Kontrastprogramm: Gartenspechteln im Rheinland

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StKorth_privat

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Letzte Woche noch im Erzgebirge, am 27.3. musst dann der helle Rheinlandhimmel wieder herhalten - welch ein Unterschied...
Aber dafür wurde der 12"-Dobson aus dem Stall gelassen... Es heißt ja nicht ohne Grund: "Jedes Fernrohr hat seinen Himmel!". Man muss sich also nur die richtigen Objekte heraussuchen - für mich zuhause bedeutet das: PNs, offene Sternhaufen, Galaxien (gerne Edge-On), da kann man den Vorstadthimmel etwas austricksen.
Also dann, was gab`s?

NGC 2022 (PN): Schon ohne Nebelfilter leicht zu erkennen, mit OIII-Filter und bei 214x gut definierter Rand, deutlich ovale Form, etwas fleckig
Abell 12 (PN): µ Ori stört natürlich massiv, ohne Filter keine Chance - aber mit OIII-Filter kann man dann bei 214x und 375x ein rundes Glimmen neben dem Stern 4. Größe sehen.
NGC 2141 (Offener Sternhaufen): bei 115x kaum zu ahnen, aber ab 214x sieht man eine kompakte Ansammlung von ca. 10 - 15 Einzelsternen mit leicht flimmerigen Hintergrund.
Cederblad 62 = NGC 2163 (Bipolarer Nebel): bei 115x nur der Zentralstern, aber bei 214x und erst recht bei 375x kann man bei indirektem Sehen eine längliche Auffhellung sehen - schwieriges Objekt.
Stock 5 (Offener Sternhaufen): sehr lockerer Haufen mit ca. 35 Sternen, angeordnet in einigen hübschen Sternketten (115x).
Jonckheere 900 (Planetarischer Nebel): schon ohne Filter sichtbar, mit OIII-Filter eher wie ein leicht verschwommener Stern, guter Kontrast, keine weiteren Details.
NGC 3893 (Galaxie): leicht zu finden, diffus, mäßig heller Kern, eine Art "Fake-Supernova" 13 Größe westlich des Zentrums (214x).
NGC 3896 (Galaxie): Begleiter von NGC 3893, nur indirekt zu erkennen, schwierig (214x).
NGC 3877 (Galaxie): mit 167x gut erkennbar und fix im Feld zusammen mit chi UMa eingestellt (115x); länglich, Kernregion kaum hervorgehoben, leicht grisselig.
NGC 3949 (Galaxie): einfaches Objekt, ovaler Umriss, mäßig helle Kernregion (214x).
M 94 (Galaxie): richtig fett - und schön in Kern - Scheibe - Spiralregion unterteilt (wobei die einzelne Arme natürlich nicht sichtbar sind). Das alles bei 115x / 167x / 214x.
NGC 3226/7 = Arp 94 (Galaxie): mein Testobjekt bei gamma Leonis, mit 214x fix eingestellt und lokalisiert - die Nacht ist also ganz passabel gewesen.
NGC 3222 (Galaxie): Im gleichen Feld wie Arp 94, indirekt auch sicher zu packen.

Auch wenn der Himmel daheim hell ist und man am Anfang einer Nacht noch Nachbarschaftsbeleuchtung erdulden darf - hat trotzdem Spaß gemacht. Ein Zöller daheim findet immer irgendetwas...

CS,
Stefan Korth
 
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