Kugellager in Montierung

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cyrill

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Warum sind die Achsen in Montierungen eigentlich nicht kugelgelagert, Platz wäre ja da? Bringt das nichts oder ist das nur bei den teuren Modellen der Fall?
Grüße
Cyrill
 
Hallo,

ich experimentiere gerade mit Kugellagern in einer Selbstbaumontierung.

Link zur Grafik: http://www.astronomie-bonn.de/images/montierung.JPG

Ich vermute mal, dass man auf die Kugellager verzichtet, weil die Reibung so gering ist, dass man schliesslich diesen vermeintlichen Vorteil durch eine entsprechende Bremsung wieder ausgleichen muss. Ich habe jedenfalls dieses Problem zur Zeit und es ist gar nicht trivial eine Bremsung zu bauen, die kein hohes Abreissmoment zwischen Haft- und Gleitreibung hat.

Gruss
Wilhelm
 
Hallo,

Warum sind die Achsen in Montierungen eigentlich nicht kugelgelagert, Platz wäre ja da? Bringt das nichts oder ist das nur bei den teuren Modellen der Fall?

In der Tat hat man nur bei größeren Modellen eine Wälzlagerung, unten zumeist ein Kegelrollenlager (wegen der großen axialen Kraftkomponente, das Teleskop "drückt" ja nach unten) und oben ein Kugellager.

Man kann aber auch Gleitlager nehmen, die können aber teilweise, wenn es sehr gute sind, teurer sein als Kugellager.

Wie Wilhelm aber schon schrieb, ist eine Bremse gar nicht einfach zu realisieren.
Bei der Überwindung der verschiedenen Reibungsarten sind Losbrechmomente erforderlich, die höher sind als die Momente die man braucht, um es in Bewegung zu halten.

Heisst: Wenn es sich also dann bewegt, haut es ab. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Grüße
Thomas
 
Man kann aber auch Gleitlager nehmen, die können aber teilweise, wenn es sehr gute sind, teurer sein als Kugellager.

Hallo Thomas,


Du liegst vollkommen richtig. Du schreibst Gleitlager können teurer sein als Kugellager. Sie sind es eigentlich immer!
Ich habe mal gelernt, ist aber schon 10Jahre her, dass Kugellager für Drehzahlen bis ca. 120.000 U/min. zu gebrauchen sind. Danach kommen Gleitlager zum Einnsatz.
Das gute am Gleitlager ist, dass es praktisch verschleißfrei läuft. Der innere und der äußere Teil des Gleitlager haben keinen Kontakt miteinander, sie laufen auf einem dünnem (Öl)film. Kontakt und damit Verschleiß haben die Teile nur in dem Moment, in dem sie Anlaufen und Stoppen.

Fränk
 
Hallo Fränk,

da irrst Du leider.

beim einer Montierung wäre es ein hydrodynamisches Gleitlager - zumindest theoretisch.

Da aber bei den extrem geringen Drehzahlen, die hier auftreten - von Drehzahl kann man garnicht reden - kein hydrodynamischer Schmierfilm entstehen kann, läuft ein Gleitlager in diesem Bereich IMMER in Mischreibung, also Verschleißbehaftet!

Das zweite Problen ist, eine spielfreie Lagerung mit Gleitlagern hinzubekommen, die trotzdem rel. leichtgängig ist - mit Vorspannung, wie beim Kegelrollenlager o. ä. kann ja kaum gearbeitet werden.

@Thomas:
Das Kegelrollenlager gehört normalerweise nach oben.
Nach unten sollte ein Schrägkugellager eingebaut werden.
So wird eigentlich jede hochwertige Maschinenspindel gebaut, die letztendlich ähnliche Parameter erfüllen muß.
Ich kenne den Aufbau einer Montierung nicht, die das steife, spielfreie Lager unten hat, also in der weitesten Entfernung vom Teleskop.

Macht irgendwie keinen Sinn!
 
Hi Ekkehard,

ich meinte nicht den Einsatz in Teleskopen.
War jetzt mehr so ´ne allgemein gehaltene Schulmeisterei <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Das ein Gleitlager, das in 24 Stunden eine Umdrehung macht, sich anders als ein extrem schnelldrehendes, verhält, ist mir auch klar <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Fränk
 
hallo fränk!

also das kugellager "nur" bis 120.000 U/min zu gebrauchen sind ist ziemlich einleuchtent, (ja,ja, immer auf die kleine dreieckigen die nicht rollen können.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> )
und gleitlager kommen darüber zu einsatz...

aber kannst du mir auch mal sagen was mit 120.000 U/min, und schneller läuft <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> ???

müsste es da nicht normal irgendwann die welle zerreißen, weil die fliehkräfte zu groß werden?
müsste zumindest guuuut ausgewuchtet sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

als dann!
 
O.K. eigentlich steht es eher, als daß es sich dreht. Und wie lagert man sowas im Idealfall?
Grüße
Cyrill
 
Was sich so schnell dreht? Keine wirklichen Einfälle.
Ich glaube Instrumente von Zahnärtzten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> sind recht schnell.
Damit es, bei diesen Drehzahlen, keine Welle zerreißt, ist ja eine hochpräzise Lagerung von Nöten. Da ist es nicht mehr ausreichend ein Kugellager einzupressen.


Fränk
 
Hi Cyrill,

der Idealfall wäre, wenn beidseitig Kegelrollenlager eingebaut würden.
Es reicht aber auch, wenn das Lager an der Last - sprich dem Teleskop - ein Kegelrollen- und das am anderen Ende der Welle ein Schrägkugellager ist - ist erheblich preiswerter.

Bei beiden Lagerkonfigurationen werden jeweils beide Lager in O-Anordnung gegeneinander angestellt und unter eine gewisse Vorspannung gebracht.

 
Viele Einsatzzwecke

Hallo!

Solche extremen Drehzahlen finden sich im Turbolader-und Modellturbinenbereich, dort sind 150.000 U/Min keine Seltenheit.
Jeder kennt das hochfrequente Pfeiffen, wenn ein turboaufgeladener LKW oder Bus Gas gibt.
Modellstrahlturbinen arbeiten auch in diesen Bereichen.

Eine anderer interessanter Einsatzzweck sind Spinnmaschinen.

Wir haben mal Lagerungen von Rotoren (hier wir die Wolle zu Fäden verdrillt) in Spinnmaschinen bezüglich den Schwingungsverhaltens (für die Fa. Schlafhorst, die gehört heute zur Saurergruppe) berechnet, die haben eine Funktionsobergrenze von 230.000 U/Min (!!!!) .
Das sind aber keine Gleitlager, weil man sich da mit einem Trick behilft, die Rotoren laufen ihrerseits auf Gummirädern.

Wenn da eine Unwucht auftritt, kann man sich nur noch in Sicherheit bringen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Viele Grüße
Thomas
 
Hallo!

Dem ist nichts hinzuzufügen, das macht ja richtig Spaß hier!

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />


Grüße
Thomas
 
Problem gelöst

Hallo,

ich denke, ich habe die Problemlösung. Nach einem Tag an der Drehbank ist folgendes Teil entstanden:

Link zur Grafik: http://www.goetterkraft.de/vertikalachse.jpg

Wenn ich nun mit den Muttern an der 12mm-Achse einen axialen Druck auf die beiden Lager in den Multiplexbüchsen ausübe, kann ich sehr schön den Bremsmoment einstellen. Die Lösung ist mechanotheoretisch nicht ganz sauber, da die Lager nicht für einen Axialdruck gebaut sind, aber ich denke, das die Konstruktion entsprechend überdimensioniert ist um bis zum nächsten Venustransit zu halten ;-) .

So oder so ähnlich soll es dann mal werden:

Link zur Grafik: http://www.goetterkraft.de/montierung.jpg

KN
Wilhelm

 
Re: Problem gelöst

HI!

Noch nen Vorschlag zu deiner Konstruktion.

ich habe bevor ich die Schneckenräder hatte auch mit meiner Montierung nur per "Schubsprinzp" geguckt. Anstatt die Kugellager nur zu belasten, könntest du auch von der Achse einen "Rutschdruck" auf den Holzblock ausüben. Dan verschleißt das Kugellager nicht (das wird es zwar nie.. war aber nur mal so theoretisch angedeutet) und du kannst als Rutschunterlage Leder, pappe und andere materialien nehmen, um den fangsrutshwiederstand so gering wie möglich zu halten (damit du nicht übers Ziel hinausschießt.

mfG Michael
 
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