Kugelsternhaufen und endlich Mars

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JensR

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Beobachtungsbericht vom 25. Juni 2003
Wann: Mittwoch (25.5.2003) 00:00 - 02:00Uhr
Wo: Ehringshausen

Beobachtungsinstrumente:
GSO Newton 200x800
EQ6 mit Boxdörfer SLP Steuerung
9mm Plössel, 25mm Plössl und 5.2mm Pentax XL
12x50 Sucher

Beobachtungsbedingungen:
Leicht feuchte Luft
Milchstraße mit wenig Strukturen nahe dem Zenit
Grenzgrösse bei etwa 5mag

Diese Nacht habe ich mir endlich vorgenommen, mein Beobachtungsstandort ein wenig ergiebiger zu testen, nachdem der letzte Versuch aufgrund verschiedener Widrigkeiten gescheitert war.

Der erste Blick in den Himmel war vielversprechend, trotz dass es um diese Jahreszeit nie ganz dunkel wird. Eine grosse Lichtkuppel im Süden (Kaff Ehringshausen) und einige andere in allen Richtungen. Gestört haben sie nicht. Der Süden liess sich ab etwa 25° Höhe gut beobachten.

Die nächtlichen Geräusche durften auch in dieser Nacht nicht fehlen. Etwa 100m Luftlinie von meinen Standort aus entfernt hat sich ein grosseres Rudel Schafe niedergelassen. Einige verdächtige Geräusche haben auch auf einen Schäfer hingedeutet, sehen konnte ich ihn aber nicht. Wahrscheinlich hat er sich über die Geräusche von meiner Seite her (Okuartausch, Blätterrascheln, Ahhh-Rufe) ebenfalls gewundert. Es lebe das Landleben!

Die Objekte dieser Nacht waren vor allen Kugelsternhaufen. Diese Begleiter der Milchstrasse (und natürlich anderer Galaxien) bestehen aus mehreren 100.000 Sterne und sind in etwa so alt wie die Heimatgalaxie. Sie befinden sich in der Halo, also in den äusseren Bereichen der Galaxien und halten sich gerne senkrecht zum Zentrum auf. In unserem Fall also Richtung Sagittarius (Schütze). Ihre Form ist entsprechend ihrer Bezeichnung kugelförmig.

M3 (GC;CVe;6m4)
-per “Gut-Glück”-Peilung und einem Satelliten folgend gefunden.
-bei 32fach eindeutig als Kugelsternhaufen identifiziert
-bei 154fach indirekt mit vielen Sternen gesprenkelt

M5 (GC;Ser;5,m8)
-Dieser Kugelsterhaufen ist ein richtig heller Brummer
-im Sucher sichtbar
-bei 32fach als GC identifiziert
-bei 89fach war die Halo und ein (sehr) helles Zentrum sichtbar
-bei 154fach erscheint der GC unregelmässig. Die Halo erstreckt sich nicht gleichmässig um das Zentrum, sondern ist nach “unten” verschoben. Am Halorand konnte ich eine Sternenkette erkennen. Ein paar hellere Sterne begrenzen das Zentrum nach “rechts” hin.

NGC 5746 (Gx;Vir;10m6)
-Bei niedriger Vergrösserung (32fach) war wegen dem hellen Stern Vir 109 das Nebelchen nicht erkennbar.
-Bei 89fach und indirekter Sicht konnte ich den Kern und den langgezogenen Rumpf der Galaxie herausarbeiten. Hier hat das Bewegen des Teleskops geholfen. Die Kantenlage der Galaxie ist bei dieser Vergösserung leicht erkennbar. Sie erstreckt sich in Richtung des Nachbarsterns TYC0326-01052-1.
-Bei 154fach erscheint der Kern grösser, ist aber auch nur indirekt erkennbar. Der Rumpf ist nicht mehr sichtbar.

IC4665 (OC;Oph;4m2)
-Dieser Offene Sternhaufen ist ein Sucherobjekt, im 7x50-Sucher ist sein Haufencharakter deutlich erkennbar
Bei 32fach habe ich 25-30 Sterne erkannt; einige sehr schwache Sterne waren dabei. Die meisten Sterne hatten etwa die gleiche Helligkeit und auch die selbe Entfernung zueinander. Dadurch wirkt der Haufen eigenartig regelmässig oder gitterförmig.

Barnards Pfeilstern (Stern;Oph;9m5)
Dieser Stern weisst eine ungewöhnlich hohe Eigenbewegung auf. Über die Jahre sollte eine Positionsveränderung sichtbar sein. Den Stern habe ich entsprechend Karkoschka aufgefuinden. Die Karte deckt sich leider nicht mir den Cartes Du Ciel-Angaben.
-Mit 32fach und 89fach wurde das Suchgebiet immer weiter eingeschränkt und schliesslich der Stern identifiziert.
-Bei 154fach konnte die Sternnachbarschaft dann genauer untersucht und die Stellung zueinander ermittelt werden.

Satellit mit Richtung Alpha Oph -> Delta Her

M14 (GC;Oph;7m6)
-nicht im Sucher
-32fach: ein strukturloser, matter Fleck
-89fach: ein etwas grösserer, strukturloser, matter Fleck
-154fach: keine Details

M10 (GC;Oph;6m6)
-Dieser Kugelsternhaufen ist schon im Sucher zu sehen
-Bei 32fach erscheint er hell und rund
-Da Karkoschka es bestätigt: der Nebel kam mir bei dieser Vergrösserung oval vor.
-Bei 154fach ist M10 mit Sternen gesprenkelt
M12 (GC;Oph:6m6)
-schon im Sucher sichtbar
-Bei 32fach sah der Kugelsternhaufen aus, wie ein Topf mit einem Henkel “links”; dazu noch eine blasse ovale Halo
-Bei 89fach wirkt der Sternhaufen weiterhin eckig; die ersten Sterne waren sichtbar.
-Bei 154fach erkennt man die schwache Halo etwas besser; das Zentrum wirkt oval und erstaunlich blass.

M107 (GC;Oph;8m1)
-Der Kugelsternhaufen war im Sucher nicht zu erkennen
Bei 32fach liess sich nur ein ganz matter Fleck herausarbeiten. Ich schätze, diese schwache Erscheinung liegt an der Ehringshausener Lichtglocke.

Mars (Planet; bei Beobachtung: Aqr und -1m3)
Endlich habe ich Mars durch das Teleskop gesehen!
-Im Sucher erscheint der Planet mit seinem charakteristischen rot-orange bereits flächig.
-Bei 32fach noch keine Details erkennbar
-Bei 154fach erkennt man die “Eier”-Form. Der unter Bereich (Sichelform) war heller. Von “oben links” zur Mitte erstreckte sich ebenfalls ein heller Bereich mit einer leichten Rechtskrümmung.

Clear skies
Jens
 
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