Kreuz und quer mit Auge, Fernglas und Teleskop

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Martin_Wylicil

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Hallo Sternenfreunde,

heute war ein toller Abend für Auge, Fernglas und Teleskop (und ist es immer noch). Da ich nur selten Zeit zum spechteln habe (+ entsprechende gute Bedingungen), hat es heute mal richtig gepasst!

Auskühlzeit für das Teleskop war drei Tage und Nächte (hab nämlich schon am Donnerstag ein wenig himmelsspaziert). Somit ideale Vorbedingung.

Erst mal ganz bescheiden angefangen und per Auge vom Balkon aus die ISS erwartet - sie kam pünktlich über den Horizont und glitt gleißend über meine Frau und mich hinweg, um dann ganz schnell wieder "stufenlos zu verdämmern" und so wirklich gut von anderen Flugkörpern unterscheidbar zu sein.

Mein letzter gut sichtbarer Komet war Machholz anno 2004. Seit Monaten wollte ich mir schon C/2014 Lovejoy anschauen, heute hat es endlich geklappt. Aufsuchkarte aus dem Internet, Rücken-freundliche Position; zunächst mit dem Fernglas anvisiert und tatsächlich sofort als schmutzigen Fleck gefunden... mit dem Teleskop (Dobson-Geschubse) dann schon etwas schwieriger, aber doch schell im Fokus: Wunderbar!

Zu den Details: Ich habe verschiedene Vergrößerungen durchprobiert, aber im Endeffekt immer dasselbe gesehen: Zentral ein nahezu scharf begrenzter Lichtpunkt, umgeben von einer nebeligen leuchtenden Fläche, allerdings ohne Schweif (Frage an die Erfahrenen: Wie kommt dieser scharf begrenzte zentrale Leuchtpunkt zustande - das kann doch nicht dem Festkörper ensprechen, der ist doch viel zu klein, oder?)

Jedenfalls ein toller Anblick, Frau und herbeigeeilte gute Bekannte waren auch ganz beeindruckt. Habe dann auch gezeichnet, da man ja angeblich dadurch das "Auge schult", aber mehr Details kamen nicht heraus, einen Schweif habe ich nicht differenzieren können.

Dann Schwenk zu Andromeda, die aber neben Lovejoy recht blass wirkte. Gemeinsam haben wir uns dann h und chi im Perseus, die Plejaden, den Orion-Nebel, den offenen Sternhaufen im Zwilling angesehen.

Als besonderer Höhepunkt stach natürlich Jupiter heraus, die vier galiläischen Monde gerade alle sichtbar aufgereiht, leider der GRF nun gerade auf der anderen Seite; aber die Bänder waren gestochen scharf und toll kontrastiert! Ein prächtiges Himmelsobjekt.

Zwar optisch nicht eindrucksvoll, aber "gefühlsmäßig" für mich immer ein Höhepunkt: M81 und M82 im Bild zu haben. Mich beeindrucken die beiden, weil sie a) nicht ganz so leicht aufzufinden sind für einen Dobsonianer und sie b) nun gerade die beiden unterschiedlichen Aufsichten (einmal Fläche, einmal Kantenlage) simultan darbieten. Faszinierend, was Herr Messier damals geleistet hat, als er alles katalogisiert hat!

Dazwischen immer wieder der Blick mit bloßem Auge zum Gesamtbild eines heute auch in der "Stadt des Lichts" dennoch tollen Himmels. Nur eine Sternschnuppe hätte noch gefehlt....

Für diejenigen, die noch das Technische interessiert:
- Orion Newton-Teleskop mit 12 Zoll Öffnung und 1500 mm Brennweite
- Dobson-Montierung
- Meade 5000 28 mm SWA 65 Grad
- Explore Scientific 20 mm 100 Grad
- Astro Professionel UWA 16 mm 82 Grad
- TeleVue Radian 8 mm 60 Grad
- William Optics UWAN 7 mm 82 Grad
- Brille :-)

Viel Spaß beim Spechteln,

CS,

Martin

 
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