Timm
Aktives Mitglied
Hallo Spechtler,
hier mein Beobachtungsbericht vom 25. April 2004
Ort: Gebirgshochtal (950m NN) bei Confrides / Costa Blanca
Temp.: 14°, später absinkend auf 13°, windstill
Seeing sehr gut, Grenzgröße 6.5 m (7 Sterne im Kasten UMA)
Beobachungszeit: 3 Uhr 45 bis 5 Uhr 50
Instrument: 16 Zoll Dobson
Okulare: 40mm Pentax, 30mm Zeiss WW, 16mm Nagler,
9mm Nagler, 2fach APO-Barlow und das Vixen 5mm LV.
...die Kugelhaufenorgie!
Montag früh um 3 klingelte der Wecker und riss mich jäh
aus den Träumen. Schon am Vorabend hatte ich das Baby
(16-Zoll Klose-Dobson) in das Auto gepackt und konnte nach
einer schnellen Tasse Kaffee zu meinem 32 km entferntem
Spechtelplatz bei Confrides starten.
Um 3 Uhr 45 stand der Dobson bereit, justiert und schon gut
temperiert und das Spechteln konnte beginnen.
Ein prächtiger Sommersternhimmel: M 13 und M 57 standen fast
senkrecht über mir und im Süden ziemlich hoch Schütze und der
gesamte Skorpion samt Stachel.
Ich wollte alle Kugelsternhaufen im Schlangenträger, Skorpion und Schützen
aufsuchen und, wenn möglich, auflösen.
Auf einem Campingtisch war der Tirion aufgeschlagen und
Timm's Astrostuhl ermöglichte (meist) ein entspanntes
Beobachten im Sitzen.
Zum Einstimmen begann ich mit den Paradeobjekten außerhalb:
M 13, M 53, M 56, M 92 und M 5... alle leicht aufzulösen und an den
nadelfeinen Sternchen konnte ich das hervorragende Seeing sehen.
Hier der Beobachtungsbericht:
Der Marathon beginnt im Ophiuchus mit M 10 und M 12, leicht aufzulösen und M 14,
etwas schwieriger aufzulösen.
Ganz in der Nähe sind NGC 6342, winzig und nicht auflösbar und der helle NGC 6356,
der am Rand einige Sternchen aufblitzen lässt.
Aber nur im 9mm Nagler mit 2x APO-Barlow bei V=400 fach!
Einige Grad im Süden ein ganzes Rudel von Kugelhaufen:
NGC 6235, 6287, 6284, M 19, NGC 6293 und 6304, die alle eine körnige Struktur
zeigen mit mehr oder weniger Einzelsternchen.
Dagegen sind NGC 6316, 6355, 6401 und 6325 nur diffuse Flecken.
Im Skorpion wieder eine Menge Haufen:
M 80 und M 4 sind leicht auflösbar und auch NGC 6144 zeigt einige Einzelsterne.
Auch der helle M 62 ist aufgelöst bis ins Zentrum und die NGC's 6130 und 6380
zeigen einige Sterne in der Randzone.
Der sehr helle 6388 ganz im Süden ist nur im Horizontdunst zu entdecken und nicht auflösbar.
Der schwache, nicht zu knackende NGC 6453 steht direkt neben dem offenen Sternhaufen M 7...
ein grandioser Anblick im 30mm Zeiss!
Einige Grad im Süden findet man den hellen NGC 6441 mit
hervorragendem Leitstern.
Sofort zu finden! Aber leider nur eine diffuse Fläche ohne Sterne.
Noch weiter im Süden ein heller Kugelhaufen im Sternbild Corona australis: NGC 6541,
der sehr hell, aber wegen der Horizontnähe auch nur als diffuses Scheibchen zu sehen ist.
Jetzt geht es in den Schützen.
Claro... als erstes kommt M 22, ein prächtiger Haufen, voll aufgelöst bis in das Zentrum mit unglaublich vielen, gleich
hellen Einzelsternen! Nicht weit weg der M 28, auch aufgelöst, aber nur ein drittel der Größe und wesentlich schwächer!
Ganz in der Nähe und schnell gefunden sind NGC 6642 und 6638, beide mit einigen Sternchen am Rand.
Bei schlechterem Seeing wären diese Sterne unsichtbar!
Ich kann mir einen Ausrutscher in die nahegelegenen Gasnebel nicht verkneifen, obwohl die Zeit knapp wird und schwenke zu M 16, eingebettet in zarte Gasschwaden, die mit dem O III richtig kräftig werden. Weiter zum Omeganebel, der wie ein Schwan über den Himmel gleitet und zum dreigeteilten Triffid-Nebel.
Dann kommt der Knaller: der Lagunennebel! Mit dem 16mm Nagler scheint man durch die Gasmassen hindurchzuschweben...
Nicht weit entfernt im Süden liegt NGC 6554 mit einem inzelnen Sternchen am Rand und NGC 6553 ohne Einzelsterne.
Dank gutem Leitstern (Gamma) sind NGC 6528 und 6522 leicht
zu finden und zeigen bei V=400 einige zarte Sternchen am Rand. Die sieht man auch bei NGC 6624, M 69, M 70, M 54, NGC 6652 und dem hellen NGC 6723.
Ich bin fast durch... aber bald wird es dämmern!
Es fehlt noch M 55: Dank Telrad schnell gefunden und grandios!
Auch M 75 ist schnell gefunden, zeigt aber nur eine helle, diffuse Scheibe. Es wird langsam hell im Osten...
Zum Abschluss gönne ich mir noch im Schnelldurchgang den Cirrus, den Crescent, den M 27 (mit O III sind die Ohren sehr hell) und M 57. Der Zentralstern ist bei der dem aufgehelltem Himmel nicht mehr sichtbar, aber M 13 zeigt noch seine wahre Pracht!
Das war eine sehr erfolgreiche Spechtelnacht mit rund 50 Kugelhaufen!
Schon eine Stunde später sitze ich am Frühstückstisch und ein sonniger Sommertag beginnt!
CS und gutes Seeing!
Timm
hier mein Beobachtungsbericht vom 25. April 2004
Ort: Gebirgshochtal (950m NN) bei Confrides / Costa Blanca
Temp.: 14°, später absinkend auf 13°, windstill
Seeing sehr gut, Grenzgröße 6.5 m (7 Sterne im Kasten UMA)
Beobachungszeit: 3 Uhr 45 bis 5 Uhr 50
Instrument: 16 Zoll Dobson
Okulare: 40mm Pentax, 30mm Zeiss WW, 16mm Nagler,
9mm Nagler, 2fach APO-Barlow und das Vixen 5mm LV.
...die Kugelhaufenorgie!
Montag früh um 3 klingelte der Wecker und riss mich jäh
aus den Träumen. Schon am Vorabend hatte ich das Baby
(16-Zoll Klose-Dobson) in das Auto gepackt und konnte nach
einer schnellen Tasse Kaffee zu meinem 32 km entferntem
Spechtelplatz bei Confrides starten.
Um 3 Uhr 45 stand der Dobson bereit, justiert und schon gut
temperiert und das Spechteln konnte beginnen.
Ein prächtiger Sommersternhimmel: M 13 und M 57 standen fast
senkrecht über mir und im Süden ziemlich hoch Schütze und der
gesamte Skorpion samt Stachel.
Ich wollte alle Kugelsternhaufen im Schlangenträger, Skorpion und Schützen
aufsuchen und, wenn möglich, auflösen.
Auf einem Campingtisch war der Tirion aufgeschlagen und
Timm's Astrostuhl ermöglichte (meist) ein entspanntes
Beobachten im Sitzen.
Zum Einstimmen begann ich mit den Paradeobjekten außerhalb:
M 13, M 53, M 56, M 92 und M 5... alle leicht aufzulösen und an den
nadelfeinen Sternchen konnte ich das hervorragende Seeing sehen.
Hier der Beobachtungsbericht:
Der Marathon beginnt im Ophiuchus mit M 10 und M 12, leicht aufzulösen und M 14,
etwas schwieriger aufzulösen.
Ganz in der Nähe sind NGC 6342, winzig und nicht auflösbar und der helle NGC 6356,
der am Rand einige Sternchen aufblitzen lässt.
Aber nur im 9mm Nagler mit 2x APO-Barlow bei V=400 fach!
Einige Grad im Süden ein ganzes Rudel von Kugelhaufen:
NGC 6235, 6287, 6284, M 19, NGC 6293 und 6304, die alle eine körnige Struktur
zeigen mit mehr oder weniger Einzelsternchen.
Dagegen sind NGC 6316, 6355, 6401 und 6325 nur diffuse Flecken.
Im Skorpion wieder eine Menge Haufen:
M 80 und M 4 sind leicht auflösbar und auch NGC 6144 zeigt einige Einzelsterne.
Auch der helle M 62 ist aufgelöst bis ins Zentrum und die NGC's 6130 und 6380
zeigen einige Sterne in der Randzone.
Der sehr helle 6388 ganz im Süden ist nur im Horizontdunst zu entdecken und nicht auflösbar.
Der schwache, nicht zu knackende NGC 6453 steht direkt neben dem offenen Sternhaufen M 7...
ein grandioser Anblick im 30mm Zeiss!
Einige Grad im Süden findet man den hellen NGC 6441 mit
hervorragendem Leitstern.
Sofort zu finden! Aber leider nur eine diffuse Fläche ohne Sterne.
Noch weiter im Süden ein heller Kugelhaufen im Sternbild Corona australis: NGC 6541,
der sehr hell, aber wegen der Horizontnähe auch nur als diffuses Scheibchen zu sehen ist.
Jetzt geht es in den Schützen.
Claro... als erstes kommt M 22, ein prächtiger Haufen, voll aufgelöst bis in das Zentrum mit unglaublich vielen, gleich
hellen Einzelsternen! Nicht weit weg der M 28, auch aufgelöst, aber nur ein drittel der Größe und wesentlich schwächer!
Ganz in der Nähe und schnell gefunden sind NGC 6642 und 6638, beide mit einigen Sternchen am Rand.
Bei schlechterem Seeing wären diese Sterne unsichtbar!
Ich kann mir einen Ausrutscher in die nahegelegenen Gasnebel nicht verkneifen, obwohl die Zeit knapp wird und schwenke zu M 16, eingebettet in zarte Gasschwaden, die mit dem O III richtig kräftig werden. Weiter zum Omeganebel, der wie ein Schwan über den Himmel gleitet und zum dreigeteilten Triffid-Nebel.
Dann kommt der Knaller: der Lagunennebel! Mit dem 16mm Nagler scheint man durch die Gasmassen hindurchzuschweben...
Nicht weit entfernt im Süden liegt NGC 6554 mit einem inzelnen Sternchen am Rand und NGC 6553 ohne Einzelsterne.
Dank gutem Leitstern (Gamma) sind NGC 6528 und 6522 leicht
zu finden und zeigen bei V=400 einige zarte Sternchen am Rand. Die sieht man auch bei NGC 6624, M 69, M 70, M 54, NGC 6652 und dem hellen NGC 6723.
Ich bin fast durch... aber bald wird es dämmern!
Es fehlt noch M 55: Dank Telrad schnell gefunden und grandios!
Auch M 75 ist schnell gefunden, zeigt aber nur eine helle, diffuse Scheibe. Es wird langsam hell im Osten...
Zum Abschluss gönne ich mir noch im Schnelldurchgang den Cirrus, den Crescent, den M 27 (mit O III sind die Ohren sehr hell) und M 57. Der Zentralstern ist bei der dem aufgehelltem Himmel nicht mehr sichtbar, aber M 13 zeigt noch seine wahre Pracht!
Das war eine sehr erfolgreiche Spechtelnacht mit rund 50 Kugelhaufen!
Schon eine Stunde später sitze ich am Frühstückstisch und ein sonniger Sommertag beginnt!
CS und gutes Seeing!
Timm