Lacerta 6,5x32

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JürgenH

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Hallo,

ich bin auf der Suche nach eine Fermglas mit geringer Vergrößerung (5-7x) und großem Sehfeld.
Dabei bin ich auf das Lacerta 6,5x32 gestoßen. Hier mal ein Link:

Lacerta 6,5x32

Die technischen Daten sind ein bisschen dürftig. Immerhin werden aber 175m Sehfeld angegeben. Das entspricht immerhin schon ziemlich tollen 10°. Das scheinbare Gesichtsfeld liegt dann bei 65°. Insgesamt hört sich das für meine Zwecke spannend an.
Hat jemand Erfahrungen mit diesem Glas?
Oder habt Ihr andere Vorschläge?

Beste Grüße,
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

Von den Zahlen her klingt das sehr interessant, vor allem, weil es laut Tel.Austria brillentauglich ist.

Ich bin mit einem alten 7x35 von Pentax mit 11 Grad Feld sehr zufrieden, kann ich wärmstens empfehlen. Aber: es geht nur ohne Brille und wird damit im Winter nachts unbrauchbar, da die Okulare in der Kälte zutauen von der Augenfeuchte.

Zwei weitere Gläser mit Superweitwinkel und 5-7x sind aktuell am Markt:

5x25 Visionking mit 15,8 Grad - düster, zeigte neulich aber das beste Bild der Begegnung Jupi-Venus-Mond, da das Dreieck 8 Grad Kantenlänge hatte und somit die 15 Grad brauchte, um eingerahmt zu werden.

7x32 Bresser SWA mit 13,3 Grad - ein dramatischer Seheindruck, und zeigt schwächere Sterne in Feldmitte als das Pentax. Sterne am Rand sind Albatrosse, wenn mann sich daran aber gewohnt hat kann mann dem Glas Einiges abgewinnen. Z.B. sind M16 Adlernebel und M8 Lagunennebel zusammen im Feld, wenn auch matschig am Rand.

Wenn Du das Lacerta beschaffen solltest, lasse uns bitte Deine Erfahrungen damit wissen!

Gruß, Christopher

 
Hallo Christopher,

vielen Dank für Deine Hinweise!

Von dem Bresser 7x32 hatte ich schon mal gehört. Es wird aber wohl nicht mehr angeboten.
Das Visionking 5x25 klingt ebenfalls interessant. Leider scheint es für diesen Bereich keine etwas hochwertigeren Ferngläser zu geben. Ich wäre für für eine angemessene Qualität auch bereit etwas mehr Geld auszugeben.
Eventuell schaue ich mich auch noch auf dem Gebrauchtmarkt in der Bucht um. Wenn ich nichts besseres finde werde ich mal das Lacerta ordern und dann hier berichten.

Beste Grüße,
Jürgen
 
Lieber Jürgen,

wenn Du bereit bist, Geld zu lassen, kann ich das 6x24 Televid empfehlen, dass in neuwertigem Zustand gerade in der Bucht angeboten wird. 12 Grad Feld. In diesem Zustand ist das Glas extrem selten - und teuer!

Das 7x32 gibt es unter zahlreichen Pseudonymen. Ich habe sie in einem Thread hier mal aufgelistet, irgendwann in den letzten 12 Monaten, glaube ich.

Das 5x25 ist übrigens brillentauglich. Das größte mit Brille überschaubare Feld: über 15 Grad. Grottenschlechte Abbildung bei Nacht, nur was für besondere Anwendungen, bei Tag aber erträglich.

Gruss, Christopher
 
Danke für den Tipp mit dem Leitz Fernglas. Ist das vielleicht doch ein 6x24 Trinovid?
 
Oder ein Amplivid? Das hat auch 12°.
 
Hallo Jürgen,

ich würde dir das kleine schnuckelige Porro-Ferngläschen KOMZ 6x24 aus sowjetischer Produktion empfehlen. So klein und kompakt, ist es doch ein richtiges Fernglas mit riesigem Gesichtsfeld, hellem Bild (ganz leichter Gelbton) und wirklich guter Schärfe im Zentrum die natürlich nach außen abnimmt. Sehr guter Einblick, allerdings leider nichts für Brillenträger. Wären die hohen Augenmuscheln abschraubbar, könnte es vermutlich sogar für Brillenträger reichen.

Einige technischen Daten:
- wahres Gesichtsfeld 11,4°
- Masse 490 g
- Höhe 9,5 cm
- Breite 15 cm (bei 65 mm Pupillenabstand)

Leider ist es nur gebraucht zu bekommen. :( Meins gebe ich allerdings nicht mehr her. ;)
 

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Hallo Ralf,

vielen Dank für den tollen Hinweis!

Das Glas sieht verlockend aus, auch wenn mir 24mm für Astronomie ein bischen wenig erscheint. Ich werde mal ein wenig Ausschau halten. Bei mir haben sich im Laufe der Jahrzehnte so viele Ferngläser angesammelt, sodass ich keine Eile habe ;)

Beste Grüße
Jürgen
 
Hallo allerseits,

ich habe zwischenzeitlich mehr Zeit mit den beiden von mir genannten Gläsern verbracht

5x25 Visionking
7x32 Bresser SWA

und muss mein Urteil bzgl. des VisionKing 5x25 revidieren. "Grottenschlecht" war der Eindruck nach einmaligem Gebrauch, unter ungeeigneten Bedingungen und mit falschem Anwendungsziel. Inzwischen ist das Glas zu einem meiner Meistgenutzten avanciert. Mann darf eben solche Gläser nicht überstrapazieren: es geht um die Orientierung, nicht um die Erkennung von Details, für die mehr Öffnung oder Vergrößerung nötig wären.

Ich kann mit dem 5x25 unter meinem mäßigen Stadtrandhimmel z.B. den Saturnnebel NGC 7009 im Wassermann stellar wahrnehmen. Das Glas erlaubt es also, den Nebel in einem Feld von gut 15 Glad zu orten - mehr kann nicht von 25mm Öffnung erwartet werden!

Ich habe die realen Felder der beiden Gläser auch präziser durch Messungen am Himmel bestimmt. Diese sind:

5x25 Visionking: 15,1° (laut Hersteller: 15,8°; aktuell für 70 EUR vom Händler auf Ebay erhältlich)
7x32 Bresser SWA: 14,0° (laut Hersteller: 13,3°; gibt es unter zahlreichen anderen Markennamen, für etwas über 100 EUR aufzutreiben im Netz)

Jürgen, was macht das Lacerta 6,5x32? Hast Du es testen können?

CS, Christopher



 
Hallo Christopher,

danke für Deinen Bericht von den beiden Gläsern!

Ich habe doch nicht das Lacerta genommen. In der Bucht lachte mich ein altes Tasco 7x35 an. Von Tasco war vor bald 40 Jahren mein erstes Teleskop, sodass ich wohl aus etwas sentimentalen Gründen zugeschlagen habe. Das Glas hat erstaunliche 192m auf 1000m Sehfeld (also etwa 11° tatsächliches Gesichtsfeld, =77° scheinbares Sehfeld) und ist laut Aufschrift immerhin vollvergütet, wenn auch nicht multivergütet. Es ist aber noch nicht bei mir angekommen. Ich werde berichten sobald es da ist. Erstmal hoffe ich, dass es überhaupt "technisch" in Ordnung ist.

Beste Grüße
Jürgen
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jürgen,

Ich drücke Dir die Daumen mit dem Tasco.
Hast Du die genaue Bezeichnung des Glases?

Gruß

Mike
 
Hallo Mike,

es ist ein Tasco No. 400 "International", Extra Wide Angel, Fully Coated. Angeblich in sehr gutem Zustand, aber wir wissen ja alle was das manchmal bedeuten kann... :Trost:

Beste Grüße
Jürgen
 
Ist ein schönes Glas. Ich hoffe, es passt mechanisch und optisch.
 
Hallo Jürgen,

das No. 400 besitze ich auch.
Da bin ich gespannt wie es Dir gefällt. Für mich ist es ein ganz hervorragendes Fernglas für die Milchstraße! Es hat eine sehr gute Mittenschärfe. Das wird Dir schon am Tage auffallen. Am Sternhimmel allerfeinste nadelfeine Punkte. Auch bei Sternen der Klasse Wega oder Arktur.
Natürlich werden Sterne zum Rand hin deutlich unscharf. Der nutzbare Bereich beläuft sich nach meinem Ermessen auf etwa 60%.

Nachteilig sind Reflexe an extrem hellen Objekten (Mond in und um der Vollmondphase). Auch Streulicht ist in der Nähe solcher Objekte vorhanden. Die viereckigen Austrittspupillen könnten zunächst abschrecken. Insgesamt jedoch zeigt das Tasco aus meiner Sicht sehr deutlich (im positiven Sinne) um wieviele Lichtjahre die Theorie von der Praxis entfernt ist.

Gruß

Mike



 
Hallo Mike,

das hört sich ja sehr gut an!

Eine gute Mittenschärfe ist mir wichtig, während die Randschärfe bei einem Gesichtsfeld von über 75° für mich nicht wichtig ist. Solange ich beim normalen beobachten, ohne auf den Rand zu schielen, keine auffälligen Bildfehler feststelle bin ich gut zufrieden.
Also, ich bin schon sehr gespannt. Es ist natürlich immer ein gewisses Glücksspiel, ob das Fernglas überhaupt in Ordnung ist.

Beste Grüße
Jürgen
 
Zitat von JürgenH:
Das Glas sieht verlockend aus, auch wenn mir 24mm für Astronomie ein bischen wenig erscheint.
Hallo Jürgen,

in der Tat nutze ich das Glas bei der kleinen Öffnung kaum astronomisch. Ich habe es ab und an bei Wanderungen dabei. Außerdem ist es natürlich ein schönes Sammlerstück.

Ein Tasco No. 400 7x35 befindet sich auch in meiner Sammlung. Ich liebe diese japanischen Weitwinkelgläser aus den 60er und 70er Jahren, wie es sie heute leider nicht mehr gibt. Damals gab es ja viele Hersteller mit ganz unterschiedlicher Qualität. Mike hat ja schon einiges zu Tasco geschrieben. Mechanisch ist es tadellos und liegt gut in der Hand. Optisch ist es gut, aber nicht herausragend. Der Austrittspupillenlängsabstand ist klein. Um das gesamte Gesichtsfeld zu überblicken, muss ich die Augenmuscheln umklappen und ganz nah ran. Da ist mein Hunter 7x35 11° besser.

Hier noch ein bildlicher Vergleich zwischen KOMZ und Tasco.
 

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Hallo RAlf,

vielen Dank für die schönen Bilder Deiner schönen Ferngläser. Ich mag die alten Ferngläser auch sehr gerne.
Man hat das Gefühl dass insbendere die Mechanik bei diesen Gläsern langlebiger ist, als bei vielen heutigen Modellen.

Beste Grüße
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

hast du schon ein Fernglas gekauft.

Könnte dir ein Bushnell Rangemaster 7x35 mit 11° anbieten. Diese Glas ist zwar bei uns weniger bekannt, aber in den USA wird es in zahlreichen Foren als das "Milchstraßenglas" beworben.

Bei Interesse einfach melden.

Gruß
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

vielen Dank für Dein Angenbot!

Ich habe tatsächlich schon in der Bucht zugeschlagen und mir eine Tasco 7x35 No. 400 mit ebenfalls 11° gekauft. Das Glas macht mechanisch durchaus noch einen guten Eindruck, auch die Optik ist klar und ohne große Verschmutzungen.
Am Sternenhimmel zeigte sich aber, dass die Sterne in der Mitte nicht so knackig scharf zu stellen sind, wie das bei meinen anderen Gläsern möglich ist. Eventuell ist das Glas nicht mehr richtig gut justiert. Ich bin am überlegen das Glas bei Optixxx unteruchen und justieren zu lassen. Allerdings sind dort gerade Betriebsferien und so muß ich noch etwas warten.

Beste Grüße
Jürgen
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

noch ein Nachtrag zum Tasco 7x35 No. 400.

Ich habe das Fernglas jetzt noch ausführlicher am Sternenhimmel testen können und kann hier noch meine Eindrücke schildern.

Für ein 7x35 ist das Tasco ganz schön wuchtig, mit großen Prismen und Okularen mit großen Augenlinsen. Hier mal im Vergleich zum Nikon 8x30EII:

Link zur Grafik: http://www11.pic-upload.de/10.09.15/nli9p2i4froq.jpg

Link zur Grafik: http://www11.pic-upload.de/10.09.15/umwgrive5fz.jpg

Trotz der großen BK7 Prismen sieht man deutlich in der Austrittspupille eine viereckige Randabschattung. Das große Gesichtsfeld läßt sich am Sternenhimmel ohne Brille ganz gut überblicken, aber nur etwa 60% des Gesichtsfeldes sind annehmbar scharf. Mein Tasco erreicht ausserdem keine sehr gute Mittenschärfe, die Sternabbildungen könnten feiner sein.
Der Vergleich mit dem Nikon 8x30EII geht eindeutig in allen Belangen zugunsten des Nikon aus. Die Sternabbildungen sind in der Mitte nadelfein und es werden dadaurch auch schwächer Sterne noch erkennbar. Das Gesichtsfeld ist in weiteren bereichen scharf als das 7x35. Von den technischen Daten müßte das Taso etwa 11° Gesichtsfeld haben gegenüber den 8,8° des Niikons. Tatsächlich ist aber der Unterschied in der Gesichtsfeldgröße wesentlich geringer, das Nikon ist fast gleichauf. Ich bezweifle daher die 11° des Tascos stark, auch mit umgeklappter Augenmuschel wurde das Gesichtsfeld nicht größer.
Mein Fazit ist daraus, wer das Nikon 8x30EII schon hat, wird mit dem Tasco 7x35 auch im Hinblick auf das Gesichtsfeld praktisch nichts hinzugewinnen. In allen anderen Belangen ist das Nikon 8x30II haushoch überlegen.
Eventuell könnte man das Tasco noch zu einer Justage/Überarbeitung bringen, aber ich weiss noch nicht ob ich das Geld dafür noch ausgebe. Vielleicht könnte dadurch die Mittenschärfe noch verbessert werden. Das Tasco wird wohl trotdem bleiben, weil es doch recht schön verarbeitet ist und eine schwere mechanische Stabilität ausstrahlt.

Hier zum Spaß noch ein Vergleich in der Größe mit einem Lunt 7x50 und einem Fuji 16x70:

Link zur Grafik: http://www11.pic-upload.de/10.09.15/h7shcwmq34tp.jpg

Link zur Grafik: http://www11.pic-upload.de/10.09.15/cvx33z4rubcp.jpg

Beste Grüße
Jürgen
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Jürgen,

danke für die schöne Übersicht.

Um das Thema Lacerta 6,5x32 nochmals aufzunehmen: Ich entdecke gerade, dass es ein scheinbar identisches Levenhuk Sherman PLUS 6,5x32 Fernglas gibt, hier erhältlich:
http://de.levenhuk.com/katalog/fernglaser/levenhuk-sherman-plus-6-5x32/
Achtung: es gibt dort auch ein Levenhuk Karma 6,5x32 als Dachkant mit mageren 6.3 Grad.

Für mich besonders interessant: scheinbar mit zusätzlicher Feldebnung gibt es auch das Levenhuk Sherman PRO 6,5x32, wie das PLUS mit 10 Grad Feld und 21mm Pupillenabstand.

CS, Christopher



 
Hallo Jürgen,

das ist natürlich schade dass Dein Tasco anscheinend nicht richtig justiert ist. Wie äußert sich das am Stern, Strahlen? Fähnchen?
Ob es sich lohnt das Glas mal untersuchen zu lassen? Ich denke schon. Die Kosten sollten sich aber dann in Grenzen halten (wenn es denn tatsächlich dejustiert ist). Auf der anderen Seite ist es natürlich durchaus möglich dass Du Dich von dem kleinen Nikon blenden lässt, welches meines Erachtens zu den besten (kleinen) Porros zählt. Was man jedoch auch beachten muss ist die kleinere AP des Nikon. Diese verursacht sicherlich von vornherein eine saubere Sternabbildung. Ein Grund warum ich 8x30/32 Gläser sehr gerne benutze (bei weniger idealen Bedingungen).
Aber wie erwähnt, insgesamt ist das Nikon natürlich überlegen.

Dein Lunt ist auch interessant. Kenne es bei Tage. Wäre sicher einen eigenen Thread wert;-)


Gruß

Mike
 
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