Komet SWAN - meine Bilanz

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Canonist

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Hallo zusammen.

Von Komet SWAN redet kaum noch jemand, und ich wahrscheinlich hier auch das letzte Mal. Leider ist er jetzt schon der zweite, der im Auriga-Perseus-Dreieck zerbröselt, und ich will gar nicht rumunken, wie es wohl NEOWISE eben dort im Juli ergehen mag... (Sarkasmus off)

Nun haben wir alle so lange auf den großen SWAN gewartet, und dann das. Binnen weniger Wochen werden wir das zweite Mal Zeugen, wie ein Komet vor unseren Augen zerfällt.
Ich persönlich musste sogar bis zum 24. Mai warten, bis endlich eine Beobachtung gelang. Die Nichtauffindungen der Tage davor ließen schon nichts Gutes erahnen. Die Bilder im beigefügten Tableau erwecken im Übrigen einen viel vitaleren Eindruck vom Kometen, als er tatsächlich war. Im Livebild war in der Regel nur ein eher schwacher Geisterkomet zu sehen, vom 24. und 25. Mai vielleicht mal abgesehen.

An den beiden Tagen hatte der Komet auch noch so etwas wie einen Nucleus, der am 24. deutlich zweigeteilt erschien, am 25. nur noch als länglicher Strich. Nach zwei Tagen Beobachtungspause war dann am 28. Mai gar nichts mehr an der Spitze des Kometen zu finden.

Der Eindruck einer langen, durchs All driftenden "Sanddüne" verstärkte sich in den beiden folgenden Beobachtungen. Dies zusammen mit kontinuierlich abnehmender Gesamthelligkeit.

Deutliche Veränderungen machte in den wenigen Tagen auch der Schweif durch. Am 24. noch weit aufgefächert wurde er zunehmend schmaler bis bei meiner letzten Beobachtung am 31. eigentlich nur noch ein langer Strich übrig blieb. Die Farbaufnahme vom 24. Mai legt nahe, dass fast ausnahmslos Staub den Schweif bildet.

Über die iterative Gauss-Schärfung lassen sich - wie schon beim Kometen Atlas - Konzentrationen besser nachweisen. Solche waren aber nur am 24. und 25. Mai gut erkennbar.

Die Filterung nach Larson-Sekanina kann der Schweifstruktur keine Besonderheiten entlocken. In nahezu allen Bildern aber ist Material vor dem Drehpunkt zu beobachten. Dieser war ohne Zweifel gerade in den letzten drei Beobachtungstagen schwer zu setzen, ich habe die Spitze des sichtbaren Kometenausmaßes gewählt, ansonsten natürlich die führenden Kernkonzentrationen. Frei interpretiert sieht es ein wenig so aus, als habe sich das Material der zerfallenen Restkerne einfach wie bei Atlas auch vor den eigentlichen Kopf verteilt.

Die Bilder des Tableaus sind im gleichen Maßstab. Etwaige Unterschiede von Tag zu Tag sind auch mitbestimmt durch Wetterumstände sowie Mondlicht. Gerade der 31. Mai hatte aber sehr klare Luft und dadurch eine längere Schweifabbildung als bei den Vorbeobachtungen teilweise möglich. Die sicher im Bild nachweisbare Schweiflänge lag am 31. Mai bei etwa 32 Bogenminuten.

Für mich ist Swan wohl auch durch. Würde ja versuchen, ihn bei Wetter noch weiter zu verfolgen, aber mein 40 Jahre alter Frequenzwandler zur Rupp-Montierung hat wohl endgültig den Geist aufgegeben und ich bin erstmal raus, bis die Umrüstung der Monti auf Stepper vollzogen ist.

In dem Sinne
CS
Rudolf

swan tab_mai24_31k.jpg
Das Bild in Originalgröße (und nur dann macht's Sinn!) ist hier zu finden:
 
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