La Palma mit "Low Budget"-Equipment

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Apollo15

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Hallo

Es war mal wieder Zeit für einen La Palma Urlaub. Nicht nur wegen der Astronomie, die schöne Insel hat ja auch sonst einen hohen Erholungswert.

Ich betreibe das Astrohobby nicht so intensiv, wie vielleicht viele andere. Es ist bei mir ein Hobby von vielen und tritt auch mal längere Zeit in den Hintergrund.
Zuhause befasse ich mich eigentlich nur mit der Mond-/Planetenbeobachtung. Deep Sky befriedigt mich in unseren Breiten nicht. Für Exkursionen zu mehr oder weniger geeigneten Beobachtungsplätzen bin ich zu bequem. :schwitz:
Mond und Planeten gehen halt einwandfrei vom Balkon aus.

Deshalb geniesse ich die Möglichkeiten, die ich auf La Palma vorfinde, umso mehr. Auch wenn ich mir das nur alle paar Jahre gönne. Die Betonung liegt dann auch auf Geniessen - keinen Stress, kein 30kg Astrogepäck, alles im Maßen.

Ich bescheide mich mit 102/500mm Refraktor auf EQ-3 mit einfacher Motorsteuerung, 20x80er und 7x50er Fernglas und habe meinen Spaß damit.

Fotos entstehen mit der EOS400 und 1,4x/2x Konvertern oder einfach nur Sternfeldaufnahmen mit 28/50/135mm Objektiven.

Die Pi mal Daumen Ausrichtung der Montierung reichte auch bei 1000mm für 4 Minuten strichfreie Aufnahmen aus.
Ich persönlich habe in diesem Urlaub die bisher besten Fotoergebnisse erzielt. Da diese aber noch um Welten den im Forum oft gezeigten Bildern nachstehen, werde ich mich hüten, sie hier zu zeigen... ;)

Beobachtungsort war wieder ein schönes einzeln stehendes Haus
am Berghang im Westen der Insel inmitten von Bananenplantagen.
Die Lichtglocke von Los Llanos/El Paso war zwar noch wahrnehmbar, störte aber nur etwas am Osthimmel. Sobald die Objekte in den Süden/Westen wanderten, waren die Verhältnisse ideal. An einigen Abenden zogen schon mal ein paar Wölkchen durch, meist herrschte aber freier Himmel vor. Wer La Palma kennt, der weiß, dass die Wetterverhältnisse auf der West- und Ostseite sich oft völlig unterscheiden. Ich würde niemals im Norden/Osten eine Unterkunft buchen. Hier ist es durch den Nordostpassat viiieeel häufiger bewölkt und regnerisch.
Oft fährt man die Paßstraße vom Flughafen/Santa Cruz in Wolken und Nebel den Berg hinauf, um dann bei der Tunneleinfahrt auf der Passhöhe am anderen Ende schon die Sonne zu sehen! und in der Caldera(Kraterand) sieht man häufig einen regelrechten Wolkenfluß an der Bergkante, der sich dann in Nichts auflöst.
Die Insel produziert wirklich ihr eigenes Klima - faszinierend.

Nun denn, meist begann der Abend mit zwanglosem Skysurfen mit dem 7x50er Glas von der Liege aus. Damit wurden in erster Linie
die vielen schönen offenen Sternhaufen beobachtet.
Das 20x80er Glas habe ich zwar auch schon mal von der Liege aus freihändig benutzt, mehr Wahrnehmung gab es dann natürlich mit dem Einbeinsstativ oder auf der EQ-3 montiert. Hiermit habe ich dann schon die meisten der mir vorgenommenen Objekte gefunden, um sie später per Foto sichtbar zu machen. (Besonders auch für meine Frau, als Beweis, daß ich nicht nur ins Leere starre...)
Visuell waren natürlich fast alle Galaxien/Nebel nur als diffuse Flecken zu erkennen, daran änderte auch der 4 Zoll Refraktor nichts. Das war mir selbstverständlich von vornherein klar, einen Acht- oder Zehnzöller hatte ich nicht zur Verfügung. Einzig bei M81/82, M78 und natürlich M42 waren Strukturen zu erkennen. Aber, wie gesagt, durch die entsprechenden Bilder habe ich mir die Objekte dann sichtbar gemacht. Zwar recht klein, war aber trotzdem spannend und hat Riesenspaß gemacht.

Allein schon DIESEN Himmel über Stunden mit bloßem Auge zu geniessen...
Also, u.a. beobachtet und fotografiert habe ich M1, M42, M43, M78, M35, 2237, M52, M3, M81, M82, M108, M109, M101, M51, M63,
2903, 3628, M65, M66, M95, M96, M105, 3384, Virgo Galaxienhaufen...
Ich weiß, das sind alles Standardobjekte, aber für mich spannende Erlebnisse.

Star der Nacht war natürlich immer Lulin, keine Frage.
Auch konnte ich relativ viele "Sternschnuppen" beobachten.
Es ist mir allerdings nicht gelungen, einen auf Chip zu bannen.

Tja, welche Message möchte ich nun rüberbringen?
Vielleicht, daß es nicht immer 10.000 Euro Equipment sein muß, um Freude an diesem Hobby zu haben. (Obwohl ich nichts dagen hätte, solch eine Ausrüstung zu besitzen...)
Ich habe halt wieder festgestellt, daß optimale Beobachtungsbedingungen und Standorte auch mit bescheidener Ausrüstung einen Riesenspaß bringen können.

In diesem Sinne einen schönen Gruß

Gerd
 
Hallo Gerd,
schön ist er, Dein kurzer Bericht.Danke.Ich werde schon recht hibbelig wenn ich die Beschreibungen lese, die jeder, der schon mal auf dieser tollen Insel war, in seinen eigenen Gedanken bildlich umsetzen kann.Ich kenne die Örtlichkeiten und möchte am liebsten gleich den Koffer packen.La Palma hats mir einfach angetan.Mein Flug ist schon gebucht und die 3 Wochen Finca auch.Leider dauert es bis dahin etwas.
Bezüglich Low-Budget........
Nach meinem letztjährigen La Palma Urlaub(und recht hohen Kosten für den Transport-bin leider kein Grossverdiener) nahm ich Kontakt mit einer wohlbekannten Fluggesellschaft auf.Es ging um den etwas kostengünstigeren Transport von Astrogepäck auf die Insel bzw. zu anderen Destinationen, welche diese Gesellschaft anfliegt.Ich habe eine fast einseitige E-Mail geschrieben und bekam nun vor einiger Zeit die Mitteilung, daß diese Problematik nun ernsthaft in Prüfung geht.Nun mahlen manche(wenn nicht die meisten) Mühlen langsam, aber abwarten.Vielleicht hat es Sinn, aber wenn man sich gar nicht meldet, wird ja auch nicht auf solche Problematiken hingewiesen.Also .....Mails schicken!!!!!!!Ich hoffe, daß bis zu meinem Urlaub etwas entschieden ist.
Gerd, danke für die Message.Ich denke auch so ...mit etwas weniger auch viel Spass haben......
Viele Grüße
Detlef
 
Hallo Gerd,

schöner Bericht - die Begeisterung kommt rüber.
Das mit dem Low-Budget kann ich bestätigen. Mein 80/400 hat mir auch schon spannende Abende bereitet. Da kommt die Freude an der eigentlichen Sache auf.

Grüße,
Stefan
 
Ich war vor 1 1/2 Jahren "nebenan" auf dem Teide. Mich interessierte vor allem das galaktische Zentrum, was man von unseren Breiten fast gar nicht sieht. Ich hatte nur einen Abend die Gelegenheit zu schauen, wegen des Mondes. Als Instrument hatte ich ein 8-cm-Spektiv mit, das ist in solchen unbekannten Himmelsregionen mehr als ausreichend.

Den größten Teil der Zeit habe ich mit dem freien Auge geschaut. Der ganze Skorpion mit Stachel! Die phänomenal strukturierte Sagittariuswolke! M7 ein leichtes Objekt für das freie Auge! Die südliche Krone! Jede Art von Optik stört da nur. Ein Fernglas hätte auch gereicht.
Selbst wenn man mehrere Nächte zur Verfügung hat, ist ein kleines Gerät ausreichend.
 
Hallo Gerd,
sehr schöner Bericht, gerade weil er Erinnerungen weckt. Bin im Sommer 1997 in Tazacorte gewesen und hatte auch mein 10x50 Fernglas mit Revue-Fotostaiv dabei. Einfach herrlich,
der Blick über die Bananenplantagen, bis irgendwann bei
fortgeschrittener Dämmerung die Sterne des Skorpion auftauchen, in voller Pracht und wie Uwe schrieb, M6 + M7,
teilweise mit dem freien Auge, sagenhaft im Fernglas,
mehr braucht man dort unten wirklich nicht an Ausrüstung,
wenn man so ein Gelegenheitsspechtler ist.

CS Martin
 
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