mit Zenithspiegel statt wie sonst oft mit Dobson) ganz leicht automatisch eingestellt werden und befand sich auf Anhieb mitten im Gesichtsfeld. Durchmesser schätzen wir auc ca. 3´, Helligkeit war schwierig zu bestimmen dürfte aber so um die 10m gelegen haben, ein Vergleich mit M102 zeigte, dass die Galaxie um ca. 1mag heller war.
CS Erwin und Mike vom Astroteam Aichfeld
 
Hallo zusammen!

Gestern Nacht (19.5.) gab´s hier endlich mal gute Bedingungen um den Kometen zu beobachten. Danke dass ich hier während der letzten Wochen am Laufenden gehalten wurde. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Leider ist Lovejoy inzwischen doch schon recht lichtschwach, wohl jenseits der 10. Größenklasse. Im ED100 bei 22x war er jedenfalls nur mehr an der Grenze der Wahrnehmbarkeit. Mehr Vergrößerung wäre eventuell besser gewesen...?
Foto gibt´s hier!

Gruß
Burkhard
www.kometarium.com
 
Moin Burkhard!

> Mehr Vergrößerung wäre eventuell besser gewesen...?

Jip - ich denke, 50fach sollten es schon sein, sonst geht das Teil im Hintergrund unter. Hier bei uns ist jetzt sowieso keine "Nacht" mehr, das merkt man.
 
Hallo alle,

hier meine beiden letzten Helligkeitsschaetzungen des Kometen. Beide mit Newton 200/800mm bei 33x, da mir der Komet sonst schon zu schwach war. Freisichtige Grenzgroesse jeweils 5,5mag.
2007 Mai 18, 23h40 MESZ: 9,9mag
2007 Mai 19, 23h45 MESZ: 10,2mag
Bei laengerer Beobachtung war der Komet doch gut sichtbar, etwa 5' war der
Durchmesser der Koma und etwas zentral verdichtet.

Viele Gruesse
Wolfgang

PS: im Anhang gibts auch ein Foto: 18.Mai 2007, 20h45-20h49 UT. Newton 200/800mm, 12x10 Sekunden belichtet und zentriert auf den Kometen mit Astrometrica. Norden ist oben, Bildfeld etwa 12x14 Bogenminuten. Ich hab
das Bild invertiert um den schwachen Schweifansatz nach unten (Sueden)
besser sichtbar zu machen.
 
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